Restentmilbung 2-Zargig

  • Hallo,
     
     
    Ich hab ein Volk das hat 8 Milben natürlichen Totenfall pro Tag!
    Da will ich nicht warten und habe mich entschlossen die Restentmilbung mit Bienenwohl in Form einer Blockbehandlung (3-mal 10-15ml/Volk alle 7 Tage) vorzuziehen. In Anbetracht des Umstandes, dass wir heuer wahrscheinlich wieder nicht brutfrei werden und varroabelastete Völker nicht aus der Brut gehen um den Ausfall zu kompensieren (Futterverbrauch etc.), habe ich mich für die Blockbehandlung entschieden. Ich weiß, dass die Blockbehandlung umstritten ist, mir erscheint sie aber logisch, immerhin decke ich damit einen ganzen Brutzyklus ab und hoffe so alle Milben zu erwischen.
     
    Nun aber zur eigentlichen Frage, ich überwintere auf 2 Zargen, und als ich die obere Zarge angekippt habe, habe ich die Wachsbrücken mit dem Honig zwischen 1 und 2 Zarge zerstört. Es war so stressig und es waren so viele Bienen, dass ich diese nicht entfernt habe. Na ja – natürlich hat dieser Honig dort auch Bienenwohl abbekommen. Und ich frage mich wie das jetzt weitergeht, wenn die Bienen dieses zerrissene Wabenwerk wieder reparieren, was passiert mit dem Bienenwohl, wird das jetzt in das Futter eingearbeitet? Kann das Futter später die Bienen belasten? Werden sie es überhaupt annehmen? Oder werden sie dann nicht über dieses zerstörte Wabenwerk in die 2te Zarge steigen? Kurzum, ich mache mir Sorgen, kann irgendwas sein? Soll ich den Bau zwischen den Zargen beim nächsten Mal weggeben?



    Danke

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt


  • Da will ich nicht warten und habe mich entschlossen die Restentmilbung mit Bienenwohl in Form einer Blockbehandlung (3-mal 10-15ml/Volk alle 7 Tage) vorzuziehen.


    Bienenwohl hat was Zucker, Wasser und Oxalsäure angeht die gleiche Zusammensetzung wie Oxuvar. Nur dass in Bienenwohl noch zusätzlich Zitronensäure und 'ätherische Öle' drin sind. Zur Wirksamkeit der Oxuvar-Formulierung habe ich Studien gesehen, da war von einer Varroareduktion über 90% die Rede, aber bei einer korrekten Anwendung im brutfreien Zustand und mit ca. 50 ml pro Volk.


    Zitat

    In Anbetracht des Umstandes, dass wir heuer wahrscheinlich wieder nicht brutfrei werden und varroabelastete Völker nicht aus der Brut gehen um den Ausfall zu kompensieren (Futterverbrauch etc.), habe ich mich für die Blockbehandlung entschieden. Ich weiß, dass die Blockbehandlung umstritten ist, mir erscheint sie aber logisch, immerhin decke ich damit einen ganzen Brutzyklus ab und hoffe so alle Milben zu erwischen.


    Logisch ist daran nichts, und du wirst weit davon entfernt sein, alle Milben zu erwischen:
    Zur verbesserten Wirksamkeit der Oxalsäure durch Zusatz von Zitronensäure und ätherischen Ölen habe ich keine Studie gelesen. Hast du eine parat?
    Wenn nicht, dann würde ich bei 10-15 ml statt der bei z.B. Oxuvar üblichen 50 ml von einer ungenügenden Wirksamkeit ausgehen.
    Ob die Bienen durch die mehrmalige Träufelung dieser geringen Menge einen deutlichen Schaden erleiden weiß ich nicht, aber ich sehe sowieso keinen Nutzen.


    Wieso glauben eigentlich so viele, dass für 'Bienenwohl' gänzlich andere Regeln gelten als für 'Oxuvar'? Liegt es am 'wohligen' Namen des Produktes?


    Ich würde entweder jetzt einmal bedampfen und in der zweiten Dezemberhälfte die Restentmilbung machen oder jetzt abwarten und in der zweiten Dezemberhälfte die Restentmilbung machen.


    Zitat

    Und ich frage mich wie das jetzt weitergeht, wenn die Bienen dieses zerrissene Wabenwerk wieder reparieren, was passiert mit dem Bienenwohl, wird das jetzt in das Futter eingearbeitet? Kann das Futter später die Bienen belasten? Werden sie es überhaupt annehmen? Oder werden sie dann nicht über dieses zerstörte Wabenwerk in die 2te Zarge steigen?


    Den Wildbau zwischen zwei Zargen würde nicht wirklich als 'Wabenwerk' ansehen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es für die Bienen kein Hindernis darstellt.


    Grüße,
    Robert

  • ...Restentmilbung mit Bienenwohl in Form einer Blockbehandlung (3-mal 10-15ml/Volk alle 7 Tage) ...


    Damit bringst Du sie im Winter ganz sicher um!


    Das mit den Wachsbrücken ist kein wirkliches Problem. Nicht schön, wird aber von vielen so gemacht. Ich träufle lieber von oben durch.


    Gruß Jörg

  • Lieber Franz,


    Blockbehandlung mit OX-Träufelung soll jetzt bei Bienentraube und fehlenden Bewegungs-/Ausflug-/Regenarationsmöglichkeiten unverträglich sein, das zeigen Massenversuche der Fischermühle.
    Blockbehandlung mit OX-Bedampfung wird dagegen auch jetzt gut vertragen. Sogar Dr. Liebig empfiehlt das neuerdings. Hier kannst Du Dich an seinem Feldversuch mit Restentmilbung/Volksrettung beteiligen und bekommst ggf. auf Deine Situation ausgerichtete Ratschläge per mail von ihm:


    http://www.immelieb.de/?p=1208#more-1208


    Servus - Gottfried

  • ...Blockbehandlung mit OX-Bedampfung wird dagegen auch jetzt gut vertragen. Sogar Dr. Liebig empfiehlt das neuerdings.
    Servus - Gottfried


    Hallo Gottfried,


    wo kann ich das nachlesen?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Bienenwohl hat was Zucker, Wasser und Oxalsäure angeht die gleiche Zusammensetzung wie Oxuvar. Nur dass in Bienenwohl noch zusätzlich Zitronensäure und 'ätherische Öle' drin sind. Zur Wirksamkeit der Oxuvar-Formulierung habe ich Studien gesehen, da war von einer Varroareduktion über 90% die Rede, aber bei einer korrekten Anwendung im brutfreien Zustand und mit ca. 50 ml pro Volk.


    Hast du einen Link zur Studie?




    Logisch ist daran nichts, und du wirst weit davon entfernt sein, alle Milben zu erwischen:
    Zur verbesserten Wirksamkeit der Oxalsäure durch Zusatz von Zitronensäure und ätherischen Ölen habe ich keine Studie gelesen. Hast du eine parat?
    Wenn nicht, dann würde ich bei 10-15 ml statt der bei z.B. Oxuvar üblichen 50 ml von einer ungenügenden Wirksamkeit ausgehen.
    Ob die Bienen durch die mehrmalige Träufelung dieser geringen Menge einen deutlichen Schaden erleiden weiß ich nicht, aber ich sehe sowieso keinen Nutzen.


    Wieso glauben eigentlich so viele, dass für 'Bienenwohl' gänzlich andere Regeln gelten als für 'Oxuvar'? Liegt es am 'wohligen' Namen des Produktes?


    Ich würde entweder jetzt einmal bedampfen und in der zweiten Dezemberhälfte die Restentmilbung machen oder jetzt abwarten und in der zweiten Dezemberhälfte die Restentmilbung machen.


    Ich weiss, dass ich nicht alle Milben erwischen werde, das war schlecht ausgedrückt. Was erscheint mir logisch? Folgendes: Wenn das Volk nicht brutfrei wird (was ich befürchte), dann ist die OS-Behandlung nicht wirksam im Sinne der Restentmilbung (Varrapopulation unter 50 Individuen). Wenn ich aber eine Blockbehandlung mache, habe ich die aufsitzenden Milben und die Milben einer Schlupferiode (also die, die zum Zeitpunkt der 1. Blockbehandlung noch in der verdeckelten Zelle waren) bekämpft, und das erscheint mir Angesichts vorhandener Brut als bessere Alternative.


    Es macht doch einen Unterschied, ob ich 50 ml auf einmal reinleere oder 3 mal 15ml wöchentlich?
    Möglicherweise können 3 kleine Portionen besser verkraftet werden als eine Grosse?
    Was ist das kleinere Übel? Eine grosse Watschen, oder 3 kleine?
    Ich weiss es nicht, würde das aber sehr gerne klären. Nachdem es hierzu keine Untersuchungen gibt, bin ich auf persönliche Erfahrungen angewiesen.


    Ob Bienenwohl eine bessere Wirkung hat als "andere, normale OS", und 15ml Bienenwohl den 50ml "anderer, normaler OS" gleichzusetzen sind, weiss ich nicht , es würde (zugegeben) im Widerspruch zu vorherigem Absatz stehen. Wenn die verbesserte Wirkung jedoch aufgrund der Zutaten, bzw. einer effizienteren Wirkung von BW da ist, wäre die Blockbeandlung evenuell gangbar, da ja der problematische Punkt die Oxalsäure ist. Die kleine Menge OS kann vielleicht bis zur nächsten Blockbehandlung eine Woche später abgebaut werden? Wie lange dauert es, bis eine gewisse Menge OS abgebaut ist, weiss das wer?

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt

  • Damit bringst Du sie im Winter ganz sicher um!


    Das mit den Wachsbrücken ist kein wirkliches Problem. Nicht schön, wird aber von vielen so gemacht. Ich träufle lieber von oben durch.


    Gruß Jörg


    Hallo Jörg,


    hast du selbst schon mal die Blockbehandlung gemacht und Völker verloren?
    Warum bist du dir ganz sicher?
    Woher stammt die Info?

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt


  • Hallo Gottfried,


    Wenn du das hier meinst, da gehts um die Verträglichkeit der Verdampfung, zur Träufelung kann ich von der Fischermühle kein PDF fiden, hast du eines?


    http://www.muehllechner.at/oxa…bericht-fischermuehle.pdf

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt

  • r.
    Jede Biene soll nur 1 Mal im Leben OS abbekommen.


    Das erklär mal der Königin :wink:


    Zu Hochheimers Frage.
    Wachsbrücken sehe ich kein Problem.
    Blockbehandlung Bienenwohl, mache ich nicht, jedoch kenne ich welche die das als SOMMERBEHANDLUNG ohne Verluste praktizieren.
    Ich weiß aber nicht warum du darauf kommst dass die Völker durchbrüten sollten, bzw. Letztes Jahr durchgebrütet haben?


    Ich kann dir nur einen Rat geben, dass Panik immer ein ganz ganz schlechter Ratgeber ist.
    Meinst du ernsthaft, dass wenn du die Bienen jetzt nicht behandelst , sie in 2-3 Wochen tot sind?
    Warum willst du jetzt schon eine Blockbehandlung machen? Weil 8 Milben am Tag fallen? Das ist in meinen Augen totaler Nonsens.
    Behandlung machen, schauen was fällt, wenn über 1000 Milben fallen, kannst du nochmal nachdenken zu Behandeln.
    2 x Behandeln muss im Winter aber langen.


    Ich Frag mich sowieso warum ihr alle wisst wieviele Milben fallen?
    Ich hab seit 3 Wochen die Schieber draußen, dass die Bienen kalt sitzen und die Bienen gut aus der Brut gehen können.
    Zur OS Behandlung Mitte Ende Dezember kommt der Schieber rein und bleibt drinnen. Somit haben es die Bienen leichter die Bruttemperatur im Januar, Februar zu halten.


    Milbenzählen mache ich gar nicht mehr, da der natürliche Milbenfall in meinen Augen keinerlei Aussagekraft hat.


    Mach dir und deinen Bienen einen gefallen und verlasse den Panikmodus. Alles was im Sommer versäumt würde, kann man jetzt sowieso nicht mehr nachholen und eine Blockbehandlung Bienenwohl im Winter ist in meinen Augen eine Verschlimmbesserung des Problems.



    Viele Grüße und alles Gute,


    Maxikaner

  • Guten Morgen, Franz.


    Varroa unter Kontrolle (S.20) und auch alle anderen Quellen (Monatsbetrachtungen in der Bienenpflege) warnen ausdrücklich:


    Zitat

    Hinweise
    ->Höhere Dosierungen und mehrmalige Anwendungen können zu Schwächung
    oder Verlust der Völker führen bzw. die Frühjahrsentwicklung erheblich beein-
    trächtigen.


    Ob die dreifache Behandlung mit einer Teilmenge besser verträglich ist kann ich nicht beurteilen, allerdings bezweifle ich dann wie Re-Mark die ausreichende Wirkung.


    Was gelegentlich empfohlen wird, im Forum und auch anderswo: befallene Restbrut auskratzen, dann 24 Stundenwarten, bis alles sauber ausgeräomt ist. Allerdings habe ich das noch nie praktiziert, und es wäre mir auch zuviel Aktionismus.


    Meine Bienen kommen diesmal wahrscheinlich gegen Silvester dran.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • ...Kurzum, ich mache mir Sorgen, kann irgendwas sein? Soll ich den Bau zwischen den Zargen beim nächsten Mal weggeben?


    ...das ist alles völlig bedeutungslos für die Überwinterung. Die Bienen reparieren, die Bienen nutzen das Futter.


    Aber Blockbehandlung "Oxalsäure träufeln" wird - wie hier schon berichtet - das Volk dahin raffen. Deshalb: Finger davon.
    Man muß alternative Behandlungsmethoden wählen.


    Wenn es die Außentemperaturen zulassen, die Waben ziehen und Milchsäure sprühen und dabei sämtliche verdeckelte Brut mit einer Entdecklungsgabel entdeckeln.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Jörg,


    hast du selbst schon mal die Blockbehandlung gemacht und Völker verloren?
    Warum bist du dir ganz sicher?
    Woher stammt die Info?


    Ich habe ganz einfach mal Gurgel bemüht und folgende seriöse Seiten zum Thema gefunden:


    Schweizer Bienenzeitung


    Freie Universität Berlin


    Mellifera


    Beeventure mit weiterführenden Links.


    Die Gegenteilige Meinung vertritt dieses Blättchen von Bienenwohl. Das ist aber m.E. eine etwas undiffernzierte Werbung für einen großzügigen Einsatz von Bienenwohl. Und im Gegensatz zu den anderen Untersuchungen wird nicht zwischen einer Behandlung von Sommer- und Winterbienen unterschieden.


    Und natürlich kannst Du Deine Bienen auch mehrfach behandeln. Ich habe es noch nie so getan und wüsst auch nicht warum ich sowas tun sollte. Schön wäre natürlich, wenn Du von dem Ergebnis dieser Behandlung hier berichten würdest.


    Gruß Jörg