Oxalsäure ohne Zucker?

  • Ich wollte im Chemiehandel Oxalsäure kaufen, es gab allerdings nur die Pulverform. Der Verkäufer sagte mir - einfach 35g in 1 Liter Wasser - und man hat die richtige Konzentration.


    Jetzt lese ich im Forum aber überall davon, dass man es beim Selbermischen mit Zucker mischen soll - ist das unbedingt nötig, oder kann ich auch mit purer 35%iger Oxalsäure behandeln?

  • 35%iger Oxalsäure


    Komma vergessen?
    Zur Frage kann ich dir nur soviel sagen, dass das Bienenwohl (3,5%ige OS-Lösung + ätherische Öle, etc.) vor seiner diesjährigen Zulassung und Neuauflage auch ohne Zucker war und mein Imkerpate dazu meinte, dass gerade das der Vorteil von Bienenwohl gegenüber der normalen OS gewesen sei, weil die Bienen es ohne Zucker nicht aufnehmen würden.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Jetzt lese ich im Forum aber überall davon, dass man es beim Selbermischen mit Zucker mischen soll


    Nein, Zucker wird nicht gebraucht.

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Moin, moin,


    und ich habe mir sagen lassen, daß die OS-Träufellösung ohne Zucker für die Bienen besser verträglich wäre.


    Ich werde es einfach einmal ausprobieren. Bisher habe ich auch immer die Lösung mit Zucker benutzt.


    Gruß Jörg

  • Nein , wo habt Ihr denn nur euer Wissen her ?
    Der liebe Liebig, hat geschrieben 35g OX in Pulver Form werden in 965 g lauwarmen Wasser aufgelöst,
    Zucker als Zusatz ist ein Kann, kein Muß,
    damit wird eine Einmalige Träufelbehandlung, ca. Max. 50ml auf ein 2 Zargenvolk durchgeführt,
    eine zweite Behandlung ist eine zu viel, wegen der Übersäuerung der Bienen.
    Habe sein Buch jetzt leider nicht zur Hand, es wurde Verliehen und ist noch nicht zurück.



    Gruß Jürgen

  • Hallo Jörg,
    Hallo Jürgie


    Zitat

    Die meisten Autoren applizierten Oxalsäuredihydrat in Zuckerlösung. Die Zugabe von Zucker
    in einer Konzentration von 50-60% erhöhte die Wirksamkeit im Vergleich zu zuckerfreier
    oder 30%-iger Zuckerlösung (Charriére, 2001; Charriére und Imdorf, 2002; Nanetti et
    al.,
    2003). Zuckerzugabe steigerte nach Untersuchungen von Charriére (2001) die Wirksamkeit
    um rund 5%. Daher wird die Verwendung einer Oxalsäure-Zuckerlösung empfohlen.


    Ausschnitt aus einer Arbeit zur Wirksamkeit von Oxalsäure gegen Varroa von Frau Dr. Rademacher (TU Berlin)


    Wenn die Verträglichkeit für die Bienen - ohne Zucker - besser ist, dann ist es ein Abwägen. Will man 5% mehr Wirkung, oder eine nicht bezifferbare bessere Verträglichkeit bei den Bienen. Zu letzterem habe ich leider keine Zahlen gefunden, sonst wäre die Entscheidung einfacher, oder man landet bei der Formulierung von Liebig.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo !


    und ich habe mir sagen lassen, daß die OS-Träufellösung ohne Zucker für die Bienen besser verträglich wäre.


    Ich werde es einfach einmal ausprobieren. Bisher habe ich auch immer die Lösung mit Zucker benutzt.



    Jetzt ehrlich ?



    Bessere Verträglichkeit = schlechtere Wirkamkeit,
    zumindest in diesem Fall.


    In einem guten Imkergrundkurs habe ich mal gelernt:


    Der Zucker ist notwendig für eine gleichmäßige Verteilung der Oxalsäure durch die Bienen im Volk.
    Ohne Zucker wird nur der beträufelte Bienenteil (überdosiert) behandelt,
    während andere Bienen (und damit Varroamilben) garnicht mit der Oxalsäurewirkung in Berührung (Behandlung) kommen.




    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Genau so ist es, beim Träufeln sind wir auf die Verteilung durch die Bienen mehr angewiesen, darum der Zucker
    Beim Sprühen machen wir die Verteilung ja eh schon mit dem Sprühkopf und darum sind wir auf dem Zucker nicht unbedingt angewissen

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie