Wachsunterscheidung

  • Hallo,


    gibt es eine einfaches Mittel, um festzustellen, on behauptetes Bienenwachs andere Wachsbeimischungen enthält, oder ob es wirklich 100 % BW apigen ist.


    Danke



    übrigens, komplizierte Mittel können auch genannt werden.

  • gibt es eine einfaches Mittel, um festzustellen, on behauptetes Bienenwachs andere Wachsbeimischungen enthält, oder ob es wirklich 100 % BW apigen ist.



    Aus Vinzenz Weber, Das Wachsbuch:


    Benzinprobe: Bienenwachs löst sich in Benzin auf, Paraffinverunreinigungen sind unlöslich in Benzin


    Habe ich aber selbst noch nicht gemacht ;)


    Stefan

  • Hallo,
    Paraffin hat unangenehmen Beigeruch stimmt nicht.
    Siehe Wikipedia ist Paraffin Geruchs und Geschmacksneutral.
    Deswegen kommt es ja auch in die Kosmetik :(
    Leider scheidet eine Geruchsprobe aus, da es auch Wachsduftstoff gibt.



    Parafin hat einen niedrigeren Schmeltzpunkt 50-60° (gibt aber auch Ausnahmen)
    Anscheinend kann man Wachsanalysen mit Schmelzproben herstellen.


    Das mit dem Benzin könnte klappen.
    Bienenwachs lässt sich in Terpentin auflösen, Paraffin ??

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Danke bisher, es ist zumindest merkwürdig, weil man ja bei Honig schon eigenen recht großen Aufwand betrieben hat, um Fremdbeimischungen zu erkennen, und da auch schon wissenschaftlich recht weit ist. Sollte das für Bienenwachs nicht so sein?


  • gibt es eine einfaches Mittel, um festzustellen, on behauptetes Bienenwachs andere Wachsbeimischungen enthält, oder ob es wirklich 100 % BW apigen ist.

    [Hervorhebung von mir]


    Danke bisher, es ist zumindest merkwürdig, weil man ja bei Honig schon eigenen recht großen Aufwand betrieben hat, um Fremdbeimischungen zu erkennen, und da auch schon wissenschaftlich recht weit ist.


    Erkenne den Widerspruch...




    In der Physik und in der Chemie gibt es ein großes Arsenal an Untersuchungsmethoden für Stoffe, natürlich kann man etliche davon auch auf Bienenwachs anwenden. Beispiele:
    - Bienenwachs ist ein Stoffgemisch, es hat deshalb vermutlich auch keinen so scharf definierten Schmelzpunkt wie z.B. Wasser. Daher wäre eines der ersten Dinge, was ich bei einer Wachsuntersuchung machen würde, ein möglichst genaues Schmelz- bzw. Erstarrungsdiagramm aufzuzeichnen.
    - die Festigkeit bzw. die Viskosität ändern sich mit der Temperatur, man könnte Zugversuche, Druckversuche, Eindringversuche oder Rotationsviskometrie bei verschiedenen Temperaturen durchführen und auch daraus Diagramme zeichnen.
    - evtl. gibt es bei bestimmten Wellenlängen Absorbtionsmaxima, die von den Hauptbestandteilen in Bienenwachs herrühren (und nicht von variablen Verunreinigungen wie Pollenölen). Das könnte man sich also mal spektrometrisch angucken.
    - chemische Untersuchungen: z.B. Säurezahl, Esterzahl, Peroxidzahl per Titration bestimmen.
    - Elementaranalyse. Die Ester im Wachs enthalten z.B. Sauerstoff, Paraffin (ein Gemisch von gesättigten Kohlenwasserstoffen) dagegen nicht.
    - Löslichkeit in unterschiedlichen Lösungsmitteln wie z.B. Benzin, Terpentin, Alkohole... bei unterschiedlichen Temperaturen bestimmen.
    - Irgendetwas würde man bestimmt auch mit Röntgendiffraktometrie rausfinden...


    Das waren nur ein paar Beispiele, es gäbe sicher noch viel mehr. Als relativ einfache Methoden, die der interessierte Amateur im Heimlabor durchführen könnte, würde ich es erstmal mit den Löslichkeiten, mit dem Erstarrungsdiagramm und mit der Fett-Titration versuchen.


    Wieder separieren von verfälschtem Wachs: Vergiss es!


    Grüße,
    Robert

  • [Hervorhebung von mir]
    - Irgendetwas würde man bestimmt auch mit Röntgendiffraktometrie rausfinden...


    Es gibt Leute, die fixieren ihre Proben mit Bienenwachs auf dem Goniometerkopf des Diffraktometers - das machen die nicht, weil Wachs die Röntgenstrahlen merklich beugt :wink:


    Aber du hast mich da auf eine Idee gebracht. Ich habe nämlich so ein Gerät zur Verfügung und kann mal Messungen mit Wachs machen ...


    Klaus


  • aus: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=12140&p=122053#post122053


    In dem Beitrag wurde auf dieses Dokument verwiesen: http://www.apimedi.ch/images/content/bienenwachs_d.pdf


    Und darin steht: Grobe Verfälschungen können durch Bestimmung der obigen Kennzahlen nachgewiesen werden. Ein sicherer Nachweis auch kleinster Verfälschungen kann nur durch Gaschromatographie der Inhaltsstoffe festgestellt werden. Eine 1%-ige Beimischung anderer Wachse oder von Paraffin kann damit ebenfalls nachgewiesen werden (18).

  • Hallo


    zur Überprüfung der Verfälschung von Bienenwachs, schreibt Lüftenegger im seinem Buch "Die Grundlagen der Benenzucht"
    Zitat:
    Schließlich sei noch daraufhingewiesen, daß noch mehr als der Bienenhonig das Bienenwachs verfälscht wird und zwar mit Erdwachs, Paraffinen und Zeresin. Ein sicheres Erkennungsmittel ist Schwefelsäure, die reines Wachs ohne jeden Rückstand auflöst, während die Zusätze als Bodensatz zurückbleiben.
    Diese Anleitungen hat der Verfasser auf ihre Richtigkeit und Brauchbarkeit von berufener Seite nachprüfen lassen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Zitat

    irgendetwas würde man bestimmt auch mit Röntgendiffraktometrie rausfinden..


    Mit Röntgendiffraktometrie findet man ungeheuer viel raus, aber leider nicht die Zusammensetzung von Bienenwachs.


    Das Mittel der Wahl ist Gaschromatographie. Hier ein Schreiben der Fa. Ceralyse & Gaschromatogramm zu von mir gekauften verfälschten Mitttelwänden. Analyse & gutachterliches Schreiben (> 200 €) hat der Vertreiber ersetzt.



    Wie zu erwarten, bekommt man für sein Geld ein Diagramm plus Interpretation; letztere man leider nicht nachvollziehen kann ("welche Reflexe gehören zu was, und was bedeuten die Intensitäten?"). Suche ergibt das hier:


    http://www.readcube.com/articles/10.1002%2Flipi.19890910207?r3_referer=wol&tracking_action=preview_click&show_checkout=1


    Artikel ist alt, aber gut, und leider nicht frei. Lesen kostet, aber mit einiger Mühe lässt sich das obige Gaschromatogramm interpretieren, halbwegs überstimmend mit den gutachterlichen Mengenangaben. Faszinierend, was man so alles nebenbei lernt ....


    MfG
    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Hallo


    zur Überprüfung der Verfälschung von Bienenwachs, schreibt Lüftenegger im seinem Buch "Die Grundlagen der Benenzucht"
    Zitat:
    Schließlich sei noch daraufhingewiesen, daß noch mehr als der Bienenhonig das Bienenwachs verfälscht wird und zwar mit Erdwachs, Paraffinen und Zeresin. Ein sicheres Erkennungsmittel ist Schwefelsäure, die reines Wachs ohne jeden Rückstand auflöst, während die Zusätze als Bodensatz zurückbleiben.
    Diese Anleitungen hat der Verfasser auf ihre Richtigkeit und Brauchbarkeit von berufener Seite nachprüfen lassen.


    Hallo Reinhard,


    Steht da vielleicht auch wieviel Prozent die Säure haben sollte?