• ...ist es wichtig:


    - die Wärme in der Traube sich befindet
    - das Volk die Außentemperatur fühlen muss/sollte
    - ich glaube der Herr Liebig hat in seinem Buch geschrieben das 20mm an Holzstärke reichen


    :roll: Reichen tut vieles. Dem Liebig reichen 20mm. Mir nicht.
    Das Ding mit Wärme und Traube ist zwar richtig, ist aber dennoch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich will dies Thema aber nicht aufwärmen. Gibt ja genügend Fäden dazu...
    Die Aussentemperatur fühlt ein jedes Volk, denn zumindest durch das Flugloch ist es mit der Außenwelt verbunden und die dort einströmende Luft vermittelt einen Eindruck von den äußeren Verhältnissen.


    Mein Rat: Hüte dich künftig davor, [...]alles in einen Topf[...] zu werfen. Das ist aus gutem Grund schon beim Kochen nicht sonderlich schlau.


    Eine Beuten-Isolierung hat tatsächlich im Winter keine allzu große Wirkung. Die Umgebungstemperatur der Bienentraube entspricht gar annähernd der Aussentemperatur (Bienen heizen die Traube) --> Ruhestellung --> wenig Aktivität --> Winter eben.
    Beginnt allerdings im Frühjahr die Aktivität zu steigen, steigt mit ihr die Wärme im Stock und gerade jetzt sollte jegliche Abwärme vermieden werden. Dann nämlich ist die nötige Heizleistung eine geringere, als in weniger warmhaltigen Wohnungen (zu Veranschaulichungszwecken kann man dies gerne vermenschlicht sehen).


    Mit Verlaub: Dass Bienen kein Stroh oder dergleichen zur Isolation in die Beute schaffen, ist erfahreneren Imkern bereits bekannt und auch der Grund. Stroh beispielsweise wird lediglich von Mäusen oder liebigschen Tetrapak-Schwimmhilfe-Imkern in die Beute gebracht.:lol:


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Oh Mann eh. jetzt wo du es sagst....


    ... hätte ich mein Hirn doch nicht mit Stroh dämmen sollen.


    Wegen der Dämmung will ich nur einen kurzen Hinweis geben. Bitte auf den Taupunkt achten. Wenn der an der richtigen Stelle sitzt, schimmelt nichts.


    Des weiteren ist mir vor kurzem irgendwo aufgefallen, etwas mit Heudämmung in Warre-Beute. Ich hatte vor Jahren fast einmal ungewollt die Scheune abgefackelt. Der Grund hierfür war ganz banal. Über dem Schweinestall war Strohlager, welches mittels unverputzer Holzdecke vom Stall getrennt war und auf einer Strohschicht ca. 1m stark hatte ich eine alte Holztür gelegt, damit ich beim Abräumen nicht durch die Decke breche. Unter der liegenden Tür kam es zum Feuchtigkeitsstau und das Stroh wurde innerhalb von 3 Tagen schwarz und etwas warm...


    Deshalb hier jetzt noch die kurze Frage: "Hat schon jemand daran gedacht, die Plastiksäcke durch Jutesäcke auszutauschen und dafür ein Dach über den Sack zu errichten?"


    (Grund atmungsaktiv)


    Gruß GM

  • Ja Gerhard,
    der Gerstunger ist einer davon. Aber es gibt hier einige, die so etwas machen. In Fachkreisen nennt man das, achtung jetzt kommts, Bienenhaus. Warm, Dach, alles Prima. Verlegst Du das Ganze in die zweite Etage, bist Du ein Gerstunger :-). Das mit dem Taupunkt ist relativ in einer nach unten komplett offenen Beute. Theoretisch darf es da nichts geben, aber wie ich schon immer sage, siehe unten.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Oh weh...
    Einmal mehr der durchaus hinkende Vergleich mit den Baumhöhlen...:roll:

    Hat schon jemand irgendeinen Baum, in dessen Höhle sich ein Bienenschwarm befand, isoliert gesehen.


    Gegenfrage: Hast du schon mal einen Baum gesehen, [...]in dessen Höhle sich ein Bienenschwarm befand[...], dem ein Jemand einen Honigraum aufsetzte?:confused:
    Im Übrigen werden Bäume heutzutage tatsächlich isoliert/be-schal-t. klick mich



    "Hat schon jemand daran gedacht, die Plastiksäcke durch Jutesäcke auszutauschen und dafür ein Dach über den Sack zu errichten?"
    (Grund atmungsaktiv)


    Auch dieses...gar der, der vom eigenen Pudelmützenprojekt berichtete:

    Anstatt Folie eignen sich für solche Experimente Kompostvliese oder noch besser sogenanntes Hackschnitzelvlies. Das Vlies ist regenabweisend und atmungsaktiv.


    ...der Gerstunger ist einer...


    Isser...:wink:
    Einzig nutzt er keine Pudelmützen, kein Stroh und kein gesacktes Laub oder dergleichen, sondern deckt zu Winters die Beutenreihen mit schnöden Decken ab (Zeitraum: mindestens für die Winterreifensaison, also von Oktober bis Ostern), obgleich die Deckel bereits serienmäßig mit warmhaltiger Füllung versehen sind.
    So isser eben...der Gerstunger...gern auch mal verschwenderisch...:wink:
    Als Kind legte er sich gar gern auf solch drapierte Beutenreihen und lauschte dem leisen Summen der nun unter ihm befindlichen Immen...


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo der Vergleich mit der Baumhöhle ist zwar beliebt, aber eine Baumhöhle hat meistens mehr als 20 mm Wandung. Dass die Traube nur sich selber heizt ist auch nicht richtig, denn eine Isolierung, egal wie gut sie ist, gibt Wärme an die Umgebung ab. Im einfachen Buch stehen dazu auch widersprüchliche Aussagen......
    Bis bald
    Marcus

    48 Völker 32x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 6xDadant US und 5x Zander und einmal Warre :O)

  • Als Kind legte er sich gar gern auf solch drapierte Beutenreihen und lauschte dem leisen Summen der nun unter ihm befindlichen Immen...


    Das war anno dunnemals gar nicht so unüblich. Ich habe noch irgendwo Photos aus Russland herumfliegen, auf denen zu sehen ist, wie die Imker sich große Bettkisten gebaut haben, wo sie auf den Völkern geschlafen haben. Sieht aus wie ein geschlossener Freiständer, unten die Beuten, oben die Schlafkiste drauf.

  • P

    Oh weh...
    Einmal mehr der durchaus hinkende Vergleich mit den Baumhöhlen...:roll:


    Gegenfrage: Hast du schon mal einen Baum gesehen, [...]in dessen Höhle sich ein Bienenschwarm befand[...], dem ein Jemand einen Honigraum aufsetzte?:confused:


    Mirko


    Offiziell bin ich nun seit fast 45 jahren Besitzer von 3 ha Wald und ich hatte schon mehrere alte Bäume, auch einem Obstbaum in denen Höhlen sich Bienenvölker befanden.
    Ich weis nicht was das Aufsetzen mit der möglichen Überwinterung in einer unisolierter Baumbehausung zu tun hat, aber der Naturwabenbau, den ich in einem gefällten Baum entdeckte hatte sicherlich eine Länge von ca. 1 m. Die Wandstärke war von den Spechten schon bis auf das minimalste ausgearbeitet worden.
    Bienenvölker können in kalter Umgebung überwintern, das war die Frage. Die Auswirkungen einer Isolierung auf die Entwicklung im Jahresverlauf ist ein anderes Thema, aber die Natur hat ohne den Menschen immer die richtige Möglichkeit des Überlebens geschaffen.
    Wenn Insekten nicht ohne Isolierung überleben könnten, dann hätten sie eine Fettschicht, Federn oder ein dickes Fell von der Natur mitbekommen :)

  • Mein Freund, der Baum:



    Die Wände sind nicht nur dicker sondern auch in den meisten Fällen lebendig. Sprich: der Baum lebt ja noch. Schön zu sehen ist, daß die Baumhöhle einen Einflugkanal (siehe Gerstungbeute) und einen Sumpf (hoher Boden mit Eingang über der Bodenebene) aufweist. Ansonsten auffällig ist nur, daß die Baumhöhlen im Durchschnitt gerade mal 20 cm Durchmesser hatten. (Gefunden wurde von 15-40 cm Durchmesser alles. Im Schnitt ca. 20 cm Durchmesser.)


    Baumhöhle (Schichten: Propolis, angerottetes Holz, Holz 10 cm)


    Die Wärmedämmung ist zumindest so ausreichend, daß kein Kondensat an den Innenwänden entstehen kann, bis zu -30°C. Zum Selbermachen: http://www.u-wert.net/berechnung/u-wert-rechner/?&d0=10&mid0=2901&bt=0&T_i=30&RH_i=70&T_e=-10&RH_e=80&outside=0

  • Moin,
    Bernhard, die Zeichnung erinnert mich an ein Volk,
    das hat sich durch die Folie und die Styro-isolierung genagt,
    und sich oben so ein Spitzhäubchen aufgesetzt.


    Zur Isolierung und Wärmeverteilung weise ich auf das Bild vom Rudi Maurer hin :
    siehe Avatar vom Nassauer.
    "Bei zwei direkt nebeneinander stehenden Beuten kuscheln sich die Brutnester aneinander "
    Gruß
    Helmut

  • Ich weis nicht was das Aufsetzen mit der möglichen Überwinterung in einer unisolierter Baumbehausung zu tun hat


    Nix! Wollte nur den etwas sinnarmen Vergleich weiterführen.:wink:
    Heute imkert doch keiner mit Baumhöhlen, Franz Xaver. Bist du Imker oder Zeidler?
    Somit ist dort natürlich jeder künstliche Honigraum ebenso überflüssig wie künstliche Dämmung.


    Bienenvölker können in kalter Umgebung überwintern, das war die Frage.


    Damit hast du Recht. Spätestens im Frühjahr aber auch im Sommer ist eine Isolationsschicht von Nutzen. Einerseits der Kälte wegen, andererseits der Sonneneinstrahlung wegen. Es geht um das Abschwächen von Temperaturschwankungen. Nicht zwingend nötig, aber nützlich.


    ...aber die Natur hat ohne den Menschen immer die richtige Möglichkeit des Überlebens geschaffen.


    Auch wahr. Aber dann dürften die Völker nicht ihres Honigs beraubt und/oder aufgefüttert werden, sie müssten schwärmen und ihre Behausung selbst wählen dürfen und dergleichen mehr.
    Ein Imker will nicht einzig das Überleben der Bienen sichern, sondern deren Jahresentwicklung nutzen. (teils gar beeinflussen)
    Nicht einmal der Zeidler sicherte das Überleben der Baumhöhlenvölker. Einzig suchte und fand er solche und raubte ihnen den Honig.


    Ein direkter Vergleich mit der Natur hinkt also immer und hier besonders :u_idea_bulb02:.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Dass die Traube nur sich selber heizt ist auch nicht richtig, denn eine Isolierung, egal wie gut sie ist, gibt Wärme an die Umgebung ab.


    Haarspalterei. Wichtig ist nur, dass im Winter jede Abwärme der Traube bereits auf Außentemperatur abgekühlt ist, bevor sie die Beutenwand und damit die mögliche Isolation erreicht.


    Im einfachen Buch stehen dazu auch widersprüchliche Aussagen......


    Wirf weg, oder heiz damit...:wink:
    So, jetzt duck ich mich mal lieber...


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo Mirko,
    ich sehe wir beide sind uns in diesen Grundsatzfragen einig. Außerdem kann ich als Waldbesitzer, der schon viele morsche Bäume gefällt hat, natürlich nicht mit dem Wissen, der aufgeführten Skizzierung eines amerikanischen Imkers, dessen Bäume sogar noch lebten, mithalten. :-D Meine morschen Bäume waren allerdings alle mausetot, d.h. die Nadeln vertrocknet und eben innen völlig hohl, denn in unserem Wald herrscht Wohnungsnot, d.h. die Spechte bauen schon Hochhäuser siehe Foto:


  • Also ich,
    ich fand die Geschichte mit dem kleinen Gerstunger, liegend auf den Winterbeuten und den Bienen lauschend sehr schön und einprägsam. Jetzt wissen wir, warum er so ist wie er ist :-).
    Und Xaver, wenn man auf deine Bäume was aufsetzt, dann nennt man das possen, oder veredeln, womit ich dich aber nur foppen will, eine Posse sozusagen.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der den aufgeschnittenen Baum nicht mehr sehen kann und gerne mit einem aufgeschnittenen Klinkermauerwerk, einer Styrobeute oder einem zerschnittenen Plastkbändchenstuhl kontern würde, wenn er könnte, weil da sitzen die Schwärme auch manchmal und ab und zu ganz Sinnfrei an einem Ast, einfach so im Freien, was also grad garnichts beweist

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.