• Haarspalterei. Wichtig ist nur, dass im Winter jede Abwärme der Traube bereits auf Außentemperatur abgekühlt ist, bevor sie die Beutenwand und damit die mögliche Isolation erreicht.


    In einer nicht-isolierten und womöglich noch zwangsbelüfteten Beute vielleicht. Die meisten dokumentierten Erkenntnisse stammen aus Holzkisten. Der Schwall warmer Luft, der mir aus isolierten Beuten im Winter entgegenschlägt, spricht jedenfalls Bände.


    Der Helmut verweist da ganz richtig auf das Photo vom Rudi - die Bienen suchen auch als Wintertraube die Wärme. Das sieht man übrigens auch an der Dämmung: je nachdem, wo man sie anbringt, drücken sich die Bienen gern an die Dämmung im Winter. Oder an die Sonnenseite der Beute. Es sind eben Mädels und damit frostempfindlich. :wink:

  • Mein ELK,
    es waren der Priester und der, naja, der andere halt.
    Bei aller Logik, ist Wärme trotzdem eine recht flüchtige Sache und sie gezielt in eine ganz bestimmte Richtung komplett abzugeben ist schwierig. Es gibt da einen wunderbaren Effekt, den man gerne vergisst. Es ist der, wie soll ich es sagen, eine Art Wärmestrahlungsaustausch zwischen unterschiedlich warmen Flächen. Wobei es einen ganz gehörigen Unterschied macht ob die gegenüber liegende Fläche wärmer oder kälter ist. Bei Autoscheiben vorm Haus ist das gut zu beobachten. Während die fast senkrecht stehende Heckscheibe 3 m von der gut gedämmten Hauswand entfernt nur feucht ist in der Nacht, friert die flach geneigte Frontscheibe, die als Gegenüber nur den Weltraum hat schon zu. Funzt übrigens auch umgekehrt. Bei alten Wirtshäusern sieht man oft noch eine Art holzverkleideten Sockel an den Wänden. Der ist gerade so hoch wie ein sitzender Mensch. Das hat nichts mit der " Abwaschbarkeit " zu tun, sondern mit der angenehmeren Wirkung auf den Wärmehaushalt der Gäste bei einem damals eher nicht so toll beheiztem Gastraum.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der jetzt mal untersucht, ob der Effekt auch bei Polstermöbeln auftritt.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo
    ich möchte nochmal auf die Aussage von Mirko hinweisen, das durch Isolierung, wie zum Beispiel bei Bernhards Sackisolierungen, das dadurch Temperaturschwankungen reduziert werden. Das ist auf alle Fälle von Vorteil für den Bien. Das heißt ja nicht,das das Volk ohne Isolierung nicht überleben würde.
    Bernhard weist auch noch mal darauf hin, das die Bienen, sich gern den wärmsten Platz in der Beute aussuchen. Bienen sind nun mal Sonnenkinder. So kann auch ich noch einmal darauf hinweisen, das in meinen HBB die im Bienenhaus nebeneinander stehen, das da 2 Völker immer eine gemeinsame Winterkugel durch die Beutenwände bilden. Sie würden einzelt stehend auch überleben.
    Ohne Varroa würde der Vorteil einer warmen Überwinterung, noch viel deutlicher werden, bin ich der Meinung.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich weiß jetzt nicht so genau, wie die Imkerei in der Gegenwart zuzuordnen ist?
    Manchmal meine ich, es nicht mehr eine Tierhaltung, sondern nur noch ein hochwissenschaftliches Freizeitvergnügen, gespickt mit modensten Überwachungsmethoden, mit schielenden Augen nach Übersee, hier sind die heimischen Landwirte selbstbewusster, ob ihres richtigen Handelns.
    Ein fortgeschrittenes Alter hat auch seine Vorteile. So kann ich mich sicher 50 Jahre zurückerinnern an meines Vaters Imkerei. Er hielt damals ca 30 Völker in zwei Ebenen in einem Bienenhaus, kaufte sogar ab und zu Bienenköniginnen zur Blutauffrischung. Die Beuten waren dünne Holzbeuten und wir hatten sehr strenge, lange Winter. Ich weiß noch gut wie traurig mein Vater war, wenn über den Winter 1 - 3 Völker nicht überlebten. Honig hatten wir immer genug, es war für uns eine wichtige Einnahmequelle. Ich habe erst vor kurzen einen alten Mann getroffen, der nach dem Krieg 10 Ztr. Honig für meinen Vater um den Preis von 5000 Mark nach München verkaufte. Für 8000 Mark wurde dann einige Zeit später der ersehnte Schlepper gekauft.
    Ich weiß, es war jetzt ein wenig ausufernd, aber ich wollte darauf hinweisen, dass früher die Menschen ohne modernstes Equipment auch gut und sogar im Gegensatz zur Gegenwart hervorragend Imkern konnten.
    Vielleicht auch für den ein oder anderen ein Hinweis darauf, wie traurig eigentlich die heutige Imkerei ist, bzw.welche noch so absurden Ideen heute nachgelaufen wird.


    Soll kein böser Artikel werden, nur mal so zum Nachdenken..


    Nachtrag: Im Winter wurden die Beuten mit Zeitungen und alten Decken zugedeckt..

    Franz Xaver aus Niederbayern

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von honigmayerhofer () aus folgendem Grund: Ideen falsch geschrieben

  • Kann es sein dass es darauf ankommt wann die Bienen isoliert werden?
    Bruder Adam schreibt in seinem Buch "Meine Betriebsweise" von Schutzhäusschen die über die Beuten gestellt wurden und mit Laub isoliert wurden. Er testete das nur 1 Jahr weil er die Beobachtung machte, dass alle Isolierten Völker eine schleppende Frühjahrsentwicklung, haben bzw. Nicht richtig aus dem Knick kamen.
    Kann es sein das ein Volk einmal richtig durch frieren muss um auf dem Wintermodus zu schalten und dann sobald die Frühjahrsentwicklung losgeht evtl. Isoliert Vorteile hätte?
    Meine begrenzte Erfahrung ist, dass Aufstellung im Wärmblock und ein Isolierter Deckel, durchaus positive Effekte haben.
    Andere Dinge hab ich nicht ausprobiert und auch kein Bedürfnis danach das zu testen...


    Viele Grüße,


    Maxikaner


  • Wirf weg, oder heiz damit...:wink:
    So, jetzt duck ich mich mal lieber...


    Hallo Mirko, dass werde ich nicht machen, denn ich finde immer wieder tolle Sachen, die bei der X Auflage schon längst mal korrigiert werden hätten müssen......Edelmetaltrichter......
    Bis bald
    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • PE-Folie würde ich nicht als Isolation nehmen, dadurch macht man sich wegen des Kondenswassers u.U die gesamte Füllung nass, wenns ganz dumm läuft...
    Alternativ könnte ich mir die Windsperrfolie vorstellen, die beim Dachbau als Zwischenlage zwischen Sparren und Verlattung angebracht wird ("rofatop" beispielsweise).


    Diese Membranfolie lässt Luftfeuchte nach oben durch, Wasser aber nicht nach unten und hat geringes Isolationsvermögen. Mit etwas Luftspalt zum Holz könnte ich mir das Wetterschutz und zugleich Minimalisolierung recht gut vorstellen. Recht stabil ist es auch. Beim Dachdecker des Vertrauens könnte man sicher für die Kaffeekasse oder für lau ausreichend große Reststücke zum Testen bekommen.


    Gruß Andreas

  • Gestern habe ich die Verpackungen entfernt, weil die Temperaturen jetzt nicht mehr weit unter +10°C nachts fallen.


    Es gibt merkliche Unterschiede in der Entwicklung zwischen den dick eingepackten und den nicht oder nur wenig isolierten Völkern. Die dick eingepackten Völker haben mehr Futter verbraucht - aber auch mehr Brut (einige Waben mehr im Vergleich) und zumindest optisch mehr Bienen. (Das nächste Jahr muß ich mal zwei-drei Völker abfegen und wiegen. Gestern hatte ich keine Zeit dazu.)


    Die Völker, die ich nur mit einer einfachen schwarzen Hülle umwickelt habe, unterschieden sich in der Entwicklung kaum bis gar nicht im Vergleich zu den nicht-isolierten Beuten.


    An einem Standort waren in einer handvoll Beuten Mäuse in die Isolierung eingezogen. (An dem Standort gibt es aber extrem viele Mäuse und Ratten dieses Jahr. Keine Ahnung, was da los ist.) Das hat den Bienen aber nicht geschadet, da die Viecher nicht in den Innenraum gelangen konnten. An einem weiteren Standort standen die Beuten mit dem Rücken zu einer Hecke und dadurch hatten die nur Nachmittags Sonne. Hier konnte die Isolierung nicht richtig abtrocknen, so das die Isolierung natürlich nicht richtig funktionieren konnte. Rundherum Sonne und eine Ausrichtung in Richtung Südosten helfen dabei, daß alle Seiten von der Sonne beschienen werden.


    Die Bienen sind in den dick verpackten Völkern seltener geflogen als die nackten Völker.


    Der größte Nachteil ist die ganze Arbeit, die dabei anfällt. Man erkauft sich dafür einen Entwicklungsvorsprung von circa zwei Wochen.


    Bisher wurden die Isolierungen bei den Versuchen allen Anschein nach immer zu gering gewählt. Eine schlechte Isolierung ist aber schlechter für die Bienen als gar keine Isolierung! Deswegen verwundert es nicht, wenn vom Einpacken der Beuten abgeraten wird. Für diesen Versuch habe ich eine 20-30 cm dicke Stohfüllung gewählt. Das ist eine ganz andere Nummer.


    Der Boden war geschlossen und das Flugloch hatte ein Mäusegitter davor. Die Belüftung war allen Anschein nach ausreichend, weil die Brut bis in die oberste Zarge geht. (Bei Versuchen mit sehr kleinen Fluglöchern fand ich verkleinerte Brutnester kurz hinter dem Flugloch vor.


    Soweit die ersten Eindrücke.


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    kannst Du bitte (noch mal) ein Bild dazu verlinken?


    Hattest Du keine Probleme mit Flattergeräuschen durch die Tüten?


    Ich hatte einmal eine Volk mit Durchfall. Offenbar hatten die Probleme mit einen Zweig/Ast, der bei Wind gegen die Beute geschlagen hatte...


    Ich bin ja auch immer über den Entwicklungsvorsprung von Bienenwagen- /-hausvölkern erstaunt. Aber ab Mitte Rapstracht sind bei mir wieder alle Völker gefühlt gleichstark.


    gruß Jörg

  • kannst Du bitte (noch mal) ein Bild dazu verlinken?
    Hattest Du keine Probleme mit Flattergeräuschen durch die Tüten?
    Ich bin ja auch immer über den Entwicklungsvorsprung von Bienenwagen- /-hausvölkern erstaunt. Aber ab Mitte Rapstracht sind bei mir wieder alle Völker gefühlt gleichstark.


    Ja, das ist durchaus vergleichbar mit Bienenhausvölkern, die sind immer weiter in der Entwicklung. In so normalen Jahren wie dieses Jahr fällt das kaum ins Gewicht, weil die Völker schnell wieder aufholen, sobald die Tracht losgeht. Aber in Jahren mit schlechtem Wetter - wie im Jahr 2013 - da fällt das ganz schwer ins Gewicht.


    Bilder habe ich leider nicht, der Akku der Kamera war leer, als ich unterwegs war. Habe den Reserveakku zuhause liegen lassen.


    ...oder wie hast du das trotz Sack gemacht?


    Ich habe immer nur von oben her gearbeitet und dabei die Wabe in der Mitte gezogen. Das reicht ja auch aus und das mache ich bei anderen Völkern auch nicht anders. Futter da, Brut vorhanden, Stifte da, alles klar. Ein paar Bienen sollten auch noch im Kasten sein. :wink: