Zuckerrübe

  • Nur so ein Gedankenspiel: ich imker hier im Zuckerrübenland. Die Rüben liegen, mittlerweile geerntet und geköpft, am Feldrand auf Halde und warten auf den Transport zur Zuckerfabrik. Da wo sie geköpft wurden, tritt Saft aus. Meine Bienen fliegen. Zuckerrüben sind gebeizt. Bienen befliegen die Rüben. Auf sowas muß man erstmal kommen. Ich hab's gesehen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hi Rase,


    sind Zuckerrüben so Süß dass Bienen darauf fliegen? Ich vermute eher dass waren Wasserholer oder waren es richtig viele?
    Ich hab als Kind mal an so einer genagt und ich Bilde mir ein die Zuckerrübe schmeckt gar nicht nach Süss sondern eher nach Kartoffel :wink: Aber ist schon echt lange her.


    Grüße,


    Maxikaner

  • Moin Max,


    18% Zuckergehalt in der Rübe. Sicher fliegen sie sowas an. Normalerweise passt das Wetter nicht, wenn die liegen.


    Und GM: Natürlich ist da noch was drin von der Beize. Die hält sich im Boden bis zu einer Halbwertzeit von 5 Jahren, je nach Klima und Beschaffenheit des Bodens. Die wird auch von erwachsenen Pflanzen aufgenommen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • sind Zuckerrüben so Süß dass Bienen darauf fliegen? Ich vermute eher dass waren Wasserholer oder waren es richtig viele?


    Es waren schon einige, ich hatte mich gewundert, wohin die flogen und es dann beim Spazierengehen zufällig entdeckt. Es wird ja langsam auch kälter, große Sorgen mach ich mir deshalb nicht mehr. Aber Zuckerrüben als mögliches PSM-Problem hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Vielen Dank für die Beobachtung, Ralf.


    Vielleicht könntest du ja ein Foto von den Bienen auf den Rüben machen.


    Ich habe mich schon oft gewundert ob es beim Mais ähnlich sein könnte, daß nach dem Abschneiden der Pflanzen für Silage ein süßer Saft austritt, den dann die Bienen sammeln.


    Dieser Saft, wenn von behandeltem Saatgut, könnte durchaus um einiges mehr an Neonikotinoiden enthalten als Nektar oder Pollen, da er aus anderen Pflanzengeweben kommt.


    Das könnte dann durchaus erklären, warum wir um diese Jahreszeit immer noch Totalausfälle (Kahlfliegen) von bis dato gesunden Bienenvölkern haben, trotz teilweisem Neonikverbot.



    Also doch: "Es war die Zuckerrübe und nicht die Varroa" ?

  • ...nach dem Abschneiden der Pflanzen für Silage ein süßer Saft austritt, den dann die Bienen sammeln.


    An der benachbarten Biogasanlage Bienen sitzen zu Tausenden an den Pfützen neben der Maissilage.

  • Moin, moin,


    ohne Neonics wahrscheinlich ein geringes Problem. Mit denen, und wenn der Mais auf damit verseuchtem Acker wuchs...


    Ganz viel süßer Saft wird aus Maisstoppeln nicht austreten, die Photosynthese findet in den Blättern statt und der Transport der Assimilate Richtung Kolben und Richtung Wurzel, vielleicht auch noch um die Ernte herum, aber nur wenig. Die Pflanzen selber sind hier meist im Absterben begriffen oder schon tot. Aus den Stoppeln könnte der Strom aus der Wurzel in die oberirdischen Teile austreten, und solange mir da niemand einen klaren Nachweis zeigt, glaube ich da nicht an süße Säfte.


    Bei der Rübe werden die Assimilate für das nächste Jahr im Rübenkörper als Zucker eingelagert. Da sind süße Säfte aus Verletzungen plausibel und auch nachweisbar.


    Gruß Clas


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo


    das eine Gefahr für die Bienen vom Saft der Zuckerüben ausgehen, sehe ich nicht. Da es sich um wenig Eintrag handelt, ähnlich wie bei Obst.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Die extrem hohen Völkerverluste der letzten Wochen im Burgenland, Österreich, könnten durchaus mit dem dort weitverbreiteten Anbau der Zuckerrübe in Verbindung stehen.


    der Zusammenhang ist da! Aber auch bei den Kartoffeln wird sehr viel Neonic verwendet.


    Doch es läuft nicht nur über den Nektar!


    Die vielen Bienenverluste kommen auch durch Kontaminierten Pollen mit PSM genereller Art.
    Die Neonics natürlich an oberster Stelle, aber auch die Herbizide (z.B. Glyphsat verhindert die Bildung von Milchsäurebakterien und das ergibt mit EHEG- und Botulismus-Bakterien vergifteten Pollen der später dann auch noch schimmelt und aus den Waben quillt) und die vielen Fungizide (vor allem beim Raps).
    Allein durch das Vorhanden sein der 6 am Meisten gefundenen Wirkstoffe im DeBiMo Bienenbrot (Fungizide und Herbizide) unterliegt die Stocktemperatur so starken Schwankungen, dass die Lebenserwartung der Bienen stark verkürzt wird. Das wiederum führt dazu, dass das Immunsystem zusammenbricht und parallel dazu auch noch die Verdeckelungszeit erhöht wird. Wird dann durch eine Schlechtwetterphase (oder im Winter) ausschließlich der belastete Pollen konsumiert, kommen verkrüppelte Bienen raus und jede Menge Milben.
    Der Imker jedoch sieht "nur" die Varroa und gibt ihr die Ursache für das zusammenbrechen der Völker.
    Das freut vor allem die Chemie-Industrie und unsere Bieneninstitute haben weiterhin viel Arbeit.
    In Australien unter den gleichen Rahmenbedingungen nur eben ohne Varroa brechen die Völker auch zusammen
    Daher geht heute kein Australischer Imker mehr an den Raps oder Sonnenblumen usw. nur noch diejenigen die Geld für dei Bestäubung bekommen machen das heute noch dort.


    @ Stromnessbees: du kannst doch gut Englisch ! Nimm Kontakt auf nach Australien du wirst dich wundern

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Christoph,
    auch wenn ich mit Dir ja nicht mehr reden sollte wegen dem Berufsstand ( ihr seid per se das Böse :p ) möchte ich das von Dir geschriebene mal mit einem Link der Luxemburger untermauern und ich denke dort werden Ursache und Wirkung halbwegs verständlich beschrieben.
    Die dortigen Aussagen sind nachvollziebar und die Studien stehen jedem im Netz zur Verfügung...
    Wenn man über das im Link geschriebene mal nachdenkt wird klarer warum einige Ansätze wie kleine Zellen und ähnliches nur regional funktionieren, denn die Vorteile werden aufgehoben...


    LG
    Andreas

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von obi11 () aus folgendem Grund: es fehlte ein t

  • Hallo Sven,
    da bin ich aus dem Stand überfragt, denn auch dazu gibt es sicher zahlreiche Studien. Aus dem Stand würde ich allerdings sagen das Glyphosat andere Schäden verursacht, da es meiner Ansicht nach auch nicht zu den Wirkstoffen gehört die man in größeren Mengen im Bienenbrot fand.


    LG
    Andreas