Boden von Wagner, Rest von Weber - Erfahrungsbericht

  • Hallo zusammen!


    Aus aktuellen Anlass (wir planen ja alle mehr oder weniger unseren nächsten Jahresbedarf) ein kurzer Erfahrungsbericht zum oben genannten Thema. Ich nutze seit diesem Jahr die 12er Dadantbeute vom Weber. Soweit bin ich mit der Verarbeitung der Beuten ganz gut zufrieden. Einzig das Anflugbrett finde ich nicht wirklich dolle. Die vielen schon reihenweise nach nur einem Sommer auseinander bzw. die auf dem freien Feld ständig ab. Außerdem hängt das fast senkrecht herunter.


    Das alles hat mich dazu bewogen, da ich eh beim Wagner bestellt habe, einfach mal nen Boden von denen mit zu bestellen. Bei Wagner konnte mir leider keiner sagen, ob der Boden von denen auf die Zargen vom Weber passen. Ich habs trotzdem gewagt.


    Also der Boden vom Wagner ist etwas kleiner. Er passt aber genau auf die Zarge vom Weber. Ich hatte mich bei Weber immer gewundert, warum diese Kante auf dem Boden ist, die das herunterrutschen der Zarge verhindern soll. Die Kante liegt nämlich nicht genau bündig an der Zarge an. Sie verhindert nur das herunterrutschen, nicht aber das verrutschen. Beim Wagner passt das genau rein und dann wackelt nichts mehr. Da der Boden kleiner ist, steht die Zarge etwas über dem Boden über. Die Zarge schützt somit den Boden und das herunter laufende Wasser müsste von der unteren Kante der Zarge direkt auf den (Fuß) Boden tropfen. Das Wasser kommt somit nicht mehr mit dem (Beuten) Boden in Kontakt.
    Das Anflugbrett ist um längen besser. Das fällt nicht bei Wind heraus und wird wahrscheinlich (da aus einem Stück gebaut) auch nicht zerbröseln.
    Der Hauptunterschied ist vor allem das Varoagitter / Blech. Weber nutzt bekanntlich ein Gitter, Wagner ein Blech. Welches hier besser ist, muss die Zeit zeigen bzw. ist Geschmackssache.
    Die Varoawindel besteht beim Weber aus hellem weißen Kunststoff. Das ist zur Kontrolle sehr hilfreich. Leider habe ich die beim Wagner nicht mitgekommen. Ich hatte halt nur einen Boden bestellt und ging von dem Set aus. Die haben mir nur den Boden geschickt. Bei meinen Mini-Plus beuten besteht die Lade jedoch aus hellem Holz. Das finde ich nicht so dolle, da das doch mal schimmelt und vom Kontrast her nicht so schön abzulesen ist. Ach ja, die Windeln passen nicht zu einander - ebensowenig die Fluglochkeile. Aber damit kann ich leben.


    Alles in allem werde ich den Boden behalten und dieses Jahr noch weitere von Wagner für meine neuen Weberbeuten bestellen. Komplett mischen geht ja leider nicht, da ja die Rähmchen von Weber leider nicht kompatibel zu Wagner sind (zumindest der Honigraum).


    Ich hoffe, dass Euch das helfen konnte


    Gruß
    Frank

  • Danke Hobbit,


    kleine Anmerkung:


    Die Schublade vom Weber empfinde ich als schlecht. Das Kunststoff ist viel zu labbrig (weich). Etwas heftig mit der Hand Gemüll abgewischt und dabei mit dem Fingernagel die Oberfläche berührt, schon hat man bleibende Rinnen drin, wo sich später Schmutz ansammelt. Die Windel muss aber möglichst lange sauber rund weiß bleiben, soll sie ihre Funktion erfüllen.


    Hier gäbe es für nur ganz wenig mehr Geld viel steifere Kunststoffplatten, die in sich stabiler sind und auch eine härtere Oberfläche haben. Habe ich bei ihm in Donaueschingen angeregt, aber ob er sich das bei dem Stress dort gemerkt hat, bezweifle ich sehr.


    Der Boden vom Weber (bei Wagner bin ich mir nicht mehr sicher) hat den Nachteil, dass gleich zwei Querholme für Stabilität sorgen. Das macht den Boden zwar stabiler, aber es deckt auch gewaltig Fläche ab und damit Varroen. Gleichzeitig bleibt mehr Gemüll dort liegen, was Wachsmotten und Gemüllstörer wie Schnecken etc. unnötig anzieht und Unterschlupf bietet. Beim Wagnerboden kann ich mich auch nicht mehr an die Konstruktion erinnern.
    Den Lochblechboden vom Wagner mag ich aber ebenfalls nicht, da zuviel Müll (und Varroen) darauf liegen bleibt im Vergleich zu einem Gitter.


    Grundsätzlich sind die Beuten alle nicht schlecht, aber ich habe für mich bemerkt, dass es die Details sind, die mir wirklich Freude machen im Alltag mit einer größeren Anzahl von Beuten.


    Habe mich daher für einen regionalen Hersteller bei mir entschieden. Da reicht ein etwas stärkerer (aber nicht breiterer) Querholm für die selbe Stablität, die Schublade ist robust, hart, glatt, weiß, die Verarbeitung der Zargen ist um Welten besser, aber die vom Weber sind 100% kompatibel und ebenfalls gut, weshalb ich sie ebenfalls dazu kaufe je nach Gelegenheit.
    Das Flugbrett vom Weber finde ich gar nicht so übel, aber die des anderen Herstellers sind eh mit dabei bei den Böden und gefallen mir auch sehr. Da der Hersteller nicht versendet, sondern nur lokal anbietet, nenne ich ihn hier gar nicht erst, nur per PM wen's trotzdem interessiert.


    Wagner-Zargen scheiden bei mir wie bei dir aus, da die Rähmchen im HR nicht kompatibel sind und nur wegen einer Brutraumzarge brauche ich keinen dritten Hersteller nehmen.


    Gruß
    hornet

    Ja, spinn' i oder bien i?

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  • Hallo Hornet,


    das mit der Anzahl der Querholme war mir noch gar nicht aufgefallen. Aber ja, beim Weber zwei, beim Wagner einer. Auch die weichen Kunststoffwindeln kann ich bestätigen. Einmal mit einem Spachtel schräg aufgekommen, schon sind dicke Riefen drinne.


    Das Problem mit dem Flugbrett ist halt beim Weber, dass die anscheinend aus Holzresten zusammen geschossen werden. Die Bretter verziehen sich dann und die Klammern halten nicht mehr. Bei den gestrichenen weniger, bei den nicht gestrichenen sind mir alle zerbrochen. Vier meiner Beuten stehen im freien Land. Die dem Wind zugewandte hat ständig das Brett verloren. Dachte erst, dass sei der Eigentümer, der beim Rasenmähen da dran gekommen ist. Bis ich dann auf den Wind kam. Also jeden Kontrolltag wieder das Brett dranhängen. Hinzu kommt noch, dass man den Keil kaum richtig rein bekommen, wenn das Brett dran ist, da die blöden Ösen einfach zu weit in das Flugloch ragen. Nimmt man das Brett ab, bekommt man den Keil super rein, aber das Brett nachher nicht mehr richtig dran *grrrr*

    12er Dadant, Buckfast

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  • Das Problem mit dem Flugbrett ist halt beim Weber, dass die anscheinend aus Holzresten zusammen geschossen werden. Die Bretter verziehen sich dann und die Klammern halten nicht mehr.
    Hinzu kommt noch, dass man den Keil kaum richtig rein bekommen, wenn das Brett dran ist, da die blöden Ösen einfach zu weit in das Flugloch ragen. Nimmt man das Brett ab, bekommt man den Keil super rein, aber das Brett nachher nicht mehr richtig dran *grrrr*


    Oh,


    dann hat sich das mit dem Flugbrett verschlechtert. Bei mir waren es gute Hölzer und auch sauber zusammengenagelt. Da ich schon aus wetterschutzgründen alles streiche, sieht es sogar richtig gut aus (im Garten will ich das nämlich nebenbei auch noch so haben).
    Aber den Ärger mit den Ösen (du meinst aber vermutlich die Haken am Flugbrett, die in die Ösen rein sollen, oder?) kann ich nun meinerseits bestätigen - da ich nur einen Boden vom Weber habe, hatte ich das glatt wieder verdrängt.
    Also sowas muss doch auffallen, wenn man damit imkert (an Herrn Weber gerichtet).


    Wenn ich z.B. im Herbst mit der Kofferwaage von vorne und hinten wiege, muss ich natürlich das Flugbrett abmachen.
    Geht nicht, weil Keil drin - also auch noch den Keil mühsam rausknacken (im Herbst gern verpropolisiert) und dabei die armen Bienen aufwecken...grr....und danach alles wieder zurück.


    Und beim Wechsel des Sommerkeils zum Winterkeil das selbe Spiel umgekehrt - geht nicht, erst Flugbrett abmachen, dann Keil wechseln...


    ja, ich sag's ja, die Details sind es, die einem das Leben schwer oder leicht machen können....
    Es funktioniert alles und ggf. kann man was anpassen und z.B. den Keil einritzen, aber muss das bei so Sachen sein, die so offensichlich sind und bei Herstellern, die ansonsten eher gute Arbeit leisten (finde nämlich die Weberbeuten von diesen paar Meckerpunkten abgesehen ziemlich gut!)?


    Gruß
    hornet

  • Dreht doch die Haken einfach eine Umdrehung raus? Bei mir paßt das dann ziemlich problemlos.
    Und wiegen kann man auch von links und rechts :)


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich wieg nur hinten - oh nein, oh nein....


    aber so lüttiche Anflugbretter wollt`ich auch net haben,
    hab mal solche/welche gesehen, das ist ja förmlich ne Frechheit, für so was auch noch Geld zu verlangen. Die sind in nullkommanichts Schrott.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Und dann geht`s wieder los, dass der Henry sich aufregen muss vor lauter Selbstgebautes,
    und die Sägen erst...:lol:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Schön guten Abend.


    Obwohl ich hier normalerweise nur mitlese... Wenn das Thema so aufkommt habe ich auch noch mal was:


    Ich habe die beide Böden im einsatz, und zwar hauptsächlich die von Weber. Die gefallen mir eigentlich nur deshalb besser, da man dabei im Prinzip gar kein Flugbrett benötigt. (Es sei denn, man schüttelt Bienen vor das Flugloch.) Die Vorderseiten sind nämlich dicht, in Gegensatz zu die Wagnerischen, wo sich früher oder später mit Sicherheit eine Traube am Gitter bildet.
    Beim wandern ist das aber dann wieder ein Nachteil. Wenn man die Beuten dicht an einander schiebt (und das mache ich), bekommen die Mitleren kaum Luft. Hat da vielleicht schon jemand eine Lösung, die mir noch nicht eingefallen ist? Ich bin schon am überlegen da ein Stück herauszusägen/bohren. Da gehen aber die Vorteile auch zum Grossteil verloren...

  • Ich mag die ASG von Weber nicht, die werden mehr verkittet und man kann das Gitter nicht vom Holzrahmen weg nehmen. Ich habe meine ASG bei Holtermann bestellt und glaube der wagner hat ähnliche!

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Ich habe Böden, BR-Zargen und HR-Zargen sowohl vom Wagner als auch von Weber. Anflugbretter benutze ich gar nicht mehr. Die ersten noch von Wagner, lassen sich leicht vorn einschieben, aber unter dem Boden wurden die gern von Mäusen angeknabbert.
    Was ich nicht verstehe: Meine HR-Rähmchen und auch die BR-Rähmchen (Zadant) vom Weber passen auch in die Wagner-Beuten und umgekehrt. Da habe ich absolut keine Probleme beim Tauschen. Ich finde das Weber-Bodenbrett besser (lässt sich auch mal feucht reinigen), wie überhaupt die Qualität. Bei Wagner haben sich Zargen und Holz verzogen, sodass Spalten zwischen den Zargen entstehen. Die Bodenbretter aus Holz biegen sich ebenfalls im Laufe der Zeit und lassen sich dann nicht mehr richtig einschieben bzw. rausziehen.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi


  • Die Vorderseiten sind nämlich dicht, in Gegensatz zu die Wagnerischen, wo sich früher oder später mit Sicherheit eine Traube am Gitter bildet.


    Hallo Elmar,


    ich bin mir nicht ganz sicher, ob das richtig verstanden habe. Mit Dicht meinst du, dass kein Einschub vorhanden ist, in der man bei Wagner das Flugbrett steckt oder? Nur deshalb wird das Flugbrett benötigt? Ich dachte, dass das auch für die Flugbienen wichtig ist, die vollgetankt mit Nektar nicht direkt ins Gras landen sollen?!? Passiert das bei dir bei Weberböden nicht?


    Mit Traubenbildung meinst du dann, dass sich in dieser Lücke die Bienen sammeln, da sie meinen, dass hier das Flugloch ist?


    Gruß
    Frank

  • Hallo Holmi,


    der Hornet und ich nutzen Holzrechen in den Honigräumen. Die Rähmchen vom Weber sind an den Ohren extra schmaler gemacht - und somit auch die Rechen. Dann passen die breiteren vom Wagner nicht in die kleineren Schlitze. Wenn du im HR nur Schienen nutzt, ist das egal. Bei Zadant glaub ich auch. Bin mir da aber nicht sicher.


    Ich habe ein paar Rähmchen vom Wagner hier. Daher kenne ich den direkten Vergleich. Bei dem Brutraum ist das noch egal - nur beim HR nicht. Außerdem könnte man dann keine BR Rähmchen in den HR zur Königinnenzucht hängen. Darauf möchte ich nicht verzichten.


    Verzogen hat sich bei mir nichts. Bin damit total zufrieden. Ich teste einfach mal die Böden vom Wagner. Mal schauen, wie mir die in der Praxis im nächsten Jahr gefallen...


    Gruß
    Frank