Wie Honigbienen Gifte in Pflanzennektar vermeiden

  • gerade gefunden:


    http://cordis.europa.eu/news/rcn/32901_de.html


    " erstmals bewiesen, dass Serotonin - eine neurochemische Substanz - eine Rolle dabei spielt, wie Honigbohnen lernen können, Nektar mit Giften darin zu meiden."


    "Die Forschungen des Honigbienenlabors haben nun enthüllt, dass die Bienen durch den Geschmack lernen, den "giftigen Nektar" zu meiden, oder nachdem sie den "giftigen Nektar" gegessen haben."


    Das gilt für Nektar, der für Bienen giftige Substanzen enthält.
    (Komisch, bei mir sind sie wie wild auf Borretsch)


    gilt das auch für PSM?
    und wie schnell merken die Bienen das?
    Es wurde ja schon berichtet, dass Bienen nicht so gerne auf gespritze Felder fliegen.


    Dazu kommt leider:
    "Das Problem ist, [...] den Bienen bleibt womöglich nichts anderes übrig, als den "giftigen Nektar" zu sammeln, weil es in der Umgebung keine Alternative gibt"


    Gruß Doro

  • Ich habe mich bei aller Ernsthaftigkeit gefragt, ob es für Honigbohnen irgendwo ein Rezept gibt. Aber "i" und "o" liegen nun mal sehr dicht beisammen!
    Nichts für ungut!!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo, ich meine irgendwo gelesen zu haben, das Bienen vergifteten Nektar sammeln, aber in der Lage sind, das Gift aufzunehmen und nur gesunden Nektar in die Waben zu schaffen. Auch wenn sie dabei selbst zu Grunde gehen, ich lasse mich gern aber anders aufklären.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Dazu kommt leider:
    "Das Problem ist, [...] den Bienen bleibt womöglich nichts anderes übrig, als den "giftigen Nektar" zu sammeln, weil es in der Umgebung keine Alternative gibt"


    Mal Spaß bei Seite, genau das sehe ich auch als Problem. Bevor ich nix zu fressen hab, nehm ich auch was Ungesundes, obwohl ich weiss das es nich gut is.

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5

  • Hallo,


    in einem ganz aktuellen Buch zum Thema Honig von Werner von der Ohne steht explizit drin, dass es in Deutschland vier Pflanzenfamlien gibt, deren Nektar zumindest für den Menschen giftig ist und bei denen sich die Gifte auch im Honig wiederfinden. Sie werden von den Bienen also definitiv nicht oder nicht ausreichend ausgefiltert! Da diese Gifte von den Pflanzen als Fraßschutz gegen Insekten bestimmt sind, gehe ich persönlich davon aus, dass sie auch für die Bienen nicht besonders gesund sind - darauf geht Herr Ohe aber nicht ein.


    Ferner steht in dem Buch, dass NORMALERWEISE die Menge dieses Nektars zu gering ist, um zumindest für den Menschen schädlich zu sein.
    Es gibt aber regional größere und damit signifikante Flächen solcher Pflanzen, bei denen die vom Bundesinstitut für Risikobewertung vorgegebenen Grenzwerte durchaus überschritten werden könnten und den Nektar dann so giftig machen würden, dass man ihn tatsächlich nicht essen sollte.


    Es handelt sich um Pyrrolizidin-Alkaloide und die Pflanzenfamilien Natternkopf, Borretsch, Wasserdost und Senecio-Arten (z.B. das berüchtigte Jacobskreuzkraut).


    Wasserdost kommt z.T. durchaus auch bei uns in größeren und damit signifikanten Beständen vor, das weiß ich aus meiner eigenen Umgebung (Auwald).
    Natternkopf steckt in vielen Blühmischungen und kann in Ödlandflächen auch nennenswerte Bestände aufbauen.


    Solange man solche Massentrachten meidet, sollte es aber bei uns kein Problem darstellen.
    Fragt sich jetzt nur noch, ab wann solche Flächen eine "Massentracht" sind!

    Ja, spinn' i oder bien i?

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  • Honigbohnen


    Ach du Sch.....ande!:oops::lol:
    und ich hab's nicht mal bemerkt.
    Bin unschuldig, C+P


    Rezept kann ich leider nicht liefern, kann die chinesischen Schriftzeichen nicht lesen.
    Jahaaa, ich habe gegockelt.
    Und dabei auch ein Bild gefunden "Honigbohnen an einem Bienenstock"
    die sehen aber aus wie meine mit "ie"


    und ich habe auch gelesen, dass Bienen Gifte nicht weitergeben,
    weiß aber nicht, um welche Gifte es sich da handelt.


    Gruß Doro


    und wenn wir schon beim spitzen Bleistift sind...
    Was ist eine Trachtplanze?:wink:

  • Öhm, da geht aber schwer was durcheinander....

    Zitat

    Da diese Gifte von den Pflanzen als Fraßschutz gegen Insekten bestimmt sind, gehe ich persönlich davon aus, dass sie auch für die Bienen nicht besonders gesund sind


    Ähhhhhnäääää.
    Pflanzen haben ein sehr hohes Bestreben, daß ihre Blüten bestäubt werden, und zwar mit exakt dem Pollen ihrer eigenen Art.
    Es gibt m.W. keine Pflanzenart, die ihre Bestäuber umbringt (von den fleischfressenden mal abgesehen).
    Die Pflanzen hätten absolut nix davon, wenn die Bienen nach der Nektaraufnahme tot zu Boden fallen, oder nicht mehr nach Hause finden.


    Daraus dürfen wir getrost schließen, daß die Bienen ja nun mal keine Fraßfeinde der Pflanzen sind, und demzufolge nach wie vor der Nektar auch für sie unschädlich ist.
    Falls jemand auf den giftigen griechischen Honig aus Rhododrendron verweist - der tut den Bienen NIX (und der dürfte eher giftig geworden sein, als der Honig zu Met vergoren wurde.....:cool:).
    Ich hab diverse für Menschen giftige Pflanzen hier, aber daraus gibt es keine Massentrachten, oder hat schon mal wer Eisenhut-oder Fingerhuthonig geerntet?
    (Stechapfelhonig z.B. KANN es gar nicht geben, weil die Pflanzen nicht von Bienen angeflogen werden - bestäuben tun da die großen Nachtfalter).
    Vor allem wird hier nicht deutlich dargestellt, wie sich da die Bienen vergiften sollen über den Nektar - und ein paar hundert QM Natternkopf oder sonstwas hat doch nicht wirklich Einfluß auf ein ganzes Volk, oder gar ganz vielen Völkern in der Gegend.


    Ich finde das Thema ziemlich populistisch - da ist doch nichts wirklich neues dazugekommen?


    Interessant für den Rest der Welt wäre doch eher, wie viel PSM seit 2008 von damals immer noch im Boden ist, und wie sich der Humus und das Bodenleben seit damals entwickelt haben.


    Hier in meiner Gegend gehen langsam die Jagdpächter auf die Barrikaden, weil in ihren teuren Revieren keine ihrer ausgewilderten Fasane und Rebhühner mehr als ein viertel Jahr überleben....weil keine Insekten da sind, die die Küken futtern könnten, ohne daran zu verrecken.


    Fragt mal in euren Jagdpächterkreisen mal nach, wie die Situation lokal wirklich ist - ihr könnt da eure besten Verbündeten finden...man muß es ihnen nur neutral erklären.
    Denen macht es nicht wirklich Spaß, dauernd den Bestand künstlich zu erhöhen, um überhaupt was zum Abschießen zu finden.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin zusammen



    Da diese Gifte von den Pflanzen als Fraßschutz gegen Insekten bestimmt sind, gehe ich persönlich davon aus, dass sie auch für die Bienen nicht besonders gesund sind - darauf geht Herr Ohe aber nicht ein...........
    Es handelt sich um Pyrrolizidin-Alkaloide und die Pflanzenfamilien Natternkopf, Borretsch, Wasserdost und Senecio-Arten (z.B. das berüchtigte Jacobskreuzkraut).


    Also vom Jakobskreuzkraut weiß ich das die Raupen von einer Schmetterlingsart nur auf dem Kraut leben und durch die Aufnahme des Pyrrolizidin-Alkaloids sich vor ihren Fraßfeinden schützen.
    Das selbige wirkt als Lebertoxin und da Bienen und andere Insekten meines Wissens keine Leber haben, können sie sich auch nicht vergiften.


    Es gibt laut Friedrich Pohl in seinen Buch "Bienenkrankheiten" im Kapitel Vergiftungen :Zitat "1.Natürliche, giftige Bestandteile in Nektar oder Pollen einiger Trachtpflanzen ( z.B. Goldhahnenfuß, Ranunculus auricomus vgl. Ritter 1994"


    Gruß Michael

  • Sabines Posting wäre wohl nochmal sorgfältig zu lesen.


    Schutz vor Fraßfeinden, das ist die entwicklungsbiologische Begründung für Giftstoffe. Die werden gefressen und machen Aua Bauch oder schmecken nicht, das ist für die Pflanze sinnvoll.
    Es ist völlig unsinnig, ein Gift in den Naktar zu übernehmen, wenn dieser für eine Insektenart oder arten bestimmt ist, deren Nektarsuchen und - konsumieren für die Pflanze günstig ist!


    Bienen- und Blütenevolution gehen Hand in Hand!



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Guten Morgen zusammen,


    das was Sabine schreibt ist absolut richtig. Eine Pflanze die auf Fremdbestäubung angewiesen ist, vergiftet nicht den Bestäuber. Das ist auch der Grund warum die Biene so änfällig gegen PSM ist. Schädlinge wurden schon immer mit Pflanzengift z.B. In den Blättern, oder im Stengel durch die Pflanze vergiftet und haben sich darauf eingestellt.
    Somit ist z.B. Das Genom des Weiskohl Zünslers um 2000 Chromosomen (ich hoffe es sind Chromosomen) größer als das unserer Biene.
    Wo ich mir nicht sicher bin, ich glaube selbst im z.B. Gebeizten Raps sollte im Nektar kein PSM zu finden sein. Erst das Spritzen der Blühenden Pflanze bringt das Gift in den Nektar bzw. Pollen. Das Gift durch die Heizung wird m.W. nach nur dir das Guttationswasser frei gesetzt, ich kann mich da aber auch irren und lass mich gerne eines besseren belehren...


    Grüße,


    Maxikaner

  • So wie ich es verstanden habe,
    wird das Gift bei einer " gebeizten " Pflanze durch ihren Wasserhaushalt in jede einzelne Zelle und in jedem einzelnen Pflanzenteil verteilt. Das widerum erschreckt mich, wenn ich mir vorstelle, etwas von den Pflanzen zu essen oder zu trinken. In jedem Pflanzenteil PSM von der wirklich harten Sorte, das unsere Bienen, aber auch unser Schnitzel, unser Roastbeef und wenns dumm läuft auch ich zu essen bekomme.
    G a
    Wolfgang, was natürlich einen kleinen Teil unserer Diskussion ist, aber wieso sollte eine Borretsch-Pflanze interessieren, dass Menschen bei Überdosierung evtl Leberprobleme nach vielen Jahren bekommen. Die Biene mit ihrer kurzen Lebenserwartung und ihrer sehr lückenhaften Gesundheitsvorsorge interessiert das auch nicht. Und dann noch was, ich höre immer wieder heraus, dass eine Pflanze so was nicht macht, wäre ja nicht besonders intelligent. Borretsch ist nicht intelligent, er ist so doof wie ein Kastenweißbrot.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.