Neuregelung der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen

  • Hallo Wolfgang !


    Vordrucke „Anlage 13a" ...... Da sind jetzt unter Sondernutzungen auch Bienenvölker aufgeführt.
    Stichtag für die Zählung ist nach dem Formular in der Tat der 15. Mai.


    Finanzbehörderliche Anweisungen gibt es zum neuen § 13a EStG aber noch immer nicht.


    Vielen Dank für diese Information von Dir !!


    Gut das Du uns darauf hinweist.
    Es wäre sicher gut, auch etwas zu erfahren wenn es dazu Genaueres gibt,
    Du sitzt ja wohl an der Informationsquelle.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Ja, ich scanne beruflich bedingt immer alle Steuerdatenbanken. Ich gebe Bescheid, wenn es Aktuelles gibt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • "Darüber hinaus wird die Durchschnittssatzgewinnermittlung für kleine Betriebe mit reinen Sondernutzungen erstmals seit dem Bestehen der Gewinnermittlungsart zugänglich gemacht."


    Was für eine geile Formulierung, gibt es nur bei uns in Deutschland und explizit bei Beamten.
    Diesen Satz könnte man abkürzen, „ab sofort unterliegen auch kleine Betriebe der Besteuerung, welche mittels Durchschnittssatzgewinnermittlung erfasst wird. Die bisherige Befreiung von der Steuerermittlung entfällt.“
    Klingt natürlich nicht so positiv. Möchte sowieso mal wissen, welcher Dummtrottel derartige Wortschöpfungen erfindet, wie Negativertrag, Unkosten usw..
    Demnächst gibt es den rechtsabbiegenden Linksabbieger.
    Wozu aufregen, es geht um Geld für den Staat, nicht mehr und nicht weniger.

  • Interessant könnte es allenfalls für Imker/innen sein, die auch landwirtschaftliche Flächen bewirtschaften


    Hallo Wolfgang,


    Aber nur bis 70 Völker richtig?
    Darüber hat man ohnehin keine Chance mehr auf §13a?
    Außer man spaltet die Imkerei in mehrere Betriebe auf?


    Grüße,


    rekmi


  • Diesen Satz könnte man abkürzen, „ab sofort unterliegen auch kleine Betriebe der Besteuerung, welche mittels Durchschnittssatzgewinnermittlung erfasst wird. Die bisherige Befreiung von der Steuerermittlung entfällt.“


    Was die Sprache der Steuerjuristen anbelangt gebe ich Dir Recht.
    Deine Übersetzung ist aber inhaltlich nicht richtig. Es entfällt keine "Befreiung von der Steuerermittlung" (wenn Du damit die Gewinnermittlung meinst). Vielmehr gibt es jetzt auch für Imkereien bis immerhin 70 Völker eine erhebliche Vereinfachung bei der Gewinnermittlung und im Regelfall eine erhebliche steuerliche Entlastung. Niemand wird steuer- oder aufzeichnungspflichtig, der es bisher nicht war.
    Außerdem: Wer will, kann ja auf die Durchschnittsatzbesteuerung verzichten.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Moin dg 392 ,


    du hast das Wesentliche erkannt . Der Dummtrottel pennt weiter , und merkt nicht was um ihn herum passiert .
    Beim rechtsabbiegenden Linksabbieger sollte dann aber selbst auch er stutzig werden . Doch in D ist nichts ausgeschlossen .
    Man sollte es eigentlich nicht für möglich halten , dieses Thema ist einem Buch :" Die verblödete Republik " verabeitet worden .
    Doch keine Panik : Wir sind das Volk der Dichter und Denker - nur wie lange noch ?


    Gruß hannes

  • Hallo zusammen,


    ich stehe nun auf dem örtlichen Weihnachtsmarkt (an 2 Wochenenden von Freitag bis Sonntag) und das Finanzamt hat Wind davon bekommen.
    Ich habe deutlich unter 30 Völkern und habe mir eintsprechend jedwede Gewinn- und Verlustrechnung bisher verkniffen.
    Jetzt schickt mir das FA einen Fragebogen zur Erfassung wegen Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit.


    Mir ist klar, dass der Verkauf von Apfel-Honigpunsch, Honiglikör, Kerzen und der üblichen Cremes, Lippenpflege, Bonbons und Seife aus dem Imkerbedarfshandel anders zu sehen ist als der Verkauf von eigenem Honig.
    Nun frage ich mich wie mein gemischtes Angebot zu bewerten ist, denn ich soll meinen voraussichtlichen Erlös angeben.
    Ohne den Honigverkauf (eigener) bin ich immer im Minus weil die Standgebühr recht hoch ist. Kann ich das angeben oder muss ich das unter diesen Voraussetzungen anders bewerten bzw. berechnen?


    Vielen Dank
    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Da die Gewinnermittlung für die Imkerei (Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft) und den Handel mit fremden Erzeugnissen (Einkünfte aus Gewerbebetrieb) getrennt vorgenommen werden muss, werden auch die Kosten, die man nicht direkt zuordnen kann, aufgeteilt. Das gilt auch für die Standgebühr. Sie muss also aufgeteilt werden auf die beiden Bereiche.
    Die Frage ist nach welchem Schlüssel.
    Möglich wäre eine flächenbezogene Aufteilung (wieviel Verkaufsfläche jeweils für die beiden Bereiche) oder eine umsatzbezogene.
    Die erste Wahl ist die flächenbezogenen Aufteilung. Wenn die umsatzbezogene für Dich günstiger ist, würde ich die nehmen und das dem Finanzamt gegenüber damit begründen (falls es überhaupt zu Rückfragen kommt), dass eine andere Aufteilung nicht möglich sei.
    Ein Schätzung ist zulässig, wenn kein geeigneter Berechnungsmaßstab zu finden ist.
    Natürlich wird man versuchen, einen möglichst großen Teil der Standgebühr dem gewerblichen Bereich zuzuordnen. Es geht hier wahrscheinlich um Größenordnungen, bei denen die Wahrscheinlichkeit der Nachprüfung durch das Finanzamt gering ist. Deswegen würde ich da nicht knausern. Schlimmstenfalls nimmt das Finanzamt eine Korrektur vor.


    Eine Frage: Was heißt, "das Finanzamt hat davon Wind bekommen"? Hast Du keine Gewerbeanmeldung gemacht? Dann hätte es davon auf ganz regulärem Weg erfahren.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Wolfgang,
    herzlichen dank für Deine Erläuterungen!



    Eine Frage: Was heißt, "das Finanzamt hat davon Wind bekommen"? Hast Du keine Gewerbeanmeldung gemacht? Dann hätte es davon auf ganz regulärem Weg erfahren.


    Ein Gewerbe habe ich nicht angemeldet (erstmalige Teilnahme am Weihnachtsmarkt) , aber für den "Honigpunsch mit Schuss" brauchte ich eine Schankerlaubnis. Darüber werden sie es regulär mitbekommen haben.


    Das soll auch keine Beschwerde sein. Wenn Steuern aus meinen Gewinnen abzuführen sind dann ist das eben so.
    Ich hab hier nur die Befürchtung, dass (mal wieder) ein gigantischer Bürokratieaufwand betrieben werden muss für 11,58 € am Ende.


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!