Neuregelung der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen

  • Eine Verrechnung von Verlusten aus Land- und Forstwirtschaft mit anderen Einkünften der zusammen veranlagten Ehepartner ist grundsätzlich möglich. Ich habe deswegen für die Pauschalaussage des Finanzamtes keine Erklärung, wenn das Argument nicht Liebhaberei ist.
    Ein Sonderfall wäre nur die Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen, weil es hier kein feststellbaren Verluste gibt. Das gälte nach bisheriger Regelung aber nur für Imker, die landwirtschaftliche Flächen bewirtschaften.
    Eine gewerbliche Tierzucht ist die Imkerei jedenfalls nicht.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

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  • Was ich ganz übersehen hatte: Zum 1.01.2015 erhöht sich auch der Freibetrag des § 13 (3) EStG - von 670 auf 900 Euro.
    Der Freibetrag müsste auch bei der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen gelten.
    Es ergäben sich dann folgende sehr erfreuliche Beispielrechnungen:
    1. Ein alleinstehender Imker mit max. 70 Völkern hat ein steuerpflichtiges Einkommen von insgesamt (also mit anderen Einkünften zusammen) nicht mehr als 30.700 Euro. Der Pauschalgewinn aus der Inkerei ist dann 1.000 Euro, von denen er nur 100 Euro versteuern muss.
    2. Eine Imkerin mit max. 70 Völkern hat mit Ihrem Mann zusammen ein steuerpflichtiges Einkommen von insgesamt nicht mehr als 61.400 Euro.
    Sie werden zusammen veranlagt. Der Pauschalgewinn von 1.000 Euro ist dann komplett steuerfrei, weil sich der Freibetrag auf 1.800 Euro verdoppelt.


    Wolfgang

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  • Hallo Wolfgang,
    hatte schon mal die Frage gestellt, ob ein Landwirt, der bislang den 13a genutzt hat, ca. 5 ha landw. Fläche bewirtschaftet hat und eine Imkerei mit 166 Völkern hatte weiterhin den 13a nutzen kann. Wahrscheinlich muß auch er die Völkerzahl auf unter 70 reduzieren, damit er den 13a weiter nutzen kann.
    Hast du neue Erkenntnisse?
    Viele Grüße
    Hansi

  • Hallo Hansi,


    es gibt immer noch keine Kommentierungen.
    Nach m.E. gilt die Durchschnittssatzbesteuerung in diesem Fall nicht.
    Man könnte aber über eine Betriebsaufspaltung nachdenken.


    Wolfgang

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  • bitte nicht Betriebsaufspaltung hier reinbringen, ist eine total andere Nummer und passt hier überhaupt nicht.
    Es geht nur um die Anzahl der Völker, 70 ist die Grenze PRO IMKER, also entweder weniger Völker oder mehr Imker, also Oma, Kind, Tante Frieda .....


    Grüsse aus Werder wo es gerade schneit.

  • Ja, Du hast Recht. Betriebsaufspaltung ist der falsche Begriff. Gemeint war eine Aufteilung des Betriebes auf mehrere Personen (eben Oma usf.)
    Auch da müsste man aber aufpassen, dass das Finanzamt keinen Gestaltungsmissbrauch unterstellt.


    Wolfgang

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  • In § 52 Abs. 22 a EStG steht:
    "§ 13a in der am 1. Januar 2015 geltenden Fassung ist erstmals für das Wirtschaftsjahr anzuwenden, das nach dem 30. Dezember 2015 endet."


    Da das Wirtschaftsjahr bei Land- und Forstwirten (und damit auch Imkern) nach § 4a Abs. 1 Nr. 1 EStG vom 1. Juli bis zum 30. Juni geht, muss das das Jahr 2015/16 sein und nicht 2016/17. Hier irrt der Landesverband Bayerischer Imker offensichtlich.


    Praktisch bedeutet das: Honig und andere Bienenprodukte, die vor dem 1. Juli 2015 verkauft werden, müssen noch nach altem Verfahren versteuert werden. Für die Ernte 2015 müsste man also bei der Frühtracht ein wenig warten mit dem Verkauf. Erst dann darf der Gewinn pauschaliert werden.


    Wolfgang

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  • Guten Morgen,
    wie ist das eigentlich bei Ehepaaren?
    Wenn einer 70Völker meldet darf er paschal abr, da er unter der Freiheitsgrenze von 1800Euro (bei Ehepaaren) bleibt fällt das unter den Freibetrag.
    Und was ist wenn beide Eheleute jeweils 70 Völker bewirtschaften?
    Zählt das dann als ein Betrieb mit 140Völkern und voller Abrechnung oder las 2 Betriebe mit jeweils 70Euro die nur zusammen ihren Freibetrag etwas überschreiten?