Ableger neben Volk im selben Dadant Brutraum?

  • Hallo Zusammen,


    ich imkere mit Segeberger Beuten in der Schweiz und komme damit sehr gut zurecht. Da ich bald nach Frankreich umziehe, stellt sich die Frage, ob ich wirklich das ganze Material 1000km transportieren soll, da ich auch immer neugierig auf die dort üblichere Dadant Beute war. Also setze ich mich gerade mit dem System auseinander und lese viele Erfahrungsberichte.
    Da ergab sich für mich die Frage, ob jemand den freien Raum nach Einengen des Volkes für Ablegerbildung nutzt. Sollte ja eventuell kein Problem sein, wenn der Raum nach oben mit einer Folie etc. abgegrenzt wird und statt des Schieds ein Brett verwendet wird, das komplett abschliesst? Oder ist das Geigelei? Vorteil wäre der warme Platz für den Ableger und weniger Materialbedarf. Im Spätsommer könnte vor dem Einfüttern dann einfach die alte Königin und das Brett entfernt werden zum Umweiseln.


    Schönen Sonntag,
    Jan

  • Die Idee ist gut, aber es ist Geigelei. Das eingeengte Volk wird im Laufe der Saison ja erweitert, das bleibt nicht auf 5 oder 6 Waben. Und der Ableger sollte sich sowieso entwickeln können, für den brauchst du eh ne eigene Beute. Es wird schlicht zu eng. Außerdem bräuchtest du ein zweites Flugloch, das größtenteils im Jahr aber verschlossen bleibt. Bringt nicht wirklich Ersparnis.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Holmi,
    Da ich mit DN 11 Waben und einem Brutraum imkere, sollten 7 Waben Dadant auch im Sommer ausreichen, d.h. es wäre noch Platz für 4-5 Waben für den Ableger, das ist doch genug Platz? Das 2. Flugloch sehe ich als kein grosses Problem an, da kann man was basteln, was leicht verschliessbar ist, z.B. mit einem schwenkbaren Blech.

  • Und Honigraum willst du keinen drauf setzen? Das Schied geht auch nicht bis zum Boden wenn ich es richtig im Kopf hab, also bräuchtest du ein anderes schied, einen anderen Boden und du musst zum einwintern trotzdem den Ableger in eine eigene Kiste setzen.


    Macht absolut 0 Sinn in meinen Augen.


    Grüße,


    Maxikaner

  • Hallo JCD,


    was du vorhast geht (ein paar Wochen im Sommer ehe beide Völker zu groß werden).
    Es gibt sogar ein extra Abtrennschied für solche und ähnliche Zwecke, das die beiden Räume dann komplett trennt.
    Ich würde es nicht als Regel empfehlen, nur als Möglichkeit einer Not-/Zwischenlösung wenn man mal vorübergehend kein Material hat.


    Du vergibst dir aber einen Vorteil, nämlich den Platz im Brutraum hinter dem Schied. Der ist im Sommer einfach unendlich bequem, weil man bei Durchsichten die Waben nur etwas verschieben muss, statt außerhalb lagern. Auch muss man nicht die erste Wabe im engen Verbund mühsam und für die Bienen sehr unangenehm herausziehen, nur um Platz für die weitere Durchsicht zu haben.


    Ich empfehle stattdessen, lieber ZWEI Ableger auf diese Weise nebeneinander in einer Beute unterzubringen (also mit Abtrennschied, nicht nur dem normalen Schied).
    Vorteile: Du brauchst niemals extra Ablegerkästen. Die beiden Völker können von Frühling bis Sommer nebeneinander sehr gut leben und profitieren voneinander (Wärme etc.). Du brauchst kein extra Flugloch irgendwo hinten oder seitlich in die schöne Zarge bohren, sondern verschließt einfach das normale ca. 45cm breite Flugloch so, dass jeweils ganz außen ein Flugloch übrig bleibt!


    Übrigens, eine Folie solltest du gar nicht nehmen, sie würde auch nicht reichen, um die zwei Völker in einer Beute getrennt zu halten!
    Sie ist sogar hinderlich.
    Denn die extra dafür vorgesehenen Abtrennschiede (ggf. selber beauen) schließen nicht nur seitlich und unten sicher ab, sondern ragen auch über die Oberträger hinaus (bei gescheiten US-Dadant 12er, wie es bei den in Frankreich üblichen Dadant-Blatt gemacht wird weiß ich nicht).
    Damit braucht es jetzt nur noch einen vernünftigen Deckel mit beespace auf der Unterseite und schon sind die Völker sicher voneinander getrennt.


    Auch das ist aber nur eine Zwischenlösung (in meinen Augen). Denn spätestens im Sommer sollten die Ableger einzeln gesetzt werden, damit sie auf die Einwinterungsstärke gebracht werden können.
    Wirklich Material sparen ist also nicht, nur Ablegerkästen spart man und profitiert von einem besseren Beutenklima bei zwei statt einem Ableger.


    Maxikaner : Es gibt zwei Schiede mit unterschiedlichen Einsatzzwecken und Abmaßen - das eine schiedet Volk von Leerraum ohne Abdichtung, das andere trennt bienendicht ab. Das wird immer und immer wieder verwechselt, selbst von Dadantlern, habe ich schon festgestellt.


    Gruß
    hornet

  • Hallo Hornet,


    danke, das mit 2 (oder 3?) Ablegern in einer Beute hört sich sinnvoll an!


    Die Hornissen in meiner Segeberger haben sich jetzt übrigens für den Winter verabschiedet. War ein etwa kopfgrosses Nest geworden.


    Gruss,
    Jan

  • danke, das mit 2 (oder 3?) Ablegern in einer Beute hört sich sinnvoll an!


    Meiner Meinung nach auch nur Gewurschtel.
    Wohin kommt der Ableger sagen wir ende Juli, wenn dann 5-6 Waben benötigt werden?
    Richtig, in eine neue Beute ;-P


    Ich habe keine Ablegerkästen (und auch keine 2 Volk Beuten). Meine Bienen bekommen eine Dadant Brutzarge, auch die Ableger. Ich habe nur Brut- und Honigräume, dazu passende Böden und Dächer, fertig.


    Jedes Volk, egal ob Ableger oder nicht, kommt in seinen eigenen Kasten und wird bei Bedarf erweitert. Fertig ;)


    Stefan

  • Lieber Drops,


    ich glaube, ich habe deutlich darauf hingewiesen, dass das eine NOT- oder ZWISCHENLösung ist, wenn jemand kein Material hat oder unbedingt von gegenseitigem Wärmen zweier Völker profitieren will, aber dass das kein anzustrebender Normal- oder gar Dauerzustand sein sollte!


    Ich persönlich mache es normalerweise auch wie du, aber auch ich musste mir schon mit der beschriebenen Doppelvolk-Lösung behelfen und war dankbar, genau das zuvor schon mal als gute Lösung erklärt bekommen zu haben. Denn von allein wäre ich als Anfänger vielleicht gar nicht darauf gekommen und hätte mir dann in meiner Not ganz bestimmt ein viel schlimmeres "Gewurstel" selbst überlegt. :p


    Hier geht es doch darum, Leuten Lösungen aufzuzeigen und zwar genau dann, wenn die bekannten Standardsituationen eben aus irgendwelchen Gründen gerade mal nicht funktionieren.


    Gruß
    hornet

  • Da ergab sich für mich die Frage, ob jemand den freien Raum nach Einengen des Volkes für Ablegerbildung nutzt. Sollte ja eventuell kein Problem sein, wenn der Raum nach oben mit einer Folie etc. abgegrenzt wird und statt des Schieds ein Brett verwendet wird, das komplett abschliesst?

    ja

    Zitat

    Oder ist das Geigelei?

    und wie :)

    Zitat

    Vorteil wäre der warme Platz für den Ableger und weniger Materialbedarf.

    genau, vor allem weniger Material, da muss jeder wissen, ob diese Geigelei sich lohnt, denn irgedwie habe ich das Gefühl, dass sich die Völker riechen und z.B. die Annahme beim Einweiseln einer neuen Kö schwieriger wird!

    Zitat

    Im Spätsommer könnte vor dem Einfüttern dann einfach die alte Königin und das Brett entfernt werden zum Umweiseln.

    ... oder die Ableger landen in die frei gewordenen Honigräume und du musst neue Zargen ääähh Regale für deine gelagerte Honigwaben bauen [QUOTE]
    Ich habe 12er DD, Volk auf bis 9 Waben, Ableger auf 3 Waben. Der Ableger soll sich selber versorgen und bis zum abschleudern langsam wachsen. Ableger-Füttern mache ich nur mit Futterwaben, denn alles andere ist schwierig.


    Ein Geigeleitipp: Den Trennschied so groß wie das Innenmaß der Brutzarge. Im Boden ein mobiles Brett geigeln, was du zur Not auch rechts oder links verschieben kannst, falls du z.B. Ableger auf 4 und Volk auf 8 Waben führen willst. Die Folie kann auch über 4 oder 5 Waben gehen und somit 1 bis 2 Waben vom Volk überdecken.


    Wenn du keinen Platznot hast, dann lohnt sich diese Geigelei vielleicht nicht! Bei 10er DD würde ich das nicht machen.
    Die Ableger in solcher Situation sollen als "Untermieter auf begrenzte Zeit" betrachtet werden. Wenn du starke Ableger bis zum abschleudern willst, dann wirst du mit deren Einschränken auf 3 bis 4 Waben nicht glücklich. Eine stärkere Räubereigefahr ist auch zu vermuten, denn das Geruch des Nebenvolks kann den Ableger-wächterbienen nicht fremd genug vorkommen! Und die Trennschiede müssen wirklich bienendicht sein :lol:

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hallo,


    die ABtrennschiede sind bienendicht. Ich hab die Dinger getestet. Man kann auch tatsächlich zwei Ableger in einer 12er Beute unterbringen.
    Schließlich gibt es nun mal auch Leute, die für so was noch extra Ablegerkästen anschaffen. Dort passen auch nur 5-6 Waben rein.
    Pro Seite lassen sich 6 Waben Dadant unterbringen, d.h. Überwinterungsstärke bestimmt. Übliche, früh erstellte werden aber stärker und sollten in eine richtige Beute und dort reinwachsen.


    Probleme bei mir:
    Es gab einen Fluglochkeil mit jeweils ganz links und ganz rechts einem Flugloch, so ausgeschnitten, wie sonst die Winter-Mäusekeile, nur nicht so breit. Also beide Fluglöcher ganz seitlich, maximal voneinander getrennt.


    Bei mir führte das dazu, dass die Bienen zwar nicht innen rüber konnten aber über das Anflugbrett oder wenn nicht das, dann über die Beutenwand oder auch per Kurzflug.
    Es ist immer eine Königin der beiden Kandidaten die bessere! Eine ist bereits begattet, legte schon drei Tage länger etc. oder sie ist eben der Knaller und die andere nicht so sehr.
    Whatever. Meine sind zu Fuß rüber zur leckeren Alternativseite! Später ein Rest Bienen bei der Königin und deutlicher Zuwachs nebenan. Das geht umso besser, je näher verwand man sowieso schon miteinander ist. :u_idea_bulb02:Da fehlt sogar dann mal die eine Königin plötzlich...


    Ich habe die Abtrennschiede noch, habe auch immer noch keine Ablegerkisten. Ich würde diese Variante aber nur noch so fahren, dass ich die Fluglöcher entgegengesetzt legen würde. Bei einer klassischen Beute heißt das aber, ein Flugloch muss in die Rückseite gebohrt werden (des Bodens). Ist auch kein Drama, das kann man mit passendem Einsatz verschließen und die Beute wieder wie üblich nutzen.


    Das muss nicht so laufen wie beschrieben, kann aber. Und wie gesagt, es schein nicht selten zu sein. Ich werd`s vielleicht nochmal anders testen.
    Jedoch liegt meine Art der Vermehrung mittlerweile nicht mehr bei der klassischen Ablegerbildung.


    Grüße


    Marion


    die sich außerdem fragte, wie man bei einem Vollvolk neben einem Ableger dann Honigernte betreiben will. Folie über den Ableger und HR drauf?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Marion


    die sich außerdem fragte, wie man bei einem Vollvolk neben einem Ableger dann Honigernte betreiben will. Folie über den Ableger und HR drauf?


    Hallo Marion,
    ein bienendicht auf dem Absperrschied anliegendes Absperrgitter auflegen und so eine Art zwei Königinnen Betriebsweise ermöglichen?
    Geht das?
    Grüße Rubio

  • die sich außerdem fragte, wie man bei einem Vollvolk neben einem Ableger dann Honigernte betreiben will. Folie über den Ableger und HR drauf?


    Ja. Bei den 12er DD liegen die Waben oben plan mit den Zargen, also Folie auf Ableger und Abtrennschied, (starke) Folie mit 2 Reißnägel ans Abtrennschied oder noch besser an der Wabe hinterm Abtrennschied bienendicht befestigen. AG und Honigzargen draufen.


    Es wird aber lässtig, wenn man den Ableger oft kontrollieren muss. Daher bilde ich den Ableger gerne klein und mit Futterwaben, damit ich sowenig wie möglich rein schauen muss. Ableger fliegen nach hinten, Völker nach vorne.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Guten Morgen und danke Euch für die Ratschläge und Erfahrungsberichte!


    Dass sich die Bienen die beste Königin aussuchen, habe ich auch schon in den Segeberger Ablegerkästen erlebt. Aber manchmal ist das vielleicht auch gut so?


    Ist mir bewusst, dass es ein bisschen Bastelei ist und nicht optimal. Andererseits ist das Material ja immer knapp, und zum Ziehen von Jungköniginnen und starten von Ablegern scheint mir die Variante ganz sinnvoll zu sein. Wenn ich also bei Dadant lande, werde ich es ausprobieren!


    Viele Grüsse,
    Jan

  • Was ich da noch ganz interessant finde ist der Ablegerkasten von Wagner für zwei Königinnen.


    Die Ausflugsrichtungen sind genau entgegengesetzt und es könne zwei Ableger je 3Waben erstellt werden. Wenn ich einen Ableger z.B. benutze um ein Wirtschaftsvolk umzuweiseln, kann ich den Schied ziehen ein Flugloch komplett verschließen und den verbleibenden Ableger auf 6Waben zur Not einwintern. Es ist ein Fütterer dabei mit zwei versetzten Aufstiegen zur Fütterung von beiden Einheiten.


    Wäre was um mit wenig Aufwand zwei z.B. später erstellte Ableger weg vom Stand begatten zu lassen und bei der Rückkehr zur Umweiselung zu benutzten und wenn einer über ist ihn sogar als Reserve einzuwintern - wenn er nicht gebraucht wird dann im Frühjahr verkaufen.


    Wäre für mich, ne mögliche Alternative zum 4er Boden und eben Begattung "außer Haus" (z.B. beim Züchter im Garten wo die "guten" Drohnen sicher im Vergleich zu meinem Stand etwas höher sind vom Anteil her) und ich habe auch das Problem mit dem Flugloch auf der gleichen Seite nicht.

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher