Klärbehälter

  • Hallo,


    mein limitierender, Aka 'Hassfaktor' beim Schleudern sind verstopfte Siebe. Ich benutze (noch) 'normale' unbeheizte Durchschlagsiebe unter dem Auslaßhahn der Schleuder und dann nochmal ein Spitzsieb (mit Heizung).


    Ab wieviel Honig lohnt ein Klärfass? Wie benutzt man das? Honig grob geklärt rein, Partikel steigen auf, 'reiner' Honig unten raus, Meliterm + Seituch, impfen, rühren, wegstellen?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Folgender Aufbau hat sich sehr bewährt, auch bei größeren Mengen:


    0. Schleuder >>
    1. Auffangkanne/Hobbock mit einfachem Grobsieb (unterer Teil des üblichen Doppelsiebes) >>
    2. Abfüllkanne 50 kg; im Innern ein konischer Feinfiltersieb >>
    3. Hobbock 40 kg


    Der ausgeschleuderte Honig fließt durch das Grobsieb (unterer Teil des Doppelsiebes), das auf der Auffangkanne steht und wird somit grob vorgereinigt.



    Wenn die Auffangkanne voll wird - gerade so voll, daß man sie noch bequem anheben kann -, schließe ich den Quetschhahn der Schleuder. Das Grobsieb stelle ich zum Abtropfen in den Entdecklungstisch. Dort kann ich auch das Grobsieb mit einer Schöpfkelle reinigen.


    Den Honig kippe ich in die Abfüllkanne. Darin steht ein konisch geformter Feinfiltersieb.



    Die Kanne sollte möglichst ständig einen hohen Honigpegel haben. Auf diese Weise setzt sich das Sieb nicht zu, da die Wachsteilchen oben aufschwimmen und so können sie sich nicht im Sieb verfangen. (Erst ganz zum Schluß, wenn alles ausgeschleudert ist und sich die Abfüllkanne leert.) Dazu öffne ich unten an der Abfüllkanne den Quetschhahn, lasse den Honig in den Lagerhobbock laufen, gleichzeitig kippe ich oben nach. Der Pegel in der Abfüllkanne bleibt gleich. Wenn ich die Auffangkanne fertig ausgekippt habe, schließe ich den Quetschhahn der Abfüllkanne. Der Hobbock wird verschlossen und weggestellt.


    Mit dem System schaffe ich bis zu 1 Tonne am Tag. Das Grobsieb muß aber ständig ausgekratzt werden, was aber kein Problem ist. Muß nur grob mit einer Kelle oder Löffel ausgekratzt werden. Der Feinfilter setzt sich erst ganz zum Schluß zu, muß also nicht gereinigt werden.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Habe so ziemlich das selbe System nur mit Zylindr. Feinsieb. Wirklich glücklich damit bin ich allerdings nicht geworden. Hab bei vielen Schleuderungen in den Waben immer mal wieder vereinzelt verzuckerte Zellen und dadurch war das Feinsieb sofort zu. Dann stehste da mit 50kg Honig im Zylindersieb und nix geht mehr. Diese verdammte Sieberei.... für Klärbehälter um den ganzen Honig stehen zu lassen um Wachs etc. Aufsteigen zu lassen fehlt mir leider der Platz.


    Bernhard : Womit entdeckelst Du?
    MfG

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5

  • Ich entdeckel mit dem elektrisch-geheizten Messer (Speedking).


    Mit Raps zum Beispiel setzt sich das Sieb schon mal zu. Dann einfach mit einem langen Löffel oder einer Kelle den Honig rühren. Auch am Sieb entlangstreichen. Dann fließt er wieder. Entleeren mußte ich den Sieb noch nicht.


    Mit Spirale/Tauchwärmer steigt das Wachs schneller nach oben und das Sieb bleibt länger frei.

  • Mit dem Rühren und vorbei streifen hab ich alles schon durch ohne Erfolg, was hab ich da schon geflucht wie n Kaputter...allerdings entdeckele ich mit Gabel, ziemlich sauber will ich allerdings mal meinen.

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5

  • Warum zum Teufel macht ihr euch noch immer an die Handentdeckelung heran?:roll:
    Das ist Mittelalter, egal ob mit Messer oder Gabel...


    Mit Heißluftfön geht es schnell und ohne Wachskrümel.
    http://www.youtube.com/watch?v=e3i3vfpjALs


    Noch schneller und krümelfrei gehts mit dem Gasbrenner.
    http://www.youtube.com/watch?v=nHPVNhsggSc


    Dann nur noch einfaches Feinsieb, besser: Spitzsieb - falls beim Schleudern mal was abbricht!


    Und nein, der Honig wird nicht heiß. Dafür ist die Masse viel zu träge. Also Abstand halten und schnell drüber.
    Es sei denn ihr haltet einfach drauf.
    Dann gibt es natürlich Rösthonig...:cool:


    Wer allerdings Deckelwachs haben will, der muß weiter machen wie im Mittelalter...:wink:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Morjens,


    warum nehmt ihr keine Nylon-Spitzsiebe? Ich habe davon 3 oder 4 und lasse sie ganz gemütlich mit dem Dreibein über dem jeweiligen Hobbock leerlaufen. Wenn sie leer sind, mache sie etwas sauber und kann sie gleich wieder für den nächsten Hobbock nehmen (kurz auf links gedreht, Wachsreste abgeschabt und wieder rechtsherum...).


    Mit dem Schaben und Löffelkratzen habe ich schon schlechte Erfahrungen gemacht. Dabei drückt man zu viele Wachspartikel druch. Besonders in heller Robinie ist das gut zu sehen.


    Das mit dem Heißlutfön hatte ich auch schon. Dabei entstehen m.E. dünne Wachshäutchen, die dann die Siebe auch wieder verstopfen können. Vielleicht habe ich mich dabei auch noch zu zaghaft angestellt.
    Meine Lieblingslösung ist mein Speedking! Das geht gut, wenig Krümel o.ä. und das Entdeckelungswachs brauche ich auch - alles top!


    Gruß Jörg

  • Hallo Ralf!


    Das schnelle Sieben während der Honigschleuderung ist auch mein Problem. Diesbezüglich habe ich einmal den folgenden Beitrag geschrieben:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=32334&p=346030#post346030


    Zum Bau des Endlossiebes bin ich bisher nicht gekommen, es ist aber immer noch mein Ziel.


    Bei der gesamten Thematik kommt es voll auf die Art des zu schleudernden Honigs an. 2013 war bei uns das volle Melezitosejahr. Da war an ein Sieben während der Schleuderung nicht zu denken. In anderen Jahren kann man mit einem Spitzsieb, welches im Honig steht (das ist wichtig) schon 200 - 300 kg ohne größere Pobleme schleudern. Man muss sich aber immer überlegen, wie gehe ich weiter vor, wenn das Spitzsieb voll ist und somit unhandlich und klebrig ist. Da muss man sich schon Gedanken mach wie man das Sieb ohne gröberen Unfall heraus bringen kann. Eine Möglichkeit wäre, einen 2. Siebkübel zu verwenden und den Honig im 1. Kübel abzulassen, wodurch sich auch das Spitzsieb allmählich auf ein handliches Maß entleeren könnte.


    Vom Gedanken eines Klärfasses bin ich auch wieder weg gekommen, da bräuchte man auch größere Kapazitäten. Die Behälter müssten zuerst gereinigt werden, nach dem Klären nochmals reinigen und dann stehen die Behälter das ganze Jahr irgendwo herum.


    2013 schleuderte ich den melezitosehältigen Honig und füllte ihn ohne zu sieben gleich in die 40 kg Hobbocks ab. Nach ein paar Tagen schöpfte ich die aufgeschwommene Wachsschicht ab. Gesiebt wurde der Honig erst bei der Wiederverflüssigung. Für gerührten Honig wäre das nicht sehr brauchbar.


    MfG
    Honigmaul

  • Ein Honigsumpf arbeitet auch nicht anders als die Abfüllkanne mit dem konischen Sieb. Wenn ich mal groß bin und eine feste Anlage bauen sollte, würde ich mir das nochmal neu überlegen. Solange bleibe ich bei der Improvisation, die gut funktioniert.


    Ps: Mit dem Messer bin ich schneller als mit dem Fön. :daumen:

  • Ich halte die Kombikübel (Abfüllen, sieben) für eine Fehlkonstruktion. Der obeer Auslaufhahn sitzt viel zu hoch. Ständig ist die Gefahr des Überlaufens. Ich kümmere mich am Schleudertag nicht um das Sieben. Hier wird nur geklärt. Dazu stehen fünf 50kg-Kübel mit Ablasshahn erhöht auf einem Tisch. Sind die Kübel voll, ist Feierabend für diesen Tag. Sollte nur noch eine geringe Menge Waben zu schleudern sein, dann wird der erste Kübel des Tages gesiebt.
    Was hier vergessen wird. Nicht die Wachsreste verstopfen dass Sieb, sondern eine schleimartige Mischung aus Honig und Wachs.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • @ Maxikaner: Welche?


    Für Bernhards Antwort warum er keinen Sumpf benutzt. Ich hab mich eben gewundert weil 1 Tonne Honig schon eine Ansage ist und mir bei dieser Menge der Sumpf am praktikabelsten erscheint. Ich wusste nicht das Bernhard das im Moment als Improvisation nutzt.
    Ich denke auch das ich zum entdecken auf Messer umstellen werde.


    Grüße,


    Maxikaner