Wärmekammer

  • Hallo,


    diesen Winter geht's an einen neuen Schleuderraum. Ich würde gerne mittels Trockenbau einen Wärmeraum abzutrennen, wo ich die mittels Bienenflucht abgeräumten HR zwischenlagern kann und diese sich wieder etwas aufwärmen können. Damit der Honig kein Wasser ziehen kann, kommt eine Heiz- Trocknungseinheit zum Einsatz.


    Frage, wie groß mach ich das? Ich hab noch nie mit dem Messer entdeckelt, wieviel Flachzargen Dadant schafft man mit etwas Übung am Tag? DN schaff ich mit meiner 4'er Selbstwendeschleuder genau fünf zu entdeckeln während einer Schleuderung. Also vielleicht dreißig Waben pro Stunde. Kommt mir grade sehr wenig vor, aber man neigt ja sich zu betrügen. Wenn ich den Wärmeraum zu groß baue, fehlt mir woanders der Platz. Also klassisch Ego gegen Vernunft.


    Hat jemand einen Tipp für mich?


    Beste Grüß,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Ralf,


    je nach Tracht rechnen wir bei Mediumzargen mit etwa 2 Waben pro Minute und Person. Bei Halbzargen geht noch mehr.


    Fragt sich also wieviel Völker und welche Schleuder Du als Endausbau planst.
    Meines Erachtens machen solche Bauten aber erst ab mind. 100 Zargen überhaupt Sinn.

    Ob das im Zeitalter des small hive beetle eine gute Investition ist?



    Viele Grüsse vom nebeligen


    Mindelsee

    Imkerei Mader, Radolfzell-Stahringen

  • Hallo Ralf,
    wenn Du bei Dadant bist dann empfehle ich eine Tangentialschleuder.
    Dann bist Du schneller im Schleudern (locker in der halben Zeit )und der Wärmeschrank kann kleiner ausfallen, da die Waben ja weniger lang rumstehen.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Hallo Ralf,


    ich arbeite gerade am gleichen Projekt. Meinen Raum versuche möglichst massiv auszubauen, ist aber eher Geschmackssache.


    Mein Schleuderraum wird etwa 3,5x4m groß. Das muß für alles reichen! Zwischenlagern, incl. Trockner, Entdeckeln, Schleudern usw. Wozu willst Du den Wärmeraum abteilen? Besonders bei der Frühtracht macht es m.E. manchmal Sinn einen Trockner während des Schleuderns laufen zu lassen.


    Zur Entdeckelungsmesserfrage kann ich nur sagen, daß die Entdeckelungsgeschwindigkeit sehr stark von 2 Sachen abhängt. Erstens von der Qualität Deiner Waben, zb. möglichst gleichmäßige Halbrähmchen-Dickwaben, ohne Abstandshalter usw. Und zweitens von Deiner Handfertigkeit (=Handkraft). Meine Frau kommt mit unserem Messer gar nicht klar und kann dafür sehr gut mit einer Gabel entdeckeln.
    Wir haben eine simple Motor-Tangentialschleuder in die 8 Dadant-Halbwaben reinpassen. Wenn ich entdeckele, dann bin ich manchmal etwas schneller als die Schleuder... aber nicht immer.


    Gruß Jörg, Speedking-Fan

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Jörg K. () aus folgendem Grund: RS

  • Hallo Ralf,
    wenn Du bei Dadant bist dann empfehle ich eine Tangentialschleuder.


    Von ner Selbstwender auf ne Tangentailschleuder? Und dann soll die auch noch schneller sein? Also ich glaub s mal nicht


    Ich hab ne 20er Radial, da bin ich mit dem Handkurbeln schneller als die 20 Rähmchen entgabelt. Mit dem Heißluftfön ist die Zeit ca 1:1.
    Aber Tangential, mit selbst drehen? Nee, das würd ich nich wollen.


    Stefan

  • Hallo Ralf,
    wenn Du bei Dadant bist dann empfehle ich eine Tangentialschleuder.
    Dann bist Du schneller im Schleudern (locker in der halben Zeit )und der Wärmeschrank kann kleiner ausfallen, da die Waben ja weniger lang rumstehen.


    Kann es sein, daß du Radial meinst und nicht Tangential?


    Gruss
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Jörg,


    zum Ami-Messer (Pierce Speed King):
    Wichtig ist dass es richtig scharf ist und die Temperatureinstellung an deine Entdeckelungsgeschwindigkeit angepasst ist. Leute die schnell und tief entdeckeln brauchen eine etwas höhere Einstellung.
    Hoffmannschenkel gehen mit dem Ami-Messer auf einem Dorn sehr gut.


    zur Wärmekammer:
    Bei 14 qm natürlich witzlos. Die brauchst Du ja schon für einen Tagesvorrat Honigräume (bei ausreichender Raumhöhe).


    Wärmekammern sind im Erwerbsimkerbereich Standard. Wer einmal eine hat möchte nicht mehr drauf verzichten :cool:


    Gruss vom sonnigen


    Mindelsee

    Imkerei Mader, Radolfzell-Stahringen

  • Hallo Mindelsee,


    kannst das bitte noch mal erklären:


    Was ist ein Ami mit Dorn?


    Und warum sind 14qm witzlos? Ich habe 85 HR, wenn ich die Hälfte davon in den Raum reinkriege, dann brauche ich einen Tag, um sie wegzuschleudern...


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg,


    sorry für die Jargon-Audrücke


    Ami-Messer = Pierce Speed King, DAS Entdecklungsmesser
    Dorn = eine Leiste auf der Entdeckelungswanne mit einem Dorn nach oben, Wabe mit Seitenteil draufstellen, eine Seite entdeckeln, 180° rotieren, andere Seite entdeckeln, sieht dann so aus. http://3.bp.blogspot.com/_h5UD…8/s1600/0625101653-00.jpg


    Bei 14 qm willst Du den Raum nicht in zwei aufteilen. Der ist mit Waschbecken etc., Entdeckelungstisch, Wabenlager, Schleuder, ... sowieso schon eng.
    42 HR Dadant (Halbzargen) sind 3 Stapel. Wozu für 3 Stapel einen extra Raum (Wärmekammer) in den Du sie reinfahren und wieder rausfahren musst?


    Viele Grüsse vom sonnigen


    Mindelsee

    Imkerei Mader, Radolfzell-Stahringen

  • Vielen Dank schonmal!


    Ich brauch den Raum nur für die Aufbewahrung der Zargen zwischen Ernte und dem Schleudern, und ich möchte die dabei nur ungern höher als brusthoch stapeln, überkopf sicher nicht (42:3=14; 14x141mm = 2,10m). Wenn ich sechs Stapel a 12 Zargen hab komm ich auf 72 Zargen. Dann bräuchte ich eine Nettofläche von +\- 2qm (Die Zargen sind ja grob 50x50cm). Da ich händisch unterwegs bin, muß ich nicht zusätzlich noch einen Stapler drin parken. Leider. Also doch eher ein Kabuff als eine Kammer.


    Mit der Radialschleuder hab ich mal geliebäugelt, aber bis jetzt raten mir alle die eine benutzen davon ab. Meine Schleuder ist auch ok, wir kommen gut miteinander klar.


    Jörg : Mein Imkerkollege hat auch einen Schleuderraum von ungefähr 14qm, das wird mitunter ziemlich eng. Es steht eigentlich immer alles im Weg. Da noch was abtrennen würde ich nicht machen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo !


    Die Disko hier ist recht interesant, einen ähnlichen Raum habe wir auch im Kopf,
    allerdings erst mit einem (eben zu planenden) Neubau ....


    Der Raum sollte aber eher einen Mehrfachnutzen haben, nicht nur erwärmt,
    sondern auch gekühlt werden können,
    .... mit Hubwagen befahrbar ....
    ... na wie der neue Schleuderraum und Lager und .... halt auch.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hier eine Tabelle über die Temperatur und relative Luffeuchte, die eingehalten werden müssen, wenn der Honig bei der Verarbeitung und Lagerung kein Wasser ziehen soll. Sehr wichtig. Ein Hygrometer und Thermometer gehören also zur Grundausrüstung dazu.


    10°C = 54 % rel. Luftfeuchte
    20°C = 60 % rel. Luftfeuchte
    30°C = 70 % rel. Luftfeuchte
    34°C = 75 % rel. Luftfeuchte
    40°C = 55 % rel. Luftfeuchte
    (Die Angaben stammen aus dem Buch: Bienenzucht als Erwerb von Friedrich-Karl Böttcher, ISBN 3-431-02358-4, Seite 269)


    Je kälter die Raumtemperatur, desto trockener muß die Luft sein, damit der Honig kein Wasser zieht. Bei 34°C zieht Honig kein Wasser mehr und gibt auch kein Wasser ab. Bei höheren Temperaturen werden trockenere Verhältnisse benötigt, da der Honig wieder schneller Wasser zieht.


    => Nicht zu warm hochdrehen.


    Wenn der Honig kein Wasser ziehen soll, hat sich bei mir erfahrungesgemäß eine Temperatur von knapp unter 30°C und eine Feuchte von < 50 bis 60 % rel. Feuchte bewährt.


    Mit einem Kondensationstrockner habe ich die Luft am besten trocken gekriegt, indem ich die Luft im kalten Zustand getrocknet habe und erst dann die Temperatur angezogen habe.


    Viele Grüße


    Bernhard