Imkerausbildung ja oder nein

  • Zu erst einmal wünsche ich allen einen schönen guten Tag =) .... und ja, das ist mein erster Beitrag hier im Forum.
    Vor weg, ich habe bereits die Suche bemüht, jedoch leider keinen passenden Beitrag, bzw. nur alte Beiträge gefunden.


    Ich spiele nun schon seit längerem (fünf Jahre) mit dem Gedanken eine Ausbildung zum Imker zu machen, also das ganze dann auch (natürlich) Hauptberuflich anzugehen.
    Ich überlege mir nur, ob das ganz Sinn macht bzw. klappen wird oder ob es nicht sinnvoller ist in dem Job zu bleiben, den ich gerade ausübe und "nur" nen Wochenends Imker zu werden und dann langsam aufstocke um evtl. irgendwann einmal das Hobby zum Beruf zu machen. Weil, mein finanzieller Background sieht eher so aus, dass ich mir zwar die ein oder andere Zarge leisten könnte, aber viel mehr als 5 Völker springen da glaube ich nicht raus.


    Gibt es hier im Forum Berufsimker, die eine ähnliche Situation erlebt haben und mir ihren Erfahrungsbericht zukommen lassen könnten.


    Ich denke mal, dass man während der Ausbildung schon Gelegenheit hat sich ein paar Bienenvölker aufzuziehen und evlt. auch Aquise zu betreiben, bzw. einem wird das ganze ja während der Ausbildung bei gebracht. Und ja, evtl. knüpft man dabei auch schon Knotakte, um danach in eine bestehende Imkerei mit einzusteigen -als Angestellter quasi. Oder man wird gleich weiter gereicht?


    Wie sehen da überhaupt die Chancen aus? Also, als Imker angestellt zu werden...
    Bei den aktuellen Stellenanzeigen habe ich genau EINE für nen Meister Imker gefunden, der dann an nem Institut keine Ahnung 150 Völker betreuen soll und nach Tarif bezahlt wurde.


    Ist es leicht seinen Honig an einen großen Abnehmer zu verkaufen, oder empfiehlt es sich das ganze dann selbstständig an den Mann zu bringen... Ach, so viele Fragen.


    Naja, ich denke, dass ich im Laufe der Tage noch mehr Beiträge mit konkreteren Fragen stellen werde, sofern die Resonanz denn positiv ausfällt und es hier überhaupt Leute gibt, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und mir helfen können.


    Zu meiner Person:
    Ich spiele schon sehr lange mit dem Gedanken in die Imkerei einzusteigen. Habe auch schon einen Imkerkurs belegt und war danach noch angefixter als vorher. Zu dieser Zeit war es mir jedoch leider nicht möglich sofort anzufangen. Jetzt habe ich nen Job und bin nicht wirklich zu frieden und mein Wunsch endlich mit den Bienen anzufangen wird jeden Tag stärker ...


    Btw. sorry, dass der Beitrag so unstrukturiert ist, sind halt gerade auch viele Gedanken und Fragen, die mich recht ungeordnet beschäftigen.


    So, in der Hoffnung, dass man einigermaßen durch steigt.
    Ich werde mich wahrscheinlich heute Abend noch einmal in Ruhe melden (gerade eher schlecht, da die Mittagspause gleich rum ist) und dann auch mit konkreteren Fragen.
    Jetzt geht es erst einmal, wie schon beschrieben, darum, ob hier überhaupt Berufsimker sind, die mir helfen können....



    Weiterhin wünsche ich noch einen schönen Tag,
    Knigge

  • Hallo Knigge,



    was mich interessiert, wie alt bist du?
    Mein Tipp für das Leben ist, wenn du bei irgendwas mit Herz dabei bist, mach es und du wirst meistens erfolgreich sein.
    Ich kenne eine Hand voll frei berufliche Künstler die ihren Lebensunterhalt mit Musik, Zaubern, Feuershow und was weis ich noch alles bestreiten. Sie verdienen soviel das es zum Leben langt. Nicht mehr nicht weniger.
    Sie machen aber das was ihnen Freude macht.
    So wie ich deinen Beitrag lese, hast du nicht mal Bienen bis jetzt?
    Wie willst du dann wissen ob das was für dich ist? Wenn du 200 Völker betreust 14 Stunden Arbeitstage hast und trotz Regen und Rückenschmerzen an den Völkern Arbeiten musst, ist es mit der Naturromantik schnell vorbei.
    Die meisten Berufsimker haben einen Elterlichen Betrieb übernommen (wie bei Landwirten allgemein üblich), einige sind über den Weg der Nebenerwerbsimkerei zum Berufsimker geworden. Das hat aber meistens so 10 Jahre oder länger gedauert.
    Die anderen großen die ich kenne, machen das alles im Nebenerwerb.
    Mein Tipp, lern erstmal Kart fahren bevor du dir Gedanken um die Formel1 macht.
    Hängt dein ganzen Herzblut dran, such dir eine Imkerei die dich über die Saison anstellt, kündige deine Job und probier dein Glück....


    Grüße,


    Maxikaner

  • Einer sucht ein neues Hobby, wo er möglichst weder Geld, Zeit noch Arbeit investieren muß, der nächste will gleich Berufsimker werden, ohne je eine Biene gehabt zu haben. Unterhaltsam isses.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wie im richtigen Leben sag ich mal =)...


    Es geht mir hier jetzt in erster Linie darum, ob wer diese Erfahrung bereits gemacht hat. Also, die Ausbildung zum Imker und wenn ja, welche Erfahrungen er damit gemacht hat. Wie es ihm während und nach der Ausbildung ergangen ist, wie schwer oder leicht es ihm gefallen ist Fuß zu fassen, einen Kundenstamm aufzubauen etc..
    Ist er sofort in die Selbstständigkeit gegangen, oder war er die erste Zeit angestellt etc..


    Und an der Stelle, so leicht ist es nicht mal eben nen Praktikum zu machen. Also, an sich schon, aber dafür müsste ich meinen Job hin schmeißen. Und wenn ich das mache, wieso dann nicht gleich mit der Ausbildung beginnen, wo ich über ein halbes Jahr nen Kurs besucht habe (zu Zeiten meines Studiums), in dem uns alles mögliche gezeigt wurde (wobei ich weiß, dass viel mehr dahinter steckt!!) und in dem ich -so denke ich- einen einigermaßen guten Eindruck von dem bekommen habe, was mich erwarten könnte...


    Ich bin mir durchaus darüber bewusst, dass es nen Fulltimejob ist. Das ist ja auch mein Ziel, ich meine, ich will meinen Lebensunterhalt damit verdienen. Ich arbeite jetzt 40h die Woche -immer.
    Ich gehe davon aus, dass ich als Berufsimker auch ne 40h Woche haben werde, wobei das ganze im Mittel gesehen ist. Klar, im Frühjahr bis zur Sommersonnenwende und darüber hinaus auch gern ein paar Stunden mehr -wieso auch nicht.


    Also, ich denke ich weiß, was auch mich zu kommt UND ich weiß, dass es mir Spaß machen wird.
    Mir geht es gerade nur darum, ob ihr Erfahrungen mit diesem Start in diesen Beruf gemacht habt.
    Oder hat hier jeder den Betrieb seiner Eltern übernommen bzw. ist nen Hobbyimker?


    Ähm, bitte nicht als Angriff verstehen =) ....
    Schon mal Danke...




    \\edit:
    Ich bin Ende 20 =) ...




    \\edit1:
    "Woher willst du wissen, ob das was für dich ist?"
    Diese Frage ist ulkig, woher soll man je wissen, ob etwas was für einen ist, wenn man es nicht versucht hat!? Und, ne Ausbilung heißt ja nicht, dass ich mir von jetzt auf gleich 200 Völker zulegen werde und klar, während dessen kann ich auch merken, dass es eben nichts für mich ist, was ich nicht denke.
    Es geht mir nur darum, wie leicht/schwer ist der Einstieg, gibt es Erfahrungen, auf was sollte man achten etc. ...

  • kleiner Tip:


    fang erstmal mit wenig an. Also am besten mit 2 oder 3 und versuche die am laufen zu halten, evtl. wird es schon im 1. Jahr aus den 2 Schwärmen 4 oder mehr. Unter Umständen wird das vom Arbeitsamt auch gefördert. Allerdings brauchst dann mindestens 61 Völker (zumindest in Bayern).


    Am Anfang dauert es immer etwas länger, wenn ich mal sage im 1. Jahr 2Std. pro Volk und Woche sind schon mal drin, wird aber mit der Zeit deutlich weniger. Und es gibt dann im Sommer Hochsaison mit Bienen und im Winter Hochsaison Beuten- und Rähmchenbau, Reparatur, etc.


    Ob Du den Meistertitel hast oder nicht, ist deinen Bienchen eigentlich egal. Hauptsache Du behandelst Sie gut. Und wo Du das erlernt hast, ist denen egal. Und ob Du mit Meistertietel mehr Ertrag erwirtschaftest oder nicht, steht auf einer anderen Seite. Hier zählt dann die Vermarktungsstrategie und die Vermeidung von Ausfällen und Fehlinvestitionen.


    Gruß GM

  • Hallo Knigge,


    da Du mit dem Gedanklen spielst, direkt für Großabnehmer zu produzieren > Vergiß es.
    Damit bekommst Du nicht mal die Kosten rein. Die Chinesen und Andere sind billiger, als Du es jemals sein kannst.
    Fang mit ein paar Völkern an, und dann sieh weiter.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Zu erst einmal wünsche ich allen einen schönen guten Tag =) .... und ja, das ist mein erster Beitrag hier im Forum.
    Vor weg, ich habe bereits die Suche bemüht, jedoch leider keinen passenden Beitrag, bzw. nur alte Beiträge gefunden.


    Ich spiele nun schon seit längerem (fünf Jahre) mit dem Gedanken eine Ausbildung zum Imker zu machen, also das ganze dann auch (natürlich) Hauptberuflich anzugehen.
    Weiterhin wünsche ich noch einen schönen Tag,
    Knigge


    Hallo Knigge. Versuch doch einfach einen Quereinstieg. Dazu mußt du 50 Völker nachweislich erfolgreich wenigstens 5 Jahre lang betreuen. In dieser Zeit kannst du dich ja schon mal um den Verkauf des Honigs kümmern. Am besten du erkundigst dich bei einem Bieneninstitut wie du es richtig angehst.


    http://www.berufsimker.de/inde…usbildung-zum-berufsimker


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo zusammen!


    Mal ne blöde Frage von mir so nebenbei. Wieso muss man eigentlich immer vorher schon einige Jahre geimkert haben, um ne Ausbildung anfangen zu können? Jetzt mal Hand aufs Herz. Wer hat das von Euch vorher bei Eurem Beruf auch gemacht? Also wer ist hier Rechtsanwalt und hat vorher Jahre lang als Anwaltsgehilfe gearbeitet? Oder wer ist Buchhalter und hat vorher schon als Aushilfsbuchhalter gearbeitet? Das ganze geht bei einigen Berufen (wie z. B. der Imkerei) recht gut, bei anderen (wie meinen Beispielen) halt nicht. Ich finde, wer einen Imkerkurs bzw. Praktikum besucht hat, kann schon gut einschätzen, ob die Imkerei grundsätzlich etwas für einen ist. Dann kann man auch mit einer Ausbildung starten. Was danach ist, bleibt doch jedem selber überlassen. Ist doch in anderen Berufen auch so. Welcher KFZ Mechaniker macht sich denn direkt nach der Ausbildung selbstständig? Gut, das Angebot an stellen ist als Imker nicht so üppig. Aber da muss man dann halt flexibel sein und ggf. umziehen. Oder man hat genügend Rücklagen um direkt nach der Ausbildung anzufangen. Ich habe das bei einem Kurs im Bieneninstitut in Münster mit bekommen. Die bilden auch aus und der Azubi war dort im dritten Lehrjahr. Der hatte sich in den drei Jahren einen Völkerstamm von rund 100 Völkern aufgebaut und ist direkt danach in die Selbstständigkeit gegangen. Wie er die Beuten finanziert hatte, kann ich aber nicht sagen.


    Also vieles ist möglich, aber vor der Ausbildung erst selber die Ausbildung in Form von zig Jahren selber Bienen zu halten, halte ich für nicht nötig. Wie das jedoch die Ausbilder sehen, die dann ggf. auf eine Stelle drei Bewerber haben, von denen zwei bereits seit der Kindheit selber Bienen halten, kann ich nicht sagen. Ich würde jedoch schätzen, dass hier die Azubis genommen werden, die bereits Erfahrung haben.


    Risiko gibt es immer - in allen beruflichen Entscheidungen.


    Gruß
    Frank

  • Hallo Knigge,


    erstmal willkommen hier im Forum unter den Bienenverrückten!


    Mir fallen schon Imker ein, die Deine Fragen beantworten können und wohl auch wollen: Zuerst Ansgar Westerhoff bei Göttingen, der soll schon einigen gleitend in die Selbständigkeit geholfen haben


    westerhoff-imkereibetriebe.de


    Aber fang' erstmal an mit eigenen Bienen nebenher. Dann bekommst Du schon eine Ahnung, dass es professionell dann sowieso ganz anders ablaufen wird...


    Gruß Peter

  • Die Geschichte mit dem Nachdenken ist manchmal problematisch. Statt die letzten 5 Jahre über die Ausbildung nachzudenken, hättest du doch 5 Jahre Imkern können :P Nicht so ernst gemeint.


    Ich an deiner Stelle würde es machen, wenn du davon überzeugt bist. Die Ausbildung mag der direkteste Weg zu einem Berufsimker zu sein. Quereinstieg wie oben geschrieben wäre aber sicherlich auch eine Möglichkeit. Dauert länger, ist aber vermutlich "Erkenntnisreicher".


  • Und an der Stelle, so leicht ist es nicht mal eben nen Praktikum zu machen. Also, an sich schon, aber dafür müsste ich meinen Job hin


    Das ist das was ich gesagt habe, wenn du was willst, dann zieh es durch. Kompromisslos. Dann brauchst du auch keinen Rat ob das was ist. Dann mach es. Hau den sicheren Job in die Tonne und fang an.
    Wenn du ein macher bist, wirst du erfolg haben. Unabhängig ob du einen Delikatessenhandel, Forstbetrieb oder eine Imkerei gründen willst.


    Ich bin mir durchaus darüber bewusst, dass es nen Fulltimejob ist. Das ist ja auch mein Ziel, ich meine, ich will meinen Lebensunterhalt damit verdienen. Ich arbeite jetzt 40h die Woche -immer.
    Ich gehe davon aus, dass ich als Berufsimker auch ne 40h Woche haben werde, wobei das ganze im Mittel gesehen ist. Klar, im Frühjahr bis zur Sommersonnenwende und darüber hinaus auch gern ein paar Stunden mehr -wieso auch nicht.


    Siehst du mit dieser Aussage hast du gerade zu erkennen geben, dass du nicht weißt um was es geht. Nichtmal ansatzweise.
    Jeder selbstständige Installateur arbeitet lockere 60 Stunden und mehr die Woche, da denkst du ernsthaft du kommst auf 40 Stunden?????
    Plan mal mit 60 und in der Saison mit 75. Dann die ganzen Weihnachtsmärkte, Sonntagsarbeiten usw.
    Mit Ende 20 war ich nicht mehr so blauäugig, das mal so am Rande



    Also, ich denke ich weiß, was auch mich zu kommt UND ich weiß, dass es mir Spaß machen wird.


    Nein das weisst du nicht! Du weißt nicht wie es ist 75.000€ in eine Schleuderstraße zu investieren. Komplette Ernteausfälle wenn eine Tracht aus bleibt, du weißt nicht wie es wenn dir von 150 Völkern 50 geklaut werden und du vor Existenzangst nachts nicht mehr schlafen kannst. Du kannst dir auch nicht vorstellen wie es ist 3 Wanderstände zu haben und plötzlich brichst du dir das Sprunggelenk als du auf dem Weg zum Auto umknickst.
    Wer hilft dir die Völker dann zu betreuen?




    Mir geht es gerade nur darum, ob ihr Erfahrungen mit diesem Start in diesen Beruf gemacht habt.
    Oder hat hier jeder den Betrieb seiner Eltern übernommen bzw. ist nen Hobbyimker?


    Mir ist kein einziger bekannt, der die Ausbildung zum Imker gemacht hat ohne vorher Bienen gehabt zu haben, bzw. mit der Aussicht den elterlichen Betrieb zu übernehmen.





    Diese Frage ist ulkig, woher soll man je wissen, ob etwas was für einen ist, wenn man es nicht versucht hat!? Und, ne Ausbilung heißt ja nicht, dass ich mir von jetzt auf gleich 200 Völker zulegen werde und klar, während dessen kann ich auch merken, dass es eben nichts für mich ist, was ich nicht denke.
    Es geht mir nur darum, wie leicht/schwer ist der Einstieg, gibt es Erfahrungen, auf was sollte man achten etc. ...


    Ulkig finde ich, dass du anscheinend denkst, 50 Völker langen zum leben. Wenn du davon leben willst, sind 150 das Minimum. Wenn du eine Frau und 2 Kinder mal haben willst, kommst du in Gefilden von 300-400 Völker.


    Der Einstieg ist schwerer als jeder andere Selbstständigkeit, ich würde es vergleichen wie wenn du jetzt auf die Idee kommst Milchbauer zu werden....


    Würde dir auch nicht in den Sinn kommen, nur weil du Kühe magst oder?



    Grüße



    Maxikaner