Beute und Betriebsweise den Milben und Käfern anpassen?

  • Servus beinand!


    Im neuen Buch von Dr. Ritter: Bienen naturgemäß halten, wird ein Feldversuch von Seeley erwähnt.


    Dabei wird eine Gruppe von Völkern in eine Zarge gesetzt, der anderen Gruppe werden 3. Zargen zur Verfügung gestellt.


    Dann wurden sie sich selbst überlassen. Fazit: Die kleinen Völker schwärmten zu 83%, die großen nur zu 17%.


    Milben waren in den kleinen Völkern nur 173 im Schnitt, in den großen aber 1771.


    Seeley sagt, die Bienen können nicht ohne Behandlung überleben, solange sie:


    In großen Nestern leben, auf dem Boden stehen müssen, mit ihnen gewandert wird und sie von der Drohnenaufzucht abgehalten werden.
    Zudem sollten sie nicht zusammen auf Ständen stehen.


    Nach Seeley sind kleine, schwarmfreudige Völker bei weitem weniger mit Varroen und Viren belastet, als große.



    Mir kommt vor, Dr. Ritter schwärmt direkt fürs Schwärmen wenns um die Krankheits und Schädlingsprophylaxe geht! (Was mir recht sein soll!)


    Zum anderen schreibt er auch: Daß eine Brutentnahme nach der Tracht nicht so widernatürlich ist, da auch sich selbst überlassene Völker Fluchtschwärme bilden wenn der Infektionsdruck zu hoch wird. Wer kann sich noch an die Varroafluchtschwärme erinnern? Ich hab die letzten
    15 Jahre keinen mehr gesehen. Haben wir ihnen die natürliche Reaktion durchs Behandeln genommen?


    Zum Beutenkäfer bemerkt Dr. Ritter, daß schon geschwächte Völker dem Käfer eher zum Opfer fallen.


    Der Drohn sagt: daß wir vor allem die Volksgröße dem Beuteninhalt dementspr. anpassen müssen, damit der Käfer weniger Chancen hat.



    Das alles und noch viel mehr, obs jetzt Standort, Wandern, Beutenvollumen, Nahrungsangebot sind, (Tracht bewirkt Putztrieb) oder auch die Aufstellungsweie, sowie vor allem auch unsere Einstellung zur Drohnenaufzucht bzw. Schwarmunterdrückung oder- förderung, zwingt uns,
    die Frage zu stellen, ob wir nicht alles überdenken müssen, um für die künftigen Herausforderungen gewappnet zu sein, obwohl wir das hier schon 1000 mal diskutiert haben!


    Vielleicht sollten wir mal festhalten, was sich schon alles rauskristlalisiert hat und nicht immer alles so durchzudiskutieren, bis keiner mehr weis
    ob man Männlein oder Weiblein ist.


    Griass Simmerl

  • Hallo Simmerl,
    das Buch lese ich auch gerade, sehr interessant, empfehlenswert. Den Seeley habe ich davor gelesen, genauso interessant. Z.B. auch, welche Behausung Bienen bevorzugen, wenn sie schwärmen. es ging um die ideale Größe. Und da liegen die Zadant oder Dadant m. 10 W gerade richtig. Die Fluglochgröße ist mit entscheidend.
    Vorletzten Sonntag Vortrag von Dr. Neumann, Aulendorf: bei der Zucht hat die Vitalität der Biene oberste Priorität. Der Ertrag kommt erst an zweiter Stelle! Von Sanftmut hat er schon gar nichts mehr gesagt. Die bisherige Zuchtrichtung hat der Biene die Widerstandskraft gekostet. Immer öfter höre ich mit Erstaunen da neue Töne. Findet jetzt doch ein Umdenken und Über-den-Tellerrand-Schauen statt? Und Prof. Menzel in Berlin hat ja auch mittlerweile noch ganz andere Zusammenhänge erforscht (s. hier http://www.swr.de/natuerlich/f…=100810/7yg1ir/index.html).

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi