Standortkapazitäten und Völkerzahl

  • Hallo,
    Honig ist Bienen-FUTTER.
    Natürlich öffnen die Bienen jederzeit Honigzellen, auch im Sommer, bei Bedarf; sprich Hunger.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Einmal verdeckelte Zellen werden im Sommer wieder aufgebissen? Wirklich?


    Ja. Werden sie. Bei mir wird die Futterkappe über der Brut bereits befüllt, bevor (oder während) die Honigräume aufgesetzt sind.
    Die erste Ernte findet meist statt, wenn der Raps gerade die ersten Blüten zeigt. Gleichzeitig mit dem Honigraum wird -wie gesagt- die Futterkappe auf den Brutwaben gebildet und teils mit verdeckelt.


    Meine Immen überwintern bekanntermaßen auf Honig.


    Bliebe der gesammelte (und verdeckelte) Frühjahrshonig in der Futterkappe, wäre dieser spätestens nach 4 Wochen (allerspätestens aber im Herbst) in den Zellen hart wie Stein.
    Nun weisen aber ehemalige Brutwaben, die ich im September oft noch austragen lasse, regelmäßig flüssigen Honig in den Futterkappen auf.
    Es findet also im Laufe des Bienenjahres ein Austausch des Futterkappeninhalts statt.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Ich verstehe nur Bahnhof. Also einen einzigen Honigraum DNM/zwei Dadanthonigräume pro Tracht soll nicht zu schaffen sein? Wie erntet ihr denn?

  • Moin zusammen,


    ich verstehe Eure Aufregung nicht ganz.


    natürlich gibt es Trachtlücken und natürlich gehören ein bisschen Erfahrung und Glück dazu gute Honigerträge zu ernten. Teilweise lese ich Eure pessimistischen Beträge mit Sorge...


    Ich achte bei meinen Völkerkontrollen auch immer sehr auf den Futterstand und den Anteil der offenen, vollen Zellen. Diese werden schnell und genau bei Bedarf verbraucht und abgesehen von Brutnesträndern (->Mirko) werden die verdeckelten Futterzellen nur bei wirklicher Not im Sommer geöffnet. Das ist sicher auch von der Bienengenetik abhängig, aber m.E. herrscht dann schon erheblicher Hunger!


    Die Arbeitsweise mit nur einem DNM-HR kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen. Das wäre ja raummäßig das Gleiche wie die HBB-Betriebsweise und das funktioniert zumindest bei mir nicht.


    Gruß Jörg

  • Ich möchte nur nochmal zitieren, um was es ging:



    Wenn man als Anfänger nicht mehr als 10 Kilogramm im Jahr und pro Volk erntet, ist das aufgrund der Anfangsschwierigkeiten nicht weiter verwunderlich. Nach fünf Jahren oder so, sollte man aber schon >50 kg pro Volk ernten können. Bei einer Standimkerei. Das sind ja gerade mal zwei DNM-Zargen. Wenn man wandert, dann schafft man dieses Gewicht ja sogar pro angewanderter Massentracht. (ca. 30-50 kg)


    Ich bzw. meine Bienen schaffen keine 2 Honigräume Dadant pro Tracht (okay, Anfänger), aber wenn ich das so richtig mitkriege liegt der Schnitt bei anderen nicht besser. Mich wundert also deine Aussage, mit den >50kg pro Volk in der Standimkerei. Das ist ne Menge Nektar, rechnest du ja selber vor. Wo soll das herkommen, vor allem noch als Durchschnitt über alle Völker? Ich würde dir gerne glauben dass 50kg in der Standimkerei im Schnitt problemlos machbar sind (wer würde das nicht), frage mich aber was man tun muss, um da hinzukommen?

  • Ich würde dir gerne glauben dass 50kg in der Standimkerei im Schnitt problemlos machbar sind (wer würde das nicht), frage mich aber was man tun muss, um da hinzukommen?


    'Problemlos' führt auf die falsche Fährte. Das geht, wenn Deine Umgebung das hergibt, ich imker am Ortsrand, eine Bahntrasse führt hier vorbei mit Brombeere und Robinie, es gibt Raps usw., usf., der Dorffriedhof ist mit alten Linden bepflanzt, durch den Ort geht eine Allee mit Linden und ein paar Kastanien hat es auch. Aufbautracht ist das Obst in den Gärten, die Weiden am Waldrand und eine Läppertracht hab ich durch die Gärten rundum auch immer.


    Dazu kommst dann Du, wenn alle Deine Völker schwärmen oder so schwach einwintern, daß sie zum Jahresende erst wieder auf Sollstärke sind, wird es trotzdem nix.


    Dann das Wetter. Wenn es beim Raps dauernd regnet, danach aber sofort 28*c Grad wird und die Robinienblüten einfach in drei Tagen durch sind, wird es auch schwierig.


    Wenn Alles optimal läuft, sind 50+ kg pro Volk in der Standimkerei drin, HIER. Im Nachbarort vielleicht, auf der Alm mit Sicherheit nicht. Den Schuh, daß wenn Du weniger Ertrag hast, Du ein schlechterer Imker bist, brauchst Du Dir mit Sicherheit nicht anzuziehen, das hängt von so vielen Faktoren ab, da pauschalisiert '50kg sind immer drin' zu sagen ist in meinen Augen Quatsch.


    Beste Grüße,
    Ralf


    Edith sagt, Klimazone 7b und beste Böden, also auch im Hochsommer alles gut versorgt. Ziemlich ideale Bedingungen also :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn Du die Völkerzahl entsprechend den örtlichen Verhältnisse anpaßt, kein Problem. Also ein Honigraum pro Jahr sollte aber doch wohl mindestens drin sein. :eek:

  • Wenn Du die Völkerzahl entsprechend den örtlichen Verhältnisse anpaßt, kein Problem. Also ein Honigraum pro Jahr sollte aber doch wohl mindestens drin sein. :eek:


    Wenn Du sehr hoch imkerst und die Vegetationszeit entsprechend kurz ist, kann auch weniger einen guten Ertrag bedeuten. Ob gut oder nicht ist doch immer in Relation zu anderen Imkern unter ähnlichen Bedingungen. Und die sagen NIE die Wahrheit ;)


    Wenn also Du 30kg pro Volk erntest, Deine Standkollegin aber nix und sogar füttern muß, dann kann das bedeuten, daß Du ein besserer Imker bist und sie nicht, oder das Du ein miserabler Imker bist und sie ein noch schlechterer.


    Allzeit volle Honigtöpfe wünsche ich Euch!
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Also ein Honigraum pro Jahr sollte aber doch wohl mindestens drin sein. :eek:


    Womit wir aber bei 20kg wären, das ist ja dann der Schnitt den alle schaffen. Ich wills gar nicht kleinreden, aber es war wohl doch so gemeint: 50kg unter angepasster Völkerzahl und ziemlich optimaler (ganzjähriger) Tracht, oder?


    rase : In meiner Gegend schauts eigentlich ähnlich wie bei dir aus: Ortsrand einer Stadt, am Rand zum Auwald mit viel Weide und Springkraut, Felder auf denen es Raps gibt in der Nähe, Ahorn, Kastanie, nur die Linde fehlt fast völlig.
    Dennoch wars diesen Sommer so, dass es wochenlang trocken war. Es hat geblüht, aber die Bienen haben nix gefunden. Die Sommertracht war schlicht nicht vorhanden. Ich gebe zu, aus der Frühtracht hätte ich wohl bei anderer Völkerführung statt 15kg pro Volk 30 rausholen können.

  • Liebe Imkerinnen und Imker, Männer und Frauen der "Zunft",


    eine derartige Diskussion war nicht meine Absicht - dennoch herzlichen Dank nochmals für all' die Beiträge. Ob 50, 30 oder 10 kg - darum geht's ja nicht. Ich lebe ja nicht davon, sondern mache es aus Spaß an den Bienen und vielleicht auch noch ein wenig, um dem Demeterhof etwas zu geben, was der nach seiner Philosophie benötigt.


    Es ging mir darum, ob es derartige große Unterschiede an einem Standort geben kann und ob das zwangsläufig am Trachtangebot liegen muss. Es soll auch keinesfalls über gutes oder schlechtes "Imkern" geurteilt werden - das maße ich mir nicht an. Ich habe verstanden, dass es nicht zwangsläufig am Trachtangebot liegt, sondern dass zahlreiche Faktoren das beeinflussen.


    Beste Grüße


    Herzlichen Dank !

  • Dennoch wars diesen Sommer so, dass es wochenlang trocken war. Es hat geblüht, aber die Bienen haben nix gefunden. Die Sommertracht war schlicht nicht vorhanden. Ich gebe zu, aus der Frühtracht hätte ich wohl bei anderer Völkerführung statt 15kg pro Volk 30 rausholen können.


    Hallo Rugnuza,


    die Wetterextreme nehmen zu. Sehr warme und trockene Phasen werden über Nacht von viel zu kaltem Wetter abgelöst. Die nektarspendenden Pflanzen können sich nicht über Nacht darauf einstellen, am nächsten Tag Nektar zu produzieren, nur weils plötzlich mal 15 Grad wärmer ist, als am Vortag.


    In diesem Jahr sah es hier fast überall schlecht aus. Auch während der Rapstracht war es sehr oft zu kalt. Im letzten Jahr wars auch schon genauso miserabel, da hats aber der sehr warme Juli mit einer hervorragenden Tautracht noch rausgerissen.


    Wenn Du 50 Kg Honig pro Volk ernten möchtest (es gibt mit Sicherheit Imker, die das auch im letzten und diesem Jahr hier geschafft haben!), dann brauchst Du einen perfekten Standplatz. Und zwar einen solchen, wo es auch während längerer Trockenperioden honigt. Vielleicht gibts an der Isar ein paar Fleckchen, wo sich die Bienen durchläppern können? Und lange Flugstrecken sind kontraproduktiv.


    Gruß Sven