Artikel Stadtimkerei schädlich?

  • Das Veterinäramt interessiert der genaue Standort der Beuten.


    Ja vielleicht auch wo mein Kater nächtigt.


    Ich denke mal, dass bei einem 1 oder 2 Volk Imker, denen ich vollsten Enthusiasmus zugestehe, die Gefahr von Seuchen, ich denke alle haben da AFB im Kopf, am wenigsten gross ist.


    . Die Seuchenkasse die Anzahl. .


    Das spielt bei solch einem Imker sicherlich keine Rolle, ich denke diese 1 oder 2 Völkerklientel sind meist gutverdienende Menschen, sehr naturbewusste Hausfrauen sind, aber nicht Menschen, die jeden Cent umdrehen müssen.


    Warum aber nicht dem Verein neben der Anzahl der Völker auch den Standort mitteilen und die leiten das dann weiter ?.


    Den Verein interessiert nur die Völkerzahlen, damit der DIB seine Werbeprämie kassieren kann:-?


    Ich denke, dass sie solche Imkereien vielleicht sogar die Zukunft der Bienenhaltung sichern können, zu mindestens schaden Sie sicherlich keinen Menschen und schon gar nicht der Natur.

  • Lieber Honigmayerhofer,


    Ich merke schon, wir haben hierzu unterschiedliche Meinung. Jedem die seine.
    Trotzdem verstehe ich nicht, warum es Dir so schwer fällt einzusehen, dass wenn man eine Seuche, wie die Faulbrut, bekämpfen will, man über den genauen Standort der Völker anderer Imker Kenntnis haben muss. Die Bekämpfung der Faulbrut funktioniert nur, wenn in einem bestimmten Umkreis um den Fund alle (und wirklich alle!) Völker untersucht werden und ein Sperrbezirk verhängt wird. Du bist scheinbar gegen die lückenlose Registrierung der Völker und somit für mich automatisch gegen effiziente Seuchenbekämpfungsmaßnamen. Kann das im Sinne der Imkerschaft sein ? Ist das in Deinem Sinne ?

  • Hallo,


    Trotzdem verstehe ich nicht, warum es Dir so schwer fällt einzusehen, dass wenn man eine Seuche, wie die Faulbrut, bekämpfen will, man über den genauen Standort der Völker anderer Imker Kenntnis haben muss.


    Hat bisher nicht funktioniert, wird auch nie funktionieren. Einige Spezies wandern doch immer noch ab, sobald erste Gerüchte in Umlauf kommen. Und das geht in Zeiten moderner Kommunikationsmöglichkeiten schneller, als man denkt.


    Die Bekämpfung der Faulbrut funktioniert nur, wenn in einem bestimmten Umkreis um den Fund alle (und wirklich alle!) Völker untersucht werden und ein Sperrbezirk verhängt wird.


    Nö, die AFB kann man vor allem auch dadurch bekämpfen, dass man die Bienen nach der Honigernte eine Bauerneuerung durchführen lässt. So werden die Bienen nicht nur diverse Gifte los, die im Stock sind, sondern auch evtl vorhandene Erreger. So eine TBE dauert keine 2 Wochen, dann ist alles wie neu.


    Achtet lieber ein bisserl mehr auf eure eigenen Bienen, bevor die Augen anfangen in Richtung Nachbar zu schielen :wink:


    Gruß Sven


  • Ich sehe das auch nicht mehr durch die rosarote Brille. Als in meiner Gegend Faulbrutsperrbezirk war, wurden viele Völker versteckt oder aus dem gesperrten Bezirk gebracht und hier waren keine 1 oder 2 Volkimker dabei.


    AFB kann man schon auch selbst beeinflussen und auch bekämpfen.

  • Sven, Du beschreibst den Sanierungsprozess. Ungeachtet dessen, nützt Dir Dein Aufwand wenig, wenn Imker in Deiner Nähe auch infiziert sind aber nichts dagegen unternehmen. Eine einzige verflogene Biene aus dem fremden Stock und Du kannst von vorne Anfangen. Deshalb braucht es eine allgemeine Standort Meldepflicht, damit im Notfall alle Imker mit infizierten Völkern im Umkreis sanieren müssen.

  • Soweit ich mich erinnere können (werden?) Verstöße gegen das Tierseuchen Gesetz als Straftat und nicht als Vergehen geahndet.


    So ein Schmarrn. :roll: Bei völliger Ahnungslosigkeit sollte man lieber gar nix posten.

  • Liebe Leutz,


    nun kommt mal wieder auf das Thema!


    "Imkerchef" Maske bezichtigt Anfänger mit ein oder zwei Völkern kontraproduktiv gegen die Bienen und Imkerinteressen zu handeln. Das war der Anfang des Threads! Wußte gar nicht, dass ich einen "Chef" am Bienenstand habe! ;-) Und Ihr zerkriegt Euch über eine strafrechtsbewehrte oder nur ticketschreibende Bienenmiliz?! OT... Kommt mal wieder runter!


    Wie gehen wir denn nun um mit den Geistern, die wir riefen?


    LG Peter

  • Eine einzige verflogene Biene aus dem fremden Stock und Du kannst von vorne Anfangen.


    Das ist nicht Lehrmeinung und entspricht auch nicht nicht meiner praktischen Erfahrung.
    Wir hatten ein extrem hoch sporenbelastetes Volk neben einem ohne nachweisbare Sporenbelastung - Flugloch an Flugloch.
    Das unbelastete Volk wurde nicht einmal profilaktisch saniert. Es blieb nicht infiziert.


    Es haben sich bestimmt Bienen verflogen.

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

  • Herr Huevel, manchmal reicht es aus Herr Google zu befragen und man kann sich beleidigende Äußerungen sparen: http://www.buzer.de/gesetz/4393/b11766.htm


    Liest du auch was du postest oder haust du immer das erstbeste google Ergebnis raus? Ganz oben steht das die Verordnung aufgehoben wurde. Wenn du weiter liest steht da wo die Paragraphen Anwendung finden, nämlich bei Vieh und Fisch....


    Man man man.....

  • Ziehlobjekt waren nun mal nicht die hochlöblich geschilderten Ausnahmen mit Paten und Aushilfevölkern im Rücken etc.,
    sondern die, die aufgrund von Unterstützungswillen, Naturschutz und -liebe sowie Selbstverwirklichung und dem Eindruck, dass auf dem Balkon mit einem Volk mal eben so machen zu können, loslegen, und das in steigender Zahl. Starthilfe für Individualisten bekommen sie schließlich im Netz etc., und wenn sie möchten auch noch Material dazu. Man wendet sich denen zu, die einem da aus der Bio-Seele sprechen und auch noch Konzepte anbieten können.
    Massentierhaltung ist ja iiih, Bio ist in, und deshalb ist ein Volk besser, und das ganze Brimborium, was die "richtigen Imker" veranstalten ist Qual und Mumpitz. Und so viel will man ja gar nicht veranstalten. Daher auch kein Verein oder Kurs, dann wär`s ja konventionell!
    Man macht das extensiv, und das ist doch schöner, kleiner, stressfreier für alle, sanfter, schonender für die Biene usw.
    Um diese Trugschlüsse geht es.
    Um die reduzierten Störungen durch wenig Kontrollen, die man vermeiden will, den Honig, den man gar nicht wirklich braucht, höchstens 10 Gläser und deshalb einfach drin lassen könnte. Und Behandlung ist tortur, kann man überall nachlesen, lässt man besser. Die Biene lernt das dann nie mit den Parasiten klarzukommen. Man bekäme schließlich nicht mit, wenn man so ein Kleinod da auf dem Balkon hätte, so wie einen Sechser im Lotto: wenig bis nicht behandelt, aber überlebend! Weil Schwärmen eh gesund ist, vor Varroatod schützt und weil es eben DAS Volk ist!


    So mal das überspitzte Klischee.
    Aber in großen Teilen wollen viele Anfänger doch zumindest mal ganz entschleunigt, extensiv und gaaaanz bienenfreundlich anfangen.
    Das führt ohne Vorwissen und weitab vom Konventionellen egal in welcher Kiste und an welchem Ort zu Murks oder einfach nur miesen Erfahrungen, hauptsächlich für die Bienen.
    Wenn man Glück hat, schaltet da ein Hirn hinter der Kiste, arbeitet sich weiter durchs Thema, sieht, was Realität ist und was notwendig scheint und revidiert seine Ansichten und dann seine Handlungsweisen und entwickelt sich auch danach noch laufend weiter. OK, das kostet eigentlich immer Völker, Bienen, Geld und viel Entmutigung.
    Dieser gutmenschige Anfänger und auch andere haben aber noch gar nicht gesehen und registriert, das Bienenvölker eine Art riesiges Netzwerk bilden, dass sie individuell gar nicht zu sehen sind, dass man immer Nachbarvölker und die Bienenpopulation der Umgebung mitbeeinflusst, auch wenn man das nicht beabsichtigt, und zwar ab Schwarmeinzug, Ablegeraufstellung etc. Schon ist ein neues Zahnrädchen dazu gekommen.


    Mit Grundausbildung und jemandem bei Fuß, der sich auskennt, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, das am Anfang übermäßig viel Murks entsteht,denn der Entsteht immer! (Wer keinen hatte, darf sich melden!)
    Und bei der Dichte und Struktur urbaner Umgebungen kann eben überhaupt keine Seuchenmaßnahme im Ausbruchsfalle mehr greifen, wenn alle machen was sie wollen. Je mehr Anarchie, desto weniger Maßnahme.
    Sicher kann ein Imker seine Völker selbst sanieren. Dazu muss er aber doch erstmal Kenntnis haben, Fähigkeit und vor allem einen Befund. Haben das alle, dann ist alles paradiesisch. Alle machen dauernd Stichproben und sanieren sofort und die Welt wird gut!
    Dem anderen bröselt der Faulbrutschorf aus den Zellen der leeren Kiste, die wird beräubert, bis alles Futter weg ist und er denkt bis zum Schluss, das sei emsiger Trachtflug.
    Und schon arbeitet es, das Netzwerk...


    Viele Anfängereinvölker ohne Basis, Anschluss an Kontrolle und Hilfe und in Balkon-Extensivform erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Murks, der alle etwas angeht.


    Und die Einvolkstandorte erschweren den Veterinären, BSV und Sachverständigen die Recherche, die Arbeit und die Sanierung, weil sie sich aufgrund der vielen Kleinstandorte bis ins Unendliche verzetteln können.


    Im Sinne dieses Netzwerkes, dem man nun mal angehört, sobald man ein Volk eingeführt hat, ist es eine Verpflichtung diesem gegenüber, durch Meldung seine Bereitschaft kundzutun, sich im Seuchenfalle bei der Abhilfe zu beteiligen.
    WEIL die meisten es NICHT alleine könnten!

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper