Artikel Stadtimkerei schädlich?

  • Zitat: "Jedoch der Imkerverband ist nicht restlos begeistert." Ich bin auch nicht restlos begeistert, von den vielen "Imkern" die nur ein Volk halten, ich bin sogar der Meinung das es Unsinn ist. Bei einer Modelleisenbahn als Hobby brauch ich auch einen Kreis Trafo und Lok, mit ein paar Schienen die nicht mal einen Kreis bilden funktioniert es halt nicht. Ich sehe große Gefahren bei den Ein-Volkimkern. Hab auch schon heftige Neuimker bestaunt keine Ahnung, aber wollen die Welt retten. Ich behaupte sogar es ergibt keinen Sinn eine Imkerei mit einem Volk zu betreiben. Viele Grüße Falko Sommer

  • Erst haben wir zuwenig Imker und vor allem Bienenvölker und nu meckert mein Präsident, dass die Bienendichte in Berlin zu hoch ist. Ist da in der Trachtzeit etwa schonmal ein Volk verhungert? Ich dachte zur Lindenblüte wird Berlin angewandert...
    Und dann haben die Anfänger auch noch zu wenig Völker, weil sie nicht mit neun oder 10 Völkern anfangen
    Ich weiss wirklich nicht, was dieses rumgemeckere soll. Es wäre wichtig einen versöhnlichen Ton zu finden, mit derm die Einvolkimker in den Verband gelockt oder wenigestens für dessen Lehrgänge motiviert werden können. Dann breiten sich auch keine Krankheiten aus.
    Stattdessen wird wieder das Image der übellaunigen alten Säcke gepflegt die an allem was zu meckern haben.Das muss doch nicht sein.
    Es macht doch nur Sinn den Trend zu nutzen anstatt sich dagegenzustemmen.

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Tja, den Trend nutzen aber andere, die diese Einvolkhaltung auf dem Balkon, wo zwei, drei, vier erst gar nicht hinpassen, nicht nur fördern, sondern damit verdienen.
    Und leider stimmt der Inhalt der Kritik.
    Es ist kein Gemecker an allem, ich find schon, dass es differenziert rüberkommt, wo des Pudels Kern liegt:
    Weltrettung ohne solides Vorwissen, dadurch eher Schaden an den Bienen als Gutmenschtum bzw. dieses nur im Kopfkino, nicht in der Kiste auf`m Balkon.


    Leider, und da pflichte ich immer bei, fehlt die Gegeninitiative.
    Allerdings muss man ja auch mal festhalten, dass die Anfängerkurse doch angeblich überall platzen.
    Und die meisten fangen schließlich erstmal mit nem Ableger an bzw. zwei - aber nicht auf dem Balkon und mit dem Wissen der Erweiterung des Hobbys.


    Das die Völker in Berlin daher hungergefährdet sind, halte ich aber auch für übertrieben.


    Grüße


    Marion,


    die auch mal Weltrettung, behandlungsfrei, total anders als alle und mit nur einem Volk betreiben wollte :oops: (aber nur ganz kurz und vor auftauchen des ersten Volkes, echt...)

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich glaube, dass auch die Kritik ist, dass die "Einvolkhalter und Bienenretter" meinen, dass das mit einem Volk so nebenher läuft, nicht viel Zeit braucht. Aber Bienenhaltung ist komplex und läuft nicht mal eben so nebenher. Ihr erlebt es auch, dass man in das Thema Bienenhaltung oder eher -pflege immer mehr "reingezogen" wird und liest und sich austauscht, weil das Ganze doch aus mehr besteht, als nur mal ne Schwarmkontrolle zu machen. Ihr seht, was ich meine? Vielen ist nicht klar, was noch drum und dran hängt und dazukommt.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Erst haben wir zuwenig Imker und vor allem Bienenvölker und nu meckert mein Präsident, dass die Bienendichte in Berlin zu hoch ist. Ist da in der Trachtzeit etwa schonmal ein Volk verhungert? Ich dachte zur Lindenblüte wird Berlin angewandert...


    Hi Honigdachs,



    es geht nicht um Hunger, es geht um mögliche Krankheitsübertragungen. Er schreibt ja von 1000 Völkern die nirgends gemeldet sind.
    Ansonsten erkenne ich an der Kritik der 1 Volk Haltung keinen Fehler.
    Eine 1 Huhn Haltung auf dem Balkon funktioniert halt auch nicht.



    Grüße,


    Maxikaner

  • Naja, im Prinzip hat Maske doch recht mit seinen Befürchtungen. Seh ich genauso. Aber wie er dazu kommt, aus der Anmeldung beim DIB zu einer Übersicht, wo die Völker stehen zu kommen, erschließt sich mir auch nach nur nem halben Glas Wein nicht so wirklich.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Aber wie er dazu kommt, aus der Anmeldung beim DIB zu einer Übersicht, wo die Völker stehen zu kommen, erschließt sich mir auch nach nur nem halben Glas Wein nicht so wirklich.


    Übersicht bringt nur die Meldung beim Veterinäramt. Der DIB weiß von meinen Bienenvölkern auch nur deren Anzahl, nichts weiter.


    Stefan

  • Für den DIB bin z.B. ich ein schwarzes Loch im Weltraum, noch nichtmal das - oder haben die was mit NSA zu tun oder so? :wink:

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    Hans Kasper

  • Aber wie er dazu kommt, aus der Anmeldung beim DIB zu einer Übersicht, wo die Völker stehen zu kommen, erschließt sich mir auch nach nur nem halben Glas Wein nicht so wirklich.


    "...dazu bedarf es vermutlich mehr:cool:
    Gandalf

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • hmm schon interessant und ganz zufällig habe ich mich erst vor Kurzem gefragt, ob diese "einVolkimkerei" Sinn macht.
    Mein Bruder wohnt in der Stadt und hat nur ein einziges Bienenvolk. Es waren zwei, aber eins ist geschwärmt und danach weisellos und drohnenbrütig geworden und das wurde zu spät erkannt, sodass eine Vereinigung die letzet sinnvolle Lösung war.


    Das ist ein tolles Beispiel für die Disskusion hier. Ich finde es aber trotz allen toll, dass mein Bruder Intersse hat dieses Volk weiter zu betreuen. Warum eigentlich nicht?


    Zwar werden viele Fehler gemacht, aber davon lernt man, wer von uns macht alles richtig bei diesem komplizierten Hobby?
    Und ja, er hat eigentlich kaum Zeit dafür: Hausrenovierung, 3 Kinder, Oberarzt, Vorlesungen etc ... ABER er ist interessiert und nimmt seine Verantwortung gegenüber den Bienen wahr. Lieber diese geringe Zeit für Bienen opfern als für Meerschweinchen :)


    Es geht ihm nicht um den Honig, denn er kann sowieso soviel Honig wie er will von uns in bester Qualität bekommen. Und uns wäre es auch viel einfacher, wenn dieses Volk bei uns stehen würde und wir nicht oft an zwei von einander sehr weit entfernten Standorten nur wegen dieses Volks arbeiten müssen.


    Ich kann nirgendwo feststellen, dass seine Ein-Volk-Hobbyimkerei irgendwem schadet, ganz im Gegenteil! Und wenn er damit meint, was Gutes für die Umwelt zu tun, warum soll man ihm diese Freude wegnehmen?


    Ich finde seine einvolkimkerei toll und werde ihm (solange er seine Imker-Verantwortung nachgeht) weiter unterstützen, sein kleines Hobby so weiter zu üben.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Also meiner Meinung nach mögen einzelne Stellen der "Kritik" (ich persönlich empfinde den Artikel eher als Polemik als als Kritik aber das nur ein subjektiver Eindruck) durchaus stimmen. 1000 unbekannte Völker werden bei einem Krankheitsausbruch es sehr sehr schwer machen diese wirkungsvoll zu bekämpfen. Das 1-2 Völker ziemlich schnell das Ende bedeuten können wenn mal ein Volk eingeht und man ein ganzes Jahr verliert merke ich gerade selber.
    Aber auch wenn ich selbst nicht betroffen bin (hab ja keine Balkonbienen in der Großstadt sondern normale Beuten in einem ländlichen Vorort einer Großstadt) empfinde ich den Artikel auch eher so wie z.B. von Honigdachs geschildert.
    Die Anmeldung in einem IV und im DIB (was ich übrigens bin) bringt auch nichts zur Krankheitsbekämpfung da hilft nur schon wie gesagt die Anmeldung beim Vet.
    Die ist mMn aber auch für Einvolkimker Zwang oder etwa nicht?


    Es kann ja gut sein das die vielen alten Imker (damit meine ich jetzt nicht Lebensalter sondern Bienenhaltungsjahre) sich bedroht fühlen von den vielen neuen "Imkern". Ist ja auch ganz normal das sich etwas verändert wenn zu einer eher kleinen Gruppe plötzlich sehr viele Neue dazukommen.
    In meinen Augen ist es aber der falsche Weg den vielen Bieneninteressierten nur ständig zu sagen wie "Sch...." sie sind mit dem was sie da machen. Wäre es nicht besser und klüger vom DIB mit einem eigenen "Programm" auf die Leute zu zu gehen. Das können ja auch nicht alle Zitat:"spinnerte Hippster und Weltverbesserer die das nur aus Modegründen machen" sein.

  • Er hat halt auch fachliche Unterstützung von dir. Das haben Hunderte andere nicht. Und die haben genauso wenig Zeit wie dein Bruder und wursteln dann so vor sich hin, denn das Hobby muss ja nebenher laufen. Aber, wie du selbst bemerkst, es ist ein kompliziertes Hobby, das braucht etwas mehr Zeit. Nicht nur die, um mal in das Volk zu schauen oder auf´s Flugloch. Was "rettet" er mit dem einen Volk? Und wo hing hinterher sein Schwarm? In irgendeiner Parkanlage auf ner Birke wo eh keiner rankommt? Oder auf dem nächsten Kindergartengelände, wo alles panisch wird? Tut er den Bienen damit einen Gefallen? Ich denke, eher nur sich selbst. Es ist gerade sehr "in" ein Bienenvolk zu haben, mehr nicht! Und wenn ich dann die Anrufe bekomme von den "Möchtegern-Imkern", die zwar keine Ahnung, aber ein Volk haben und dann wissen wollen, ob sie genug gefüttert haben, dann bekomme ich persönlich die Krise! Meine Meinung dazu. Den Bienen ist damit nicht geholfen, aber Imkern die vermehren und nächstes Jahr wieder Völker verkaufen wollen.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi