Bienensauna


  • Alleine schon deshalb, weil - das behaupte ich jetzt hier einfach - ich das Volk gänzlich in die Irre führe mit seiner natürlichen Temperaturregelung Außen >< Innen.


    Es geht nicht in erster Linie darum, die Beute auf eine bestimmte Temperatur zu bringen, die dauerhaft gehalten wird, sondern darum, unterstützend einzugreifen. Jedes Watt an zur Verfügung gestellter Energie sorgt etwa für 1 Grad an Temperaturgewinn in der Beute. Das bedeutet, dass es mit 10 Watt in der Beute 10 Grad wärmer ist, als außen. Die Bienen bekommen das sehr wohl mit, obs draußen wärmer bzw. kälter wird und befinden sich bei sehr kalten Außentemperaturen ebenfalls in der Traube, während sie bei Außentemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt immer noch Reinigungsarbeiten erledigen, wie z.B. Tote übers Flugloch entsorgen. Trachtflüge finden da nicht statt, vielmehr kehren die Bienen nach 2 m wieder um, wenns zu kalt ist. Habe das ja im letzten Winter schon intensiv beobachtet. Der Varroa tut diese zusätzliche Wärme überhaupt nicht gut, auch wenn die Temperatur in der Beute nicht solche Dimensionen erreicht, dass sich Eiweiße zersetzen und damit zum sofortigen Ableben der Milben führen.


    Hätte den Beuten auch im Frühjahr Wärme zufügen sollen, gerade an den sehr kühlen Tagen, da hätte sich das ein oder andere PSM-Problem mit Sicherheit schneller erledigt gehabt. Naja, das nächste Frühjahr kommt bestimmt und der nächste Giftsprüher ebenfalls. Nur darum gehts und nicht darum, jede Gurkenkö durchzubringen.


    Steht aber derzeit nicht auf meiner Liste, werde aber diese Idee interessiert verfolgen.


    Jeder kann, keiner muss :wink:. Ich baue gerade eine Wärmeeinheit für 3 HBB. Wenns fertig ist, stelle ich mal Bilder ein. Mit den HBB lässt sich die tatsächliche Aktivität der Bienen in der Beute dann besser durchs Fenster beobachten, ohne den Deckel zu öffnen bzw. Waben zu ziehen.


    Gruß Sven

  • Hallo Sven,
    welche Dünnbett-Heizmatten verwendest du dafür? Was ich bei meiner Suche via Gg fand, ist alles zu groß und darf nicht gekürzt werden.
    Gut funzt nur mit 220V dafür gibt es Temperatursteuerung schon fertig und muß nur etwas modifiziert werden, damit es mit 35° C klappt. Ob man daß auf 41°C oder 42°C anpassen kann, habe ich noch nicht geprüft.


    Gruß Martin

  • Ein Problem mit Selbstbaulösungen ist die Positionierung des Temperaturfühlers. Wo kommt der hin?
    Ganz oben? Dann wird es unten zu warm. Ganz unten? Dann wirds oben nicht warm genug...
    Oder sehe ich das falsch?


    Temperaturfühler gehört in eine mittlere BW gesteckt, damit man weiss ob das Wachs in der Brutzelle auch genug erwärmt wird
    Und genau das ist der Hacken an der Sache, weil somit das Brutnest wieder geöffnet werden muss

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • ...welche Dünnbett-Heizmatten verwendest du dafür?


    Hallo Martin,


    ich verwende tatsächlich Glühlampen. Es ist bei den Heizquellen sehr wichtig, dass da ein gewisser Abstand zwischen Wärmequelle und Bienen ist. Liegt wohl an der Ausbreitung von elektrischen und magnetischen Feldern. Die sind bei einer Heizmatte deutlich größer, als bei einer Glühlampe, das ist aber auch von der Leistung abhängig. Lieber eine dem tatsächlichen Bedarf angepasste weniger leistungsfähige Heizquelle, als eine überdimensionierte, die sich dann nicht so oft einschaltet, sofern man mit Thermostat arbeitet.





    Idealerweise sollte die Wärmebox mind. 30 cm hoch sein (diese ist nur 20 cm hoch, hatte nix anderes da :cool:), um den entsprechenden Abstand zum Brutnest zu gewährleisten. Die Box ist innen mit Styrodur ausgekleidet, um die Wärmeverluste in Grenzen zu halten. Die Beuten haben jeweils 2 Löcher im Boden bekommen und ein von unten angeschraubtes Plastikabsperrgitter, damit die warme Luft auch dort ankommt, wo sie ankommen soll. Varroaschieber sind ebenfalls vorgesehen, damit man die Entwicklung der Biester wenigstens halbwegs im Auge behalten kann. Morgen kommen auf den Boden der Wärmebox noch 2 Glühlampenfassungen, ich werde wohl erstmal mit 2*15 Watt arbeiten. Dazu noch Tesa-Moll-Abdichtungsband zwischen Wärmebox und drauftstehenden Beuten, dann sollte die Wärme in die richtigen Bahnen gelenkt werden.


    Bin gespannt, ob die beiden Lampen für die Holzbeuten ausreichend sind, bei Styroporbeuten haut es damit hin.


    Gruß Sven

  • Ein Problem mit Selbstbaulösungen ist die Positionierung des Temperaturfühlers. Wo kommt der hin?
    Ganz oben? Dann wird es unten zu warm. Ganz unten? Dann wirds oben nicht warm genug...
    Oder sehe ich das falsch?


    Ja. Bei Selbstbaulösungen gilt das gleiche wie bei der Entwicklung von Profilösungen: erstmal mit mehreren Temperatursensoren die Wärmeverteilung der jeweiligen Heizlösung messen. Dann kann man sich überlegen, ob und wo man in Zukunft mit einem Sensor auskommen würde. Oder ob man erstmal für mehr Wärmeumwälzung sorgt...


    Grüße,
    Robert

  • Grundsätzlich finde ich toll, wenn Imker forschen und neue Geräte entwickeln. Bei der hier vorgestellten Bienensauna bin ich mir jedoch ziemlich sicher, das sich das Gerät nicht etablieren wird. Gründe hierfür sehe ich in:


    -zu umständlich und zu Zeitaufwendig in der Handhabung
    -die Zargen müssen auf einen speziellen Boden aufgesetzt werden (vielleicht etwas für Jemanden mit 2-3 Völkern. Aber ich tue meinem Rücken das nicht an)
    -Am Stand gibt’s keinen Stromanschluss. Die Akkus halten wahrscheinlich nicht lange und müssen oft nachgeladen werden
    -zu teuer im Vergleich zur chemischen Behandlung
    -kein zeitlicher Vorteil gegenüber chemischer Behandlung.
    -die Wirksamkeit ist wahrscheinlich auch nicht besser (seriöse wissenschaftliche Untersuchungen fehlen scheinbar noch)


    Ich glaube nicht ganz, dass die Bienen in der Beute ruhig sitzen und nicht versuchen die Temperatur zu regulieren. Wenn sie das aber tun, dann ist es wahrscheinlich mit einem hohen Temperaturgradienten in der Beute zu rechnen. Für mich als Physiker kaum vorstellbar, dass in einem zweizargigen Brutraum dann überall eine konstante Temperatur von 40-42 Grad herrscht. Ist das nicht der Fall, ist damit nicht zu rechnen, dass die Varroas überall abgetötet werden. Mit der selben Problematik, der nicht homogenen Verteilung, hat auch die Säurebehandlung zu kämpfen. Eine gute Temperaturverteilung würde man nur erreichen, wenn man das Flugloch schließt bzw. sehr stark verkleinert. Nur dann wären auch die Energieverluste beherrschbar, die aus einem Akku kompensiert werden müssen.


    Ich störe mich auch an der Aufmachung der Webseiten. Erinnert mich etwas an die Verkaufssendungen aus dem Fernsehen, wo Erfahrungsberichte von begeisterten Nutzern eine Spitzenqualität des Produkts suggerieren. So etwas schreckt mich ab und macht mich skeptisch. Überzeugen würden mich hier eher fundierte technische Messungen und Auswertungen zur Wärmeverteilung in unterschiedlichen Beuten und wissenschaftliche Aussagen zur Wirksamkeit dieser Methode bzw. des Geräts. Solche Informationen habe ich auf den Internetseiten nicht finden können.


    Aber wer Geld hat und wen es glücklich macht, sollte sich das Gerät anschaffen. Ich werde es sicher nicht tun. Dafür habe ich mit den Bienen schon genug Geschäft:-)

  • Was ich bei meiner Suche via Gg fand, ist alles zu groß und darf nicht gekürzt werden.
    Gut funzt nur mit 220V dafür gibt es Temperatursteuerung schon fertig und muß nur etwas modifiziert werden ....


    Hallo Martin,


    heute lag der neue Bruja-Katalog (Tierzuchtbedarf) im Briefkasten. Den gibts hier auch online:


    http://www.janeschitz.de/ePaper/#/22


    Auf den Seiten 22, 23 und 24 gibts da einiges an Heizmöglichkeiten bzw. Thermostatregelungen. Vor allem der Ventilator mit Heizung (Ringheizung, S. 22) dürfte zur kurzzeitigen Wärmebehandlung sehr interessant sein. Der Ventilator sorgt dafür, dass sich die Wärme gleichmäßiger verteilt, als wenn da nur eine Wärmequelle an irgendeiner Stelle der Beute angebracht wird. In einen Beutendeckel oder eine Zarge integriert (selbstverständlich mit ASG) und evtl. mit zusätzlich eingebauten Ansaugluftkanälen, damit sich die Warmluft gleichmäßig in der gesamten Beute verteilt, sollte das grundsätzlich funktionieren. Die Frage ist halt, wie lange das dauert, bis die Waben auf Betriebstemperatur sind. Einen Brutschrank aus Holz hat man nicht in 2 Stunden auf die gewünschte Temperatur aufgeheizt.


    Gruß Sven

  • Hallo liebe Imker,


    ich bin Florian von der Bienen-Sauna. Ich würde gerne auf ein paar Punkte von Euch eingehen.


    Website-Gestaltung
    Die Website ist tatsächlich von mir wesentlich mit gestaltet worden. Da die Entwicklung der Bienen-Sauna eine kostspielige Sache ist, sind wir auf Unterstützer auch aus der Nicht-Imkerschaft angewiesen. Unsere Unterstützer-Kampagne richtet sich also vor allem an Umwelt- und Bienenfreunde, um die Bienen-Saunen der ersten Kleinserie überhaupt bezahlbar zu machen. http://www.ecocrowd.de/en/proj…Bienen---Die-Bienen-Sauna Dennoch geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen, zwei weitere Fragen aus diesem Thread verschriftlicht Richard heute oder morgen. Dann stellen wir sie auf die Website http://www.wir-retten-bienen.org/wichtige-antworten Die spätere Website wird sicherlich zurückhaltender gestaltet sein.


    Methode
    Hyperthermie ist anerkannt und funktioniert. Wir haben lediglich für zwei Dinge gesorgt: hoher Wirkungsgrad, weil wir im Bienenstock juvenile und adulte Bienen gleichzeitig behandeln und das Gerät ist unabhängig vom Stromnetz - in der Akku-Version.


    Erfahrungsberichte
    Es gibt bisher rund 10 Imker, die ihre zusammen genommen 40 Völker von uns haben behandeln lassen. Keiner der bisherigen Imker hat präzise genug Testergebnisse dokumentiert. Lediglich die positiven Effekte der Behandlung mit der Bienen-Sauna (Stärke des Volkes, Honigertrag, kaum Milbenbefall) begeisterten im Nachhinein. Das spiegelt sich in den Zitaten. Für das nächste Jahr planen wir wesentlich enger mit denjenigen zusammen zu arbeiten, die die ersten Bienen-Saunen kaufen, um die - auch für uns - benötigte Dokumentation zu erhalten. Ich bitte allerdings um Nachsicht - wir sind kein Forschungsinstitut.


    Selbstbau
    Ich habe die Anregungen zu alternativen Hyperthermiebehandlungen wahrgenommen. Es mag im Einzelfall sogar funktionieren. Aber die Anforderungen an die Steuerung von Wärme, Feuchte und Luftstrom sind nicht trivial: die Bienen-Sauna funktioniert deshalb, weil sie computergesteuert wird und selbstlernend sich auf unterschiedliche Beutenformate und Füllgrade der Beuten einstellt.


    Robert und Elk (vielleicht habe ich noch jemanden vergessen)
    Vielen Dank für den guten Input aus unserem Vortrag. Exzellent wiedergegeben. Danke dafür!


    Robert : im Englischen sagt man wohl "candid" - so habe ich dich kennengelernt. Passt schon.


    Ich beantworte gerne Eure weiteren Fragen.


    Herzlichen Gruß,


    Florian

  • Mal eine Anregung zum Selbstbau:


    Ausgangspunkt ist eine leere Zarge aus Holz. Eine Seite mit Holzplatte und Dämmmaterial verschließen. Darauf wird eine Heizmatte 230V/150w Abmessungen 300x300mm verklebt. Auf Stegen wird darüber aus Aluminiumblech ein Wärmeleitblech installiert zur gleichmäßigeren Wärmeverteilung. Seitlich in die Zarge eine digitalen Thermostaten verschrauben. Der Temperaturfühler dafür hängt an einem Kabel. Über die gesamte Einheit noch ein feinmaschiges Edelstahlnetz im Rahmen, um fallende Varroen zu sammeln und die Bienen von der Heizquelle fern zu halten. Beim Einsatz wird die Zarge mit dem Volk ohne Boden auf die Heizzarge gestellt. Der Temperaturfühler kann in die Mitte nahe dem Brutnest platziert werden.


    Sollte doch auf funzen, oder?


    Kosten liegen ohne Zarge bei rund €100,-

  • Mal eine Anregung zum Selbstbau:
    Kosten liegen ohne Zarge bei rund €100,-


    ..stimmt, einfach mal die Sache selbst in die Hand nehmen und so'n Teil auch selbst zusammenbauen.
    Zwischen Deinen 100 Euro und den 500 Euro z.b. der 'Bienensauna', liegt Entwicklungsarbeit die Du vergessen hast.
    Dies wirst Du aber schnell erkennen und jede Menge Erfahrungen sammeln können, wenn Dein 100 Euro Teil nicht so den Erfolg hat, wie Du Dir das vorstellt.
    Ich glaube auch nicht, dass Du mit 100 Euro alle erforderlichen Zutaten bekommst. Aber egal, vielleicht hast Du eine extrem preiswerte Quelle?


    Kurz, bau's zusammen und berichte von Deinen Erfahrungen und Erfolgen.
    Wenn's funktioniert mit Deinem 100 Euro Gerät, werde ich Dir sofort 10 Geräte abkaufen.


    Jonas

    Hersteller von .bienenhilfe, .schwarmhilfe und Blauton@Matrizen

  • Hallo Florian,
    ich wünsche Euch viel Erfolg mit diesem Gerät.
    Falls dieses Gerät wirklich mit Anhängenden Bienen funktioniert, ist das aus meiner Sicht ein grosser Fortschritt.
    Und dafür wäre ich gerne Bereit die paar € auszugeben.


    Hallo, zählt mal alles zusammen was Ihr an Varroageräten ausgegeben habt.
    Und was die Verendeten Völker für einen Wert und Arbeit darstelle.
    Unterm Strich hätte ich da ganz schön was gespart.
    Wenn das gut klappt ist das echt klasse.


    Und nein bisher kenne ich die Herren dieses Unternehmens nicht und werde auch nicht gesponsert.
    Ich erkenne nur die Arbeit an die dahintersteckt und den Mut das wirtschaftlich umzusetzen.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )