Bienensauna

  • Diesen Bienensauna wurde uns gestern im Verein vorgestellt,
    Die gesamte Beute wird auf 42C erwärmt. Bei dieser Temperatur wird das Eiweiss der Milbe ausgelöscht.
    Den Bienen scheint das nichts auszumachen. Ein Volk wurde während der Sitzung gesaunt.
    Elk

  • Soweit ich es verstanden habe:


    Gegen Ende der Verdeckelungszeit verringert sich der Wassergehalt im Deckel und dort lebende Milben können deshalb wohl überleben. Deshalb wird 2 x behandelt (circa 2 Stunden pro Zarge) und zwar im Frühjahr.


    Preis mit Akku: € 600
    nur Netzstecker: € 400
     
    Ich werde wohl kaufen. Erste Geräte gehen 2015 raus.
    Auf Dauer bräuchte ich dann spezielle Böden, wo ich die Heizung einfach einschieben kann.


    Elk

  • Naja, also wenn die Milben dann doch überleben ist doch woeder der Haken dabei.


    Soweit meine Infos stimmen verbleibt eine Milbe nch dem Schlupf der Biene 4-13 Tage an ihr kleben.
    Nachzucht:
    3 Tage als Ei
    6 weitere Tage unverdeckelt
    12 Tage verdeckelt in Wabe und dann Schlupf.


    Das würde doch eigentlich bedeuten, Du mußt die 12 Tage + 1,5 Tage (Unterschlupf der Milbe) spätestens alle 4 Tage erwärmen.
    Das wiederum bedeutet, den Eiern und den Larven (unverdeckelt) wirds mehrmals warm.


    400 € ist schon ne Ansage und dann die ganzen neuen Beutenböden. Und wennst 12 Std pro Tag Zeit hast, kannst also maximal 6 Völker behandeln (jetzt mal ohne Ladezeit und nur Steckermethode). Autsch - dat wird teuer...


    Ich schreib die ml an, ob es bei denen auch nen Bausatz gibt *gg* Aber ich hatte eigentlich etwas einfacher gedacht. Ich frag mich jetzt nur warum da kein Flugloch drin sein darf...


    Gruß GM

  • Hallo,


    ich war diese Woche auch bei Bienensauna-Vorführungen in Berlin dabei. Soweit ich weiß wollen die heute (Freitag) ihr Gerät am Niederrhein vorführen (war es Bocholt? bin nicht sicher).
    Bernhard, vielleicht kannst du dort ja nachfragen, kurzfristig dazustoßen und es dir angucken?


    GM, du brauchst nicht wegen eines Bausatzes zu fragen, zumindest jetzt am Anfang wollen die nur zwei Varianten für das kommende Frühjahr anbieten: erstens Kauf (für 400 bzw. 600 Euro) und zweitens Miete (Erfinder kommt mit drei Geräten vorbei und behandelt bis Sonnenuntergang für 100 Euro).


    In der Versammlung am Mittwoch hat der Erfinder einen durchaus kompetenten Eindruck gemacht. Man sollte aber bedenken, dass er das Verfahren erst seit ca. 4 Jahren macht, und dass er in einer sehr dünn besiedelten Region in Schweden lebt. Mit 'Behandlung im Frühjahr' meint er übrigens 'Behandlung bevor nennenswert Brut da ist'. Bei uns also evtl. schon im Februar, also noch Winter. Und dann noch eine Behandlung im Spätsommer. Und unter hiesigen Bedingungen bei großem Infektionsdruck wahrscheinlich jeweils zwei Behandlungen im Abstand von 10 Tagen. Macht also mindestens vier Saunagänge pro Jahr. Dafür soll sich diese Behandlung aber auch allgemein positiv auf das Bienenvolk auswirken, z.B. gesteigete Fruchtbarkeit und Sammeleifer.


    Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits klang das alles wirklich gut (zu gut?). Andererseits hätte ich schon gerne ein paar wissenschaftliche Veröffentlichungen. Wenigstens einen Artikel mit ein paar Angaben zu seinen Messungen. Und Literatur-/Quellenangaben zu einigen seiner kontroversen Thesen.
    Außerdem entsprach das vorgeführte Gerät in Aufbau und Funktionalität noch nicht der geplanten Serie. Die soll nämlich einen ganz anderen Aufbau der Heizung haben, außerdem natürlich eine narrensichere Heiz- und Zeitautomatik. Und alle nötigen Zertifizierungen (CE, VDE?, ...). Zum Behandlungszeitrum im kommenden Spätwinter soll es eigentlich fertig sein. Also in nichtmal fünf Monaten: Elektronik, Software und Hardware fertig entwickeln, Leiterplatten- und Gehäusedesign, Zertifizierungen bekommen, Produktion... das würde ich ambitioniert nennen...


    Also der Erfinder kam für mich durchaus überzeugend rüber. Zur Wirksamkeit des Gerätes gegen Varroa kann ich nichts sagen, dazu müsste ich es selber eine Saison lang ausprobieren. Bei den Vorführungen habe ich nur gesehen, dass die Bienen es überleben, augenscheinlich ohne größere Aufregung. Auch ich überlege zu bestellen. Die oben genannten Punkte machen mir halt noch Bauchschmerzen. Erwähnte ich schon, dass ich hin- und hergerissen bin? :-P


    Grüße,
    Robert



    p.s.: könnte vielleicht ein Mod die Postings zu diesem Thema aus diesem Thread hier herauslösen und in einen eigenen Thread stellen?

  • Ein ähnliches Gerät gibt es seit Jahren von Peter Wohlmut, Österreich. Ich habe mir es letzts Jahr für ca. 150 Euro gekauft, konnt es dann aber doch nicht einsetzen, weil mir (noch) die Heizplatte fehlte. Jetzt wollte ich gerade einen Link reinstellen, aber das Gerät wird auf seiner HP nicht mehr beschrieben (http://www.wpedro.at/).


    Gedacht ist/war es so, daß man es statt der Windel einschiebt und 4 (!) Stunden beheizt. Es sollten alle Milben in der Brut abgetötet werden, zwei mal im Jahr behandeln reicht. Aber: es funktioniert nur einzargig und man muß einen Temperaturfühler genau an der richtigen Stelle ÜBER dem Varroagitter platzieren. Das war mir dann doch z viel Gefummel....
    Es wird dabei kein eigener Boden benötigt, es funktioniert mit meinen Weber-Böden.


    Ein Freund testete das Gerät bei einem Volk mit gutem Ergebnis, allerdings machte die 10 Jahre alte Elektronik schlapp, so daß mein Freund sich selber was bauen mußte...


    Die von Euch erwähnte Bienensauna scheint genau so zu funktionieren - ich muß mir das gleich nochmal genau durchlesen.
    Die große Frage ist: braucht man hier einen Temperaturfühler im Volk, geht es auch mehrzargig? Evtl. gar mit Honigraum drauf im Sommer?


    Eine Frage an alle, die bei einer Vorführung waren: wie haben die Bienen reagiert?
    Wie entwickelte sich die Tage danach der Milbenfall???


    Fragen über Fragen und große Hoffnung. Hoffentlich wird letztere nicht wieder zunichte gemacht....



    Bienenhummel

  • Ein ähnliches Gerät gibt es seit Jahren von Peter Wohlmut, Österreich. Ich habe mir es letzts Jahr für ca. 150 Euro gekauft, konnt es dann aber doch nicht einsetzen, weil mir (noch) die Heizplatte fehlte.


    Das Gerät wurde ohne Heizplatte verkauft? Woraus besteht es dann überhaupt, ist es vielleicht nur ein Regler mit Sensor und Relais, um eine beliebige externe Heizung zu steuern? Hast du Bilder?


    Zitat

    Gedacht ist/war es so, daß man es statt der Windel einschiebt und 4 (!) Stunden beheizt. Es sollten alle Milben in der Brut abgetötet werden, zwei mal im Jahr behandeln reicht. Aber: es funktioniert nur einzargig und man muß einen Temperaturfühler genau an der richtigen Stelle ÜBER dem Varroagitter platzieren. Das war mir dann doch z viel Gefummel....


    Bei der 'Bienensauna/Apiprofitherm' lief es so, dass man einen Temperatursensor oben unter dem Deckel platzierte. Reine Behandlungszeit bei einzargigen (Dadant-)Völkern soll eine Stunde sein, aber dazu kommt die Aufheizzeit, daher war das Gerät mindestens zwei Stunden lang aktiv unter dem Volk.


    Zitat


    Ein Freund testete das Gerät bei einem Volk mit gutem Ergebnis, allerdings machte die 10 Jahre alte Elektronik schlapp, so daß mein Freund sich selber was bauen mußte...


    Deins ist von letztem Jahr, seines 10 Jahre alt? Gibt es Unterschiede? Was hat er als Heizelement verwendet? Bilder?


    Zitat


    Die von Euch erwähnte Bienensauna scheint genau so zu funktionieren - ich muß mir das gleich nochmal genau durchlesen.
    Die große Frage ist: braucht man hier einen Temperaturfühler im Volk, geht es auch mehrzargig? Evtl. gar mit Honigraum drauf im Sommer?


    Ja, man braucht Temperaturfühler. Zweizargig soll gehen, aber auch doppelt so lange dauern.


    Zitat

    Eine Frage an alle, die bei einer Vorführung waren: wie haben die Bienen reagiert?
    Wie entwickelte sich die Tage danach der Milbenfall???


    Dort wo man während der Behandlung durch einen durchsichtigen Innendeckel schauen konnte: den Bienen auf den Oberträgern sah man gar nichts an, die waren ruhig. Nach der Behandlung einer Hartschaumzarge: beim Entnehmen des Sensors nach der Behandlung krabbelten zwei Dutzend Bienen raus, Flügel voll aktiv, verteilten sich um den Spalt, also wohl ventilierend.
    Unten auf dem Gitter lagen nach einer Behandlung vielleicht ein knappes Dutzend tote Bienen, das sollen alte oder vorgeschädigte Bienen gewesen sein. Wie sich der Milbenfall entwickelt hat muss ich demnächst mal fragen. Allerdings war ja eigentlich vor nicht allzu langer Zeit die normale Varroabehandlung durch, daher weiß ich nicht, wieviele noch drin waren. Interessant wäre es natürlich, das Gerät mal statt Ameisensäure im August einzusetzen und dann den Milbenfall zu beobachten.


    Grüße,
    Robert

  • Danke Robert,
    für die interessante Beschreibung!


    Fotos kann ich die leider nicht bieten. Das Gerät besteht aus einem Steuerteil und einem Heizelement. Letzteres muß man dann noch auf eine Aluplatte schrauben, die man sich aber noch extra besorgen muß. Das hat allerdings den Vorteil, daß man dann eine Platte hat die genau in den Varroa-Schubladen rein paßt bzw. diesen ersetzt.


    Auch meine Steuerung ist 10 Jahre alt, laut Aufdruck auf dem Heizelement. Da hat der Peter wohl vor 10 Jahren gleich mal viel produzieren lassen und jetzt noch viel auf Lager???


    Bei dem o.g. Gerät der Schweden stört mich, daß man einen extra Boden braucht! Sonst gefällt es mir recht gut...
    Es reicht hier also den Tempfühler unter der Folie zu plazieren? Beim Gerät vom Peter muß der genau 5 cm über der Heizplatte sein - und da ist leider das Varroagitter dazwischen....


    Noch eine Frage zur Vorführung: Wie wurde das genau gehandhabt? Wurde hier vor der Behandlung der Boden gewechselt?
    Also Zarge(n) abheben, auf das Gerät stellen, behandeln und wieder zurück auf den ursprünglichen Beutenboden?
    Das macht ja auch viel Aufregung.... Ganz zu schweigen vom Kreuzweh bei voll aufgefütterten Völkern auf 2 Zargen *grins*.


    Danke,


    Bienenhummel


    PS: wenns zu OT ist, könnte ein Admin hier evtl. einen eigenen Thread draus machen und die Beiträge verschieben?

  • ...'Behandlung im Frühjahr' meint er übrigens 'Behandlung bevor nennenswert Brut da ist'. Bei uns also evtl. schon im Februar, also noch Winter.


    Also ich weiß ja aus Erfahrung, was die Frühjahrsreizung bewirkt. Nämlich Aktivität, ob nun bei der Futteraufnahme (Frühjahrsreizung durch Zufüttern) oder durch Umtragen (Frühjahrsreizung durch Aufreißen von Honigkränzen).
    Diese Reizung (der Aktivität) dient dazu, Wärme zu erzeugen.
    Diese Wärme nun reizt zur Aufnahme oder Intensivierung des Brutgeschäfts.


    Der Zeitpunkt ist allerdings entscheidend. Wird nun das Brutgeschäft zu früh (künstlich) intensiviert, ist dies immer schädlich, da das Volk mangels Bienenmasse nicht in der Lage ist, alle so entstandene Brut auch bei erneuter Aussenkälte zu erwärmen und zu pflegen.


    Für eine Frühjahrsanwendung sollte also erforscht werden, inwieweit die (wenn auch kurzzeitige) Aufheizung des Stockes gleiches, wie die Frühjahrsreizung bewirkt.


    Außerdem fehlen mir Zahlen. Wenn das Ding (oder der eine oder andere Prototyp) schon 10 Jahre erfolgreich im (Forschungs)einsatz sein soll(en), sollten solche doch durchaus propagierbar sein...
    Klicke ich auf Herrn Rossas Website jedoch auf "Erfolge..." glotzen mich dieselben Sprüche befreundeter ImkerInnen im B*ld-Zeitung-Stil an, wie auch auf der Startseite...:confused:
    Unter "Details zu Behandlungserfolgen..." hatte ich mir etwas anderes vorgestellt, als nur "...erfolgreich behandelt".


    Alles was (wenn grundlos) halbwegs oberflächlich daherkommt, pflege ich naturgemäß eher kritisch zu be:eek:ugen. Bitte seht´s mir nach...


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."