Varroabefall eines Bienenablegers

  • Hallo,


    ich habe meinen diesjährigen Ableger im Juli und September mit Ameisensäure behandelt.


    Heute habe ich den Varroabefall kontrolliert. Es sind innerhalb von 12 Stunden ca. 21 Milben gefallen.


    Kann ich zu dieser Jahreszeit noch etwas gegen die Milben tun. Ich habe gelesen, dass die Brutwaben mit Milchsäure besprüht werden können?


    Grüße
    MixMax

  • Grüss Dich MixMax


    Ich antworte Dir aus der Schweiz. Dieses Jahr ist ein Jahr mit extremem Varroa Befall. Ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du, aber mit zwei Frühsommerableger. Ich habe die 1. und 2. AS Behandlung noch später als Du gemacht - 1. Mitte August und 2. Mitte September - ich habe die Völker erst in der zweiten Hälfte des Juli Milchsäurenbehandelt übernommen. Vor 10 Tagen habe ich eine Kontrolle gemacht. Ein Volk hatte innerhalb 12 Std. ca. 15 Milben gehabt und das andere im gleichen Zeitraum gegen 100 Stk.


    Panik..Panik! Seit vergangenen Samstag hatten wir in unserer Gegend Tagestemperaturen von um die 20°C und ich hatte mich letzten Samstag entschlossen, noch einmal beim schwer befallenen Volk eine AS Behandlung zu machen, da ich schon Bienen mit verstümmelten Flügel festgestellt habe. Das weniger stark befallene Volk lasse ich bis zur Oxalsaure Winterbehandlung in Ruhe.


    Heute nach 4 Tagen Schwammtuch Behandlung bin ich die Varroaschublade kontrollieren gegangen und der Totenfall war nicht viel grösser als nach der ersten Kontrolle ...ca. 150 Stück. Ich habe beider Völker nicht aufgemacht, ich will sie nicht unnötig stören. Was ich aber auf der Varroaschublade des behandelten Volkes gesehen habe sind abgebissene Wabenstückchen, d.h. dieses Volk ist höchst sehrwahrscheinlich immer noch in der Brut, welches sich mit dieser Behandlung und den vor uns liegenden kälteren Tagen ändern wird.


    Heute Abend ist bei uns Wetterumschlag mit Sturm angesagt und wir erwarten für die kommenden 5 bis 6 Tagen Tagestemperaturen um die 10°C. Da wird die AS nicht mehr allzuviel wirken. Am kommenden Samstag/Sonntag werde ich den Schwamtuchverdunster wieder abräumen und dieses Volk noch einmal kurz mit 2 kg Futtersaft auffüttern. Danach werde ich beide Völker bis zur Winterbehandlung in Ruhe lassen.


    Was wollte ich damit erreichen? Nun, vielleicht habe ich es vorallem wegen mir selbst gemacht, damit ich bis zur WB ruhiger bin. Ich hoffe aber auch, dass den vorhandenen Winterbienen die Behandlung gut bekommt und sie nicht geschwächt in den Winter müssen.


    Ich würde dir vorschlagen, dein Volk mit 21 Milben innert 12 Stunden in Ruhe zu lassen und bis zur WB abzuwarten. Machen kannst du eh nicht mehr viel bei den kommenden Temperaturen.


    Viel Glück und Gruss Trigona

    Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger!

  • Hallo,


    danke für die Antworten.


    Ich werde keine weitere Behandlung mehr machen. Wir haben hier im Südbadischen den gleichen Wetterumschlag mit Sturm, Regen und kühleren Temperaturen. Die Bienchen sind schon ziemlich träge, den Stress mit der Säure erspare ich ihnen.


    Also abwarten bis zur Winterbehandlung.


    Viele Grüße
    MixMax

  • Vor 10 Tagen habe ich eine Kontrolle gemacht. Ein Volk hatte innerhalb 12 Std. ca. 15 Milben gehabt und das andere im gleichen Zeitraum gegen 100 Stk.
    Panik..Panik!


    Liebe(r) Trigona,


    warum bedampfst Du nicht mit Oxalsäure? Das wäre bei Dir in der Schweiz eine zugelassene und sichere Methode, die Milben JETZT rauszuholen. Gestreßt und gefährdet werden die Bienen nicht durch Bedampfen - auch mehrere Behandlungen nacheinander (alle 3 Tage) werden gut vertragen, sagt die darin erfahrene Fischermühle (Feldversuch an 1.500 Völkern):


    http://www.mellifera.de/fix/doc/OS0110.pdf
     
    Zur Anwendersicherheit:


    http://www.mellifera.de/fix/do…t%20OS%20Doktorarbeit.pdf
     
    Bienenwohl u.a. OX-Beträufelungen verträgt ein Volk nur 1 x pro Saison. Die Milben saugen auch an den erwachsenen Bienen weiter Hämolymphe und können so Sekundärkrankheiten verbreiten. Also nicht wie Vogel Strauß in Panik mit dem Kopf im Sand die Bienen umbringen durch Abwarten - wäre meine Entscheidung an Deiner Stelle. Auch im Interesse benachbarter Völker solltest Du diese Milbenschleudern schnellstmöglich abstellen, egal ob die Dir oder Anderen gehören.


    Ein natürlicher Milbenfall von 21/12 h (also 24/Tag) überschreitet nach den einschlägigen Varroa-Behandlungskonzepten um diese Jahreszeit die Überlebensfähigkeitsgrenze. Ob Mixmax in D noch was Zugelassenes machen kann, weiß ich nicht (MS-Sprühen mit Brutentnahme + Warm stellen und zur Tageszeitverlängerung beleuchten - damit sie noch einemal nachbrüten? o.ä. Geigeleien?).


    Servus - Gottfried

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