2 Völker plötzlich weg?

  • Hallo,


    wir haben im Frühjar mit dem Imkern angefangen und 2 Ableger (Carnica) gekauft. Diese haben sich sehr gut entwickelt. Ende August/Anfang September haben wir sie eingefüttert (ca. je 15 kg). Vor zwei Wochen haben wir nachgewogen: ca. 21-23 kg je Volk (auf zwei Zargen Segeberger). Das war für uns etwas wenig, deshalb haben wir noch ca. 3 kg je Volk Zuckerwasser (3:2) dazugetan, um zu sehen, wie sie das annehmen. Etwa die Hälfte wurde angebommen.


    da heute gutes Wetter war und morgen die Sonne auch scheinen sollte, hat mein Vater nachgesehen, ob der Rest auch abgenommen wurde und ob wir noch etwas dazugeben sollten.


    Beide Beuten an dem Stand (es ist noch ein Ableger aus Mai; Buckfast dort) waren leer. Keine toten Bienen vor den Beuten. Also auch keine Räuberei. Eine Beute war sogar noch warm - jedoch leer.


    Meine Frage ist ja klar: woran kann das liegen? Morgen früh fahre ich selber auch hin, um mir da anzusehen. Wollte aber schon mal nachfragen.


    Danke und schönen Abend!


    Gruß Lexenlewax

  • Wenn noch vereinzelte Brutzellen zu sehen sind, ansonsten kaum lebende oder tote Bienen, hast Du es wohl mit einem Varroazusammenbruch zu tun.
    Sowas kann sehr schnell gehen.
    Um etwas Endgültiges zu sagen, müsste man mehr über Behandlungsmethode und Jahresablauf wissen.


    Grüße
    Quirin

  • Hallo,


    das sehe ich ähnlich. Es ist immer sehr schwierig, hier Einschätzungen abzugeben.


    Unklar ist: Wann gekauft? Wie stark? Wie und wann gebildet? Bei der Bildung behandelt vom Verkäufer oder in der brutfreien Zeit vielleicht? Wie?
    Was für ein Standort ist das mit welcher Tracht?
    Wie und wann war die Behandlung und wie der Varroabefall einzuschätzen? Welchen natürlichen Fall gab es wann?


    Leider klingen Deine Schilderungen nach Varroaschadens, dazu lassen sich aber meist auch Hinweise finden.
    Am besten wären auch Fotos der Waben.
    Andere Ursachen sind aber ebenfalls nicht auszuschließen, daher:


    Noch besser, die Beute mit jemandem durchgucken, der sich sicher mit so was auskennt!


    Zum Thema aber noch diesen Link hier mal bitte ansehen: Denn was man nicht weiß, das sieht man nicht.


    Mitfühlende Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Mutige Aussage.
    Ich denke, es ist sehr wesentlich dabei, wie der Ableger erstellt und gepflegt wurde.


    Bei diesem beschriebenen Schadbild kann ich nur lesen, dass die Bienen oder die Königin geschädigt wurden und abgeflogen sind.
    Ob die Königin gequetscht wurde oder vielleicht die Ameisensäurebehandlung nicht überstanden hat, kann ich nicht daran erkennen. (Wenn die Zeiten stimmen)
    Sicher wäre dann eine Nachschaffung wahrscheinlich. Aber ich hab auch schon Völker erlebt, die zu dieser Jahreszeit ums Verrecken keine Nachschaffung mehr starten. Und schiefgehen kann sowas natürlich auch. Dann sollte aber keine Brut mehr vorhanden sein.
    Auch was die Bienen (bzw. die Bienenbrut) geschädigt hat, sehe ich mit bloßem Auge nicht. Eventuell kann man Varroakotflecken finden, was den Grund verdeutlichen kann.


    Ansonsten kann ich den wirklichen Grund nicht eindeutig bestimmen. Wahrscheinlichkeitsrechnungen, die eventuell sogar noch auf falschen Annahmen basieren, helfen nicht unbedingt zur Ermitlung des Todesgrundes.
    Nehme ich an, das Volk sei auf Grund eines zu hohen Varroabefalls sehr stark geschädigt worden, müssten doch in der verbliebenen Brut sehr viele Milben zu finden sein.
    Mehrere Beispiele haben mir aber schon gezeigt, dass genau dieses oft nicht der Fall ist. Diese Begründung ist für mich also nicht ganz schlüssig. Es wird wohl noch mehr als einen Grund für leere Kisten geben. Sicher ist die Imkerfehlerwahrscheinlichkeit dabei recht hoch. Die Palette für mögliche Fehler ist ja mehr als vielseitig. Und erst die Kombinationsmöglichkeiten... Aber ob immer der Imker Schuld hat?


    Pollen-, Honig- und Bienenuntersuchungen in Laboren, haben die Schwierigkeit, dass man festlegen muss, wonach gesucht werden soll. Es setzt also einen Verdacht voraus. Bei den vielen Möglichkeiten fällt es mir sehr schwer, hier eine Eingrenzung vorzunehmen.


    Auch bei der Auswahl der Ratgeber trifft man schon eine Vorauswahl. Der eine BSV ist eher geneigt den Pestiziden die Schuld für den Zusammenbruch zu geben, der andere sagt bei gleichem Schadbild direkt, dass es nur ein Varroaschaden sein kann. Der dritte bedenkt alle ihm bekannten Möglichkeiten und kommt zu gar keinem eindeutigen Ergebnis.


    Die Diagnose ist für mich sehr, sehr schwer.
    Ich beneide Menschen, die immer zweifelsfrei wissen, was gerade richtig ist. Ob sie aber immer die Wahrheit verkünden, wissen sie selber aber auch nicht. Sie können es nur annehmen bzw. glauben.
    Das sind meine Schwierigkeiten, wenn ich so ein Schadbild sehe.


    Marions Tipps sind aber sicher hilfreich den Grund für die leeren Kisten einzugrenzen. Bei diesen Ratschlägen (Link) wird zumindest versucht ergebnisoffen die Hinweise zu deuten.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Guten Morgen,


    Du schreibst: 21-23 kg je Volk (auf zwei Zargen Segeberger). War das einseitig gewogen? Denn als Komplettgewicht wäre das für ein 2-Zargiges Volk Segeberger ( Styropor?) doch recht wenig


    Wie schaut es sonst noch in der Beute aus? Ist das Futter vorhanden?


    Auch ich hatte durch eine zu späte Nachfütter-Eselei ein Volk, welches geräubert wurde.
    Die Anzeichen von Räuberei können sehr unterschiedlich sein, ich musste es leider am eigenen Leib erfahren.
    Als ich es bemerkt habe, war es schon zu spät - denn es lief schleichend. Zum Schluss sind die letzten Bienen innerhalb von 12 Stunden einfach verschwunden.


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Ein normaler Ableger stirbt nicht im ersten Jahr an der Milbe


    Ableger sind sozusagen "kleine Brutscheunen". Die haben am Ende des Bienenjahres viele Milben wenn sie zeitig im Jahr erstellt wurden.


    Natürlich kann man von der Ferne keine Diagnose stellen. Bei bienenleeren Völkern gibt es immer die Frage: Varroa oder Vergiftung?

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)