Schleichendes Völkersterben ?

  • Hatte vor einigen Tagen nochmal 3 verdächtige Völker mit Schwammtuch behandelt.Es gab ein paar heftige Ausreißer.Bei einem Volk fielen 300 Milben,dieses Volk ist sehr stark.Heute oder morgen bekommt dieses nochmal 22ml auf Schwammtuch bin gespannt.Denke das man allgemein die warmen Temperaturen nochmal nutzen sollte, um evtl das eine oder andere Volk nochmals zu behandeln.Um diese Jahreszeit sitzt ca.60-70%??auf den Bienen daher erwischt man dann besonders mit der Schwammtuchmethode besonders viel.

  • Hallo Zusammen und Guten Abend!


    Einige raffen es scheinbar nicht, welche Veränderungen durch PSM wirklich und nachweisbar stattgefunden haben!
    das was ich jetzt schreibe, geht auch in Sabines Thema: "Wo sind die Stare hin"? Feststellen muss ich auch, dass viele( vor allem hier im Forum!) auf dem Auge der "Mutter Natur" blind sind, über ein schlechtes Gedächtnis verfügen oder schlichtweg beides! Diese Zitate zeigen nur auf, wie sehr uns die PSM-Problematik uns bereits im Griff hat.


    "PSM wird leider allzu häufig herangezogen, obwohl da in den allermeisten Fällen eine alleinige Fehlerursache nicht heraus kristallisiert werden kann" (allzu häufig!... spricht der Kriminalist?.. von WEM stammt das?... schon mal Pollenwaben untersuchen lassen?)


    "PSM und höhere Gewalt schließ ich bei solch eindeutigen Schäden (bei mir) aus."


    "dass es Infos, wie z.B. nach dem Raps sämtliche Pollenwaben zu entfernen nur unter der Ladentheke des Imkerladens gibt"


    " wenn man jetzt jedes auftretende Problem mit 'ist PSM!' erklärt, "


    "Stellt doch (außer der Agrar- und chemischen Industrie) niemand in Frage, daß es PSM-Effekte gibt."
    (uns wenn sie nicht drum herum kommen, diese zugeben zu müssen, DANN werden diese KLEINGEREDET)


    Ein anderer Ansatz:
    Machen wir doch mal einen PSM-Kassensturz! (Wer die Zeit und Muse hat, dies wäre doch mal ein Thema)


    -1981-83 hatte ich meine 1. Lehre als Agrotechniker. Trotz ungefär 15 Jahren Agrochemie konnte man noch Regenwürmer auf dem Feld finden. Die Alten sagten damals, dass man jetzt schon suchen müsse im Gegensatz zu nach dem Krieg!
    Schnappt Euch nen Spaten und geht mal auf ein konventionelles Feld so 100m vom Rand weg ob Ihr wenigstens einen(!) Regenwurm findet!
    -Feldlerchen gab es früher trotz intensivster, mechanischer Landwirtschaft! Und heute??
    -Bachstelzen gab es in rauhen Massen!
    -ich habe noch Fasane, Wachteln, Reb- und Perlhühner auf den Wiesen gesehen (im Winter weiss, aber nur wenn Schnee lag, sonst hatten sie sich versteckt)
    -Wiedehopfe(!) komplett verschwunden! (ein interessanter Feldvogel und gut zu beobachten)


    Sorry,muss abbrechen da es Abendbrot gibt...

  • Also noch ne kleine Zugabe:


    -Maikäfer (Engerlinge): die gab es früher alle 4 Jahre zu Hauf! Ich hab die noch als Kind für die Hühner gesammelt. In Eimern so waren die Böden gut bedeckt (die Viecher haben aber ekelig gestunken und wurden daher "gern" verfüttert!:)
    Alle 4 Jahre hat die Natur von Mangel auf Überfluss geschaltet. Heutzutage sieht man mal EINEN!
    -Waldameisen: Als Kind war ich eigentlich nur im Wald (und bei den Bienen)! An den Waldrändern konnte man nur Sekunden ruhig stehen weil überall Ameisen waren! Heute gibt es nur noch in Wald-internen Lichtungen und nahe bei Wegen Ameisennester! HEUTE gibt es da Holzböcke! (kannte ich als Kind gar nicht!)


    Ich könnte hier noch Seiten schreiben! Eidechsen(besonders die Zaun-)! Singdrosseln usw. usf. (ist ja nur das Wenige, was ich bemerkt habe und gerade erinnere)


    An dieser Stelle schließe ich mal weil gerade melancholisch und das Geschreibse hier eh nichts ändert und damit auch keinen Zweck erfüllt.


    Herzliche Grüße, Torsten

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von gast042 () aus folgendem Grund: Holzbock vergessen

  • Und, was rätst Du all denen, 'die es nicht raffen'? Immer wenn die Bienen sterben, große Augen machen und ansonsten so weiter wie bisher, weil war ja IMMER PMS? Nur weil's PMS gibt, machen Imker keine Fehler mehr? Lohnt sich nicht drüber nachzudenken? Ein Hund kann durchaus Läuse UND Flöhe haben. Hör mal auf zu hyperventilieren, wenn die Umweltbedingungen schon nicht ideal sind, dann sollte der Imker zumindest sein 1x1 beherrschen. Bei der Bedrohung durch PMS hast Du ja recht. Aber alles erklären kannst Du damit auch nicht.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ZUM GENIEßEN (aus einem andere Thread (wo sind die Stare)


    """""meine Rede, mittlerweile ist die PSM Diskussion komplett aus dem Ruder gelaufen.
    Für alles unerklärliche werden PSM verantwortlich gemacht, alles was von Bayer kommt wird per es als schlecht erklärt.
    Es wird nicht nachgedacht, abgewogen diskutiert, es wird nur noch verteufelt und dass so als ob Satan höchst persönlich der Bayer Vorstand wäre....


    Diese Entwicklung finde ich äußerst kritisch, denn wenn man pauschal immer gegen alles ist, kann das wie ein Bumerang zurück kommen, vor allem weil bis auf wenige Ausnahmen vielen Imkern (mich eingeschlossen) einfach viel zu viel Hintergrundwissen zum Thema PSM fehlt....



    Grüße,


    Maxikaner """""



    Der Satz isses absolut: """vor allem weil bis auf wenige Ausnahmen vielen Imkern (mich eingeschlossen) einfach viel zu viel Hintergrundwissen zum Thema PSM fehlt...."""


    Ich hab das unbestimmte Gefühl, lange bin ich nicht mehr hier...:lol:

  • Moin Schillbee,
    es war zu erwarten, das überall Bayermaulwürfe auftauchen und alles kleinreden.
    Internationale Forschungsergebnisse werden einfach ignoriert
    Es steht für die PSM Industrie einfach zu viel auf dem Spiel.
    Wir haben den Glockengiesser persönlich kennenlernen dürfen
    Warum sollen diese Typen nicht auch in den Foren alles kaputtschreiben ?
    Im Wochenblatt ist Herr Doktor auch wieder ganzseitig vertreten.
    Da werden Räumlichkeiten mit gutem Ruf(Haus Düsse)benutzt ,um dem kleinen Imkerlein klarzumachen, das er zu blöd ist zum Behandeln.
    Hunderte verlassen dann mit gesenktem Haupt derartige Veranstaltungen.
    Was soll es, es ist bereits 20 nach 12.
    Aber wir gehen mit wehenden Fahnen und der Milbe unter
    Gruß
    Helmut

  • es war zu erwarten, das überall Bayermaulwürfe auftauchen und alles kleinreden


    Hallo Isselbiene,


    ich beglückwünsche Dich zu Deinem überschaubaren Weltbild. Es ist bestimmt sehr beruhigend, in einer so ordentlich strukturierten Welt zu Leben: Wer nicht 100%ig mit uns ist, ist gegen uns! Es ist bestimmt auch besser Imkern, wenn man selbst keine Fehler mehr macht, sondern alles die PMS Schuld sind.


    Der Toyotafan macht es ganz richtig, aufklären, aufklären, aufklären. Das er sich dabei imkertechnisch die Absolution erteilt und alle Missgeschicke auf Bayer und deren 5 Brigade (die Bayermaulwürfe) schiebt, glaub ich dabei nicht. Aber vielleicht kann man sich die Allianzen nicht aussuchen und muß nehmen was kommt. Ich bewundere seine Geduld.


    Was für ein schönes Wetterchen! Ich setz mich jetzt in den Gärten und zähle Chemtrails :)


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Was soll es, es ist bereits 20 nach 12.


    Hallo Helmut,


    ganz unschuldig sind die Imker an der Situation auch nicht. Wird doch von imkerlicher Seite kräftig nachgeholfen, die Symptome, die eine kaputte Umwelt mit sich bringt zu verschleiern.


    Viele Völker haben massive Probleme mit dem Wärmehaushalt (wie kommts bloß :roll:). Styroporbeuten wirken dem entgegen. Es gibt immer mehr Plastikimker, einfach auch aus dem Grund, weil die Bienen in Holzbeuten nicht mehr gedeihen. Irgendwann wird auch die Styroporbeute diese Defizite nicht mehr ausgleichen können. Dann kommen vermutlich welche mit eingebauter Thermoregulierung auf den Markt.


    Wir sollten mal alle unsere Bienen in Holzbeuten unterbringen, wie das vor 50 Jahren noch üblich war.


    Die Honigpreise für deutschen Honig dürften nach dem ersten Winter in ungeahnte Sphären steigen...


    Was für ein schönes Wetterchen! Ich setz mich jetzt in den Gärten und zähle Chemtrails :)


    Pass auf, dass dir keine auf den Kopf fällt. Ich geh mal nach den Bienchen gucken. Nachdem von Juli-September Ruhe war, gehts jetzt 2 Wochen nach dem großflächigen Glyphosateinsatz wieder richtig los mit den unkoordiniert zuckenden, taumelnden Bienchen in und vor den Beuten.


    Gruß Sven

  • Tja, da warens dann noch 3 von ursprünglich 7 Völkern. In 4 Völkern sind die grünen Königinnen verschwunden, auch das 2-Königinnen-Volk hat beide Kö's eingebüßt. Die waren einfach weg, aber noch genügend Bienen da.


    Auch mein bester Ableger (Flugling von Ende April) der vor 2 Wochen (vor der 100 ha-Glyphosatspritzung) noch im Bestzústand war und auf 11 DNM-Rähmchen eine Zarge ausfüllte, hatte lediglich heute noch 2 Wabengassen voll Bienen. Dazu etwas verdeckelte Brut und ganz wenig bereits ältere unverdeckelte Brut, keine Stifte oder Larven. Milbenfall nicht nennenswert, weniger als 5 pro Tag in den letzten Wochen. Das Drama hatte sich in der vergangenen Woche bereits angekündigt, seit etwa 5 Tagen lag täglich etwa 1 Wabengasse voll Bienen auf dem Bodenschieber und vor der Beute.


    Bei den anderen aufgelösten Völkern schaute es sehr ähnlich aus.


    Die einzigen (bisher) Überlebenden sind meine beiden roten Kö's und ein Volk Dunkles Volk. Die zeichnen sich alle dadurch aus, dass sie nur noch ein sehr kleines Brutnest haben und schon weitestgehend auf Wintermodus eingestellt waren. Alle Völker mit großen Brutnestern sind hinüber.


    Gruß Sven



  • Hi Rase,
    ..............getretener Hund ?
    oder einfach nur die letzten 10 Jahre verpennt ?
    Fragt
    Helmut

  • Hi Rase,
    ..............getretener Hund ?


    Ja, fühlt sich so an. Gestern erklärt mir ein Veganer mit Weltdeutungsanspruch warum es schlecht ist, Bienen auszubeuten. Der Typ, dem seine Ableger (Kö. von mir) an der Varroa verreckt sind, weil er 'wegen der Arbeit an der Terrasse keine Zeit hatte', ruft ständig an und will noch die Bienen aus dem Schaukasten ('Jung, du weißt doch wie dat is'). Der braucht noch nicht mal PMS als Entschuldigung, aber wenn er drum wüßte, er würd mir das auch erzählen. Und ich hab selber schon Kehrblechweise Bienen in die Tonne geschüppt, weil so'n Arsch rechtzeitig zum Anpfiff wieder vom Feld zurück sein wollte.


    Ich weiß um die Probleme durch PMS. Ich weiß auch um die Abgründe imkerlicher Betriebsweise. Wenn ich das schreibe, macht mich das zur fünften Kolonne von Bayer? Zum 'Maulwurf'? Ich bin einfach seeeeehr müde.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wir sollten endlich mal zur Kenntnis nehmen, dass es für die Bienen in den letzten Jahren immer mehr einer Situation gleicht, bei der sich mehrere Lecks verschiedener Ursache im Schiffsrumpf ergänzen. Es hilft nicht, sich nur auf das eine im Bug (PSM) oder am Heck (Monotone Landschaften) zu konzentrieren und dabei noch zu übersehen, dass ein Fieser Unterwasserschädling (VArroa) das Holz porös werden lässt. Das Schiff ist dann weder an der einen noch an den anderen beiden Problemen abgesoffen, sondern an einem kaputten Rumpf mit einem Riss zwischen beiden Löchern.


    Es wird keine Lösung geben, die nicht an allen Fronten ansetzt.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter