Schleichendes Völkersterben ?

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    Hallo,
    Wie hatte ich doch schon einmal am 04.10.2014 Angemahnt.

    Zitat

    wer jetzt schläft, und glaubt das Schöne Wetter wird s schon Richten,
    der wird im Frühjahr nicht über Ausfälle berichten, sondern über ,was ist da noch übrig geblieben
    ob bei Dadant oder Deutsch- Normal ,wo kommen nur noch diese Mengen an Milben her.


    Gruß Jürgen

  • Danke, Ralf,:p_flower01:


    genau darum ging es mir.


    Man kann übrigens aus allem und jeweils passend eine Phrase machen :roll: - und es kommt dann offensichtlich noch drauf an, wer sie ausspricht, da wird`s einmal eine und einmal eben nicht?

    Das Problem steht halt hinter dem Hummelnest! Es gibt kein zu früh, nur zu spät....


    Nochmal: ich sehe SEHR WOHL und mit Besorgnis die PSM-Problematik und die Wechselwirkung in andere Bereiche.


    Den Rest hat Ralf bereits formuliert, dem kann ich mich voll und ganz anschließen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Schon mal was von subletalen Dosen gehört?


    Ich führe hiermit als Entsprechung den Term subletale Betriebsweise ein. Für all die Betriebsweisen und Spielereien, die die Bienen nicht auf einen Schlag, sondern schleichend umbringen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • und es kommt dann offensichtlich noch drauf an, wer sie ausspricht, da wird`s einmal eine und einmal eben nicht?


    Oder wie viel Ironie - oder wie im zitierten Fall: Sarkasmus - hinter so einem Beitrag steckt...


    Es wird auch für euch noch früh genug immer schwieriger werden und dann werden wir ja sehen, was an der subletalen Betriebsweise dran ist. Oder nicht.

  • Stellt doch (außer der Agrar- und chemischen Industrie) niemand in Frage, daß es PSM-Effekte gibt. Aber selbst ohne diese ist die Imkerei eine anspruchsvolle Tätigkeit, wenn man jetzt jedes auftretende Problem mit 'ist PSM!' erklärt, dann wird's für Anfänger schwierig, etwas zu lernen, oder? Zumindest aus Fehlern zu lernen - weil die gibt es ja garnicht, sind immer PSM schuld. Oder was?


    Beste Grüße,
    Ralf


    Ps.: Was heißt für 'euch'? Für uns alle wird es schwieriger.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • den Term subletale Betriebsweise ein. Für all die Betriebsweisen und Spielereien, die die Bienen nicht auf einen Schlag, sondern schleichend umbringen.


    Hast schon nicht unrecht. Bienenvölker kann man auch Totgucken und Totbehandeln. Und Totnichtbehandeln :cool:. Dem Anfänger macht es das doch ohnehin schon nahezu unmöglich zu erkennen, worans denn tatsächlich lag. Es ist halt schade, dass es Infos, wie z.B. nach dem Raps sämtliche Pollenwaben zu entfernen nur unter der Ladentheke des Imkerladens gibt, genau, wie die OX-Tabletten und den zugehörigen Dampfmacher :cool:.


    Es gibt zudem noch gute Kö's und weniger Gute. Einer Guten muss man schon ziemlich viel zumuten, damit auch daraus nix wird. Wenns bei allen Völkern am Stand nicht klappt (während an einem anderen Stand fast alles gelingt) dann kann man seinen Blick ruhig mal in Richtung PSM-Tunnel wenden, was ist daran falsch?


    Gruß Sven

  • Hallo
    zu diesem Thema hat bis jetzt nur ein Imker mit offen Karten gespielt und zugegeben das er das selbe Schadensbild bei sich beobachtet hat.Ich glaube viele Imker scheuen sich ihre Verluste offen zuzugeben!Es wird ja immer gleich auf den Imker verwiesen der wieder die Hauptschuld an dem ganzen Schlamassel hat.Ich muß zugeben das ich selber erst garnichts schreiben wollte denn man kann sich schon langsam zusammen reimen welche Antworten da kommen.Trotzdem hoffe ich das manche Imker die bis jetzt ruhig waren sich Gedanken machen und hier auch mal offen schreiben!


    Grüße aus Thüringen

  • H.....Ich glaube viele Imker scheuen sich ihre Verluste offen zuzugeben!....


    :daumen: das ist aber nichts neues


    Ich muß zugeben das ich selber erst garnichts schreiben wollte denn man kann sich schon langsam zusammen reimen welche Antworten da kommen.


    da ist was dran


    Trotzdem hoffe ich das manche Imker die bis jetzt ruhig waren sich Gedanken machen und hier auch mal offen schreiben!


    Gedanken machen sich ja schon einige und schreiben es auch
    z.B. die hier:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=6473&highlight=theorie
    leider schon 12 Jahre alt
    Hartmut sei Dank!:p_flower01:


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Grüße aus Thüringen


    Hallo Nachbar :wink:,
    auch ich habe in diesem Jahr 5 Völker auf dieselbe Weise mit den von dir beschriebenen Schadbildern verloren.:oops: Allesamt Anfang September, einhergehend mit massivster Räuberei.
    Es sind, soweit ich es beurteilen kann, diese 5 Völker der Varroa zum Opfer gefallen und die Schuld daran trage ich, denn ich hatte genau 4 von diesen ca. 2 Wochen später behandelt als alle anderen Völker.
    Alle anderen sind wohlauf.:Biene:
    PSM und höhere Gewalt schließ ich bei solch eindeutigen Schäden (bei mir) aus.


    Tröstlich in der Situation ist einzig mein nun gut gefülltes Wabenlager. :wink:


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • ... zu diesem Thema hat bis jetzt nur ein Imker mit offen Karten gespielt und zugegeben das er das selbe Schadensbild bei sich beobachtet hat. Ich glaube viele Imker scheuen sich ihre Verluste offen zuzugeben! Es wird ja immer gleich auf den Imker verwiesen der wieder die Hauptschuld an dem ganzen Schlamassel hat. Ich muß zugeben das ich selber erst gar nichts schreiben wollte denn man kann sich schon langsam zusammen reimen welche Antworten da kommen.Trotzdem hoffe ich das manche Imker die bis jetzt ruhig waren sich Gedanken machen und hier auch mal offen schreiben...


    Hallo Rüdiger!


    Ich finde es gut, dass Du so offen das Problem mit deinen Völkern angesprochen hast.
    Meinen allergrößten Respekt dafür!


    Jedes Jahr sterben Völker durch verschiedene Ursachen.


    PSM wird leider allzu häufig herangezogen, obwohl da in den allermeisten Fällen eine alleinige Fehlerursache nicht heraus kristallisiert werden kann.


    Sehr häufig ist es weder PSM noch Varroa, sondern auch nur ne schlechte Königin, die nicht in die Gänge kommt oder ein anderer Standort mit zu wenig Pollen oder der Imker hat zuviel Ameisensäure verwendet oder hat diese AS einfach falsch angewandt.


    Auch die Größe des Fluglochs kann manchmal entscheidend sein oder auch einfach nur mangelnde Futtergabe des Imkers oder falsche Fütterung! Erst vor kurzem sagte mir ein Jungimker, dass seine Völker nicht in die Gänge kommen. Auf die Frage was er seit der Begattung mit den Völkern so gemacht hatte, meinte er, dass er Futterteig gegeben hatte und viele Mittelwände. Das Volk saß auf 6 Waben Zander Mitte September, wohingegen meine Völker auf 2 Kästen (1 x 10 er Zander und 1 x 10er 2/3 Zander) sitzen.


    Und ich gebe es hier und allen lesbar zu, dass ich Mitte September diejenigen Ableger aufgelöst hatte, die es nicht geschafft haben über 8 Waben Zander in der gleichen Zeit hinaus zu kommen. Die Königin wurde von mir abgedrückt. Die Bienen sowie die belegten Waben wurden anderen Ablegern zugehängt, wo die Bildung dieser Einheiten wissentlich später erfolgte und die bis dorthin einen vitaleren Eindruck machten.


    jürgie sagt gerne: Das neue Bienenjahr beginnt im Juli. Ich selbst sage aber, dass das NEUE Bienenjahr bereits im Mai mit der Begattung der ersten neuen Königinnen beginnt. Die bis dorthin zur Verfügung stehenden Vollvölker laufen zum Ende Juli/Anfang August nach der Tracht aus und verstärken die neuen Völker für das kommende Jahr.


    Es werden wirklich nur die allerbesten Königinnen ins nächste Bienenjahr mit hinüber genommen.


    Und dies gilt auch gnadenlos bei allen Ablegern.


    Wer es nicht schafft fliegt raus!
    Unerbittlich und ohne Gnade und ohne nachzujammern.


    Man muss soviele Völker haben, dass man nicht jedem Kümmerer nachweinen muss.
    Und das ist egal, ob die Königin belegstellenbegattet, besamt oder standbegattet ist.
    Und das ist egal, ob die Königin von einem namhaften Züchter stammt oder von mir selbst.


    Du musst selektieren und es lernen mit der Ameisensäure richtig umzugehen.


    Ich danke dir nochmals für deine offenen Worte und ich hoffe, dass mein Beitrag dazu beiträgt dir weiter Mut für offene Worte hier im IF zu geben!


    :daumen:


    Es ist nicht alles PSM, auch wenn uns das oftmals herunter gebetet wird.
    ABER: Es ist auch immer wieder PSM, was ganze Generationen von Insekten nachhaltig und letal tötet!
    ABER: Auch der Imker, Varroa und weitere Faktoren tun ein übriges!
    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)


  • zu diesem Thema hat bis jetzt nur ein Imker mit offen Karten gespielt und zugegeben das er das selbe Schadensbild bei sich beobachtet hat.Ich glaube viele Imker scheuen sich ihre Verluste offen zuzugeben!


    Was? Ich glaub jeder, der länger als drei, vier Jahre imkert, kennt dieses Bild: Kiste leer, Brutnest verwaist und ein paar verdeckelte Zellen stehen noch. Passiert allen Imkern gelegentlich. Es lohnt der Blick auf mögliche eigene Fehler als Ursache, egal ob es auch noch die Möglichkeit einer externen Quelle gibt. Oft steht der Fehler hinter der Beute, manchmal ist es was anderes und vielleicht ist eine Mischform aus beidem eher die Regel als eine Ausnahme. Das wir von vorne bis hinten belogen werden ist vermutlich unstrittig, aber das eine letzte Tracht oder sonstwas die AS-Behandlung ein bißchen verzögert und die dann in eine Kälteperiode fällt.... Kann alles passieren, passiert auch alles. Wichtig wäre dann nur, das man außer der Möglichkeit PSM auch sein eigenes Handeln kritisch hinterfragt und ggf. ändert!


    Ich kenn Stände, da wunder ich mich immer, daß die Bienen dort überleben, ich kann einem Beitrag hier nicht ansehen, was für eine Art Imkerei beim Fragensteller betrieben wird, weder vom vorhandenen Wissen, Einsatz von Geld und Zeit, der Motivation oder nur dem Bewußtsein her.


    Den Fehler zuerst mal bei sich zu suchen, ist echt kein Rat von oben herab, sondern war ganz aufrichtig auf Augenhöhe von Imker zu Imker! Falls das überheblich geklungen hat, täte mir das Leid.


    Beste Grüß,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Nachbar :wink:,


    Es sind, soweit ich es beurteilen kann, diese 5 Völker der Varroa zum Opfer gefallen und die Schuld daran trage ich, denn ich hatte genau 4 von diesen ca. 2 Wochen später behandelt als alle anderen Völker.
    Alle anderen sind wohlauf.
    Herzliche Grüße
    Mirko


    Es ist schwierig in der Imkerei für jeden Imker die passenden Rückschlüsse beim Verlust vom Völkern zu ziehen.



    Es steht unumstritten fest, dass sich ein zu später Behandlungsbeginn immer wieder rächt, ebenso wie das vernachlässigen des Drohnenwabenschneidens. Der Imker und dessen Fertigkeiten sind ein wesentlicher Faktor beim Völkererhalt.


    Es steht ebenso fest, dass die Jahre 2008/ 2009 ein massives Bienensterben durch die Beizmittel verursacht haben.


    Ich kann nur für meine Lage sprechen und sagen, dass der Mais bei mir seit 2008 2009 keine Schäden mehr bei den Bienen verursacht hat. Mittlerweile habe ich immer zwei Jahre hintereinander Mais bei den Bienen und dann für ein Jahr Weizen. Die Pollenversorgung meiner Bienen müsste bei Pollenengpässen, die wir leider immer öfter haben, durch die Nähe zur nächsten Stadt ca. 1,5 km Luftlinie sehr gut sein. Wissenschaftlichen Untersuchungen nach, nehmen die Bienen Maispollen nur in Notfällen auf. Raps spielt in meiner Imkerei eine sehr untergeordnete Rolle. Stadtbienen sollten deshalb in den letzten Jahren gesünder als Landbienen sein, da sie immer eine gute Pollenversorgung auch in den Notzeiten, die die Bienen auf dem Land immer wieder haben, vorfinden. Auch das könnte ein wesentlicher Faktor beim Völkersterben sein.


    Vieles spricht dafür, dass jede Imkerei unterschiedlich sein kann hinsichtlich der Anfälligkeit für Bienensterben. Wenn alle Faktoren müssen passen, dann kann man sicherlich in einem Bereich von 10 - 15 % Ausfällen seine Imkerei betreiben.


    Angst macht mir nur der Umstand, dass man sich, auch in einer vermeintlich optimaleren Lage wie bei manch anderen Imkerkollegen, nie sicher sein kann. Das nächste Jahr kann es schon wieder schwere Rückfälle geben. Es kann ein neues Spritzmittel eingeführt werden, es kann eine neue Krankheit auftreten es kann ....usw.


    Die Zeiten für die Imkereien sind wie alles in der Welt unsicherer geworden.