Imkern mit angepassten Brutraum Hans Beer

  • Ich war auf 2 Wochenendkursen und habe gerade als Jungimker viel lernen können. Das Buch hatte ich bereits vorher, konnte aber recht wenig daraus gewinnen, weil mir das Verständnis gefehlt hatte. In Verbindung mit den Kursen ergibt die "lose Sammlung von Folien" im Nachhinein Sinn und so dient mir das Buch immer wieder als Nachschlagewerk.
    Meiner Meinung nach ist das Buch sehr gut, wenn jemand die Zusammenhänge drumherum - Also entweder Profis oder aber für Leute die auch einen Kurs besucht haben.


    Es ist aber kein Buch bei dem ausführlich beschrieben wird wie in vielen anderen Büchern - dafür sind die Detailinformationen wesentlich tiefer und ausführlicher als in anderen Büchern. Es ist kein Buch das man Seite für Seite liest... Hans Beer gibt einen Eindruck in die Erkenntnisse die er über Jahre gewonnen hat - Der Vergleich von Wetterdaten und Temperaturkurven im Zusammenhang mit abgehenden Schwärmen ist vielleicht auch in Skalen besser aufgehoben als in ellenlangen Texten.


    Hans Beer habe ich in den Kursen als absoluten Fachmann kennengelernt der mich auch menschlich überzeugt hat. Eine gewisse Nähe zur (objektiven) Wissenschaft und eine kritische Sichtweise auf (finanzierte) Studien schlagen sich in seiner Betriebsweise auch nieder. Ich will da jetzt keinen Glaubenskrieg anzetteln, zumal mir in vielen Dingen als Jungimker die Erfahrung und vorallem auch der Vergleich fehlt. Zusammenfassen: Hans Beer... Super Typ. Sein Buch: Super, wenn man die Zusammenhänge kennt - weniger gut, wenn die Zusammenhänge nicht bekannt sind.


    Gruß
    Flo

  • Hallo,
    schau mal da nach das ist ganz kurz.


    https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/site/lel/get/d...


    oder googeln: BW Buckfastbetriebsweise


    Dieses Buch ist eine Katastrophe. Das schlechteste aller Bienenbücher. Und dafür gebe ich 30 € aus. Ich habe es verschenkt, ist auch sträflich.


    Erklärt mir endlich jemand den Unterschied zwischen angepasstem Brutraum und Pressing.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • ...Erklärt mir endlich jemand den Unterschied zwischen angepasstem Brutraum und Pressing.


    Remstalimker


    Hhm, das wie bei der Sache mit den DIB-Gläsern... Ein Glas mit einem Deckel drauf und Honig drin, ist ein Glas Honig. Will man es negativ abstempeln, dann unterstellt man den Abfüller eine mangelhaftes Qualitätsbewusstsein oder babbt irgendwelche Devotionalien zur Aufwertung des eigenen Gläser dazu.


    Fazit: Pressing klingt blöde, meint aber genau das Gleiche wie der angepasste Brutraum. Und ich sage Pressing! Dann laden die Kritiker gleich durch und ich lache über so viel Naivität...


    Gruß Jörg

  • Hallo zusammen,


    zwischen Pressing und angepasstem Brutraum gibt es keinen Unterschied.


    Ich selbst war bei Hans Beer, habe die Schulung miterlebt und meine Völker seit dem mit dieser Methode geführt. Wie ich mittlerweile aber weiß und das wird häufig falsch interpretiert, hat Bruder Adam seinerzeit die Völker im Frühjahr eingeengt und dann, nach Volksentwicklung erweitert, bis die Völker auf 12 Dadantwaben saßen. Nur so kann man eine Königin und letztlich das Bienenvolk bewerten. Wenn ich ein Volk auf 7 oder 8 Waben einschränkte, kann ich die Fruchtbarkeit der Königin nur ansatzweise beurteilen. Vielleicht könnten vereinzelte Völker auch 8 Waben bebrüten, was ich aber nie sehen werde, wenn ich meine Völker so stark einenge.
    Zudem muss ich auch immer darauf achten, dass genügend Futter im Brutraum ist, denn sonst kann es schnell Schwierigkeiten in trachtärmeren Zeiten geben.


    Ich werde die Pressingmethode oder wie man es auch nennen kann, den "angepassten" oder besser "eingeschränkten" Brutraum nicht mehr anwenden. Meine Völker werden sich im nächsten Jahr so entfalten können, wie sie wollen. Denn so kann ich meine wirklich leistungsfähigen Völker besser selektieren und beurteilen.


    Was das Buch angeht, so ist es die 30 EUR nicht wert. Ein Haufen zusammengebastelter PowerPoint Präsentationen. Der Druck, die Rechtschreibung und die Grammatik sind eine Katastrophe! Für so ein miserables Werk gibt Hans Beer nun seinen Namen her... kann ich nicht glauben!


    Gruß,
    Falk

    "Die Zukunft der Honigbiene liegt in den Kreuzungen!" - Bruder Adam

  • Die Diskussion gab es doch schon mal hier: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=10101


    Weil es gerade paßt:
    Wenn junge Arbeiterinnen in ihren ersten Lebenstagen knapp bei Nahrung sind, neigen sie dazu, frühzeitiger Sammlerin zu werden und bevorzugt Nektar zu sammeln. Wenn sie moderat [in den ersten Lebenstagen] gefüttert werden, beginnen sie mit der Nahrungssuche in einem "normalen" Alter, wieder bevorzugt nach Nektar. Wenn sie hingegen unmittelbar nach dem Schlupf reichlich gefüttert werden, ist ihr Vitellogenin-Titer hoch, und sie warten sehr viel länger, bis sie zur Sammlerin werden, und sammeln dann bevorzugt Pollen, und haben eine längere Lebensdauer. Dieses Verhalten ist durchaus sinnvoll. Ein hungerndes Volk möchte die Brutaufzucht überspringen, und sendet stattdessen Sammlerinnen aus, um so viel Nektar wie möglich zu sammeln. Ein fettgefressenes Volk zieht Brut auf und baut Proteinreserven auf, um zu schwärmen.
    aus: http://scientificbeekeeping.com/fat-bees-part-1/


    Ein jeder mag seine eigenen Schlüsse daraus ziehen. :wink:

  • Schon merkwürdig,


    kommen Leute, die Bienen halten wollen um der Bienen willen und weil es so schön Öko ist, werden sie als naive Romantikimker beschimpft, die den etablierten Imkern vermutlich auch noch Schaden zufügen durch ihre "verlotterte" Betriebsweise.


    Kommt dann aber so einer wie der Beer, der die Bienen um des Honigs willen hält, wird er als Ausbeuter und Tierquäler beschimpft, zumindest kommt das hier bei mir so an.


    Auch ich teile die (schlechte) Meinung über das Buch, vermute, sein Zweck liegt darin, dass die Leute eben stattdessen lieber die Kurse besser besuchen :wink:.


    Auch ich habe mir den Beer-Kurs gegeben - in der Tat kein Vergleich zum Buch.


    Auch ich halte Bienen, um Honig und andere Produkte, unter anderem auch virtuelle Produkte wie die Freude an einem faszinierenden Insekt zu erhalten.


    Und ich empfinde den angepassten Brutraum nicht als "pressing" im Sinne von "ausquetschen" und "ausbeuten". Das würde ich eher (d.h. wenn man Imker, also Tierhalter und -nutzer unbedingt in so eine Kategorie stecken will) so manch anderen Imkern unterstellen, die ihre Völker mehr oder weniger automatisiert, maximal mechanisiert und rationalisiert abrasieren und permanent im Land verteilen und womöglich auch noch in den Süden fahren, nur um die Saison zu verlängern.


    So wie ich das empfunden habe und für ich selbst anstrebe, sollen die Bienen beim angepassten Brutraum eben NICHT eingeengt werden im Sinne von "zu wenig Platz für Brut, hätten wir Platz würden wir mehr Brut anlegen" werden!
    Sondern nur so weit, dass die Brut allen Platz bekommt den sie braucht, aber der Honig nur in den Honigräumen landet. Der Honig ist also trotzdem noch da, der Honigkranz nur ein paar cm weiter nach oben in die Honigräume gerückt.
    Ja, im Gegenteil, wenn es optimal funktioniert, soll das Einengen sogar eine dauerhafte Optimierung des verfügbaren Platzes auch für die Bienen selbst bedeuten, die sie in der Natur so nicht haben können, wo der Raum eben gegeben ist und durchgehend nur einen Kompromiss darstellt, mit dem sie zwar gut umgehen können, der aber eben auch Optimierungspotenzial hat.
    Und der Beer versucht durchaus, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über den Bien (Tautz und andere) zu berücksichtigen, um möglichst bienengerecht, aber eben auch wirtschaftlich zu handeln. Daran ist doch nichts verkehrt?


    Viele Haus-, Nutz- und Zootiere leben länger und gesünder, eben WEIL sie künstlich optimierte Bedingungen vom Menschen erhalten und es ihnen trotz Manipulation und Nutzung eben besser geht als ohne.
    Einengen für besseren Honigertrag sehe ich genau in dieser Liga.


    Das sind Wirtschaftsvölker, keine Beurteilungs oder Zuchtvölker, die so behandelt werden. Und ich finde, diese Manipulation unterscheidet sich in nichts von den vielen anderen, die wir alle ständig anwenden, um zu imkern.


    Wer den angepassten Brutraum für sich selbst nicht praktizieren will, ok. Aber wer diese Praxis als böse und nicht tiergerecht kritisiert, sollte m.M.n. auch alles andere, was Imker in unserem Land gewöhnlich so machen ablehnen. Dann könnte man die Bienen aber auch gleich wieder lassen wie sie wollen, höchstens gegen Varroa behandeln, aber dann wären wir ja wieder Ökospinner....wie man's macht, macht man's verkehrt!


    Gruß
    hornet