Rapsfelder verschwinden?

  • Hallo zusammen,


    In unserer Gegend gibt es fast keinen Raps mehr. (2015). Im Frühjahr, bei den Herrenberger Imkertagen, sagten Wissenschaftler im Rahmen ihrer Vorträge:“Seien Sie vorsichtig mit ihren Aussagen, was Sie wollen“.


    Hier ist ein Beispiel, was wir hören und lesen:


    „Niemals wird man mit einer Insektizidbeize mehr Stunden/Hektar brauchen wie ohne, das ist unsinnig, denn wenn man im Herbst schon 2 bis 3 mal mit Insektiziden durch den Raps muss und mit Insektizidbeize bislang nicht einmal, dann weiß man, was Zeit und Geld kostet und vor allem nicht gut für die Umwelt sein kann.
    Unter solchen Bedingungen lässt man den Raps lieber sein und baut Mais an.
    Und warum sollte man mit 3 maligen Insektizidspritzungen gegen eine gezielt Beize mehr ernten? Das wird sicher nicht passieren, da nicht alle Schädlinge mit Pyrethoiden bekämpft werden können, dafür ordentlich Bienen und andere Nützlinge, was wiederum weitere Probleme nach sich zieht.“ (Zitat Landlive.de)


    Welche Alternativen haben wir ohne Raps?


    Wollen wir wirklich die einzige gute Ernte im Frühjahr verlieren?


    Wird es nicht besser sein, mit den Bauern zu reden und nicht über ihr Vorgehen zu schimpfen?


    Vernichten die Imker ihre einzige starke Frühjahrstracht?


    Wie sieht es in eurer Umgebung aus? Verschwindet dort auch der Raps? Und wenn ja, warum?


    Der Beginn eines Gesprächs ist der wohl schwierigste Teil der Konversation. Du wirst merken, dass es dir bei einigen Leuten ganz einfach fallen wird ein Gespräch zu starten, während du bei anderen Leuten auf Granit beisst. Lasst es uns gemeinsam versuchen. Wir möchten nicht, dass das Gesprächs geschlossen weerden muss, wie in andren Foren. Es hilft niemandem!!


    Lasst uns beim Thema Bitte bleiben. Respekt für unterschiedliche Meinungen.


    Gruß

  • Ich würde auf die gelbe Pest gern verzichten. Das Bild der Ackerflächen hier in der Region (Mecklenburg) zeigt aber etwas ganz anderes: jede Menge Raps.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Patrick,


    hier verschwindet der Raps nicht, hier gab´s nie welchen.
    Imkern kann man hier trotzdem, wenn auch natürlich die Frühjahrserträge deutlich unter denen der Gegenden mit Rapsflächen liegen.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Ist sowieso Schwachfug. Bei uns haben die Landwirte neonic-gebeiztes Rapssaatgut ausgebracht, vor dem Winter einmal gespritzt, nach dem Winter einmal vor der Blüte, und ein bis zwei Mal in die Blüte. Hier wird den Landwirten auf der Genossenschaft erzählt, daß die Beize eh nur ein paar Wochen hält und sei hauptsächlich zum Schutz während des Auflaufens gedacht.


    Bisher konnte mir auch niemand in seinen Büchern zeigen, daß sie vor der Einführung der Neonicotinoide mehr Kosten hatten als jetzt mit. Ist doch alles Pseudoargumentation. Die Landwirte wollen eine Vollkaskoversicherung bei der Aussaat, und nicht mehr und nicht weniger.


    Gruß
    Bernhard

  • Und was machen die jetzt eigentlich, wenn der Raps, wie bei uns hier, noch im Herbst zu blühen beginnt? Blüht der dann im April noch einmal?


    Gruß Jörg, der auch gern auf den Raps verzichten könnte

  • Was jetzt blüht, ist entweder Senf oder nur Ausfall-Raps, der bei der Ernte daneben ging und jetzt halt schon wieder so weit ist, dass er blüht.
    Was davon heuer blüht, ist nächstes Jahr tot. Wenn auf der Fläche nächstes Jahr trotzdem Raps blüht, dann allerhöchstens das, was heuer noch reif wird und erneut aussamt. Geht aber nur, wenn der Bauer die Fläche bis dahin einfach sich selbst überlässt.

  • na dann beobachte (und berichte) mal, was mit den Feldern passiert!
    Habe jedenfalls noch nichts von Raps gehört, den man 2x ernten kann, er bildet nur 1x Blüten und Samen. Vielleicht ein Gen-Experiment mit einer neuen Supersorte, 1x sähen und beizen, 2x ernten um die Imker zu entlasten :wink:

  • Moin, moin,


    natürlich kann man Raps nur einmal ernten, man kann ihn aber dieses Jahr zu früh gesät haben...


    Ich bemühe mich, mit meinen Bienen dem Raps auszuweichen, solange es die systemischen Insektizidbeizen gibt. Einen Mangel an Rapsfeldern sehe ich nicht.


    Außerdem fand ich einen Vortrag der LWK NRW, aus dem hervorging, dass Beizen gegen die damit gemeinten Schädlinge eher nur höchstens einen Teilerfolg bringt. Auch die Blütenspritzungen brachten im langjährigen Mittel irgendwas zwischen 2 und 3 dt Mehrertrag pro ha.


    Ich glaube nicht mal, dass die Bauern eine Vollkaskoversicherung wollen, ich glaube, dass man es schafft, ihnen die zu verkaufen...


    Und Landlive ist nun wirklich eine Quelle, wo jede Menge Unfug geschrieben wird...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Nö, bei mir hier geht ganz sicher der Raps hoch! Ganz sicher Rapsfelder, keine Ausfallreste, kein Senf o.ä. und das auch auf mehreren Feldern in der Umgebung!


    Hallo Jörg,
    Ist es vielleicht Sommerraps ?
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • ...Terminaltrieb...


    dD


    Ja, genau! Dieser dicke Trieb ist zu sehen. Ich bin heute etwas im Streß, aber vielleicht schaffe ich das noch ein paar Fotos davon zu machen. Auf den Feldern sieht man Bereiche, die sich wahrscheinlich besser entwickelt haben. Teilweise mit diesen dicken Mitteltrieben oder schon gelben Blüten.


    Gruß Jörg

  • Moin Marcus,


    Du sitzt im kalten Westerwalt. in der Norddeutschen Tiefebene ist es ungewöhnlich lange ungewöhnlich warm gewesen, der Raps ist reichlich früh gesät worden, teilweise, jedenfalls für den dann folgenden Witterungsverlauf.


    patrick Schooler: Vor allem müssen die Bauern sich auch von dem Gedanken verabschieden, auf ihren Flächen dürfe nur genau das wachsen und leben, was sie dort anbauen. Diese Auffassung war naturkompatibel, solange die Bekämpfung manuell-mechanisch erfolgte. Mit dem Einsatz von chemischen Waffen wird aber eine Totalität erreicht, und die Kollateralschäden sind derart wuchtig, dass es nicht mehr zu verkraften ist.


    Auch der Gedanke, man müsse den Betrieb spezialisieren und vereinheitlichen, ist kurzsichtig und vernachlässigt Fruchtfolgen und Vielfalt.


    Die Beizen bringen mit einem Anbau genug Gift auf den qm, um mehr als ein Bienenvolk komplett zu töten. (40 g Wirkstoff pro ha sind 4 mg pro qm, das sind 4 000 000 ng. 1 ng kürzt das Leben einer Biene um etwa 2 Drittel...) Denn diese Gifte sind unumkehrbar in ihrer Wirkung. Daher wirken sie länger, als die 48 Stunden, nach denen bei anders wirkenden, abbaubaren und auscheidungsgeeigneten Giften eine Erholung einsetzt.


    Das Gift hält sich im Boden lange, es gibt nachgewiesene Halbwertzeiten von 5 Jahren. Eine solche Substanz darf man nicht in die Umwelt bringen, nur weil das Kosten spart und ein wirtschaftliches Sicherheitsgefühl verleiht.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Jörg


    ich gehe davon aus, dass Sommerraps gesäht bzw. aufgegangen ist. Der Winterraps sollte erst zu blühen beginnen, nachdem er mindestens einen Frost hatte. Sommerraps im Herbst macht als Gründung Sinn, da er mehr Nährstoffe sammelt (im Vergleich zum Winterraps auch ein schnelleres Wachstum zeigt) und nach dem einarbeiten (in aller Regel) nicht weiter bekämpft werden muss.


    Gruß GM