Wohin verschwindet AS-geschädigte Brut?

  • Liebe Forianer,


    im Juli habe ich vier Völker erhalten, die gerade eine AS-Behandlung hinter sich hatten. Nachdem ich im September meine Völker dann das erste Mal selbst mit Ameisensäure behandelt habe (Nassenheider pro mit 60% AS), fällt mir gerade auf, dass ich nichts von der zerstörten offenen Brut gesehen habe. Eigentlich sollten doch die Eier und ganz kleinen Larven beim Ausräumen durchs Bodengitter fallen. Größere Larven müssten vor die Haustür geschafft werden, wo noch ca 15 cm "Balkon" sind, bevor es nach unten ins Gras geht. Gesehen habe ich davon nichts und zumindest die Windel habe ich immer genauestens studiert. Vor dem Flugloch liegen zwar gelegentlich tote Bienen, aber ich habe dort noch nie eine halbfertige Made/Biene gesehen. Außerdem habe ich bei Durchsicht eines Volkes gesehen, dass es am Tag 16 nach Beginn der Behandlung noch etwas verdeckelte Brut hatte. Die ersten paar ganz frisch gelegten Eier waren auch schon zu sehen. Zwischenstadien gab es nicht.


    War ich nur zu langsam zum Gucken? Oder fressen die Bienen die Larven auf (die sind doch Vegetarier und können nur lecken, dachte ich)? Oder war meine Behandlung nicht erfolgreich? Die Verdunstungsrate war so wie angegeben - eher höher, die Behandlung fand auch während der warmen Tage statt. Das Flugloch war halb zu, die Windel eingelegt. Die Bienen haben auch die ganze Zeit respektvollen Abstand zum Verdunster-Tablett gehalten. Die während der Behandlung fallenden Milbenzahlen waren zwar deutlich höher als vorher, aber trotzdem nicht wirklich viele, so 30 bis 50 pro Tag.


    Könnte es sein, dass mit dem Nassenheider die AS-Konzentration so langsam ansteigt, dass zwar die Königin aufhört zu stiften, dass aber zumindest anfangs die größeren Maden doch noch verdeckeln können? Und was heißt das für die Milben?


    Die Bienen sehen übrigens sehr gesund aus, ich habe noch keine mit seltsamen Verhalten oder Aussehen gefunden.


    Seht Ihr was von der geschädigten offenen Brut?
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Nein. Sehen kann man die nicht.


    U.a. deshalb bin ich ein jahrelanger Anhänger der AS gewesen.


    Aber wie ich dieses Jahr die Flucht der Bienen von der Brut(bei schwachen Völkern) beobachten konnte, und gleichzeitig hier von radikalem Temperaturabfall bei AS berichtet wurde, bin ich am schweben. Oder besser am Fallen.


    Bislang konnte ein guter August die Sache mit der Brut immer ausgleichen. Darum ist es auch nicht aufgefallen.


    Bienen saugen Brut aus, das ist bekannt. Aber trotzdem müsste man schon etwas erkennen, denn es werden doch immer einige Eier runterfallen. Tut man aber nicht.

  • @ luxnigra


    Bei mir sind die Bienen erst mal gar nicht gewichen, vielleicht weil es eine Weile gedauert hat, bis sich eine gewisse AS-Konzentration aufgebaut hat. Danach waren sie dann unterhalb der Außenkanten des Tabletts (da, wo der AD-Dampf "runterfällt" entweder vielleicht 5 cm zurückgewichen oder zwischenzeitlich (in reinen Honig-Wabengassen) noch weiter runter verschwunden. Ich habe das Tablett nach Anweisung über das Brutnest gestellt, also nicht unbedingt in die Mitte. Daher weiss ich nicht, was bei der Brut geschehen ist.


    Wie gesagt, erstaunlicherweise waren vom Brutnest nach 16 Tagen noch einige verdeckelte Zellen übrig. Die leeren Zellen hatten die Damen zwischenzeitlich (?) ziemlich mit Nektar gefüllt, sie haben aber auch schon wieder eine zusammenhängende Fläche freigelegt und die ersten Stifte waren zu sehen. Kann ja sein, dass ich noch keinen rechten Plan habe, aber für mich sahen sie jetzt weiterhin sehr zahlreich und munter aus. Irgendwie hatte ich wankende Halbleichen erwartet. Aber vielleicht war auch alles viel zu soft und die Milben schlagen dafür um so fieser zu.


    Eines meiner Völker war von meinem Imkervater vorher versehentlich mit der doppelten Dosis AS behandelt worden, da sind bei mir noch drei Wochen lang dauernd tote Bienen rausgetragen worden. Von so einem Gemetzel war jetzt nichts zu sehen.


    Ich hoffe das Beste und freue mich vorsichtig auf das nächste Jahr.
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Hallo kikibee
    Mir ist auch so etwas geschehen, denn ich hatte ein starkes Volk eingefüttert und noch eine Honigzarge obendrauf gehabt und die war reichlich mit Honig bestückt, man konnte es von oben sehen und nach der As Behandlung, war nichts mehr da.
    Bienen weg, Honig noch da. Aus.
    Ich stehe vor einen Rätsel.
    Bienensiggi

  • Hallo Bienensiggi,


    da hast Du mich missverstanden. Bei mir sind alle (?) Bienen noch da, es sieht sogar alles bestens aus. Ich habe mich nur gewundert, wohin eigentlich die von der AS eingegangene Brut hinverschwindet. Ich hatte es so verstanden, dass die offene Brut von der AS so geschädigt wird, dass diese abstirbt. Und daher hätte ich erwartet, auch etwas vom Ausräumen derselben zu sehen, was aber nicht der Fall war.


    Viele Grüße
    Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Hallo Kikibee
    Ich habe Dich missverstanden. Es stimmt, man müsste ja ein paar Leichen auf den Boden sehen, bei mir war das so. Aber ich nehme stark an, das die Farroa das Volk erledigt hat, ohne das ich es wargenommen habe.
    Aber lassen wir den Kopf nicht hängen, im nächsten Jahr machen wir es besser.
    Gruß Siggi

  • Hallo


    hier meine Vermutung, die sich nicht prüfen lässt :)


    also ich denke Stifte und kleinste Larven werden ausgesaugt und entweder verdaut oder doch draußen ausgespuckt.
    Die noch verdeckelten Jungbienen befreien sich meist selber aus der Zelle und laufen einfach orientierungslos nach außen. Zuerst habe ich gedacht, dass sie mit Gewalt aus den Zellen gezogen und von den Putzbienen entsorgt werden.


    Das habe ich nun öfter erlebt, dass Jungbienen frühzeitig ausschlüpfen, wenn irgednwas nicht stimmt. Bei Brutschenen z.B. schlüpfen viele Bienen frühzeitig, wahrscheinlich merken sie, dass sie ausm Volk sind und versuchen mit dem verfrühten Schlupft sich zu retten. Bei der AS kann es ähnlich sein, oder die Säure verätzt sie und es schmerzt ihnen, sodass sie freiwillig aus der Zelle flüchten.


    also nichts wissenschaftliches, nur Beobachtungen und ein Versuch, das logisch zu interpretieren. Aber wir wissen ja, was die Imker denken und die Bienen machen :)

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hallo Salsero
    Ich muss Dir ehrlich sagen, mit den chem. Behandlungen stehe ich auf dem Kriegsfuss. Diese Behandlungen schaden den Bienen mehr, ich habe das mehrfach festgestellt. Die Drohnenwaben zu entfernen macht zwar mehr Arbeit, aber es ist schonender für das Bienenvolk. Man muss blos auf die Zeitabstände achten, sonst geht es schief.
    Gruss Siggi