Labore, bitte

  • Könnten wir bitte mal einen Thread aufmachen, welche Labore europaweit Bienen, Bienenprodukte, etc., kommerziell Proben auf PSM und Rückstände in Bienenprodukten analysieren können?


    Kommerzielle Labore sollten ohne politischen Einfluß sehr exakte Ergebnisse liefern können.


    Die Preise sollten eher nachrangig sein - über Crowd-Funding sollte sich europaweit was machen lassen.


    Wir brauchen ja sehr offensichtlich völlig unabhängige Ergebnisse, die dann auch gerichtsfest sind.


    Und vor allem brauchen wir als erstes eine sehr exakte Anleitung zu den Bedingungen zu Probenahmen und Versand.
    Und wir brauchen genauere Daten über die Halbwertszeiten.


    Es nützt doch nix, wenn man frisch-tote Bienen einschickt, und die dann nach einem langen Wochenende in der Post nur noch Mus sind.


    Wer findet uns Labore dafür?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Honig, Pollen, Propolis, Geleé royale und Wachs auf fast 300 Pflanzenschutzmittelwirkstoffe untersucht die Firma Intertek in Bremen http://www.applica.de/applica/…ngsspektrum:Honiganalytik.
    200g Honig reichen, die Bestimmungsgrenzen befinden sich bei den meisten Wirkstoffen bei 0.01mg/kg.
    Untersucht wird nach diesen Methoden http://de.wikipedia.org/wiki/Gaschromatographie und http://de.wikipedia.org/wiki/F…senspektrometrie-Kopplung.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Muss man den Laboren auch aufschreiben, nach was sie suchen sollen?


    Nein, die Untersuchung durchläuft das gesamte Spektrum.


    Gibt es in D eigentlich nur das Julius Kühn Institut http://bienen.jki.bund.de/index.php?menuid=2, das Bienenproben auf PSM untersucht? Und wie will man sicher sein, daß ein Labor nicht unter politischem Einfluß steht?!

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    Terence McKenna

  • Gute Idee.
    Bei der Haltbarkeit der Pestizide sollte es eher zweitrangig sein, ob die Bienen nach 3 oder 20 Tagen untersucht werden?


    0.01 mg find ich jetzt nicht sehr sensitiv, wo liegt denn die bekannt Schadschwelle so? Oft wirken Gifte im Nanogrammbereich.


    Die Sache ist ja die, wenn man sensitiv genug testet, laesst sich so ziemlich alles nachweisen. Wichtiger ist, was die Kombination der Wirkstoffe in einer Pollenprobe z.B. anrichten wuerde, und was die Schadschwelle fuer die Kombi ist, da gibts glaube ich noch zu wenig Forschung? Ich fange gerade erst an, mich damit zu beschaeftigen.


    Gruss,
    Jan

  • Ich bin mir nicht sicher, ob das Labor weiss, was ich haben möchte, wenn ich keine Tendenz vorgebe. Bestimmte Giftstoffe müssen doch erst einmal überhaupt angesprochen werden, sonst suchen die nach allem möglichen. Wie geht es dann weiter? In der Probe XYZ wurde ein erhöhter Wert von Clothianidin festgestellt. Die Beprobung ergab einen Wert von X. Naivimker schreit sofort teern und federn!


    Was wird damit gemacht?

  • [QUOTE=JCD;440275
    0.01 mg find ich jetzt nicht sehr sensitiv, wo liegt denn die bekannt Schadschwelle so? Oft wirken Gifte im Nanogrammbereich.
    [/QUOTE]


    Für jeden Wirkstoff gibt es den ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) -wobei die Bewertungsmaßstäbe für Kinder, Kranke und schwangere Frauen fraglich sind. Dann gibt es noch den ARfD-Wert (Acute Reference Dose) zur Bewertung von PSM, die schon bei einmaliger oder kurzzeitiger Aufnahme eine gesundheitsschädliche Wirkung auslösen. Meines Wissens sind die Werte EU-weit gleich festgesetzt.
    Wo im einzelnen die Schadschwellen für Bienen liegen, wüsste ich auch gern...

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    Terence McKenna


  • 0.01 mg find ich jetzt nicht sehr sensitiv, wo liegt denn die bekannt Schadschwelle so? Oft wirken Gifte im Nanogrammbereich.


    Naja, so ist deine Aussage nicht besonders aussagekräftig. Es kommt ja auf die Bezugsmasse an. Und 0,01mg sind ja nur 10mikrogramm. Und in Sonjas Posting aufs kg bezogen! Also ist die Sensitivität bei 10ng pro Gramm.
    Ich finde die Sensitivität schon mal gar nicht so schlecht, obwohl es sicher PSMs geben wird, die in niedrigeren Konzentrationen für Bienen schädlich sein können.
    Grüße, Jogi

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Formica () aus folgendem Grund: Rechnen.....

  • Das Labor Intertek untersucht auch im Mikrogramm (µg)- und Nanogramm (ng)-Bereichen.


    Die Schadschwellen für Bienen sind doch längstens bekannt und hier immer wieder wiederholt. Die chronisch-letale Dosis (LD50 chronic) für Bienen liegt für Imidacloprid bei 0,01-1 ng pro Honigbiene. (Suchail et al. 2001) http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=28601&p=438190#post438190 und http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=28601&p=438193#post438193


    Zitat daraus: "Das bedeudet, bei 1 ng/Biene überlebten in dem Versuch nach 8 Tagen(!) nur noch die Hälfte der Bienen. So ein "chronischer" Test geht über ganze 10 Tage."

  • Ich glaube, dass es immer schwieriger werden wird, diese Stoffe nachzuweisen.


    Wenn ich mich noch recht erinnere hatte man früher in den 80-zigern noch Literweise Spriztmittel kaufen und dem Wasser beimischen müssen (pro ha). Heute gibt es schon Mittel, da benötigt man nur wenige gramm pro ha. Ich sag mal ganz frech 50 gr. GIFT auf 400 L Wasser und das auf 2,5 ha verteilt, ist nicht unbedingt viel, reicht aber um den gewünschten Effekt des Pflanzenschutzes zu erhalten. Von den sogenannten Kollateralschäden, z.B. dass auch die Nützlinge mit entfernt werden will ich jetzt mal gar nicht weiter drauf eingehen. Wenn ich jetzt überlege, wieviele Pflanzen auf dem ha stehen und davon aber nur die Blüten angeflogen werden, wird es schon kritisch, überhaupt etwas nachweisen zu können. Außerdem kommt dann noch der "Verdünnungseffekt" durch andere Arten (z.B. Bäume) im Honig.


    Jedes Gramm Wirkstoff das nicht gebraucht wird ist schön und das kann man nur erreichen wenn nicht nach Kalender gearbeitet und eine ständige Bestandskontrolle durchgeführt wird. Und jeder chemischer Eingriff wirft einem selbst wieder Jahre zurück, wenn man Richtung Bio will (Kleinstlebewesen im Boden werden dadurch zu stark gestört und je nach Flächengröße, Flächenform und Lage dauert es unterschiedlich lange). Vieles geht heute schon über dem Preus äh Preis und das ist in meinen Augen die einzige Möglichkeit die Leute zu erziehen mit den Gefahrenstoffen sorgfältig umzugehen.


    Gruß GM


    PS: Selbst für den Gebrauch einer "Buckelspritze" für den Garten mit 10 L Inhalt wird ein Lehrgang benötigt, 5L Inhalt ist gerade noch erlaubt.

  • ..Bei der Haltbarkeit der Pestizide sollte es eher zweitrangig sein, ob die Bienen nach 3 oder 20 Tagen untersucht werden?...


    falsch gewickelt
    es gibt eine Studie die belegt, dass bei Imidacloprid nach 8 Tagen nur noch 30% der Werte nachgewiesen werden können welche die Biene getötet hat!

    Nö, im Gegenteil. Die Analytik-Technik ist inzwischen sehr fortgeschritten und wird immer sensibler.


    was nutzt dir eine Super Analytik-Technik und Verfahren, wenn die Proben Wochen- oder gar Monatelang rum liegen?
    soviel ich weiß untersucht nur das JKI tote Bienen
    man muss sie nach Braunschweig schicken
    dort machen sie erst mal einen AEDES Larventest
    und dann wird das weiter geschickt nach Berlin wo sie die chemische Analyse machen!
    und es ist ja selbstverständlich klar das dies mit Express-Tempo gemacht wird
    Weil ja das JKI überhaupt kein Interessen-Konflikt hat mit ausversehen zugelassenen Bienenungefährlichen PSM
    Auf den Maissaatgut Säcken von 2008 stand "Bienenungefährlich" drauf obwohl die Vorgänger des JKI (BBA) schon seit 2002 wusste dass es Probleme geben kann!
    Aber vielleicht ist das auch alles verloren gegangen als aus der BBA das JKI geworden ist?
    INSEGAR war auch mal versehentlich B4:confused:

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!