Varroadiagnose mit Puderzuckermethode: Becher zu kaufen?

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    die ersten 8 Varronen-Weibchen sitzen versteckt saugend in den Bauchtaschen, die 9. auf dem Rücken , die 10. an der Brust, wenns dann mit der Bienenbrut zur Vermehrung geht, wandern die dann unter und über der Made in die Zellen und lassen sich eindeckeln zur Vermehrung. Man sieht also nur die Spitze des Eisbergs.
    Und da momentan nur wenig Brut vorhanden ist, werden die meisten Milben noch auf den Bienen sitzen.
    Momentan hängen sie bei 2-6°C fast alle in der Wintertraube und lassen die Toten auf dem Brett/Gitter liegen- kann man mit der Kratze einsammeln- "Soldatenfriedhof legen", um varroageschädigte Bienen zu erkennen, oder den "Bondtest" machen - in Becher wiegen + Wasser+Tupfer Spülmittel- schütteln und durch Teesieb Varroa sieben und zählen.
    Da kommen wesentlich mehr als die 2-5 Milben raus, die bei den meisten in einer Woche durch das Gitter fallen.


    Einen sehr starken 2 Zarger als Kandidaten für den Zuckertest ausgemacht, da scheint wohl weder die 3x AS-Schwammtuch noch OX ausreichend gewesen zu sein.
    Da wird der erste Drohnenrahmen eine Milbenfalle, wenn man sie verdeckelt rausnimmt, oder die Vermehrungsfarm. Und wenns etwas wärmer&trockner ist, werde ich es mal mit dem Puderzucker probieren.


    Wer nicht gerade eine große Co2-Flasche rumzustehen hat, Sprudelmax arbeitet auch mit Co2, Sahnesyphon geht nicht(idR No2-Patronen)-
    den Betäuber vom Varroatester gibts für 16,99€,
    http://www.ebay.de/itm/PowerCl…41d6d4:g:vnQAAOSwo0JWG80D
    der Rest -Briefwaage, Schüttelbecher und Sieb- ist vorhanden
    Gruß Fred

  • Lieber Dommy,


    wie breit sind Deine Oberträger bzw. Deine "Einfüllschächte" in die Wabengassen? Wieviel PuZu stäubst Du in jede Zarge?
    Und - da es hier um Varroadiagnose geht:
    Wie rechnest Du den tatsächlichen Befall hoch? Nach Deiner Annahme von 10% der Milben außerhalb der Brut müßte die Faustformel lauten: Milbentotenfall (nach 5 min?) x 9 = 90% (= alle noch in der Brut sitzenden Milben). Stimmt das mit Deiner Erfahrung überein oder fällt auch später als 5 min noch behandlungsbedingt eine nennenswerte Anzahl von Milben? Woran erkennst Du das Ende des behandlungsbedingten Milbentotenfalles - kein PuZu mehr im Gemüll? oder + 18h nach der von IF Brüning berichteten Sterbezeit aus dem Versuch von Hohenheim mit beOXten Petrischalen? Damit zusammenhängend: Leben die nach 5 min abgefallenen Milben noch?


    Von einfachen Lösungen ohne TAM immer wieder beeindruckt - Gottfried


    Hallo Gottfried,


    diese Art der Behandlung ist keinesfalls auf meinem Mist gewachsen: Die Details habe ich ->hier entnommen.
    Zwar ist hier von 10-15 Minuten Wartezeit die Rede. Das würde ich aber auf gar keinen Fall empfehlen, weil ich gesehen habe, wie schnell es eine erst im Staub zappelnde Milbe wieder schafft auf eine zufällig vorbei krabbelnde Biene aufzusteigen. Die Haftwirkung scheint also nur kurzzeitig verloren zu gehen!


    Und bezüglich des Behandlungserfolges fängst du offensichtlich an, den von dir gewünschten Weg der Einfachheit zu verlassen: Wozu sollen all die geschätzen Zahlen gut sein? Wozu muss man wissen, ob - und wie lange - nach der Bestäubung noch Puderzucker-geschädigte Milben runterfallen?
    Hier geht es allein um die Diagnose des Befallsgrades. Und diesen Überblick hast du perfekt nach besagten 5 Minuten.


    Ob die Puderzuckermethode auch als Behandlung taugt, ist dann ein anderes (sicher deutlich ernüchtigenderes) Thema...


    Viele Grüße
    DOMMY

  • Hallo Dommy,
    der Schluss deines Videos ist schon merkwürdig. Sexy mit Nutella und Klosettpapier.


    Aber zum Thema. Das mit dem Schüttelbecher hat bei mir noch nie zum Erfolg geführt. Ist auch bei meinen geringen mathematischen Fähigkeiten kaum von Erfolg gekrönt. Nehmen wir an im Juli sind 600 Milben im Volk, davon 400 in der Brut. Die restlichen 200 sind auf 30 000 Bienen verteilt. Also auf 300 Bienen gerade mal 2 (0,66% von 2% der Population). Ich halte die Methode für eine Imkerblase. Deine Methode ist wohl die bessere.
    Remstalimker


    Hallo Remsi,


    jetzt hast du mich aber echt in´s Grübeln gebracht: Was haben "Sexy mit Nutella und Klosettpapier" in meinem Video verloren? :eek:
    Aber auch ich bekam gerade solche Themen angezeigt: Das sind die von Youtube vorgeschlagene Videos. "Puderzucker", "Windel" und "Milbe" im Titel scheinen bei deren Software eigenartige Assoziationen hervorzurufen...


    Freut mich, dass wir einer Meinung sind! Auch ich halte das aus drei Gründen für die bessere Methode:
    1. Genauer durch vielfach größere Bandbreite
    2. Schneller und einfacher in der Handhabung
    3. Nenneswerte Unterbrechnung eines Milbem-Brutzyklus ohne auch nur eine Biene zu schädigen


    Viele Grüße
    DOMMY

  • Lieber Dommy,


    Dein Rechenweg zur Befallsdiagnose ist mir noch immer unklar. Wie verarbeitest Du die Anzahl der nach 5 min abgefallenen Milben rechnerisch weiter und kommst so zum perfekten Überblick? Voraussetzung für die von mir vermutete Rechenformel wäre ja, daß wirklich 10% aller Stockmilben nach 5 min auf die Windel gefallen sind. Ist der Prozentsatz der Abgefallenen kleiner, müßte man den großen Rest der bei den Bienen Zurückgebliebenen mit einem höheren Faktor als 9 hochrechnen; meine Faustformel wäre dann zu optimistisch. Zur Einschätzung der von mir vermuteten Faustformel bzw. der Deinen dienen meine Fragen.
    Die Schüttelbechermethode geht ja auch davon aus, daß nach 5 min alle Milben von den beprobten Bienen abgefallen sind und rechnet dann mit pauschalisierten Faktoren (abhängig von Monat/relativem Brutanteil und absoluter Volksgröße - also wieviel Schüttelbecher voll Bienen das Volk umfaßt) auf den Befallsgrad des ganzen Volkes hoch. Schwachpunkt dabei ist neben diesen Pauschalisierungen u.a. die Unterstellung, der Milbenbefall sei im Volk so homogen verteilt, daß die Bienenprobe repräsentiv ist, resp. denselben Befallsgrad ausweist wie das gesamte Volk.
    Und: Im Schüttelbecher mag man so gut wie alle ansitzenden Milben erwischen, aber in einer ganzen Zarge?


    Und 2.: Hältst Du die Gefahr zurückkletternder Milben auch gegeben bei Beutenböden, deren Windel durch bienendichte Gazegitter vom Bienenvolk abgetrennt ist wie z.B. bei den Bienenweber-Böden? Dein Link verneinte das ja ausdrücklich.


    Entschuldige, wenn ich nerve, aber ich will es gern genauer wissen.


    Viele Grüße - Gottfried


  • Guten Abend Gottfried,


    keine Angst, du nervst keineswegs! :)
    Mein "Rechenweg" war ein klein wenig anders, wie du ihn beschreibst. Ich bin nie davon ausgegangen, dass du mit Puderzucker 10% der Milben eines Stockes erwischen könntest. Stattdessen hatte ich geschrieben: "Man geht ja davon aus, dass nur 10% aller vorhandenen Milben aufsitzen, der Rest ist in der Brut. Weiterhin dürften durch das Bestäuben sicherlich die Hälfte, vielleicht auch ein etwas größerer Anteil bis nach unten auf die Windel durchfallen."
    Findest du also 100 Milben auf der Windel, dürften laut meiner Schätzung durchaus 2.000 Milben in Volk sein.


    Aber hier stellt sich mir wieder die Frage: Wozu willst du das genau wissen? Was bringt dir diese Inforrmation?


    Ob Milben von der Windel den Boden hoch, durch die Gaze und wieder rauf auf eine Biene klettern können, weiß ich absolut nicht. Ganz genau weiß ich aber, wie verdammt schnell die auf den Deckel gefallenen Milben wieder aufsitzen können. Das ght ratzfatz! Da hilft der Biene auch kein Zittern und kein Schütteln.


    Liebe Grüße und gute Nacht
    DOMMY

  • Lieber Dommy,


    jetzt wird mir Dein Rechenweg nachvollziehbar - Du rechnest also mit 5% Behandlungsabfall nach 5 min. Hier geht es ja um das Thema Varroadiagnose mit dem Schüttelbecher. Da sind ja auch Rechenoperationen nötig bzw. Pauschalen rechnerisch angenommen. Ich wollte die rechnerische Genauigkeit/Zuverlässigkeit der Schüttelbecher-Diagnose mit deiner Diagnosemethode besser vergleichen können.
    Der Sinn einer Diagnose bzw. die Ableitung imkerlichen Tuns je nach Ergebnis sind ja recht unterschiedlich - je nach Jahreszeit, Entwicklungsstand des Bien + Betriebsweise. Übereinstimmend höre ich hier und anderswo aber immer wieder (wohl zu recht), daß es nicht entscheidend sei, wieviel Milben behandlungsbedingt fallen, sondern wieviele noch im Volk sind. Deshalb versuche ich, die unterschiedlichen Diagnosemöglichkeiten so genau wie möglich zu ergründen, um deren Potential UND deren Schwachpunkte kennenzulernen.


    Interessant ist für mich noch immer die Frage, wie es nach 5min mit den bezuckerten Milben weitergeht. IF Brüning hatte ja auch bei denen einen Sterbeprozeß beobachtet und auf Osmose über deren Haftlappen zurückgeführt, weil sie sich nicht ohne weiteres (z.B. Fußbad im Futtersaft?) von den Zucker"zapfen" an ihren Haftlappen befreien können.
    Über die Auszählung des restlichen Behandlungstotenfalles NACH Ablauf der ersten 5 min könnte man mglw. besser beurteilen, wie realitätsnah Deine Schätzung ist, in den ersten 5min ca. 5% der im Volk vorhandenen Milben auf der Windel zu sehen.
    Auch wenn noch nicht ganz geklärt scheint, wieso die Milben abfallen (verminderte Haftung durch PuZu oder/und Putzaktivität der Bienen) - gebe ich zu Bedenken, daß Bienen ihre Körperunterseite nur im Flug (also nicht im Stock sitzend) putzen können. Wenn man dann - wie Bienenfred - davon ausgeht, daß ohnehin die ersten 8 Milben auf der im Stock unerreichbaren Körperunterseite in den Bauchschuppen sitzen, wird u.U. der zur Diagnose nötige Vervielfältigungsfaktor höher als 20 anzunehmen, resp. Deine 5%-Annahme zu optimistisch sein.


    Und: Sagst Du uns noch etwas zur Dosierung des PuZu/Zarge?, Breite Deiner Wabengassen/OT?


    Noch immer fragend - Gottfried

  • Guten Abend Gottfried,


    schön, dass wir jetzt (wieder) auf einer Wellenlänge sind!
    Und ebenfalls schön finde ich, dass du selbst festellst, dass man sich diese Rechnerei ja eigentlich sparen kann, weil man für halbwegs zuverlässige Ergebnisse einfach zuviele Unwägebarkeiten in der Gleichung hat. Ich nutze daher diese Methode einfach nur zur Diagnose, ob ein Volk wenig, mittel oder stark mit Milben verseucht ist. Diese drei Einstufungen reichen mir völlig aus, mehr brauche ich nicht, um meine weiteren Schritte entscheiden zu können.


    Dosierungsempfehlungen findeste du ->hier. Ich imkere in Zander-flach, weshalb ich in meinem Puderzuckereimer einen Becher gesteckt habe, auf dem der Füllstand von 50g mittels eines schwarzen Eddings markiert ist.
    Oberträger habe ich die normalen für Zander, die mit den Hoffmann-Steinteilen. Und mein Wabenabstand ist dazurch ja auch gleich vorgegeben.


    Müde Grüße und schönen Feierabend
    DOMMY

  • ...ich möchte zu dieser Diskussion etwas grundsätzliches sagen.


    1) reiner PZ aus der Tüte ist ein Produkt, welches sehr schnell Wasser zieht. Die Zuckerkristalle 'verbacken' miteinander und verklumpen. (Ein schönes Beispiel ist die sichtbare Krümelbildung im Video von Dommy@) Und dies tritt besonders dann auf, wenn eine hohe Luftfeuchtigkeit vorhanden ist. Das ist wetterbedingt oder bienenbedingt = bei Brut und/oder Nektareintrag.


    2) reiner PZ aus der Tüte ist mit den Produkt .bienenhilfe NICHT vergleichbar.


    Reiner PZ staubt wenig oder fast nicht. Reiner PZ fällt einfach 'runter' auch wenn er gesiebt wird. Das Produkt .bienenhilfe wurde so entwickelt, dass es auch bei hoher Luftfeuchtigkeit staubig bleibt. In dieser besonderen Eigenschaft liegt der wirkliche große Unterschied und die Wirkung in der Anwendung und dem Behandlungserfolg.


    Es ist nicht sinnvoll, zwei unterschiedliche Produkt zu vergleichen und/oder in ihrer Wirkung gleichzusetzten.
    Dies wurde hier leider gemacht, hier im Bezug auf den Verweis auf unsere Internetseite. Es ist richtig, dass reiner PZ sich vermehrt auf dem Rücken der Bienen absetzt. Das hat was mit der PZ eigenen Kristallstruktur zu tun. Aus diesem Grund sollte man ja auch mind. 200 g PZ in eine Beute für eine Behandlung einsetzten um das etwas auszugleichen.


    Ganz anders verhält es sich mit unserer .bienenhilfe.
    Diese hat ein gänzlich anderes 'Flugverhalten'. Sie staubt nämlich extrem. Das macht den Unterschied. Diese Staubwirkung ist so austarriert, das die Bienen die Verteilung im Stock mit ihrem Flügelschlag selbst vornehmen. Die Bestäubung ist gleichmäßiger und (fast) überall. Auch auf der Bauchseite (wo sich neuerdings die vermehrt Milben aufhalten sollen, was ich persönlich bezweifle)


    Es ist erfreulich, wenn hier auf meine Internetseite verwiesen wird. Und es freut mich, wenn diese dann als Anhaltspunkt für eine Behandlung mit der PZM herangezogen wird. Es ist aber nicht richtig, die Wirkung von reinem PZ mit der Wirkung von .bienenhilfe gleichzusetzten. Egal ob im Stock oder bei der Becher-Methode.


    Was die Mengenangaben betrifft, so sollte man diese beachten und nicht daran sparen. Eine 50g Behandlung mit PZ im Stock kann man sich sparen, weil diese Menge zu wenig ist um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten. 50 g PZ für die Becher-Methode ist ok.


    Was die Ausgangsfrage betrifft: Varroadiagnose mit Puderzuckermethode: Becher zu kaufen?, so möchte ich hier ganz klar Stellung beziehen.
    Ich halte die Becher-Methode für einen Blödsinn.
    Warum?
    Durch das Auseinanderreiße der Waben/Traube um eine gleichmäßige Bienenprobe zu erhalten, wird der Wärmehaushalt gestört. Die Bienen brauchen eine Weile um die Kerntemperatur z.B. im Brutnest wieder auszugleichen, diese bedeutet eine etwas verlängerte Brutphase = die Milbe bekommt etwas mehr Zeit sich zu vermehren.


    Wer schon mit der Puderzucker-Methode (PZM) arbeitet, der sollte entweder bei der Behandlung mit reinem PZ nicht unter 200g pro Stock arbeiten oder zu Behandlung mit .bienenhilfe greifen, welche mengenmäßig wesentlich weniger benötigt und zudem nachweislich ein besseres Ergebnis erzielt.


    Jonas


    PS.
    Hartmus, falls das zu viel Werbung sein sollte, lösche diesen Betrag einfach.

  • Hallo Jonas,


    sorry falls ich dich durch meine Unbedarftheit geärgert haben sollte. Und da hast absolut Recht: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass zwischen normalem Puderzucker und eure "Bienenhilfe" glücklicherweise nicht nur im Preis, sondern auch in der Anwendung Welten liegen. Ich verspreche in Zukunft meine Vergleichen bezüglich der Puderzuckermethode gründlicher zu beschreiben! :oops:


    Beim Hinweis auf die Krümel in meinem Video musste ich lachen, weil du absolut ins Schwarze getroffen hast: Das Video stammt aus demm vorletzten Jahr. Da habe ich wirklich eine normale 250g-Packung Puderzucker aus dem Supermarkt in einen Ableger gestäubt. Mein Foto im Beitrag dafür ist neuer, es stammt aus letztem Sommer. Und hier habe ich tatsächlich eure Bienenhilfe verwendet... :-D


    Liebe Grüße
    DOMMY

  • Danke Jonas + Dommy für Eure Klarstellungen, das war wichtig.
    I.ü. glaube ich aufgrund meiner sporadischen Beobachtungen auch nicht, daß die Milben sich so streng an die Sitzordnung halten, wie Bienenfred sie sieht. Nur zur Veranschaulichung der Unsicherheiten bei den mathematischen Hochrechnungen war mein Hinweis auf seine Auffassung gedacht.


    jonas : Habt Ihr einmal versucht, die Beobachtungen von IF Brüning (Wirkstoffzäpfchen an den Haftlappen) bzw. aus Hohenheim (Milben in bestäubter Petrischale laufen lassen) mit Bienenhilfe nachzustellen und seine Thesen damit überprüft?
    http://www.varroamilbe.ch/

    Ein Bioimker hier berichtete von vermehrtem Bienen-Totenfall nach Bestäubung mit handelsüblichem PuZu. Selbstgemahlener BioPuZu war dagegen gut verträglich. Als mögliche Ursachen wurden vermutet: schädliche Zusatz-/Rieselschutzstoffe im konventionellen PuZu oder/und Verstopfung der Tracheenöffnungen bei Bienen durch den feineren Mahlgrad von konventionellem PuZu gegenüber selbst gemahlenem. Habt Ihr Einzelbienen nach Bestäubung mit Bienenhilfe auf Atmungsbehinderung/Tracheenverstopfung hin untersucht?

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von ribes () aus folgendem Grund: @Jonas


  • jonas : Habt Ihr einmal versucht, die Beobachtungen von IF Brüning (Wirkstoffzäpfchen an den Haftlappen) bzw. aus Hohenheim (Milben in bestäubter Petrischale laufen lassen) mit Bienenhilfe nachzustellen und seine Thesen damit überprüft?
    http://www.varroamilbe.ch/


    Nein habe ich nicht.
    Eine Kontaktaufnahme zum Imker Brüning erfolgt vor knapp einen 3/4 Jahr. Leider habe ich bis heute keine Antwort erhalten. Ich finde seinen Ansatz überlegenswert, doch bevor ich Versuche mit PZ inkl. OS-Pulver durchführe, wollte ich diese Möglichkeit erst mit H. Brüning einmal besprechen. Derzeit habe ich diese Idee abgehackt, da ich eine Verdampfung für sinnvoller halte, als PZ mit OS-Pulver in die Völker einzubringen. Es gibt ein gutes Geräte auf dem Markt, welches mit wenig OS auskommt.



    Ein Bioimker hier berichtete von vermehrtem Bienen-Totenfall nach Bestäubung mit handelsüblichem PuZu. Selbstgemahlener BioPuZu war dagegen gut verträglich. Als mögliche Ursachen wurden vermutet: schädliche Zusatz-/Rieselschutzstoffe im konventionellen PuZu oder/und Verstopfung der Tracheenöffnungen bei Bienen durch den feineren Mahlgrad von konventionellem PuZu gegenüber selbst gemahlenem. Habt Ihr Einzelbienen nach Bestäubung mit Bienenhilfe auf Atmungsbehinderung/Tracheenverstopfung hin untersucht?


    unser 'handelsüblicher' PZ ist frei von Zusätzen. Das habe ich schriftlich.
    Die ganze Schlechtmacherei durch nicht haltbare Äußerungen (Zusätze in normalem PZ) ist für mich an den Haaren herbeigezogen. Ich selbst habe etliche Versuchsreihen mit PZ und etlichen Zusätzen gemacht, auch mit dem oft erwähnten Zusatz von Stärkemehl, weil dies die Rieselfähigkeit etwas erhöht. In keinem der Versuche habe ich eine höhere Sterblichkeit festgestellt. Selbst mit reiner Stärke nicht. Die - und dies entspricht der Realität von Staubzuckern die mit Zusätzen versehen sind - sind nicht schlechter oder besser - jetzt rein techn. gesehen. Wie schon erwähnt, fördern sie die Rieselfähigkeit bzw. verhindern ein vorzeitiges Verklumpen.


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    Falls Dir der Bio-Imker persönlich bekannt sein sollte, frag' ihn bitte ob er mit mir mal Kontakt aufnehmen möchte. Ich würde gerne mal mit ihm sprechen.


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    Was den Zucker betrifft, der selbst zu Puderzucker vermahlen wird, so halte ich diesen für nicht geeigent. Er ist schlicht und einfach viel zu grob. Da bleibt ja noch weniger im Haarkleid der Bienen hängen. Was soll dann eine Bestreuung mit feinem Zuckerkristall, wenn eine Bepuderung angesagt ist. Auch hier kann man diesen Nachteil nur mit einer stark erhöhten Gesamtmenge ausgleichen. Ist das sinnvoll? Ich meine nein.


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    Ich war vor Kurzem sogar schon fast dabei eine Zuckermühle zu kaufen. Es wurde hier mal eine angeboten. Leider, wirklich leider, war mir das Ergebnis immer noch etwas zu grob, obwohl das Ergebnis schon fast wie gekaufter PZ war. Ich hätte sofort so eine Maschine gekauft, um endlich .bienenhilfe aus Bio-Zucker komplett selbst herzustellen.


    Jonas

  • Lieber Jonas,
    1. meine Petrischalen-Frage zielte nicht auf neue Gemischvarianten (PuZu+OX), sondern auf Euer Gemisch Bienenhilfe.
    2. Deine Kontaktbitte hatte ich an den Bio-Imker bereits sr. Zt. weitergeleitet. Ich versuche es nochmals. Soviel ich weiß, ist er inzwischen auf TBE umgeschwenkt und benutzt seinen PuZu nur noch im Schüttelbecher zur Diagnose, nicht zur Varroadezimierung. Im Schüttelbecher ist der PuZu-Kontakt für Milben (und Bienen) augenscheinlich unausweichlicher und intensiver als im Stock. Wenn ich mich recht erinnere, beobachtete er den Totenfall nach der Intensivbestäubung bei den Schüttelbecher-Bienen. Mir erscheint sein Totenfall auch besser erklärlich durch Feuchteeinfluß -> Tracheenverstopfung als durch unterstellte Zusätze. Aber so genau wie IF Brüning/Bernhard Heuvel unter dem Mikroskop hat es offenbar keiner von uns beobachtet.
    Gruß - Gottfried


  • 1. meine Petrischalen-Frage zielte nicht auf neue Gemischvarianten (PuZu+OX), sondern auf Euer Gemisch Bienenhilfe.


    das ist mir schon klar.
    Das Ergebnis so eines Versuches (Brüning) ist nach meiner Ansicht vorhersehbar, weshalb ich diesen auch nicht durchführte. Es wird schlicht und einfach ähnliches herauskommen. Die Haftfüsschen geben Flüssigkeit ab und die .bienenhilfe wird nach einiger Zeit zu einem Brei. Evt. könnte es mit dem Absterben der Milbe sogar noch etwas schneller gehen, da die .bienenhilfe etwas mehr 'austrocknet'. Meine Beobachtungen nach einer Bestäubung und den abgefallenen Milben auf dem Bodenbrettchen sind ähnlich denen von Brüning. Mit dem Unterschied, dass die abgefallen Milben zu 99% auf dem Rücken liegen und mit den Füsschen heftig strampeln. Auf dem Rücken deshalb, weil der abgefallenen PZ / .bienenhilfe keine Möglichkeit bieten einen Halt zu geben. Der Sterbeprozeß dauert unterschiedlich. Je nach jahreszeit.


    Aber sobald z.B. einen Bienenbein (oder man kann auch einen Versuch mit einem Streichholz machen) in die Nähe der Milbe kommt, erfolgt sofort der Zugriff der Milbe. Aus diesem Grund muß immer das Abfallbrettchen bienendicht sein. Bei sachgerechter Bestäubung und bienendichter Abtrennung des Bodenbrettchens, erfolgt KEIN Aufstieg der Milbe zurück in den Stock. Dies ist einfach nicht möglich, weil die Milbe auf dem druchgefallenem PZ / .bienenhilfe sich nicht fortbewegen kann. Selbstverständlich kann man auch ohne Bodenbrettchen eine Bestäubung durchführen. Dann fällt alles auf die Wiese/Boden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Milbe den Weg von dort zurück in den Stock findet.


    Wenn ich mich recht erinnere, beobachtete er den Totenfall nach der Intensivbestäubung bei den Schüttelbecher-Bienen. Mir erscheint sein Totenfall auch besser erklärlich durch Feuchteeinfluß -> Tracheenverstopfung als durch unterstellte Zusätze.


    dann ist auch ein Vergleich mit einer Bepuderung in der Beute nicht angebracht.
    Egal mit welchem 'Puder' Du auch arbeitest, es wird immer eine Belastung der Biene sein. Die Biene hat nun den Vorteil, dass sie sich von dem Staub (siehe Blütenstaub, mir ist bewußt das der Vergleich etwas hinkt) befreien kann. Das kann die Milbe nicht. Bei längerem Kontakt z.B. im Schüttelbecher, ist die Dicke des anhaftenden PZ so stark, das ja jede Biene hops geht. Längerer Kontakt definiere ich mal 5-15 Minuten. Es fallen immer wieder vereinzelt Bienen in meinen Eimer der mit .bienenhilfe gefüllt ist. Wenn ich diese Bienen nicht raushole, trocknen diese schnell aus und/oder ersticken.


    Und was die

    Zitat

    Tracheenverstopfung... durch ...Zusätze

    betrifft, so habe ich bei allen Versuchen mit den unterschiedlichsten 'Pudern' und 'Zusätzen' noch keines gefunden, welches bei der Bepuderung im Stock, einen herhöhten Totenfall derzeugte. Mir ist nicht ganz klar, woher dieser Gedanke kommt. Er erscheint mir doch sehr theoretischer Natur zu sein. Aber man sollte ihn trotzdem nicht aus dem Auge verlieren.


    Auffällig ist zudem, dass diese 'Tracheenverstopfung' meist im Zusammenhang mit der Puderzucker-Methode genannt wird, nicht aber z.B. mit der Verdampfung von OS. Hier werden ebenfalls kleinste Teilchen in der Beute verteilt und die Bienen putzen sich diese Partikel aus ihrem Haarkleid.


    Grundsätzlich meine ich, dass jegliche Behandlung - egal mit welchem Mittel - eine Belastung für die Bienen ist. Und dies wiederum wird all jene Bienen treffen die krank, geschwächt und alt sind. Wenn man den Totenfall wirklich mit hoher Aussagekraft auszählen will, dann bedarf es einer Vorrichtung die JEDE Biene erwischt, die tot aus der Beute geschafft wird oder vor dem Flugloch verendet. Es gibt solche Versuchsanordungen und Selbstbauten (z.b. Imkerschule Irsee/Allgäu), ich selbst habe dies aber noch nicht ausprobiert.


    Jonas


  • Auffällig ist zudem, dass diese 'Tracheenverstopfung' meist im Zusammenhang mit der Puderzucker-Methode genannt wird, nicht aber z.B. mit der Verdampfung von OS. Hier werden ebenfalls kleinste Teilchen in der Beute verteilt und die Bienen putzen sich diese Partikel aus ihrem Haarkleid.


    Danke Jonas, für die Klarstellungen. Aus Deinen Beobachtungen könnte man ableiten, daß die Wirkung von PuZu (-gemischen) primär eine mechanische ist: Die Milben verlieren den Halt auf ihrer Biene. Das würde nach möglichst intensiver und vollständiger Bepuderung möglichst jeder Biene rufen, resp. entsprechenden Pudermengen.
    OX-Wirkung setzt dagegen nennenswert erst nach einigen Stunden bzw. einem Tag ein, wenn der o.g. mechanische Effekt längst abgeklungen sein dürfte. OX wirkt offenbar primär erst dann, wenn sie in die Milbe eingedrungen ist.
    Dieser Unterschied hat Konsequenzen auch für die Wirkstoffmenge: pro Zarge bei PuZu: 250g; Bienenhilfe: 55g: Dagegen OX sublimiert: 1g bzw geträufelt ca. 1,75 g gelöste OX (in 50ml 3,5%iger Lösung), wobei die Träufelung ja nur einmal von denselben Bienen vertragen wird - vermutlich ebenfalls wegen der tracheenverstopfenden Wirkung der Zuckerlösung als Trägerlösung, nicht wegen der OX selbst. Letzteres können vermutlich diejenigen bestätigen, die Völker beobachtet haben, deren Bevölkerung ohne Flugreinigungsmöglichkeit innerhalb einer Generation sowohl mit OX beträufelt als auch bedampft wurde.
    Interessant wäre nun zu beobachten, ob und ab wann bei PuZu(-gemischen) der sekundäre Milbentötungseffekt (durch osmotische Austrocknung) noch auftritt/wie lange er anhält und wie hoch er ist, resp. was passiert, wenn es bestäubten Milben gelingen sollte, wieder auf einer Biene aufzusitzen. Deshalb meine Frage nach dem Milbentotenfall nach Ablauf der ersten 5 min.
    Gruß - Gottfried