Varroadiagnose mit Puderzuckermethode: Becher zu kaufen?

  • Liebes Forum,


    gibt es eigentlich einen fertigen Becher zu kaufen, der im Deckel ein bienendichtes Gitter bzw. Löcher hat? Ich hätte gerne ein möglichst durchlässiges, aber gleichzeitig engmaschiges/bienenundurchlässiges Gitter.


    Viele Grüße


    Pisolo

  • Hallo Pisolo,
    der Imkereibedarf-Handel führt das im Sortiment.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Liebe Leute,


    gibt es wirklich jemanden, der bereit ist, für solch einen Diagnosebecher Geld auszugeben? Und dann vielleicht wirklich noch den von Jörg empfohlenen für 52,-. Euro?
    Und haben wir nicht schon längst genug Krempel rumzustehen, den man nur ein handvoll Tage im Jahr braucht?


    Pisolo, ich würde dir folgende Vorgehensweise für einen Zweizarger vorschlagen:
    Du nimmst das Grobsieb deines Doppelsiebes und die benötigte Menge Puderzucker mit an den Stand. Schmeiß den Smoker an, fülle das Sieb mit Puderzucker, mache die Windel sauber, hole dir von einer Nachbarbeute einen zweiten Blechdeckel und lege dir Stockmeisel und Besen parat. Einen Blechdeckel drehst du auf den Kopf, damit die Blechkanten nach oben zeigen.
    Jetzt Deckel ab, beseite stellen. Die oberste Zarge kommt - leicht verdreht - oben auf die Blechkanten. Die untere verbleibt auf dem Boden.
    Dann schnappst du dir dein Sieb und stäubst beide Zargen ordentlich ein. Den Puderzucker auf den Oberträgern fegst du dann in die Wabengassen runter.
    Nun mit dem Deckel und dem zweiten Blechdeckel beide Zargen abdecken.
    Damit die Brut nicht verkühlt und die abgefallenen Milben nicht alle wieder aufklettern, solltest du nach 5 Minuten du den Stock wieder zusammenbauen. (In dieser Wartezeit kannst gern schon ein Nachbarvolk bestäuben.)


    Mittels der heruntergefallenen Milben auf dem Blechdeckel und der Windel hast du nun einen prima Überblick über den Befallsgrad. Vermerke die Anzahl der heruntergefallenen Milben unbedingt gleich auf der Stockkarte!
    Und: Mit dieser Prozedur, die pro Volk inklusive Auszählen maximal 5 Minuten dauern dürfste, hast gleich einen kompletten Milbendurchlauf unterbrochen. Wenn du das z.B. im Mai machst, senkst du die dann zur Sommerbehandlung vorhandene Milbenlast ganz sicher um einige hundert Stück von diesen Viechern.


    Liebe Grüße
    DOMMY

  • Hallo Dommy,
    klasse beschrieben :)
    Mache ich ähnlich nur eben auf Dadant
    Warum soll ich Bienen ausselektieren wenn ich gleiche am ganze Volk machen kann und dann gleich Varroras reduziere?
    Wenn ich mit den Beuten durch bin, fange ich vorne wieder mit der Diagnose an.
    So erkennt man die Ausreisser.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Wow, das klingt mal interessant, werde ich versuchen, danke!



  • Aber gerne doch! :daumen:


    Und da ich das letztes Jahr erst mehrmals gemacht habe, kann ich mir ganz sicher sein, dass das so auch funktioniert.
    Hier das Bild vom 24.06.2015 einer Windel nach dem Bestäuben:


    Man geht ja davon aus, dass nur 10% aller vorhandenen Milben aufsitzen, der Rest ist in der Brut. Weiterhin dürften durch das Bestäuben sicherlich die Hälfte, vielleicht auch ein etwas größerer Anteil bis nach unten auf die Windel durchfallen.
    Wenn hier also über 100 Milben auf der Windel zappeln, ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass eine vierstellige Zahl Milben im Volk vorhanden ist. Dieses Volk bekam daher von mir im August einen Nassenheider Verdunster eingehangen. Bisher lebt es, ist völlig unauffällig.


    Liebe Grüße
    DOMMY

  • Lieber Dommy,


    wie breit sind Deine Oberträger bzw. Deine "Einfüllschächte" in die Wabengassen? Wieviel PuZu stäubst Du in jede Zarge?
    Und - da es hier um Varroadiagnose geht:
    Wie rechnest Du den tatsächlichen Befall hoch? Nach Deiner Annahme von 10% der Milben außerhalb der Brut müßte die Faustformel lauten: Milbentotenfall (nach 5 min?) x 9 = 90% (= alle noch in der Brut sitzenden Milben). Stimmt das mit Deiner Erfahrung überein oder fällt auch später als 5 min noch behandlungsbedingt eine nennenswerte Anzahl von Milben? Woran erkennst Du das Ende des behandlungsbedingten Milbentotenfalles - kein PuZu mehr im Gemüll? oder + 18h nach der von IF Brüning berichteten Sterbezeit aus dem Versuch von Hohenheim mit beOXten Petrischalen? Damit zusammenhängend: Leben die nach 5 min abgefallenen Milben noch?


    Von einfachen Lösungen ohne TAM immer wieder beeindruckt - Gottfried

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von ribes () aus folgendem Grund: letzte 3 Fragen zur Diagnose

  • Hallo Dommy,
    der Schluss deines Videos ist schon merkwürdig. Sexy mit Nutella und Klosettpapier.


    Aber zum Thema. Das mit dem Schüttelbecher hat bei mir noch nie zum Erfolg geführt. Ist auch bei meinen geringen mathematischen Fähigkeiten kaum von Erfolg gekrönt. Nehmen wir an im Juli sind 600 Milben im Volk, davon 400 in der Brut. Die restlichen 200 sind auf 30 000 Bienen verteilt. Also auf 300 Bienen gerade mal 2 (0,66% von 2% der Population). Ich halte die Methode für eine Imkerblase. Deine Methode ist wohl die bessere.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: