Regulierung der Verdunstung per Dochtgröße bei Nassenheider Verdunster

  • Liebe Imkerinnen und Imker,


    ich habe heute wieder die zweite Varroabehandlung der Heide-Völker gemacht. Ich nutze für die zweimalige Ameisensäure-Behandlung den Nassenheider Verdunster horizontal. Für die Hinterbehandlungsbeuten habe ich ihn in Rähmchen gebaut, für die Magazine habe ich jeweils eine Zarge aufgesetzt.
    Beim Einsetzen der Dochte und der Entscheidung über die Dochtgröße nach Volksstärke habe ich mir überlegt, inwieweit das überhaupt Sinn macht. Wenn ich richtig informiert bin, ist das System des nassenheider Verdunster doch, dass er relativ temperaturunabhängig gleichmäßig die Ameisensäure verdunstet, indem die Ameisensäure nicht nur über den Docht verdampft, sondern bei geringeren Temperaturen auch auf das Tuch tropft und sich damit die Verdunstungsfläche entsprechend vergrößert.
    Und da kommt jetzt meine Frage: vergrößert sich damit die Verdunstungsfläche nicht unabhängig von der Dochtgröße? Ich meine, ob die Ameisensäure quasi durch einen "kleinen" oder durch einen "großen" Docht fließt, ist doch egal.
    Ich kann jedenfalls nur in den seltensten Fällen eine Proportionalität zwischen verdunsteter Ameisensäure und Dochtgröße erkennen. Ist die Regulierung der Luftzufuhr und -zirkulation in den verschiedenen Völkern unterschiedlich, sodass in manchen mehr verdunstet und in manchen weniger? Oder womit könnte das noch zusammen hängen?


    Viele Grüße
    Friedrich

  • Hallo Friedrich,


    wenn ich den neuen Nassenheider Verdunster richtig verstehe, ist der winkelige Filz, gar kein Verdunstungsdocht mehr, sondern eher als eine Kapillarpumpe zu betrachten. D.h. er soll unabhängig von der Temperatur kontinuierlich eine, nur vom gewählten Filz abhängige, Menge Ameisensäure auf die eigentliche Verdunstungsfläche, das Tuch transportieren. Das Tuch ist dabei so groß gewählt, dass diese vom Filz bestimmte Menge, auf jeden Fall auch verdampfen kann. Dadurch ergibt sich die theoretische Unanhängigkeit von der Temperatur. Ob diese Pumpfunktion der Filze aber tatsächlich reproduzierbar ist, weis ich schlicht nicht.


    Gruß
    Ludger


  • Beim Einsetzen der Dochte und der Entscheidung über die Dochtgröße nach Volksstärke habe ich mir überlegt, inwieweit das überhaupt Sinn macht. Wenn ich richtig informiert bin, ist das System des nassenheider Verdunster doch, dass er relativ temperaturunabhängig gleichmäßig die Ameisensäure verdunstet, indem die Ameisensäure nicht nur über den Docht verdampft, sondern bei geringeren Temperaturen auch auf das Tuch tropft und sich damit die Verdunstungsfläche entsprechend vergrößert.


    Jo, aber der kleine Docht hat einen kleineren "Querschnitt", durch den weniger Ameisensäure "sickert" als bei den Breiteren. Der größere Docht gibt also in der gleichen Zeit mehr Säure auf das Tuch ab, so dass die verdunstete Menge doch größer ist.


    Stefan

  • Moin Friedrich,


    der Vertikaldocht begrenzt durch die Summe seiner Poren den Durchfluss und damit die verdunstbare Menge an Säure. Ob sie tatsächlich verdunstet, hängt auch an der Reaktion des Volkes. Lüften sie? Lüften sie nicht? Wie stark sinkt die Temperatur? Gerade bei den späten Behandlungen ist die Brutnestwärme nicht mehr so, so dass in der Tendenz eher weniger verdunstet. Da durch den Vertikaldocht jeweils eine konstante Menge transportiert wird, landet die vollständiger auf dem Horizontaldocht. Der Anteil, der unterwegs vom Vertikalen schon verdunstet und dessen Förderung erhöht, geht zurück. Der Lüftungseifer auch. Also besteht bei zu großem Vertikaldocht die Gefahr der Überfrachtung des horizontalen Docktes, da tropft dann unter Umständen Säure oder die kriegt kontakt zum vertikalen und dann kommt zu viel...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • kurze Erfahrung von mir


    Ich hatte ein Volk welches leider sehr langsam sein Futter aufgenommen hat und ich einfach erst fertig auffüttern wollte (war schon alles im AdamFütterer und ich wollte das nicht wieder umfüllen) also "konnte" ich dieses Volk erst später mit der 2. Runde behandeln als die anderen.


    Wir haben hier Nachttemperaturen gehabt von 2-6Grad und unter Tags von 13-17Grad.
    Ich benutze den NassPro mit 60% AS unter dem umgedrehten AdamFütterer (wenig Kaltraumvolumen) darauf dann den Innendeckel mit Dämmmatte und darauf dann ein Stülpdeckel aus Holz darauf dann eine Blechhaube als Wetterschutz.


    Ich benutze den NassPro im Moment nach Anleitung (d.h. 290ml - mit großem Docht für 12er Dadant)
    Laut der "gängigen" Meinung (zumindest hab ich das immer so verstanden) hätte folgendes passieren müssen
    - Nachts verdunsten so gut wie keine AS und der Docht transportiert aber weiter immer mehr AS auf das Fließtuch
    - Tags wird es dann aber warm und es kommt zu einem massiven Anstieg der Verdunstung mit all seinen Problemen (wobei die Wärme ja auch langsam steigt)


    Was ist passiert? Nichts der gleichen!
    - Da ich dem ganzen auch etwas skeptisch gegenüber stehe habe ich morgens um 7Uhr (immer noch 7Grad - nachts 4Grad) die Verdunstungsmenge kontrolliert (nicht ganz bienengerecht zwecks Wärmeverlust aber ich wolle es wissen)
    - Das Fließtuch wies einen großen nassen Fleck auf war aber alles andere als durchnässt - es war noch ein schmaler trockener Rand vorhanden
    - hochgerechnet durchschnittliche Verdunstungsmenge pro Tag 25-30ml


    - zwei Tage später mal nachmittags geschaut
    - das Fließtuch wies nur einen sehr kleinen nassen Fleck auf
    - hochgerechnet durchschnittliche Verdunstungsmenge ebenfalls pro Tag 25-30ml



    d.h. über die Größe des Fließes und den entkoppelten Docht (der temp. unabhängig fördert) scheint das ganze wirklich zu funktionieren


    ob jetzt durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit in der Nacht die Wirkung perfekt ist steht auf einem anderen Blatt

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Hallo !


    Die Größe des Dochts ist nicht Abhängig von der Volksgröße, sondern von dem Verdunstungsraum.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo GM,
    woher hast Du die Info?
    Ich habe als der Nassenheider (der erste war der vertikale im Rähmchen) herauskam ihn im Kaltbau eingesetzt.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • ich denke die kann umgangen werden, wenn das Flugloch eingeengt wird und der Nass. Fluglochfern am Brutnest platziert - aber auch beim Einbau in ein Rähmchen würde ich zur Horizontalvariante tendieren (nach allem was ich jetzt so gelesen hab)

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Hallo Janos,


    kann Dir leider jetzt nicht folgen. Vertikal wird der Verdunster ins Rähmchen eingebaut und das Verdunstungsflies vertikal ins Rähmchen gespannt, so dass der Docht das Flies "betropft". Horizontal hast eine Schale o.ä., in einer extra Zarge, in der das Verdunstungsflies horizontal liegt.


    Gruß GM

  • hier der Nassenheider klassik in der Horizontalversion im Rähmchen -- auch hier wird der Nachrüstsatz Horizontal gebraucht
    http://www.bienenaktuell.com/s…efield/forum/p8080007.jpg


    hier der Nassenheider klassik in der Horizontalversion auf den Rähmchen in ner Leerzarge und ÜBER dem Brutnest
    http://wiki.bienenzeitung.de/images/e/e7/Nassenheider2.jpg


    hier der Nassenheider klassik in der ursprünglichen Version im Rähmchen (beachte den Docht im Vergleich - hier gibt es kein Fließ)
    http://www.bienen.mirkoseidl.de/20121010145609.jpg



    und hier den NassPro unter einem AdamFütterer

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher