Bekämpfung von Holzschädlingen in Klotzbeute

  • Hallo Imkerfreunde!
    Im Bärenpark Worbis haben wir eine schöne Bärenklotzbeute, 40 Jahre alte Pappelstamm, aufgestellt. Es ist ein Blickfang für jeden Besucher, wobei im Inneren eine Magazinbeute aus Holz untergebrachte wurde.
    Seit Anfang des Jahres sieht man feines Holzmehl an der Außenwand des Bären am Ausgang von kleinen Löchern.
    Ich möchte nicht, dass der Bären zerstört wird und bitte um Hilfe bei der Bekämpfung der Schädlinge.
    Gibt es Holzschutzmittel gegen diese Schädlinge, ohne das ich damit das Bienenvolk im Inneren des Bären gleichzeitig schädige?
    Wer hat auch solche Erfahrungen gemacht und hat erfolgreich die Behandlung abgeschlossen?
    Jeder Hinweis wird dankend angenommen!
    Gruß Bienenweisel

  • Hallo,


    ohne die Bienen einmal raus zu nehmen, wird es nichts werden, egal womit.
    Die schonenste Behandlung ist die Erwärmung. Die genaue Vorgehensweise müsste ich erst noch mal nachlesen. Den Bär in einen Behälter (vielleicht gibt es auch eine robuste Folie, keine Ahnung) stecken den man erwärmen kann. Das ist sicher nicht leicht, aber machbar. Manche Möbelrestauratoren haben da ganz gute Möglichkeiten. Dann den Bären ordentlich durchwärmen. 1-2 Tage bei um die 60 Grad Celsius. Auch die Gradzahl ist nur Erinnerung, könnte falsch sein. Damit ist erstmal alles enthaltene Holzwurm und -bockartige darin tot. Es schließt allerdings nicht aus, dass später neue Viecher reinkommen. Pappel ist ein sehr schlechtes Außenholz (im toten Zustand).
    Den Bär in Zukunft möglichst trocken aufstellen, hilft auch ein wenig gegen Holzwürmer.
    Oder hat der Bär noch Wurzeln? Das wäre schlecht...

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Wie hoch ist denn der Befall? Punktuell an einer kleinen Stelle, oder schon größere Flächen?
    Heißluftfön halte ich nicht unbedingt für wirkungsvoll. In der Pappel können die ganz schön tief sitzen. Aber bei kleinen Flächen kann man es probieren. Die Essigversion halte ich aber vielleicht für effektiver. Beides allerdings nur bei geringem Befall.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Hmm, stimmt. Seit Anfang des Jahres - das ist eine lange Zeit. Ob der überhaupt noch zu retten ist?

  • Für mich persönlich nicht durchführbare Behandlungsmethoden - einfach mal noch so zur Kenntnis.


    Wegen Behandlung von Holz als vorbeugenden wird heutzutage eine Salzlösung ins Holz eingelassen (z.B. die Bretter die leicht grünlich sind, sind Salzlösung mit etwas Farbpulver). Wasser zieht ins Holz ein, und das Salz bleibt an der Oberfläche, trocknet und zieht nur in geringen Maß ins Holz. Wäre ein 100% ökologischer Holzschutz, aber inwieweit deine Bienen das toll finden, kann ich nicht beurteilen. - evtl. wird der Honig erstmal salzig schmecken...


    Vom "Vergasen" halte ich nicht viel. Z.B. Beute in Plastiksack und zwar so, dass von allen Seiten gut Luft im abgeschossenen Raum und auf einer festen Unterlage z.B. einen Esbittkocher von der Bundeswehr und darauf etwas Holzschutzmittel (gift). Der Vorteil von dieser Methode, wenig Gifteinsatz und Sicherheit, dass es funktioniert. Wird z.B. in Kirchen durchgeführt. Aber auch hier wird das Zeugs bestimmt von deinen Bienchen abgeschleckt.


    So das waren 2 Methoden die heutzutage angewandt werden, jedoch in meinen Augen für den Lebensmittelbereich fraglich.


    Evtl. ist doch die Behandlung mit Salz möglich, gibt ja auch an der See sehr salzhaltige Luft, z.B. bei rauher See.


    Gruß GM

  • Hallo Imkerfreunde!
    Die Klotzbeute ist ca. 1,90 Meter hoch und hat einen Durchmesser von ca. 1,20 Meter. Oen haben wir ein Dach aufgesetzt, damit er trocken steht. Die Standfläche ist ein Betonsockel - trocken.
    Der Befall ist punktuell, aber doch durch das Mehl sichtbar. Werde die Varianten ausprobieren, nur die Wärmebehandlung geht wohl eher nicht, denn der Bär ist vielleicht doch zu groß.
    Wenn ich das Magazin rausnehme und im Hohlrau (Bauch)Schwefelfäden abbrennen würde, könnte das zum Erfolg von innen führen?
    Ein Bild werde ich heute noch machen und es reinstellen.
    Danke für die Tipps!.
    Gruß Reinhold

  • Der Befall ist punktuell, aber doch durch das Mehl sichtbar. Werde die Varianten ausprobieren, nur die Wärmebehandlung geht wohl eher nicht, denn der Bär ist vielleicht doch zu groß.


    Holzschutzmittel ('Holzwurm-ex') mit der Spritze in die Bohrlöcher, aber das hilft nur bedingt: da wo die Löcher sind, wohnt ja niemand mehr, das sind ja die Ausfluglöcher der adulten Insekten. Das Zeug verteilt sich aber im inneren und soll so den Rest vergiften...


    Erwärmen ist die beste Lösung. Restauratoren sollten für diesen Fall eine Wärmekammer haben. Frag mal Tante Google. Damit (darin) behandelt man Schränke etc., bei 55°c und der Wurm ist Geschichte. Ist auch die einfachste Lösung.


    Beste Grüße &viel Erfolg!
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife