Varroa & Biene - was wissen wir?

  • Fakt: Bruttemperatur der Bienen = 35°C
    Fakt: jedes Grad °C weniger verlängert die Verdeckelungszeit der Bienen.
    Fakt: Ameisensäureverdunstung senkt die Temperatur im Volk drastisch.
    Fakt: Verlängerte Verdeckelungszeit ergibt mehr Milben pro befallener Zelle.


    Logische Konsequenz:
    Bienenvölker richtig warm halten - Beuten entsprechend anpassen, wie Böden geschlossen halten, Deckel isolieren, zusätzliche Außenisolierung.
    Keine AS-Behandlung - siehe das pdf von Rudi
    http://www.immenfreunde.de/docs/milbenwunder-2009.pdf


    Das wäre dann schon mal ein Ansatz, mit dem man weiter arbeiten kann.


    Der nächste Punkt wäre dann, in der eigenen Gegend herauszukriegen, wann welche PSM angewendet werden, und die Völker SEHR genau zu beobachten, ob und welche Schäden bei den Bienen auftreten.


    Wir wissen noch viel zu wenig über das "Grundrauschen" der PSM, grad angesichts der langen Halbwertszeiten.


    Es ist verdammt bequem, alles der Varroa und/oder der "Unfähigkeit der Imker" in die Schuhe zu schieben, aber das ist so flächendeckend einfach nicht richtig.


    Also sollte man aufhören, wie das Kaninchen vor der Schlange zu sitzen - die Varroa ist nur ein Symptom, und nicht die Krankheit.


    Umdenken ist gefragt.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Bezugnehmend auf Rudi's Dokument (hier insbesondere Völker die im August noch völlig in Ordnung erscheinen, was den Milbenfall angeht, aber bereits im Oktober zusammenbrechen) sollte man vielleicht auch mal den Lebenszyklus der Ameisen miteinbeziehen. Es ist jetzt genau die richtige Jahreszeit um zu erkennen, dass bei Temperaturen unter 15 Grad kaum noch Ameisen unterwegs sind.


    Im August sah das noch anders aus, da wurde so manche Milbe vom Schieber geklaut und das hat die Gesamtsituation harmloser erscheinen lassen, als sie tatsächlich war. Wenns herbstlich kühl wird, kommt dann das erschreckende Ausmaß des Befalls zum Vorschein, das hat dann aber nix mit Invasion zu tun.


    Will man im August den Befall eines Volkes genauer ermitteln, kommt man an einer Untersuchung einer gewissen Anzahl Brutzellen nicht vorbei!


    Gruß Sven

  • Machen Berufsimker auch.


    Diese Pauschalisierungen nerven. Berufsimker sind alles andere als eine homogene Masse, die alle das Gleiche tun. Tatsache ist, daß ich keine zwei Berufsimker kenne, die das Gleiche tun. :-D

  • Ich brauche mal bitte jemanden, der fit in Physik ist:


    Frage 1:
    Wenn wir von den korrekten 35°C Bruttemperatur im Stock ausgehen, wieviel Wärme wird konkret durch das Verdampfen von z.B. 400ml AS über 10 Tage entzogen?


    Frage 2:
    Wie groß ist die Differenz zwischen einem Volk, dessen Außentemperatur niemals unter 20C° sinkt, und einem, wo die Außentemperatur im Mittel nur 10°C beträgt?
    Ich möchte wissen, was Volk 1 dadurch "spart", bzw. Volk 2 extra heizen muß?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Die 35 Grad misst man nicht im Stock, sonder an der Brut. Der Wärmeentzug lässt sich nicht berechnen, da die Beute kein physikalisch abgeschlossenes system darstellt. Diese Betrachtung ist nicht sinnvoll. Ebenso die Fragestellung 2, aus dem selben Grund.

  • Hallo
    Ist das nicht möglich, das nicht nur die Verdunstungskälte alleine dem Volk Wärme entzieht?
    Oder kommt es auch ( ich beobachte das teilweise Verlassen der Brut, ....der Volkskörper bläht sich über die Waben aus, hängt verstärkt durch) wegen schlechterer( Brutnest ) Pflege zu dem Temperaturabfall?
    Weiter,
    Zieht der Temperaturabfall eine schlechtere Versorgung der jungen Maden nach sich (? ), so das im Effekt weniger Futtersaft in der Zelle vorhanden ist und die Milbe entsprechend früher mit der Eiablage beginnen kann.
    Also,
    unterkühlte Brut ergibt längere Entwicklung der Biene + bessere Reproduktion ( mehr zeit) der Milbe wegen früherem Erwachen der Tierchen aus der "starre" wenn der Futtersaft weg ist.
    Mir scheint das sit ein Teufelskreis.
    Vielleicht ist AS ja ein Teufelszeug? Vielleicht Kontraproduktiv?
    Vor 25 Jahren haben wir Perizin eine Winterbehandlung "Gemacht" und gut wars.
    Mir erscheint es denkbar, das der Boom der biologischen Bekämpfung nich so das Gelbe vom Ei ist.
    Sabiene: ich habe 2 Richtig gut isolierte "Wärmewaben" (25mm Hartpor) rechts und links des Volkes in den Beuten. (Früher bei den Alten wurde noch richtig verpackt)
    Die oben und an den Seiten richtig gut abdichten. (Dadant!) Meine Deckel sind 5cm dick isoliert...
    Schieber Im Spätsommer/HerbstWinter/Frühjahr immer drinne.
    Keine AS! Nur Dampf, jeweils ende Juli/ September 3x im Block.
    Wenig Milben in den Völkern
    Mein Gefühl sagt das es gut und richtg war.


    db

  • Noch ein Gedanke,


    Brut auf 2 Zargen verteilt, Rähmchenleisten und x mm Platz zwischen den Leisten macht eine Lücke/Kältebrücke im Brutnest denkbar.
    Volk im (zu großen? ) Raum?
    Nach Seeley sollen 40 L Bienengerecht und richtig sein
    Weitergesponnen..... wenige große hohe waben besser?
    Irre ich da?
    db

  • Hallo sabi(e)ne,


    Aufgrund deiner Fragestellung kann keine genaue Aussage getroffen werden *gg*


    zu 1)


    Unter der Voraussetzung, dass Du AS 100% nimmst und bei einer Ausgangstemperatur von 35 °C und Raumtemperatur von 35°C bleibst, bin ich ungefähr auf eine benötigte Energie von 240 kJ gekommen.
    Bei gleichbleibenden Werten, allerdings mit AS 65% hab ich ein Ergebnis von ungefähr 550 kJ benötigter Energie gekommen. Entspricht also ungefähr die Energiemenge eines halben Weizenbieres mit 5% Vol (250 ml).


    Keine Gewähr, dass die Rechnung (reine Verdunstungskälte von der AS) und der Vergleich stimmt :roll:


    zu 2)


    Wie groß die Differenz zuwischen einem Volk... Ja wie groß ist dein Volk, wie groß der zu beheizende Raum, herrscht Zugluft, etc. muss erst genauer definiert werden. Wennst sagst, es gibt nur eine Bienenkugel mit einem Durchmesser von x cm ist es einfacher zu rechnen als 2 verschieden große Völker zu vergleichen, deren Masse Du nicht kennst. Des weiteren müsste bekannt sein, ab welcher Schichtdicke die maximale Temperatur erreicht ist, welche Wärmeleitfähigkeit deine "dämmende" Bienenschicht hat, etc. Und die Temperaturangabe ist besser, wenn du fragst Unterschied pro Stunde bei 20°C und 10°C Raumtemperatur. Da die Wärmedurchlässigkeit für mich persönlich nicht bekannt ist, kann ich hier keine Auskunft geben.


    Ich hoffe, es hilft Dir trotzdem.


    Gruß GM