Zadant - Kaltbau - Schied

  • Hallo,
    bitte nicht schimpfen, aber ich finde nichts im Forum... Bitte um Hinweise!


    Ich möchte nächstes Jahr bei einem Volk auf Zadant umstellen. Das ist ja im Kaltbau, muss man da auch mit Schied arbeiten oder geht es auch ohne!
    Umstellung am Besten nach der ersten Schleuderung, oder? Denn da ist meiner Meinung nach noch genügend Nektar und Pollen vorhanden, dass die Bienen
    ausbauen, aber für mich ist die erste Schleuderung die Wichtigste und das Umstellen geht doch auf den Honigertrag.


    Gruß
    carnica18


  • Hallo carnica 18. Warum nicht gleich auf Dadant ? Bei Zadant wirst du Probleme bei der Materialbeschaffung bekommen.


    Schau mal hier Hier. http://www.imkerei-gerdes.de


    Oder hier. http://www.imkerei-schwarz.de/conten...ant-A5-web.pdf


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Bei Dadant muss ich ALLES an Beuten neu kaufen und bei Zadant kann ich alles bis auf die unterste Zarge hernehmen.
    Materialbeschaffung ist nicht das Problem, da ich beim Imkerladen bei mir ums Eck alles bekomme und der wiederum bei Holtermann.


    Gruß
    carnica18

  • Zurück zur ersten Ursprungsfrage:


    Weder Dadant noch Zadant machen Sinn ohne Schied, sofern Du Honig ernten willst.
    Möchtest Du Bienen und Milben vermehren, lass das Schied weg.

    Die Wahrheit gleicht Raum und Zeit - ihre Ausbreitung setzt von selbst ungeheure Energie frei.


  • Hallo,
    warum sollte das Umstellen auf den Honigertrag gehen ?
    Lege den Termin der Umstellung hinter die letzte Honigernte mitte Juli.
    --- Fege das komplette Volk nach der Honigernte in eine Zarge mit Rähmchen im neuen Wabenmaß ,( dabei ist es egal ob Mittelwände od. Anfangsstreifen) .
    Danach setze eine Futterzarge auf und füttere das Volk in mehreren Portionen auf. Der Futterstrom sorgt für ausreichend Bautrieb.
    Damit schlägst du gleich mehrere Fliegen :
    1. Deinen Bienen bringen den vollen Honigertrag.
    2. Totale Bauerneuerrung.
    (Wenn gewünscht auch gleich im Naturbau. Die Bienen verhalten sich wie ein Naturschwarm, und bauen schönen Arbeiterinnenbau.)
    3. Problemlose und gründliche , Milbenbehandlung. Die meisten Milben sitzen ohnehin in den entnommenen Brutwaben. Das Volk behandelst du nach dem Abfegen gleich mit Oxalsäure
    (Oxuvar), damit ist die Sommerbehandlung auch schon abgeschlossen.


    Die Altwaben mit Brut kannst du in einer Brutscheune sammeln und auslaufen lassen, ( wenn nicht zu sehr vermilbt ! ) und danach behandeln. Ansonsten alle verdeckelte Brut gnadenlos einschmelzen !
    Die geschlüpften Bienen giebst du später den Völkern zu, oder bildest daraus noch einen Kunstschwarm im neuen Wabenmaß. ( Gleiche Prozedur wie oben !)


    Ansonsten lass dich nicht verunsichern. Du kannst deine Völker auf der vollen Wabenzahl genauso gut führen wie mit Schied. Honig wirst du in jedem Fall ernten wenn Volksstärke, Tracht und Wetter stimmen.
    ( Ein Schied erlaubt es dir nur auch das letzte Gramm Honig aus dem Volk zu pressen. Aber jeder muß selbst entscheiden wo er hinwill.) Allerdings ist ein Schied für einige andere Dinge in der Völkerführung sehr nützlich. Verzichten sollte man also nicht auf dieses Hilfsmittel !
    Ich habe beides probiert, beides geht, und die Bienen danken es. Honig ist nun mal die beste Nahrung für die Biene. Und du sparst deutlich an Futter, 5-7 Kilo reichen bei mir locker pro Volk. Mittlerweile lasse ich den Bienen gern ihren Honiganteil im Brutraum.
    ... Im übrigen , auch Bruder Adam führte seine Wirtschaftsvölker auf 12 Waben ( nachzulesen in "meine Betriebsweise") , eingeengt wurde nur im Frühling , zur Heidetracht waren die Kästen wieder voll.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Finvara ()

  • Ich hab Zander nach Liebig mit 52x42 cm Außenmaß ist also m. E. nicht mit Dadant kampatibel, leider!


    @ Finvara: Danke für deine ausführliche Antwort. Hab ich das richtig verstanden, dass ich evtl. im Frühjahr bis ich bei Zander den 2. BR geben würde mit Schied arbeiten sollte!?
    aber im weiteren Jahresverlauf dann diesen ja komplett entferne. Im Sommer der Platz komplett für Brut und im Winter für Futter benötigt wird und erst im Frühjahr wieder
    einsetze? Lese grad das Buch "Imkern mit Großraumbeuten", aber wenn du zu diesem Thema noch was für mich hättest, würde ich mich sehr freuen!


    Gruß
    carnica18

  • Das Imkern mit dem Schied lerne z.B. aus den entsprechenden Threads hier im Forum, aber besser nicht aus dem genannten Buch. Da steht ohnehin nichts drin, was Du nicht im Forum findest.

    Die Wahrheit gleicht Raum und Zeit - ihre Ausbreitung setzt von selbst ungeheure Energie frei.

  • Hallo carnica18,
    ... viele Wege führen nach Rom. Das gild insbesondere in der Imkerei.
    Zehner Zadant kannst du problemlos über die Saison auf neun Waben + Trennschied führen. ( Neun Waben deswegen weil du so in einer Zehner Beute noch schön Platz zum Wabenrücken hast. Dies macht sich besonders bei Durchsichten positiv bemerkbar. ) Das Schied verhindert das die Bienen die letzte Wabe zur Dickwabe ausziehen, od. Wildbau ansetzen.
    Das Schied benutze ich zB. um Ableger einzuengen, denn dort wäre ein voller Brutraum einfach zuviel. Oder um auszusortierende Altwaben zum Umtragen hinter das Schied zu hängen, oder... oder... .
    Wenn du im Frühjahr alte Waben entfernst kannst du dein Volk eingeengt weiterführen. Mußt du aber nicht. Spätestens zur Einfütterung brauchst du allerdings den vollen Brutraum um den Futtervorrat unterzubringen. Je weniger Waben du vorher drin hattest um so geringer ist auch der Futtervorrat des Volkes, um so sensibler reagiert dein Volk auf Trachtlücken, Aberntung, Witterungsrückschläge etc. ... und um so mehr mußt du füttern.
    Du kannst z. B. auch jedes Jahr die von mir beschriebene Methode der totalen Bauerneuerung durchführen. Dann ersparst du dir das hantieren mit einzelnen Altwaben im Frühjahr.
    Wie gesagt es giebt viele Möglichkeiten zum Ziel zu kommen.
    Das Buch habe ich nicht gelesen, weiß also nicht was ergänzend wichtig sein könnte. Aber ich bin sicher , hier imkern noch viele in gleichen Beuten. Vieleicht können andere noch mehr ergänzen.
    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Uh, der war hart. Dies würde ja bedeuten, dass das Buch aus den Inhalten dieses Forums besteht....


    Carnica, mach die Umstellung nicht im Frühjahr, weil dann der Honigertrag leiden wird. Mach das so, wie Finvara beschrieben hat.


    Wird schon.

  • Hallo Ihr Lieben,


    das klingt ja interessant hier...


    Zu den Vorteilen des Schieds, die Finvara in Beitrag #9 beschrieben hat kommt aber m.E. noch der wichtigste hinzu: die Erhöhung der Langlebigkeit der Bienen durch die Beschränkung der Brutfläche!
    Mit dem Schied lässt es sich sehr gut arbeiten, vom Handling her (kein Quetschen oder Bienenrollen) und es ist ein tolles Werkzeug, um die Brutfläche an die Bedürfnisse des Volkes oder der Betriebsweise anzupassen. Die erwähnten Nachteile, wie keine-Futterreserven halte ich für überzogen, da man das mit dem Honig im HR viel besser steuern kann. Dieses Vorurteil Schied = "letzten Honig herausquetschen" ist völliger Blödsinn!


    Gruß Jörg

  • Ein Einwand hätte ich: Mitte Juli ist zu spät, um eine komplette Zadant-Beute mit Naturbau voll zu bekommen. So baufreudig sind die Mädels dann doch nicht mehr. Da würde ich nur noch Mittelwände verwenden. Ein/zwei Waben werden noch gebaut, aber 10 Waben sind nicht zu schaffen. Sie sind ja schließlich nicht mehr in Schwarmstimmung.
    Und um gleich vorzubeugen: das schreibe ich aus eigener Erfahrung.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Ein/zwei Waben werden noch gebaut, aber 10 Waben sind nicht zu schaffen.


    Wenn Du einen starken Kunstschwarm flüssig fütterst? Der baut 10 Waben 1a aus. Auch im Juli. Jedenfalls, wenn man Mittelwände gibt. Die Schwierigkeit besteht dann eher darin, genug zu füttern, daß alles schön ausgebaut wird, aber nicht soviel, daß keine Brutfläche mehr übrig bleibt. Ich verwende zu Anfang Flüssigfutter, wechsel dann aber zu Futterteig um zwar einen stetgen Futterstrom zu erhalten, das Brutnest aber nicht einzuschnüren.


    Beste Grüße,
    Ralf

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