Wandbegrünung

  • Hallo,


    unser Nachbar plant den Bau einer ca. 30m langen Halle. Die Rückseite würde ich gern bienenfreundlich begrünen.
    Dabei ist zu beachten, dann die Wand als Alu-Verblendungen besteht. Efeu und wilder Wein scheiden damit aus. Die kriechen schneller in jede Ritze, als ich "Schere" sagen kann.
    Zu hoch geht auch nicht, weil die Ranken nicht auf das Dach dürfen.


    Was ist bienenfreundlich, rankt auf Alu und ist pflegeleicht?


    Danke für Eure Hilfe!


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Da kannst Du besser eine Hecke entlang der Halle pflanzen, mit bunt gemischten Gehölzen die blühen. Mit Abstand zur Halle, so ein-zwei Meter. Da hast Du langfristig bestimmt mehr Spaß dran, und die Bienen auch.

  • Meines Wissens benötigen außer Efeu und Wildem Wein alle üblichen Kletterpflanzen ein Rankgerüst, was natürlich einen beträchtlichen Aufwand bedeutet. Falls genug Platz ist, wäre die schon vorgeschlagene gemischte Hecke sicher eine interessante Alternative. Bei der Pflanzenauswahl könnte http://www.die-honigmacher.de/kurs2/index.html helfen.
    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.

  • Hallo Tom B.,


    wie der Bergische schon schreibt, rankt am Alu selbst nichts hoch, weil das ganze einfach zu glatt ist.


    Als selbststehendes eignet sich z.B. in Baumform Schlehe und Sanddorn als Buschform Hundsrose (Hagebutte) (bis zu 3 m Höhe) Kartoffelrose (bis 1,50m Höhe).


    Aber Denke bitte nicht, dass das hier mit einmal pflanzen alles getan ist. Die obig aufgeführte Schlehe, der Sanddorn und die Hundsrose breiten sich aus. Wenn diese mit zu geringen Abstand (weniger als 1 m) an der Halle gepflanzt werden, reiben die bei Wind am Alu und das wird unangenehm quietschen.


    Bessere Alternative wäre Rankgerüst und Spalierobst oder z.B. Kletterrosen mit einer gewissen Wuchshöhe (Sortenverschieden).


    Allerdings denke ich, dass wenn Dein Nachbar eine Halle im Außenbereich baut, er die Auflage hat, diese einzugrünen. Da ist es dann mit "Selbstentscheidung" vorbei. Das muß dann von der unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt) die Zustimmung erhalten.


    Außerdem unbedingt auf Boden und Wasser achten. Es bringt nichts, wenn Ihr die flaschen Pflanzen am falschen Standort setzt. Ggf. kann die Halle etwas höher oder der Pflanzenstandort erhöht werden.


    Des weiteren solltet Du abklären, ob Ihr einen Ertrag wie z.B. Äpfel, Pflaumen, Kirschen, Hagebutten, Himbeeren, Brombeeren, erc. wollt. Wenn es etwas zu holen gibt, kommen nicht nur Vögel auch die Spezies der diebieschen Homosapiens, je nachdem exponiert die Lage ist. Evtl. fehlt dann auch etwas mehr als die Früchte.


    Gibt auch die Möglichkeit einer Benjeshecke (Reisig und kleines Todholz als Wall aufschlichten Natur macht den Rest).


    Wenns "nur" Bienenfreundlich sein soll und keine Einwände von der unteren Naturschutzbehörde kommen, würde ich auf ungefüllte Rosen des Types Rambler ausweichen. Braucht Klettergerüst und ist verhältnismäßig schonend zu Fasaden. z.B. "Rambling Rector" (6m), American Pillar (6m), Bobbie James(5m), Hiawatha (3-5m), Alfred Dietric (3-5m), etc. Auf jedenfall verschiedene mit unterschiedlichen Blühzeiten. Auch mal in die Umgebund gehen und suchen, wo evtl. Trachtlücken sein könnten und dementsprechend auswählen. Die Rosen dann eher nach oben ziehen und unterhalb andere Sachen ausbringen. Wennst Glück hast, kannst z.B. Sonnenblumen einfach einmal sähen und die "verwachsen" sich dann selbständig im Gewirr deiner Rosen, sprich, Du musst diese dann nicht mehr anbinden. Weiterhin im unteren Bereich z.B. Himberren, Hundsrose, Senf, Raps, Astern, Margeritten, oder was auch immer. Je nach Pflege wird die Natur sich selbst das aussuchen, was Ihrer Meinung nach dorthin am besten passt. Bringt z.B. nichts wenn Du Senf, Raps, Margeritten, etc. ausbringst und jede Woche mit dem Rasenmäher drüber fährst oder evtl. (Kunst-)Dünger ausbringst.


    Wie Du siehst, es kommt eben drauf an, was gewollt ist. Von günstig bis sauteuer ist alles möglich. Deine einzige Beschränkung die ich im Augenblick sehe ist der Boden, das Wasser, evtl. die Wuchhöhe, die möglichen Tiere vom Bauern, die Schneelawine vom Dach (passiert fast jeden Winter bei ungeheizten Kaltmetallhallen) und das Amt mit seinen "Vollpfosten" äh Naturschutzbeauftragten. (Die wollen teilweise Wasserpflanzen - war jetzt kein Witz).


    Gruß GM

  • Du kannst Schlinghnöterich oder vom Wilden Wein die Variante ohne Haftscheiben pflanzen, musst aber dann Kletterhilfen (Drähte, Latten, andere Gehölze) anbieten. Und ab einer gewissen Größe auch allzusehr wuchernde Pflanzen beschneiden.


    Auch Waldgeißblatt (normalblütige Sorten) kannst Du pflanzen, wächst auch nicht ganz so wild, braucht aber auch eine Kletterhilfe.


    Quirin

  • Bin auch für Büsche. Wenig baulicher Aufwand, kann im Herbst Winternahrung für Vögel darstellen (was der unteren Naturschutzbehörde gefallen dürfte) und wenn es einheimisch ist, dann wird es mit vielen Böden gut klar kommen.