Die Damen nehmen das Futter nicht / Haltbarkeit?!

  • Guten Morgen zusammen,


    ich bin etwas verunsichert: Vor 6 Tagen habe ich meinen beiden Völkern Futter gegeben (3:2 Zuckerlösung - 5L jeweils). Ich füttere per Trogaufsatz / Loch im Deckel.
    Nun hat das wesentlich schwächere Volk das Futter am selben Tag entdeckt und angefangen zu futtern. Mein stärkeres Volk jedoch hat es bis heute nicht angerührt.
    Meine Fragen:


    a) Woran liegt das? Bei der Anfütterung hat das gleiche Volk das Futter prima angenommen
    b) Ist das Honigwasser nun nach knapp 1 Woche zu alt und soll ich somit lieber neues ansetzen für den nächsten Versuch?


    Grüße,
    David

  • Moinsen,


    zu a) Das kann verschiedene Gründe haben


    1. Es herrscht tracht, die einfach attraktiver ist (z. B. Senffeld direkt vor der Nase) Ist aber ehr unwahrscheinlich.


    2. Es ist einfach zu kalt, damit die Bienen nach oben gehen. Wenn die Temperaturen unter 10 Grad gehen, wird das so nichts mehr. Wie warm oder kalt es bei dir ist, kann ich dir leider nicht sagen - hast ja dein Profil nicht ausgefüllt.


    3. Das Volk ist zu klein bzw. zu Krank um Futter ab zu nehmen.


    Zu b) Das hängt von zig Faktoren ab (auch der Temperatur) Normalerweise kann man das aber gut erkennen - schlieren im Wasser. Besser ist bei solchen Völkern bzw. eigentlich immer - Sirup zu nehmen.


    Zu c) Du hast ja nicht gefragt, was du nun machen kannst, aber ich gebe trotzdem mal nen Tipp, was bei mir immer hilft: Du musst das Futter näher ans Volk bringen (zumindest, wenn es bei dir einfach zu kalt ist). Das geht am besten mit Futtertaschen oder wenn du von unten fütterst. Achtung bei von unten herrscht Räubereigefahr! Wie man von unten füttert hat Dr. Liebig ganz gut in seinen Filmen erklärt. Guckst du hier: http://www.immelieb.de/?page_id=833


    NACHTRAG: Eine Futterspur zu legen ist immer ganz wichtig. Einfach ein paar Tropfen in den Aufstieg bzw. vom Futter zum Aufstieg tropfen lassen. Vielleicht lag es auch daran.


    Bis die Tage


    Frank

    12er Dadant, Buckfast

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  • Moin David,


    was nun? 3 Teile Zucker in Teilen Wasser aufgelöst wird nicht innert einer Woche schlecht. Honigwasser ist aber verdünnter Honig; der kann schon gären.


    Wo imkerst Du denn?


    Und in welcher Beute?


    (Diese beiden Fragen könnten im Profil bereits beantwortet sein, dann könnte meine Antwort dies berücksichtigen und ich bräuchte weder die Fragen noch diese Erläuterung zu tippen...)


    Und was wiegen Deine Völker jetzt?


    Hast Du eine Futterspur gelegt?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • zu a:
    Das liegt natürlich mitunter an der kalten Witterung. Nachts sitzen die Bienen schon in leichter Traubenformation und behalten dies bei den letzten Temperaturen auch Tags bei. Sie werden langsam träge und sofern sie genug futter haben, lassen sie auch das angebotene Zuckerwasser stehen. Ableger und Schwärme sind da meist anders wie starke Völker aus dem Vorjahr.
    Dazu kommt, dass das schwache sicher noch Brut hat und das starke vermutlich nur noch verdeckelte Brut hat. Das führt auch dazu, dass die Bienchen faul werden, starke schneller wie schwächere.


    zu b:
    nimm den Deckel runter und riech mal rein, im Zweifelsfall Finger rein und probieren -ekeln darf man sich dabei nicht, weil dann ist es auch für die Bienen nichts mehr wenn wir es schon nicht mehr wollen. Wenn die Beute in der Sonne steht ist es vermutlich schon leicht am Kippen. Bienen nehmen zwar auch solch gärendes/vergorenes Zeug, muss aber nicht sein. Zudem werden die davon bei der Aufnahme und Verarbeitung leicht bekloppt und sind etwas alkoholisiert.
    Bevor du nun neues ansetzt, nimm mal den Futtertrog herunter und spritz einige Tropfen auf die Rähmchenoberseite, dann Trogeingangsloch von unten mit etwas Zuckerwasser anfeuchten und von oben am Holz einige Tropfen hinab laufen lassen, Deckel drauf und nach 15 Minuten nochmal schauen, wenn dann die ersten dasitzen werden sie es auch voll nehmen.



    Bis ich hier 10 Zeilen getippt hab, haben schon 2 fertiggeschrieben... bin frustriert :oops:

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • ...(3:2 Zuckerlösung - 5L jeweils)...


    ...Honigwasser...


    Hallo David,
    b) Honigwasser wäre bereits am 2. Tag zu alt, aber du verwendetest Zuckerlösung...wo also kommt nun das Honigwasser her?
    a) Dass Völker kein Futter annehmen, kann verschiedenste Ursachen haben.
    Hast du vor der Fütterung die im Stock vorhandene Futtermenge geprüft? Unterschiedlich starke Völker (ja selbst gleich starke Völker) haben unterschiedlich bestückte Vorratslager.
    Auch die Witterung spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Zu kalt=keine Abnahme


    Herzliche Grüße
    Mirko


    Ps.

    Bis ich hier 10 Zeilen getippt hab, haben schon 2 fertiggeschrieben... bin frustriert :oops:


    DITO...

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo Frank, Clas, Markus & Mirko,


    wow - so schnelle Antworten - genial...vielen Dank! :)


    Ich muss zugeben, es war wohl noch etwas früh: Ich meine natürlich Zuckerwasser - nicht Honigwasser
    Hab gerade mal daran geschleckt und es scheint noch gut zu sein - das mit der Futterspur wusste ich nicht und hab daher nun mal einen Stofffetzen getränkt und nach unten durch das Loch reinbaumeln lassen. Spätestens heute Nachmittag müssten sie (sollte alles andere OK sein) dann ja dran sein oder?


    Hab nun endlich das Profil ausgefüllt: Imkere in Bayern (Landkreis LL), mit 12 Dadant. Momentan haben wir tagsüber sehr viel Sonne und milde Temperaturen, daher sollte das Wetter kein Problem sein.

  • und hab daher nun mal einen Stofffetzen getränkt und nach unten durch das Loch reinbaumeln lassen.


    VORSICHT, wenn der feuchte Stofffetzen oben ins Zuckerwasser hineinreicht und nach unten hängt, dann läuft dir der Trog leer. Die Gefahr ist groß!!!


    Normal sollten sie inerhalb von Minuten darangehen und nun schon genug hoch geklettert sein.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • hab daher nun mal einen Stofffetzen getränkt und nach unten durch das Loch reinbaumeln lassen. Spätestens heute Nachmittag müssten sie (sollte alles andere OK sein) dann ja dran sein oder?


    Wenn das mal nicht die Räuber merken...
    Wir haben Ende September. Wird von einem Volk eine Futterquelle erstmals erkannt, gibt´s ´n Vorspiel am Flugloch, welches von anderen Völkern abends gern ignoriert, morgens aber bereitwillig als Tagesbeschäftigung in der sonst recht beschäftigungslosen Zeit dankbar bemerkt :liebe002: wird. Die Reaktion darauf ist durchaus verschieden, aber bei Abendfütterung erzeugt man eben einfach keine.
    Freu dich also heut schonmal auf ungewöhnlich regen Bienenflug...oder brich das Duftspur-Experiment schleunigst ab und wiederhole es heut abend...


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
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    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Ich habe bei dem "Stofffetzen-Experiment" darauf geachtet, dass der Stoff nicht im Zuckerwasser hängt.
    Nun saßen auch schon 6 Mädels oben. Hab daraufhin den Fetzen wieder rausgemacht - das müsste sich ja nun innerhalb des Stocks rumsprechen, nehme ich an.....
    Ansonsten wie Mirko geraten hat, wiederhole ich das heute Abend nochmals.


    Grüße,
    David


    EDIT: Wie du, Mirko, "vorhergesehen" hast, ist nun reger Betrieb vor dem Flugloch und auch ein paar Besucher (fremde Bienen) tummeln sich. Da kann ich gerade auch nicht mehr machen, als zu hoffen, dass die Futterquelle verteidigt wird oder?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Juniper ()

  • Du musst das Futter näher ans Volk bringen (zumindest, wenn es bei dir einfach zu kalt ist). Das geht am besten mit Futtertaschen oder wenn du von unten fütterst.


    Auch wenns wärmer ist, funktioniert die Futterabnahme in Futtertaschen (in der Brutraumzarge) deutlich besser, als in aufgesetzten Zargen. Wenn aus Futtertaschen nix mehr abgenommen wird, dann ist das Volk entweder tot oder die Speicherkapazität erschöpft.


    Gruß Sven


    Edit: verkleinere das Flugloch auf max. 2 Bienenbreiten, wenn Fremdbesucher da sind. Die Fremdbienen setzen das Volk nur unnötig unter Streß, das kann bei anhaltend warmer Witterung schnell tragisch enden.

  • Hallo David,


    wenn man das zum ersten Mal sieht, sieht das immer schnell nach Räuberei aus. War letztes Jahr auch total verunsichert, als die wie wild umher geflogen sind. Ist halt die normale Aufregung. Der Henry hatte das mal super beschrieben. Kann das ja mal als Freikopfzität wiedergeben...


    Da finden also die ersten Bienen diese tolle super Futterquelle und geben den "Nektar" an die anderen Bienen weiter. Diese geben mit dem Nektar auch die Entfernung und Richtung zur Quelle an. Das gleiche setzt sich jetzt wie ein Lauffeuer im Stock weiter. Also zig Bienen wissen nun, dass es ganz viel Futter ganz nah gibt und sind in heller Aufregung über das ganze Mampf. Nun ist es jedoch ungewöhnlich, dass in der freien Natur das gute Zeugs direkt im Stock zu finden ist. Also stürmen alle Mädels wie von der Tarantel gestochen raus um die Futterquelle "ganz nah und direkt oben" zu finden. Leider ohne Erfolg. Das sieht dann halt nach einem totalen Chaos aus.


    Wenn ich dich aber richtig verstanden habe, fütterst du nun das größere Volk und du hast nur noch ein kleineres nebenan stehen. Die sollten sich doch gegen das kleinere Volk zur wehr setzen können. Warte einfach mal ab, was passiert.


    Gruß
    Frank

  • reger Betrieb vor dem Flugloch und auch ein paar Besucher (fremde Bienen) tummeln sich. Da kann ich gerade auch nicht mehr machen, als zu hoffen, dass die Futterquelle verteidigt wird oder?


    Nö, du solltest dafür sorgen, dass selbige versiegt !
    Du solltest also heut Morgen nicht nur den Faden aus dem Volk nehmen, sondern den gesamten Futterbehälter.
    Abbruch des Experimentes...= Abbruch der Fütterung an sich...
    ...und dann heut Abend:
    Futterbehälter drauf + Futterspur...


    Ich wünsch dir Glück.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
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    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hey David,
    erzähl, was gestern geschah...und wie deine Abendfütterung gelang...


    Herzliche Grüße
    Mirko

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