Doppelstöckig überwintern...

  • Moin, moin,


    in unserer gelben Bienenzeitung schreibt Dr. Pia Aumeier, die doppelstöckige Überwinterung zweier schwacher Völker über ASG und mit einem Flugloch sei in einem Versuch mit 60 dann toten Völkern ins Desaster gelaufen. Grund sei der Totenfall des oberen Volkes auf dem ASG, der dort nicht getrocknet sei und auch nicht nach unten durchgereicht wurde, sondern faulte und beide Völker tötete.


    Normalerweise bilde der Totenfall eines Volkes ein trocknendes Häufchen auf dem Gitterboden und werde von den Bienen zügig ausgeräumt.


    Das kenne ich, von manchen meiner Völker. Es ist das dann auch nicht viel, vielleicht 1 oder zwei Tassen voll.


    Von anderen Völkern kenne ich aber auch bis zu 2,5 Liter Totenfall, der dann auch saftig auf dem Gitter gammelt, allerdings bei mir noch kein Volk getötet hat. Vielleicht habe ich rechtzeitig ausgeräumt... Dass das über dem Kopf eines Volkes ein Problem wäre, könnte ich verstehen. Bei einem Schwächling wäre das natürlich auch ein Problem, weil dann mehr als alle unten liegen und das Volk bereits tot ist.


    Nun wüßte ich gerne, wie so die Erfahrungen mit der oben beschriebenen Überwinterungsweise in der Zeit vor der Dame waren. Sowas wurde ja mal gemacht, und wenn ihre Deutung richtig ist, müsste das Problem auch auftreten, wenn das untere Volk stärker ist.


    Die Überwinterung zweier Völker in einer Zarge mit Trennschied sei ihr auch nicht gelungen, nach dem Winter habe es nur mehr ein Volk gegeben. Die andere Königin sei verlassen worden und gestorben.


    Mir geht es jetzt nicht darum, diese Überwinterung zu propagieren. Eher frage ich mich, ob Frau Dr. Pia da die beobachteten und mitgeteilten Ergebnisse richtig deutet.


    Denn die Symptome eines überreichlichen Totenfalles und eines mangelhaften Ausräumens würden ja auch zu dem passen, was als "subletale" Wirkung von Summationsgiften wie Neonics und Fipronil beschrieben wird: Auf ein Viertel reduzierte Lebensdauer, gestörte Thermoregulation, Verhaltensauffälligkeiten, gestörtes Sozialverhalten... Ergebnis: Verlust.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • so wie mir...


    dJ


    Hallo Jörg,
    Frau Doktor wollte bestimmt mal sehen ob das stimmt was Du schreibst und wo man landet wenn man Deine Ratschläge beherzigt :p.
    Warum sollte bei ihr denn was anderes rauskommen als bei Dir?
    Spaß beiseite, hätte sie hier im Forum gelesen, dann hätte sie 50% weniger Verluste, denn man hätte ihr sicher zum Auflösen der schwachen Volkseinheiten geraten...
    LG
    Andreas

  • Hallo Clas,
    ich persönlich würde die Art der Überwinterung nicht anwenden ohne den Grund für das Schwächeln zu kennen. Das Risiko Krankheiten auf die Art und Weise zu übertragen wäre mir eindeutig zu hoch.
    Da die Bienen im Winter bekanntlich die Traube und nicht den Raum wärmen würde ich auch nicht unbedingt einen Vorteil darin sehen und wenn ich mich schon dazu durchringe zwei schwache Völker einzuwintern so dürfen diese es dann in ihrer eigenen Kiste versuchen die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings zu erblicken.


    LG
    Andreas

  • Moin Clas,


    die doppelstöckige Überwinterung zweier schwacher Völker


    Denn die Symptome eines überreichlichen Totenfalles und eines mangelhaften Ausräumens würden ja auch zu dem passen, was als "subletale" Wirkung von Summationsgiften wie Neonics und Fipronil beschrieben wird: Auf ein Viertel reduzierte Lebensdauer, gestörte Thermoregulation, Verhaltensauffälligkeiten, gestörtes Sozialverhalten... Ergebnis: Verlust.


    Es hat schon seinen Grund, warum die Völker schwach sind. Nimmt man für die doppelstöckige Überwinterung nicht wenigstens ein starkes Volk dazu?


    Grund sei der Totenfall des oberen Volkes auf dem ASG, der dort nicht getrocknet sei und auch nicht nach unten durchgereicht wurde, sondern faulte und beide Völker tötete.


    Ich habs selbst noch nicht ausprobiert. Wenn ich zwei Völker überwintern würde, dann eher nebeneinander in 2 Zargen mit vertikalem ASG und separaten Fluglöchern. Einerseits würde sich da das untere Volk nicht zu Tode heizen und andererseits könnten beide Völker an etwas milderen Tagen den Müll selbst entsorgen.


    Das Problem bei der doppelstöckigen Überwinterung übereinander dürfte dadurch entstehen, dass unter den toten Bienen vom oberen Volk geheizt wird und deshalb ständig Fäulnisdämpfe aufsteigen, was zuerst dem oberen Volk zum Verhängnis werden wird und anschließend das untere Volk ins Verderben reißt. Da ist auch der Unterschied zur herkömmlichen Überwinterung eines einzelnen Volkes zu sehen. Dessen Totenfall lagert immer Kühl und ist im Winter entsprechend nicht anfällig für Fäulnis.


    Gruß Sven

  • Moin, moin,


    mir ist klar, dass es hygienische und Probleme der Sinnhaftigkeit gibt. Und ich habe das noch nie gemacht, auch nicht versuchsweise. Als Schlussfolgerung schrieb sie ja auch: Im Oktober vereinigen... Und sicher drückt das die Winterverluste nach unten. 60 Vereinigungskandidaten zu haben, mit denen man diesen Versuch überhaupt machen kann, kommt mir jedoch auch viel vor.


    Wenn aber ein Versuch mit 60 Schwächlingen so endet und das Ergebnis so gedeutet wird, dann trete ich fragenden Blickes hinzu, denn die Empfehlung gab es ja früher, und es muss ja dann auch mal geklappt haben... Fielen da nicht so viele Tote? Trockneten die auch überkopf? Sind die an den Toten auf dem ASG eingegangen oder sind die umgekehrt die Folge des sterbenden Volkes? Und wieso überhaupt Schwächlinge, wo man doch eine Wabe zu einem Zweizarger aufbauen kann?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin, moin,


    und wenn natürlich gestorbene Völker Ergebnis eines Versuches sind, sind sie nicht Ergebnis der üblichen Betriebsweise. So kriegt man die auch poliert...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • ....denn die Empfehlung gab es ja früher, und es muss ja dann auch mal geklappt haben... Fielen da nicht so viele Tote?


    Heutzutage haben viel mehr Völker Probleme mit dem Wärmehaushalt, als so manche glauben. In der Zeit vor den Neonics und der Varroabehandlung konnten die starken Völker vermutlich deutlich mehr Power erzeugen, sodass es die toten Bienen über Ihnen in kurzer Zeit ausgetrocknet hat. Und daran scheitert das heute wohl in erster Linie...


    Gruß Sven

  • Moin Berggeist,


    Lästermauel?! Iiich?! Das brauche ich mir aber nicht zu gefallen zu gelassen, Du! Glaub ja nicht, wen Du hier vor Dir hast! Gleich ruf ich einen Moderator, und dann wirst Du aber moderiert...! Wo ich doch nie nicht und nimmermehr polemisieren würde. Würde ich nicht. Ich tus einfach, wenn es nötig ist... Und Deine Anerkennung freut mich.


    Im Ernst: Mir fallen halt nur beim Übereinanderlegen der eh schon schillernden Selbstbildnisse mancher Leute Interferenzen auf...


    Und hier könnte sie einen klassischen Summationsgiftschaden gehabt haben und hätte es nicht bemerkt, würde aber gleichwohl und dessenungeachtet klüglich folgern und die Imkerschaft belehren... Das ihr im Rahmen des nun noch möglichen nachzuweisen... Ich kann nicht sagen, dass es mich nur betrüben würde.


    Deswegen meine Frage: Hat jemand mit dieser Überwinterungsweise Erfahrungen? Womöglich aus der Zeit vor den Neonics? Decken die sich damit?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • ...Deswegen meine Frage: Hat jemand mit dieser Überwinterungsweise Erfahrungen? Womöglich aus der Zeit vor den Neonics? Decken die sich damit?


    Hallo Clas,


    ich habe es einmal vor geschätzten 8 Jahren mal gemacht. Das Ergebnis war das gleiche wie bei Fr. Dr.. Ich mach's nicht mehr.


    Gruß
    Werner


    PS: lief damals auch als Versuch, somit hatte ich zwei Völker weniger als Verlust zu verbuchen :wink:

  • Moin Werner,


    also beide hin. Aber gestorben am Totenfall, oder war der mehr Symptom des Sterbens, bei dem sie zu Tode kamen? Könnte ja auch so rum sein...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...