Anfänger fragt sich

  • Hallo, kurz zu meiner Vorstellung:
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    Ich bin Anfang 30 (eher Mitte ;) ), wohne in Bayern auf dem Land und zusammen mit meiner Freundin will ich in die Bienenhaltung einsteigen, nachdem wir uns vorab bei einem Imker und im Internet informiert haben und uns beide dieses Hobby als Naturverbundene interessiert.
    Folgende Rahmenbedingungen liegen an:
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    - Mietwohnung in einem kleinen Ort, aber mit Möglichkeit zur Aufstellung der Bienen im Wohngebiet (Platz und Nachbarn dürften kein Problem sein)
    - es geht uns primär ums Beobachten und Halten. Sollte dabei etwas Honig abfallen, ist es gut, wenn nicht, macht es auch nichts
    - wir wollen Aufwand und Umfang der Haltung eher gering halten (daher sollte uns evtl. ein Volk reichen)
    - wir haben keinerlei Vorkenntnisse
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    Aufgrund dessen, was ich bisher gelesen habe, favorisiere ich die TBH der Landesanstalt-Seite, die ja hinreichend bekannt sein dürfte. Diese würde ich gerne selbst bauen, auch das dürfte kein Problem sein. Und da habe ich auch schon die erste Frage:
    Bretterholz im Baumarkt ist günstig und idR Kiefer. Den Bauplänen nach ist das Holz dort fast 3cm stark, ich würde es des Gewichtes wegen auf 22mm reduzieren.
    Eigenen sich Material und das Maß für den Bau einer Beute?
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    Die TBH misst ja fast 120cm in der Länge, soweit ich es im Kopf habe. Worauf begründet sich dieses Maß? Liesse sich das verkürzen, ohne die Funktionalität der Beute einzuschränken oder zu gefährden?
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    Wie immer die üblichen Fragen eines Anfängers, aber ich hoffe, hier geholfen zu werden
    Viele Grüße

  • Moin, willkommen im Forum.


    Und für genau solche Fragen gibt es jetzt ein Buch zur TBH:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=24999&p=438320#post438320


    Ich habe die Bayern-TBH schon im Original gesehen und empfand sie als unzweckmäßig groß. Die meisten TBH sind etwas niedriger, was die Wahrscheinlichkeit des Wabenabbruchs verringert. Ansonsten würde ich mich für den Anfang an die Originalpläne und Originalanleitungen aus einer Quelle orientieren. Variieren kannst Du später noch.


    Gruß


    Bernhard

  • Die TBH ist deshalb so lang, weil da 2 Völker Platz haben: ein Wirtschaftsvolk und ein Ableger, den du auch mal bilden musst. Fluglöcher werden besser an den Stirnseiten angebracht.
    Bienen im Wohngebiet zu halten sollte man sich gut überlegen. Nicht jeder Nachbar freut sich über einen Schwarm in seinem Garten.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Aus leidvoller Anfängererfahrung würde ich heute gleich mit 3 Völkern anfangen. Da kann man sich selbst helfen wenn mal eine Königin verloren geht oder ein Volk eingeht.

    Wo kämen wir den hin wenn jeder fragt wo kämen wir den hin und keiner geht um nachzusehen wo wir hinkämen


  • Hier wirst du immer gehelft!


    Eines gleich vorweg, zwei deiner o.a. Dinge sind fester Bestandteile eines Trugschlusses dem derzeit sehr viele Einsteiger anheimfallen (z.B. Bienen halten ohne Eingriffe oder Honig zu ernten geht auch in der TBH kaum). Der dritte ist nicht schlimm, VORkenntnisse kann man nicht haben, aber Kenntnisse über Bienen sollte man sich unbedingt VORHER aneignen.


    Hinterfrage aus Liebe zum Tier bitte auch warum du Bienen nur beobachten möchtest. Dazu suche dir liebee einen Imker am Ort und besuche ihn öfters. Evtl. kannst dann auch mal mithelfen und lernst den Bien schn mal kennen.


    Gruß
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • es geht uns primär ums Beobachten und Halten. Sollte dabei etwas Honig abfallen, ist es gut, wenn nicht, macht es auch nichts


    Eine grundsätzlich gute Einstellung. Hält man die Erwartungen niedrig, wird man nur selten enttäuscht.:u_idea_bulb02:
    Dennoch solltet ihr die Wohnungsfrage umfassender bedenken; bzgl. der gewichtigen Frage, wie man den "gelegentlich abfallenden Honig" dann auch sinnvoll geerntet bekommt.
    Fällt in einer konventionellen Bienenwohnung (also mit Rahmen und so...) Honig an, benötigt man lediglich Kontakt zu jemandem, der eine Honigschleuder besitzt.
    Presshonigmacher findet man eher selten und diese Art der Honiggewinnung ist bei unbedarfter Anwendung eher Matscherei...


    wir wollen Aufwand und Umfang der Haltung eher gering halten


    ...das wollen viele, werden aber dann doch von natürlichen Vorgängen überrascht; besonders von eher negativen Auswirkungen solcher Vorgänge.
    z.B. ist bei Königinnenverlust dies eine Volk eben verloren. Klar kann man von irgendwoher eine neue Queen käuflich erwerben, doch kann man sich eine solche Investition sparen, indem man gleichzeitig 2-3 Völker hält. Der Mehraufwand ist vergleichsweise gering und allein deshalb einen Gedanken wert.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."