Honigernte in HBB, wie läuft das ab?

  • Hallo Imkerfreunde,


    ich spiele mit dem Gedanken, ein paar Hinterbehandlungsbeuten Kuntzsch (Warmbau) auf 1,5-er DN-Wabenmaß (Kaltbau) umzubauen und gleichzeitig einen Deckel vorzusehen, sodass die Bienen auch von oben behandelt werden können.


    Es bliebe bei 1,5-er Brutraum noch Platz für einen 2/3 Honigraum, der bei Volltracht ja nicht gerade sehr viel Kapazitäten bietet. Vor allem dürfte die Trocknung des Honigs bei so wenig Platz schwierig werden.


    Wie geht man denn bei der Honigernte bei der herkömmlichen Hinterbehandlung vor? Erntet man dort nur zweimal im Jahr (Frühtracht und Spättracht) oder entnimmt man dort das ganze Jahr über die fertig verdeckelten Honigwaben, während man mit Mittelwänden bzw. Leerwaben wieder auffüllt?


    Danke!


    Viele Grüße
    Sven

  • Wie geht man denn bei der Honigernte bei der herkömmlichen Hinterbehandlung vor? Erntet man dort nur zweimal im Jahr (Frühtracht und Spättracht) oder entnimmt man dort das ganze Jahr über die fertig verdeckelten Honigwaben, während man mit Mittelwänden bzw. Leerwaben wieder auffüllt?


    Man erntet, wenn die Waben zu ca. 2/3 verdeckelt sind. Kommt auf das Honigjahr drauf an, wie häufig das passiert. Und für die vollen Honigewaben werden Leerwaben (bzw. seltener Mittelwände) in den Honigraum gehängt.
    Eigentlich wie bei Magazinen....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Sven


    wie Wald & Wiese schon schreibt, hängt man eher Leerwaben ein, denn MW bzw frisch ausgebaute Waben werden nicht ganz so schnell gefüllt. Ein Vorteil ist noch das der Wassergehalt in der Regel um 16% liegt. Die zuerst rausgenommen Waben, sind meistens noch nicht ganz verdeckelt, deshalb hängt man sie nach der Entnahme wieder zuerst in den HR, danmit ist auch gewährleistet das die Bienen noch eine Honigreserve für schlechte Tage haben. Bis 6 Mal kann man schleudern


    Noch ein Hinweis auf dein Vorhaben, theoretisch mag dei Plan gut sein, aber praktisch und erfolgreich kann das kaum werden. Für solche Völker brauchst du 2 HR und in der Beute mit nur 2/3 HR tragen die Bienen auch viel in den BR und die Schwarmgefahr erhöht sich. Die Kuntzschbeute ist eine gut durchdachte Beute, mit der man auch heute noch gut imkern kann, wenn man die Nachteile der Einzelwabenentnahme nicht rechnet.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Die Kuntzschbeute ist eine gut durchdachte Beute, mit der man auch heute noch gut imkern kann, wenn man die Nachteile der Einzelwabenentnahme nicht rechnet.


    Hallo Reinhard,


    vielen Dank für deine Antwort (auch an W&W). Da hast du recht, die Beute ist wirklich von vorne bis hinten gut durchdacht. Was mir vor allem gefällt ist die Fütterung von Hinten und auch die Möglichkeit der Kontrolle der Völker durch die Sichtfenster. Da muss man keinen Deckel abheben oder sonstige Sachen machen, die die Bienen beunruhigen. Das wäre nur zur Schwarmkontrolle und zur Honigentnahme erforderlich. Das Ziehen der Waben von Hinten ist allerdings nicht meins, das geb ich offen zu. Und neben DN und 1,5 DN noch ein weiteres Wabenmaß, das würde dann den Rahmen endgültig sprengen, bei den paar Völkchen, die ich halte.


    Schade, dass die Beute nicht 2 cm höher ist, dann würde ein 1,5-er Brutraum und ein DN-Honigraum reinpassen, da wäre etwas mehr Speicher-Kapazität vorhanden. Vielleicht baue ich die Beuten auch einfach nur auf DN/DN um, oder kürze die 1,5-er Rähmchen um die fehlenden 2 cm in der Gesamthöhe. Allerdings sind 9 Waben pro Etage auch nicht unbedingt das Wahre, wenn man die Waben im Kaltbau anordnet. Naja, schaun mehr mal, der Winter hat noch nicht angefangen und wird sicher länger, als der Letzte.


    Wie ist das denn zu erklären, dass der Honig in den Hinterbehandlern eine geringere Feuchte aufweist, liegt das an der besseren Wärmehaltung in den Beuten, weil der Platz eben nicht unendlich erweiterbar ist, wie bei den Magazinen?


    Und ist dieses Phänomen unabhängig davon zu beobachten, ob die HBB einzeln aufgestellt sind oder in einer größeren Anzahl eng zusammenstehend?


    Viele Grüße
    Sven

  • Genau kann ich das auch nicht erklären, aber es wird damit zu tun haben, das der Unterboden geschlossen ist, also hat es was mit der Wärmehaltung zutun.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Honig in den Hinterbehandlern eine geringere Feuchte


    Bei geschlossenem Boden ist die einzige Verbindung zur Aussenwelt das Flugloch. Dort bestimmen die Bienen selbst über die Luftzirkulation. Sie haben die Möglichkeit, die bei der Nektar-zu-Honig-Produktion entstehende feuchte Luft selbstbestimmt durch selbiges abzuführen.
    Offene Böden stehen meist erdnah (bzgl. nahe der Erdfeuchte) sodass feuchte warme Luft ungehindert ins Beuteninnere dringen kann. Honig ist hygroskopisch, nimmt also diese nach oben steigende Feuchte gern entgegen... So meine nicht zwingend wissenschaftlich begründete Meinung.
    Die Wärmehaltung hat hingegen m.E. einen geringeren Einfluss, als die Bodengestaltung der Beute, wie bei Segeberger Schaumstoffbeuten zu erkennen ist.
    Diese weisen gar einen noch höheren Feuchtegrad des Honigs auf, als Holzbeuten mit offenem Boden.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • ...Die Wärmehaltung hat hingegen m.E. einen geringeren Einfluss, als die Bodengestaltung der Beute, wie bei Segeberger Schaumstoffbeuten zu erkennen ist.
    Diese weisen gar einen noch höheren Feuchtegrad des Honigs auf, als Holzbeuten mit offenem Boden.


    Herzliche Grüße
    Mirko


    Moinsen die Herren Beutentheoretiker,


    Ich habe verschiedenste Kisten ausprobiert... bis auf Styroporkisten (da sind mir 2x nacheinander die Völker eingegangen).


    Drobi hat ja schon öfter auch den niedrigen Wassergehalt aus Segebergern hingewiesen.


    Mein Fazit:
    - Beuten mit geschlossenen Böden schwitzen gern (NB52-HBB und Holzmagazine mit Selbstbau-Böden)
    - Gitterböden lasse ich gern mit der Windel verschlossen oder lege ein "Wärmebrett" unter das Brutnest (Dadant) -> so ein Wärmebrett ist m.E. optimale Kombination von Belüftung und Wärmeisolierung in der Saison


    Gruß Jörg

  • Hallo Mirko,


    hier muß ich dir widersprechen, der Honig in Segebergern mit offenem Gitterboden hat bei mir immer einen niedrigeren Wassergehalt gehabt, als in Holzbeuten mit offenem Gitterboden. Das habe ich 5 Jahre getestet und jetzt habe ich die Holzbeuten erst mal aus dem Verkehr gezogen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ...der Honig in Segebergern mit offenem Gitterboden hat bei mir immer einen niedrigeren Wassergehalt gehabt, als in Holzbeuten mit offenem Gitterboden.


    Hallo Reinhard,
    dann scheint es wohl doch einzig am Wärmehaushalt zu liegen. :oops: (Meinung spontan geändert)


    Jörg ,
    Das Schwitzen habe ich bisher nur ausserhalb der Trachtzeit entdecken können; so beim 1. Bruteinschlag im Frühjahr. Allerdings arbeite ich ja nicht wirklich mit HBBs.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo,


    ich glaube, daß der Honigwassergehalt nur direkt mit dem intakten Wärmehaushalt in der Kiste zusammenhängt und dieser "gute" Wärmehaushalt lässt sich eben mit der irren Isolierung der Segeberger trotz offener Böden realisieren oder eben in gut besetzten Beuten mit offenem oder geschlossenem Boden.


    Und neben der Honigsaison würde ich natürlich auch noch auf den Winter und auch die Übergangszeit denken.


    Gruß Jörg, der aus Faulheit auch die geschlossenen Böden gut findet, aber auch das Schwitzwasser sieht...


    Nachtrag: Mirko war schneller... ja, natürlich ausserhalb der Trachtsaison. Besonders bei brütenden Völkern im Winter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Jörg K. () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Hallo Jörg


    Schwitzwasser entsteht bei brütenden Völkern nur, wenn 3,4 oder mehr unbesetzte Waben im Brutraum vorhanden sind, also im zeitigen Frühjahr. Das Einengen ist ja besonders wichtig und dann auch wieder das entsprechende Erweitern. Deshalb ist die HBB-Betriebsweise ja auch so arbeitsintensiv und kommt immer mehr aus der Mode auch bei mir. Es ist und bleibt aber schön, wenn man die Bienchen auch im Winter mal hinter der Scheibe sehen kann.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • HBB-Betriebsweise... kommt immer mehr aus der Mode...


    Eigentlich schade. Eben wegen der Fensterschau...
    Ich habe ja mit der Gerstung-Beute eher Magazine mit Tür und Fenster, kann aber das Schwitzwasserspiel gelegentlich auch erkennen. Besonders, wenn ich im Winter statt der zu verwendenden Drahtgazefenster solche mit Glasscheibe verwende.
    Wie erklärt man sich nun, dass hier das Einengen und Erweitern nötig ist, und bei echten Magazinen entfallen kann? Einzig, weil man mangels Fenster das Schwitzwasser nicht sieht, oder weil´s nicht auftritt?


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
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    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo Mirko


    ich kann mich erinnern das auch einige meiner ersten HBB Gazefenster hatten, das war auch ein Grund dem Schwitzwasser vorzubeugen. Gerstung und auch andere schreiben ja, das man auch darauf achten soll das die Abdeckung ebenfalls Luftdurchlässig ist, um ein günstiges Klima in der Beute zu erzeugen. In der HBB tritt ja das Schwitzwasser stark, bei den Völkern auf, die sehr zeitig in Brut gehen und wenn dann zuviel Raum da ist und auch das Fenster sehr gut verkittet ist, schlägt sich der Wasserdampf dann nieder. Wenn man da 2 Waben rausnimmt ist das Problem oft behoben. Wenn manchmal das Fenster nicht ganz dicht ist und auch die Filzplatten noch etwas Luft (Feuchtigkeit) durchlassen, findet man an kalten Tagen Rauhreif an der Tür und an den Filzmatten.


    Das das bei den Magazinen nicht vorkommt kann ich auch nicht sagen, denn ich hatte dieses Jahr das erste Mal eine verschimmelte Wabe im Frühjahr in den Segebergern und zwar stehen die mit dem Flugloch nach Osten. Die Westseite ist wenig geschützt und wenn das nächstes Jahr wieder auftritt werde ich die Ausflugrichtung ändern. Die Bienen fliegen auch immer ganz rechts in die Beute, wenn man dahinter steht, habe deshalb auch neue Fluglochkeile angefertigt.Bei den Völkern die das Flugloch nach Süden habe ist mir das noch nicht aufgefallen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo HBBler, (sorry Mirko)


    ich habe mir in meinen Anfangzeiten natürlich nicht getraut im Winter die Kisten aufzumachen um unbesetzte Waben zu entnehmen. Jetzt betreue ich noch ein paar Völker in einem Bienenwagen mit Kaltbau-HBBs. Da kann man schön in die Wabengassen reinschauen, aber natürlich keine unbesetzten Waben entnehmen.


    Und weil 2 Fenster fehlten habe ich auch 2 Völker mit diesen Gazefenstern zu gemacht. Ich war erst skeptisch, scheint aber gut zu klappen. Meint Ihr die Dinger wurden wegen der Feuchtigkeitsproblematik gemacht? Oder eher zur besseren Belüftung im Sommer?


    Gruß Jörg