Was ist mit den Insekten überhaupt?

  • Nachdem Bernhard so schön vorgerechnet hat, wieviel Neonic statistisch auf einem qm deutschen Bodens sind, stellt sich die Frage nach den anderen Insekten generell eigentlich nicht mehr wirklich :evil:....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Zitat

    Während in den vergangenen Epochen noch hunderte von Jahren bis zum Zerfall des System benötigt wurden, sind wir gerade mal hundert Jahre dabei und schon am Ende.

    Mal abgesehen davon das schwarzmalerei wohl momentan total in ist halte ich diese Behauptung für den Witz des Jahrhunderts, besonders wenn man sich das vergangene betrachtet.

    Zitat

    Ist dieses Thema relevant für einen "Einsteiger"? Bislang profilieren sich eher die Poweruser oder?

    Jawoll!
    Gruß Hermann

  • Mannohmannohmann,
    jetzt guckt man mal einen Tag nicht in ein bestimmtes Thema weil man glaubt, dass sich jetzt nur alles widerholen kann, und dann prescht Berhard aus seiner wissenschaftlichen Deckung heraus und überrascht mich mit seiner Systemkritik, am ganz, ganz konkreten Beispiel. Gut, dass Du mich daran erinnert hast, dass ich unbedingt Milch einkaufen muss fürs Wochenende.
    Im Gegensatz zu einem Milchbetrieb oder fast jedem anderen Betrieb, haben wir als Imker durchaus die Möglichkeit, es anders zu machen. Deshalb stört mich auch die immer wiederkehrende Aussage, dass es so kostspielig sei, eine Imkerei zu eröffnen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Betrieben können wir uns den Großteil der Kosten, gerade am Anfang sparen. Wir können klein anfangen, im Prinzip mit dem, was wir zu Weihnachten und zum Geburtstag von unseren Verwandten als Geschenk bekommen. Auch die Geschenke zur Kommunion oder zur Konfirmation würden ausreichen. Die Einen ( so wie ich ) kaufen sich davon eine silberne Anlage von ITT Schaub Lorenz mit kleinen weißen Boxen, einem Kassettenabspielgerät und einem Dual-Plattenspieler und natürlich einem Grundig Tonbandgerät, Andere fünf Komplettbeuten, Schleuder, Stockmeissel, Smoker und Feger. Dafür braucht es keinen Bankkredit und auch kaum was an Versicherungen, keinen Immobilienmakler, Bankberater, Gründungsberatungsrentner oder KFW. Die Vergrößerung passiert langsam und regelmäßig, Jahr für Jahr, passt sich dem eigenen Vermögen und dem Absatz an. Also, nutzen wir die Chance und fördern wir dabei die Bienen in ihrer wichtigen Funktion als Bestäuber und die anderen Insekten gleich mit. Außer die Stechmücken natürlich, die Beutenkäfer, die Wespen und die Hornissen sowieso ( sorry Hypodingsbums ).
    Aber, wenn wir schon bei Systemkritik sind noch eins. Wenn am Ende vom Jahr was übrig bleibt, dann hat das System versagt.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Bernhard, Vet et all,
    wieder einen Faden erfolgreich zerschossen. :evil:
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Was erwartest Du, wenn von einer Nichtanfängerin (Erfahrene Imkerin) eine Frage im Anfängerforum unter "Fragen, Hinweise, Tipps und Ratschläge für Einsteiger" gestellt wird - Fehlplatzierung des Themas-, die aufgrund der Fragestellung auch nur unspezifisch beantwortet werden kann?


    Was bedeutet "wieder"? Welche Fäden habe ich denn noch zerschossen?

  • Meiner Ansicht nach hat Bernhard den Faden nicht zerschossen. Er hat die Ursache des Insektensterbens gut erklärt. Eben nicht nur mit Pestiziden und offensichtlichen Ursachen, sondern letztlich, warum und dass das System dazu führt.
    Und einen kleinen Hoffnungsschimmer für unsere Natur gegeben. Nämlich, dass das System so kurz oder lang zusammenbrechen muss. Und dann gibt es bald auch wieder eine Chance für die Vielfalt.

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Ein Hoffnungsschimmer,
    ist was anderes. Macht Euch mal nichts vor, wenn das System zerschossen wird, na dann gut Nacht.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der aber einschränkend zugeben muss, dass es dann den Insekten evtl. tatsächlich besser gehen könnte

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • "Ich versuche mal sinngemäß den Inhalt einer Rede von Gregor Gysi im Bundestag zu zitieren." Mann! Das find ich ja mal richtig gut! Und mit jedem Tag den ich länger lebe glaube ich, dass wir, also die Menschheit, wirklich ein Haufen von Vollidioten sind. Und das große Dilemma besteht darin, dass ein Hochschulprofessor genauso viele Stimmen bei einer Wahl hat wie ein Wohlstandschauvinist. Das macht mich fertig.
    Wenn ich mir dann meine Bienen ansehe, erfreue ich mich an diesem Anblick und denke daran, dass Tiere wirklich unschuldig sind. Immer...
    LG Schäfchen, frustrated

  • Ich sehe das auch nicht so, dass wir OT gekommen sind; letztendlich muss man auch mal über den Tellerrand schauen, um die Ursachen der Eingangsfrage wirklich zu verstehen.

  • Nicht nur dort! Von den bis zu 80% spricht man bundesweit! Etwa 65% der Wildbienenarten stehen auf der roten Liste, auch laut NABU. Die Zahlen sind besorgniserregend!!!!!!
    Juckt aber anscheinend niemand. Dabei ist das ein ganz wichtiges Zahnrädchen im Gesamt-Getriebe.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Nicht nur dort! Von den bis zu 80% spricht man bundesweit! Etwa 65% der Wildbienenarten stehen auf der roten Liste, auch laut NABU. Die Zahlen sind besorgniserregend!!!!!!
    Juckt aber anscheinend niemand. Dabei ist das ein ganz wichtiges Zahnrädchen im Gesamt-Getriebe.


    Und noch viel schlimmer: Es wird fast nie darauf eingegangen, dass dieser für sich genommen besorgniserregende Rückgang an anderer Stelle eigentlich noch viel mehr Besorgnis erregen müsste. Denn er stellt ja nur ein Symptom davon dar, dass bereits die gesamte Landschaft und damit unser eigener Lebensraum sowie der aller anderen Tierarten so durchdringend vergiftet und strukturell nachteilig verändert worden ist, dass man es daran erkennen kann.
    Dass eine so weitreichende Veränderung aber fast sicher auch alle anderen Pflanzen und Tierarten und damit auch uns Menschen massiv negativ beeinflussen dürfte, selbst wenn man das scheinbar noch nicht so offensichtlich sieht, wird kaum thematisiert.


    Subletale Schäden gibt es aber nicht nur bei Bienen!


    Auf diesen wahrscheinlichen und bedrohlichen Zusammenhang gehört viel öfter hingewiesen, damit mehr Menschen aufwachen.
    Denn mal ehrlich: Wenn ein paar Insektenarten aussterben, ist das für 9 von 10 Menschen völlig uninteressant, das schockt niemanden, eher im Gegenteil!
    Nur auf die Tränendrüse drücken und jammern, dass wieder ein paar arme Insektenarten kurz vor dem Aussterben sind, wird nur die beeindrucken, die sich der Situation sowieso schon bewusst sind und motiviert sind, etwas zu ändern. Alle anderen lässt das kalt.


    Aber genau auf diese "alle anderen" käme es jetzt an, denn nur sie haben die notwendige Masse, etwas wirklich zu verändern.