Zucht in Ablegerkästen / Vereinigung im September / Oktober

  • Morgen zusammen!


    Im aktuellen Bienenjournal wird auch über die Vereinigung von Bienenvölkern bzw. das umweiseln gesprochen. So langsam plane ich meinen Materialbedarf für 2015 und hier bin ich über ein Möglichkeit gestolpert, die ich ggf. im nächsten Jahr anwenden möchte. Beschrieben wird hier das umweiseln (zugegeben mit DN oder Zander) mit zwei Ablegern. Von einem Ableger wird die Königin entfernt und dann mit einem anderen Ableger vereinigt. Das geht hier ja ganz einfach mit aufsetzen. Die entfernte Königin aus dem ersten Ableger wird dann für ein anderes Wirtschaftsvolk genommen. Vorteil hier ist, dass man die Legeleistung von zwei Königinnen bis Ende September ausnutzen kann. Nun habe ich jedoch Dadant und bin am überlegen, ob ich das trotzdem in Dadant nutzen kann?!?


    Ich hatte mir gedacht, dass ich mir zwei Ablegerkästen (für 5 oder 6 Waben) nehme und hier dann zwei Völkchen bis Ende September halte. Dann die eine Königin zum umweiseln in einem anderen Volk nehmen und die beiden kleinen Völker zu einem großen Volk vereinige.


    Frage hierzu: Macht so etwas in der Volksstärke Sinn? Sind die Völker dann stärker als bei der von mir bisher praktizierten Ablegerbildung (also ein oder zwei Dadantbrutwaben plus Königin = neues Volk bis Winter)? Wie sieht es mit dem Einfüttern aus? Die Völker haben ja nach der Vereinigung noch zwei Brutnester und sicher zu wenig Winterfutter. Bekommt man das dann noch ohne Probleme ins Volk?


    Schönen Gruß
    Frank

  • Ich habe ähnliche Gedanken, habe aber vor mit nem Ableger ein Wirtschaftsvolk umzuweiseln - mehrere meinten schon, dass das ohne Probleme geht mit einfach daneben hängen nach Entfernung der Königin und brechen der Nachschaffungen.


    Erstellen möchte ich die Ableger dann eventuell mit einem 4er Boden (Als Begattungskästchen an einer privaten "Belegstelle" weg von meinem Stand) und danach entweder jeweils in ne Brutraumzarge oder aber jeweils zwei Ableger in eine 12er Dadantbeute mit dem Abtrennschied (sollte gehen wenn die Königinnen begatten sind).


    Möchte eigentlich die Anschaffung von Ablegerkästen vermeiden



    Probiert hab ich das noch nicht, aber hab das jetzt schon an verschiedenen Orten von verschiedenen Personen so gelesen. Dann könnte ich vereinen/umweiseln/hochziehen ganz wie ich will ;)

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Hallo,


    ich hab das heuer zum ersten Mal gemacht. Aus der Not heraus, einfach aus dem Grund weil ich mehr Kö hatte, als ich unterbringen konnte. Also hab ich mir mehrere Kisten aus Leimholz gebaut. Jede Kiste fasst 6 Waben in Zander 1,5 (mein STandmaß) und kann in der Mitte mit einem dichten Schied in 2 Abteile mit je 3 Waben getrennt werden.


    Ich hab die dann mit kleinen Kunstschwärmen gestartet. So kann man die Kö lange parken, ich hab die letzten Kö erst vor einer Woche entnommen und vereinigt. Jetzt wird mit SIRUP durchgehend gefüttert. Die Brutwaben werden zusammen gehängt und die einzelne Futterwabe an den Rand. Jetzt richten sie noch den Wintersitz und lagern das Futter ein. Ich bin recht optimistisch, das die durch den Winter kommen.


    So hab ich lange Kö auf Reserve und noch zusätzlich Völker auf Reserve im Winter. Die kommen einfach im Frühjahr an die Stelle von ausgefallenen Vollvölkern. In große Beuten gehängt und erweitert, sind das volle Völker.

  • Hallo Frank, in der Biene beschreibt Reiner Schwarz es mit Begattungskästchen und Apedias. So etwas kommt aber bei der Pia Aumeier im Weltbild nicht vor, da wird das ganze Jahr ein Ableger hochgezüchtet, nur um ihn im Herbst, mit einem anderen Ableger zu vereinigen......In diesen Ableger wurde dann eine menge Zucker, Zeit und Bienenmaterial gesteckt. Fehlbegattungen sind bei solchen Praktiken mehr als ärgerlich, weil dann wesentlich mehr Bienenmaterial ungenützt verarbeitet worden ist.


    Kauf dir doch einfach ein paar Begattungskästchen (Apedias, Kieler, Miniplus) dort setzt du mit 200 Gramm Bienen Ende Juni eine Königin hinein und dann hast du den gleichen Effekt mit wesentlich weniger Aufwand erreicht.
    Ich bezweifel, wie du auch, dass wenn man jetzt 2 komplette Volkseinheiten übereinandersetzt, ein wirklich so ein tolles Volk zum überwintern entsteht. Jede Volkseinheit hat ja schon den Wintersitzt eingerichtet.
    Ich glaube dD hat mal was von Legoimkerei geschrieben, genauso stelle ich es mir vor.


    Bis bald


    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Ich denke man kann das nicht vergleichen, und es kommt drauf an, was man haben will.
    Eine Königin im Apidea, das ist jetzt keine Legoimkerei?
    Ich empfinde diese Minikistchen-Geigelei auch genausooft als solche, und eine Königin in einem Apidea ist keine Königin in einem Volk,
    das Kistchen ist ne Parkscheibe, sollte man sich auch mal vor Augen führen. Man muss schröpfen etc., sonst klemmt`s, und die Königin kann so nie ihre Quailtäten aufbauen, und ein "Brutnest" ist das da drin auch nicht wirklich oder?


    Möchte man wegen Belegstelle oder sonstigem unbedingt Kleineinheiten, dann ist Miniplus etc. eine Lösung.
    Ansonsten sollte man als Hobbyimker ruhig auch entscheiden dürfen, dass man kein Zusatzmaterial in anderem Maße am Stand haben will. Miniplus mit Steckrähmchen ergeben wenigstens noch 2 in eins ein kompatibles Rähmchen (nicht zu allem), welches zugehängt werden kann (Lego und gestückelt isses dann aber trotzdem erstmal).
    Das hat alles Vor- und Nachteile.
    Beim Vereinigen zweier Einheiten müssen sich immer Zweie zusammenraufen und viel oder wenig neu orgenisieren. So ganz spät im Jahr, wenn es schon kalt ist geht das schlechter als im September z.B. in einer noch wärmeren Phase wie jetzt zuletzt.
    Zwei Könignnen mir gut Platz schaffen mehr als eine zusätzliche im Kleinschmuckkästchen - da darf das Ganze auch mal Zucker gekostet haben, kommt ja auch gut Bienenmasse dabei heraus, gelle? Zwei Königinnen auf gleichem Maß, nämlich Standmaß haben den Vorteil, dass sie angelegte Brutnester im Maß und eben Rähmchen liefern, die dem zu vereinigenden Teil bestens passen ind integrierbar sind.
    Also: etwas Lego ist immer aber Legosteine sind doch nun mal kompatibel, das ist doch grad der witz am System!


    Zwei Ableger zu einem fetten Volk vereinigen ist was anderes als eine Königin in einem Kleinkasten einem Volk zu spenden. Es stellt sich auch immer die Frage, welche Kandidaten hat man und wie groß sind die, wie plant man das im Voraus. Braucht man alle zweiten Teile zum Umweiseln etc.? Will man Kleinreserve oder im Herbst nur dicke Völker einwintern?


    Im September ein Abtrennschied zwischen einem Doppelableger ziehen ist echt leicht. Arrangieren tut man sich da drin noch ganz bestimmt mit dem Wintersitz. Und wenn man dazu ein, zwei FW an den Rand hängt und die Brutwaben auf Nachbarschaft bringt, dann kann das nur erleichternd sein, weil die Immen es nun nicht mehr selber an den Rand umräumen müssen, denn das täten sie noch.:wink:
    Grob dazwischenfunken und Plötzinn in der Kiste arrangieren macht natürlich Stress, klar.
    Und das dazuhängen von Brutwaben mit Weisel zum Umweiseln oder auch weisellos zum Erweitern geht um diese Zeit ohne Probleme, bisher hatte ich keine Keilereien oder Tote vor dem Flugloch, alles schön ruhig. Man sollte beiden vorher Rauch geben und ganz ruhig arbeiten,
    klappt schon.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Hobbit,


    ich stand vor der gleichen Frage und habe mich fürs erste folgendermaßen entschieden: Ablegerkästen halte ich für überflüssig weil ich noch ein weiteres Kistenmass hätte, eine Brutzarge tut es auch. Darunter kommt ein 4 er Boden so das ich durch Schiede vier Begattungseinheiten habe die direkt im Standmaß sind ( Zander 1,5 ). Dadurch habe ich alle Möglichkeiten. Wird eine Einheit nicht begattet oder die Königin geht verloren oder wird von mir entnommen kann ich das Schied ziehen und mit der Nachbareinheit vereinen.
    Außerdem ist der direkte Vergleich da wie sich die Völkchen entwickeln usw..
    Nachteil ist das wieder so eine große Kiste im Einsatz ist, mit Boden, Deckel usw.,die kleinen Begattungskästchen sind schon sehr nett wegen des Handlings.
    Was mir auch besonders gefällt ist das nichts verloren geht, Brutwaben kann ich direkt umhängen, Futterwaben und Pollenwaben zuhängen und so weiter.
    Und sollte ich eine Königin nicht benötigen entwickelt sich daraus hoffentlich ein überwinterungsfähiges Volk.


    Ist nur eine Anregung!
    Grüße Rubio

  • Dann hab ich "mal nur ne Anregung an euch": klebt euch mal ein Thermometer in eure Untereinheiten, und seht mal nach, ob da wirklich die nötige Temperatur drin ist.
    Ich hab mit allem, was kein Vollvolk ist, ein Problem, was die Temperaturhaltung angeht.
    Zu kalt gebrütete Bienen, und auch Drohnen, können ihren Job nicht richtig machen.
    Bloß guckt da fast nie jemand wirklich drauf.....:roll:


    Und noch ne Anregung: die Bienen wissen sehr genau, wo welche Wabe sein sollte - Waben umhängen oder verdrehen gibt Chaos für TAGE.
    Nur weil man das machen KANN, weil's eben beweglicher Wabenbau ist, kann man nicht draus schließen, daß den Bienen das nix ausmacht.
    Es ist eher kontraproduktiv.


    Lego 2.0

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen!


    Wie ja Marion schon geschrieben hatte, ging es mir nicht darum, einfach nur Königinnen zu züchten oder zu parken, sondern ich will zum einen Königinnen züchten, aber zum anderen auch super starke Rennpferde für die kommenden Frühtracht haben. Daher halt die Frage nach zwei Völkern mit 6 Waben vereinigen. Das ich hier dann viel Zucker investiert habe ist mir klar - aber auch gewollt, da ich ja Bienenmasse haben möchte.


    Daher die Frage, ob das schon mal jemand gemacht hat bzw. schon länger so macht. Lohnt sich der Aufwand einer solchen Betriebsweise um im Frühjahr super starke Völker zu haben?


    @ Sabine: Wegen des Temperaturproblemes. Zählt deine Aussage auch für Miniplus Beuten? Die sind ja um einiges größer als Apideas oder ähnliche Varianten. Können die Bienen auch hier nicht die Temperatur halten?


    Gruß
    Frank


  • Daher die Frage, ob das schon mal jemand gemacht hat bzw. schon länger so macht. Lohnt sich der Aufwand einer solchen Betriebsweise um im Frühjahr super starke Völker zu haben?
    Frank


    Hallo Frank,


    habe die Zeitung noch nicht gelesen. Aber ich praktiziere das seit einigen Jahren.


    -Anfang bis Mitte Juli noch mal viele Ableger mit 2-3 Waben bilden.
    -Je nach Jahr und Fütterung entwickeln die sich auf 5 bis 8 Waben bis Mitte September.
    -Mitte September je nach Brutwabenanzahl 2 bis 4 zusammenfassen zu einem Volk mit 12 BW und eine Königin belassen
    (Völker stehen in Reihe. Mittleres bekommt seine eigene Königin in Käfig. Waben der anderen Völker einfach reinhängen mit ansitzenden Bienen.)
    -die anderen Königinnen zum Umweiseln benutzen
    -die Völker nehmen durch ihre gewaltige Bienenmasse das Futter sehr schnell und in großen Mengen auf
    -diese Ableger gehören im Frühjahr mit zu den stärksten Völkern

  • Hallo Marion


    Im September ein Abtrennschied zwischen einem Doppelableger ziehen ist echt leicht.Arrangieren tut man sich da drin noch ganz bestimmt mit dem Wintersitz.


    Der Monatshinweis kam für den Oktober, da ist es für die Bienen sicher nicht mehr ganz so leicht.
    Ich habe vor einer Woche auch umgeweiselt, Königin aus den Kieler raus, in einen Käfig, im Vollvolk die Königin rausgefangen und gekäfigt und dann einfach getauscht. Dies empfinde ich eigentlich nicht als Lego.
    Wenn diese Woche alles geklappt hat, geht die alte Königin im Begattungskästchen über die Regenbogenbrücke. Die Brut wird schlüpfen lassen, behandelt und vor die Völker geschüttet.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Marcus,


    wie lange waren die Königinnen in deinem Kieler? Wie viele Rähmchen / Zargen hattest du hier aufgesetzt? Die fährt man ja Anfangs mit 3 Rähmchen, später auf 5 Erweitern und dann kann man ja noch eine Zarge aufsetzen.


    Gruß
    Frank

  • Hallo Frank, in Kieler gehen 6 Rähmchen oder die Futtertasche und 4 Rähmchen. Mit Erweiterungszarge dann 10 Rähmchen. Bekomme in ein DN 1,5 Rähmchen 4 Kieler Rähmchen hinein, bei Dadant müsste es auch gehen.
    10. Juli war Schlupf, da liefen die Kästchen aber schon.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Lohnt sich der Aufwand einer solchen Betriebsweise um im Frühjahr super starke Völker zu haben?


    Hallo Frank,


    jeder Eingriff in ein Volk (z.b. Fremdwaben zugeben) sorgt erstmal für Verwirrung und Chaos. Das kann im Spätherbst tragisch enden, muss es aber nicht.


    Wenn die im Mai gebildeten Einheiten stark genug sind, dann überwintere sie doch einzeln. Von im Juli gebildeten Kleineinheiten halte ich allein schon räubereibedingt garnix mehr :wink:, hätte man einen Standplatz mit ganzjährigem Nektarstrom, dann könnte man drüber nachdenken.


    Wenn Du die Bienenproduktion von 2 Königinnen bzw. Völkern nutzen willst, dann musst Du die kurz vor der Tracht vereinigen. Was jetzt in vereinigtem Zustand stark ausschaut, kann im nächsten Frühjahr trotzdem schwach sein, da spielt eben auch die Veranlagung zur Brutnestgröße eine Rolle.


    Nur weil man 10 bebrütete Waben zusammengewürfelt hat, muss das nicht zwangsläufig zu Folge haben, dass diese auch weiterhin so genutzt werden.


    Gruß Sven

  • Hallo Frank Fehrenbachs hängen Ableger in Ertragsvölker ein. Zitat (von www.mellifehra.de): "Umweiselung Routinemäßig werden alle Völker durch Zusetzen eines Ablegers mit junger Königin umgeweiselt. In Völker mit zwei Bruträumen wird der Ableger eingehängt, nachdem die alte Königin und die überzähligen Waben entfernt wurden. Der junge Wabenbau in den Ablegern unterstützt die Bauerneuerung in den Völkern." Ich meinerseits bin nach einem erneuten Versuch, dieses Jahr auch noch etwas später Ableger zu bilden, weils ein paar schöne WEiselzellen einer guten Königin gab, wieder bei der Überzeugung: Die frühen laufen viel problemloser, quellen im Juli bereits aus einer Zarge und sind nächstes Jahr auch da, wenn´s losgeht. Es gibt kein Königin-Käfigen, Volk-Entweiseln und Zellenbrechen, Hoffen und Bangen, ob sie angenommen wird usw. Die späten Ableger hab ich mitsamt Brutwaben zum Umweiseln von Wirtschaftsvölkern verwendet (wie auf Fehrenbachs Seite beschrieben). Beim Vereinigen zwei solcher Ableger auf je 5 Waben wäre mir das knapp vorgekommen... Viele Grüße,
    Borschard


    ... der jetzt endlich mal die Futtertröge runterziehen und putzen sollte.