Nassenheider ist ausgelaufen, mehr, weniger oder gleiche Verdunstung?

  • Hallo Zusammen,


    folgendes ist passiert:


    Letzten Sonntag startete ich die Behandlung eines 2-Zargers mit dem NH Pro, 200 ml AS.
    Als ich gestern, also sechs Tage später, das Volk überprüfte, war die AS vollständig auf die Verdunstungsfläche ausgelaufen. Ich vermute mal es gab einen Kontakt zwischen Tropfdocht und Verdunstungsfließ.
    Blöderweise habe ich die AS nicht aufgefangen und die Menge gemessen, sondern direkt entsorgt, so daß ich jetzt nicht sagen kann wieviel AS wirklich verdunstet ist.
    Die Frage die sich mir jetzt stellt und die ich an Euch weitergeben möchte: Wie viel AS wird verdunstet wenn ich nicht nur das Fließ benetze, sondern wie hier geschehen die AS quasi ohne Fließ verdunste? Mehr, weniger oder gleichviel? Ist die Verdunstungsleistung von dem Fließ abhängig oder nur von der Größe der Verdunstungsfläche? Oder vergrößere ich durch das Fließ gar die Verdunstungsfläche? Oder anders ausgedrückt, brauche ich das Fließ zur Verdunstung oder geht es auch ohne?:confused:


    Mit rübengrünen Grüßen grüßt der Herr Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Moin, moin,


    mehr ist dann verdunstet, aber wieviel mehr ist nicht klar.


    Die Verdunstungsleistung ist, wenn er funktioniert, abhängig vom Durchgang durch den Vertikaldocht, dessen Oberfläche und noch ein bisschen von der Säure in dem kleinen Ansaugbecken.


    Wenn Du noch ein Bild vor Augen hast, wie das in der Wanne aussah, kannst Du die Situation mit Wasser nachstellen und dann recht grob abschätzen. 200 minus das, was noch da war geteilt durch 6... wobei die Säure auch Wasser zieht... Zuviel wird es sein und schön ist das gar nicht. Es besteht aber durchaus die Möglichkeit, dass das als Behandlung funktioniert hat.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Es muss gar nicht so schlimm sein wie es aussieht, sprich, es muss gar kein übermäßiges Auslaufen statt gefunden haben! Stattdessen kann es sich um mangelnde Verdunstung handeln!


    Meiner Erfahrung nach passiert das gerne im Herbst, wenn die Völker zu klein sind und/oder keine Brut mehr unterhalten. Dann wird es nicht warm genug und es verdunstet zu wenig, weshalb sich die Säure immer mehr ansammelt, weil der Docht halt doch ständig Säure nachzieht, die unten raustropft. Wenn weniger verdunstet, als auf der gesamten Verdunstungsfläche der Wanne UND des Vertikaldochtes bei gegebenen Verhältnissen verdunsten kann, sammelt sich Säure in der Wanne an und alles wirkt nass getränkt oder wird sogar zum Minibecken.


    Wenn die "Überschwemmung" so zustande kam, wie ich sie beschrieben habe, ist den Bienen erst mal gar nichts passiert (Kann aber noch kommen, wenn es plötzlich warm wird, daher Überschwemmung beseitigen!)
    Und in diesem Fall war der Langzeitverdunster für das betreffende Volk die falsche Wahl.
    Denn diese Verdunstungsmethode sollte nur angewendet werden bei Völkern, die stark und warm genug sind, um die Säure zu verdunsten UND hinauszubefördern.


    Ich hatte heuer auch wieder so einen Fall, die Flasche ist genau so schnell leer geworden wie bei den anderen, aber in der Wanne schwappten 50ml Säure. Die Bienen sind wohlauf, aber es war offensichtlich nicht die optimale Wirkung.


    Gruß
    hornet


  • mehr ist dann verdunstet, aber wieviel mehr ist nicht klar.
    Die Verdunstungsleistung ist, wenn er funktioniert, abhängig vom Durchgang durch den Vertikaldocht, dessen Oberfläche und noch ein bisschen von der Säure in dem kleinen Ansaugbecken.


    Hmm, dann werde ich mal von meinem Nassenheider Professional- Erlebnis berichten (war mein erster Einsatz so eines Teils, bisher immer Schwammtuch verwenden)
    Vor zwei Wochen habe ich ihn mit 290 ml 60% Ameisensäure befüllt (Dadant) und mit großem Docht in die Wanne mit dem blauen Vlies gestellt. Wie in der Anleitung empfohlen habe ich einen Flaschendeckel umgekehrt unter den Schraubverschluss gestellt, um eventuelle Undichtigkeiten zu erkennen. Zwei Tage später kontrolliert, nix im Deckel, mittelgroßer feuchter Fleck auf blauem Vlies, 40 ml verdunstet, alles in Ordnung, Flaschendeckel rausgenommen. Acht Tage nach Behandlungsbeginn nochmal kontrolliert, weiterhin 20 ml pro Tag verdunstet.
    Nach 12 Tagen nochmal kontrolliert - blaues Vlies in der Wanne komplett feucht mit Ameisensäure, ein Tropfen unten am Flaschenverschluss. Die Entnahme aus der Flasche lag aber weiterhin bei ca. 20 ml/Tag, in der Flasche waren noch gut 40 ml. Heute morgen (nach 15 Tagen) ausgebaut, es waren noch etwas Ameisensäure in der Flasche (etwa 5 ml), aus der Beute roch es auch noch deutlich nach Säure.
    Ergebnis einer teilweisen Durchsicht: Auf einer Wabenseite verdeckelte Brut mit ca. 15 cm Durchmesser, auf der nächsten Wabe reichlich Stifte. Offene Brut habe ich nicht gesehen, habe die Durchsicht aber nach Auffinden der Stifte und Sichtung der Königin abgebrochen.
    Milben waren während der ganzen Behandlungsdauer gefallen, gut 50 am Tag (geschätzt, nicht gezählt). Die Behandlung hatte ich gestartet, da dieses Volk einen Milbenfall > 10/Tag hatte. Eigentlich wollte ich die Milben durch die Brutentnahme, die ich Mitte Juli einschließlich Fangwabe gemacht habe, beseitigen, das hat warum auch immer aber scheinbar nicht funktioniert. Die drei anderen Völker am Stand haben kaum natürlichen Milbenfall.


    Fazit: Ich habe etliche Milben aus dem Volk geholt, die Soll-Verdunstungsmenge wurde genau eingehalten, große Schäden im Volk gab es scheinbar nicht - mein Vertrauen in den Verdunster ist durch die spät aufgetretene Undichtigkeit aber nicht gerade gestiegen.


    Klaus

  • Hallo Klaus, wär dir bei dem anderen Verdunster die Undichtigkeit aufgefallen ? Ich befürchte nicht, da wäre die Säure aufs Volk gelaufen.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Und ich meine, es ist gar nicht sicher, ob hier eine Undichtigkeit vorlag, oder ob nicht doch nur die Temperatur zu niedrig oder die Ventilation durch die Bienen zu schwach war, so dass mehr nachgeflossen als verdunstet ist.


    Eine ganz andere Frage ist natürlich, warum es zu kühl oder zu schlecht ventiliert ist, obwohl das Volk Brut hatte oder stark war.


    Da könnte ich mir z.b. vorstellen, dass das Brutnest eben nicht genau unter dem Säurefleck liegt sondern seitlich abseits weil man beim Aufstellen des Verdunsters darauf nicht geachtet hat. Andere Möglichkeit ist, dass die Bienen absichtlich oder unabsichtlich den Luftstrom innnerhalb der Beute so umgeleitet haben, dass die Wärme und/oder der Luftstrom am Säurefleck vorbeigeleitet wurden, der Säurefleck also isoliert wurde und eine Blase gesättigter Luft entsteht, so dass zwar langsam weiter Säure nachtropft, aber nicht ausreichend viel verdunstet.


    Fest steht für mich, auch die modernsten Verdunster sind immer noch sehr grobe Werkzeuge. Sie funktionieren weitgehend, brauchen aber immer noch enge Kontrolle oder man muss andernfalls mit gewissen Kollateralschäden leben.


    Gruß
    hornet

  • Es muss gar nicht so schlimm sein wie es aussieht, sprich, es muss gar kein übermäßiges Auslaufen statt gefunden haben! Stattdessen kann es sich um mangelnde Verdunstung handeln!


    Meiner Erfahrung nach passiert das gerne im Herbst, wenn die Völker zu klein sind und/oder keine Brut mehr unterhalten.


    Das Volk ist nicht schwach und hat auch noch Brut, ich habe da gestern gleich reingeguckt, daran hat es definitiv nicht gelegen.
    Die "Überschwemmung habe ich leider gleich entsorgt, siehe oben.


    Dueppi schrieb:

    Wie in der Anleitung empfohlen habe ich einen Flaschendeckel umgekehrt unter den Schraubverschluss gestellt, um eventuelle Undichtigkeiten zu erkennen.


    Da habe ich die Anleitung wohl nicht richtig gelesen, ich hatte aber schon gedacht, daß der Verschluß narrensicher konstruiert wäre. Danke für den Hinweis.


    Ich habe übrigens gleich am zweiten Tag, also Montag den Verdunster kontrolliert, da gab es keine Undichtigkeiten. Wenn, dann hat das später eingesetzt, wobei ich mir nicht erklären kann wieso.
    Eher wahrscheinlich ist für mich der Kontakt zwischen Vertikaldocht und Bodenfließ. Bei der Kontrolle habe ich die Flasche abgehoben, um die Verdunstungsleistung zu kontrollieren, leider ist das beim NH ja nicht so einfach. Beim Zurückstellen der Flasche in die Horizontale kann es dann zum Kontakt gekommen sein.


    Clas schrieb:

    Es besteht aber durchaus die Möglichkeit, dass das als Behandlung funktioniert hat.


    Ich gehe eigentlich auch davon aus, daß die Behandlung funktioniert hat, da im Volk daneben (ähnliche Volksstärke) auf die sechs Tage ca. 160 ml verdunstet sind, bin aber natürlich nicht sicher, da ich die Größe der Überschwemmung nicht abschätzen kann.


    Beste Grüße


    Herr Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Und ich meine, es ist gar nicht sicher, ob hier eine Undichtigkeit vorlag, oder ob nicht doch nur die Temperatur zu niedrig oder die Ventilation durch die Bienen zu schwach war, so dass mehr nachgeflossen als verdunstet ist.


    Der Tropfen am Verschluss der Flasche war wohl kein Kondenswasser. Da gibt es kühlere Bereiche an der Beutenwand ...


    Eine ganz andere Frage ist natürlich, warum es zu kühl oder zu schlecht ventiliert ist, obwohl das Volk Brut hatte oder stark war.
    Da könnte ich mir z.b. vorstellen, dass das Brutnest eben nicht genau unter dem Säurefleck liegt sondern seitlich abseits weil man beim Aufstellen des Verdunsters darauf nicht geachtet hat. Andere Möglichkeit ist, dass die Bienen absichtlich oder unabsichtlich den Luftstrom innnerhalb der Beute so umgeleitet haben, dass die Wärme und/oder der Luftstrom am Säurefleck vorbeigeleitet wurden, der Säurefleck also isoliert wurde und eine Blase gesättigter Luft entsteht, so dass zwar langsam weiter Säure nachtropft, aber nicht ausreichend viel verdunstet.


    Ich habe ja heute morgen kontrolliert, die Wanne stand ziemlich genau über dem Brutnest.


    Fest steht für mich, auch die modernsten Verdunster sind immer noch sehr grobe Werkzeuge. Sie funktionieren weitgehend, brauchen aber immer noch enge Kontrolle oder man muss andernfalls mit gewissen Kollateralschäden leben.


    Ganz meine Meinung. Man sollte das überwachen und z.B. den zur Kontrolle empfohlenen Tropfenfang drin lassen. Das verringert zumindest bei kleineren Undichtigkeiten die Verdunstungsfläche der falsch austretenden Ameisensäure.
    Ich habe die Verdunster angeschafft, um bei der Sommerbehandlung weniger Fahrerei zu meinen Außenständen zu haben. Ausprobiert habe ich den jetzt an einem Volk hier im Garten und konnte dann ja problemlos öfters reinsehen. Wenn ich aber sowieso spätestens nach zwei Tagen zur Kontrolle nochmal hin muss und dann aus Sorge zwischendurch auch nochmal zum Nachsehen fahre, kann ich auch wieder mit Schwammtuch behandeln. :roll:


    Gruß
    Klaus
    - weitere Versuche mit Verdunstern erst im nächsten Jahr ...