Warum wird unter der Bienenflucht nicht gleichzeitig ein neuer Honigraum aufgesetzt?

  • Ein herzliches Hallo an alle Imker dieses Forums!:p_flower01:
     
     
    Ich möchte 2015 auch mit dem Imkern beginnen :Biene:. Ich habe vor, mit 3 Buckfast-Völkern und 10er Dadant-Beuten zu starten. Seit 2013 lese ich fleißig einschlägige Bücher sowie auch hier im Form.


    Beim Thema „Abnehmen der Honigräume unter der Zuhilfenahme einer Bienenflucht“ stellte sich mir kürzlich folgende Frage :roll::



    Warum setzt man eigentlich nicht beim Einbau einer Bienenflucht zeitgleich einen neuen Honigraum unter derselben, um damit von vorne herein einen Nektarstau, zu starkes Zusammendrängen des Volkes auf zu kleinen Raum, etc. zu verhindern? Die nach unten marschierenden Bienen können sich doch so gleich ungehindert ans neue Werk begeben ohne erst auf den Imker warten zu müssen bis dieser endlich den Honigraum abgenommen und durch einen neuen ersetzt hat.



    Da dies so nicht praktiziert wird, gibt es dafür sicher auch triftige Gründe. Ich habe da so meine Vermutungen, aber bis dato konnte ich, zumindest in der mir vorliegenden Literatur sowie hier im Forum keine plausible Antwort auf diese Frage finden.


    Könnt Ihr mir vielleicht helfen in dieser Frage "Licht ins Dunkel" zu bekommen :u_idea_bulb02:?


    Falls es hierzu schon ein Thema gibt, ich es über die Suchfunktion nur nicht gefunden habe, dann bitte ich einfach um einen entsprechenden Link.


    Euch ein herzliches „vergelt´s Gott“ vorab für Euer Feedback!



    Es grüßt freundlich, Airmax.

  • Hallo Bienenhäusler , hallo bienenbock ! Danke für Eure Rückmeldung. Aufgrund Eurer eigenen Erfahrung kann ich also davon ausgehen, dass man sehr wohl beim Einlegen einer Bienenflucht zeitgleich einen Honigraum unter diese aufsetzen kann (außer bei der letzten Schleuderung natürlich). Dann war mein Rückschluss aus dem bisher Gelesenen und Gesehenen (YouTube) falsch. Schön, dann werde ich das im kommenden Jahr auch so "einüben", da mir dies doch recht sinnvoll erscheint.


    Danke für die "Erleuchtung" :u_idea_bulb02:!


    LG, Airmax.

  • hm - geht nur wenn man noch einen leeren Honigraum hat ;)


    Ich setze auch Honigräume unter die Bienenfluchten - wenn ich noch welche habe :lol:
    Falls die knapp werden, bekommen nur die stärksten Völker einen neuen, die anderen kriegen dann spätestens ein, zwei Tage später einen frisch ausgeschleuderten HR.


    Klaus

  • hm - geht nur wenn man noch einen leeren Honigraum hat ;)


    Janos … stimmt :daumen:! Es bedarf einer größeren Vorhaltung an Material. Obwohl, wenn ich so Recht überlege … ganz ohne zusätzlichem Material geht es sowieso nicht. Entweder benötige ich extra Transportboxen für die Waben (wenn ich die Zargen gleich vor Ort lassen möchte), oder ich nehme einen erhöhten Aufwand im Bereich des Transportes in Kauf (Honigräume holen, diese leeren und dann wieder zurück bringen). Scheint eine Frage des "spitzen Bleistiftes" zu sein :-D!


    LG, Airmax.

  • Das ist eine Frage der Fahrwege und der verfügbaren Zeit. Es ist sehr sinnvoll nicht einen neuen HR unter die Flucht zu setzen, sondern einen dort zu belassen. Über der Flucht soll sich nur ein HR befinden, wenn er schneller leer als kalt werden soll.


    Beispiel 3 HR über 2 BR auf hohem Boden: Mit dem Abnehmen des ersten abgefluchteten HR wandert die Flucht eine Zarge tiefer. Aus einem 5-Zarger ist ein 3 Zarger geworden. Das widerspricht - gerade am Ende von Raps und Robinie - jedem Konzept der Schwarmdämpfung durch Raumgabe. Deshalb kommt schon ein neuer HR leer zurück, wenn der 1. geholt wird und die Flucht nach unten wandert.


    Setzt man direkt unter die Flucht fremde leere HR oder gar MW dann bleiben die Bienen oft dauerhaft oben und verlassen den Honig nicht. Wehe wenn dann Drohnen oben sind und Panik aufkommt. Duften die Waben direkt unter Flucht nach eigener Königin, dann ist die Richtung klar.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Da dies so nicht praktiziert wird, gibt es dafür sicher auch triftige Gründe.


    Also ich nehme gar keine Bienenflucht.
    Ich gebe dem Volk den neuen leeren (oder noch besser einen anderen gerade ausgeschleuderten) Honigraum abends unter den vollen und nehme letzteren am nächsten Morgen ab. (trägt der neue Honigraum Mittelwände, nehme ich den vollen erst am übernächsten Morgen ab) Dann nehme ich jedes darin befindliche volle Honigrähmchen und stoße die Immen in den neuen Honigraum zurück. Dann Deckel auf´s Volk und ab zum Schleudern.
    Der Eingriff dauert keine 5min und die Immen bleiben friedich, da sich für sie platztechnisch nix verändert. Alles fein.


    Bzgl. Materialfrage: Ich halte je Volk ohnehin immer 2 Honigräume vor:


    Ich bevorzuge es jedoch, die Völker mit nur einem Honigraum zu führen und lieber öfter zu schleudern.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Gerstunger () aus folgendem Grund: Materialfrage

  • Das ist eine Frage der Fahrwege und der verfügbaren Zeit. Es ist sehr sinnvoll nicht einen neuen HR unter die Flucht zu setzen, sondern einen dort zu belassen. Über der Flucht soll sich nur ein HR befinden, wenn er schneller leer als kalt werden soll.


    Beispiel 3 HR über 2 BR auf hohem Boden: Mit dem Abnehmen des ersten abgefluchteten HR wandert die Flucht eine Zarge tiefer. Aus einem 5-Zarger ist ein 3 Zarger geworden. Das widerspricht - gerade am Ende von Raps und Robinie - jedem Konzept der Schwarmdämpfung durch Raumgabe. Deshalb kommt schon ein neuer HR leer zurück, wenn der 1. geholt wird und die Flucht nach unten wandert.


    Setzt man direkt unter die Flucht fremde leere HR oder gar MW dann bleiben die Bienen oft dauerhaft oben und verlassen den Honig nicht. Wehe wenn dann Drohnen oben sind und Panik aufkommt. Duften die Waben direkt unter Flucht nach eigener Königin, dann ist die Richtung klar.


    Henry , vielen Dank für Deinen zusätzlichen Hinweis, wie das Abräumen funktioniert, wenn nicht nur ein, sondern gleich mehrere Honigräume entfernt werden sollen. Siehst Du das Problem bezüglich des „Kontaktabrisses“ nur bei Honigzargen, die sich (wie in Deinem Beispiel) von vorne herein schon recht weit vom Brutnest entfernt befinden, oder prinzipiell? Wie würdest Du verfahren wenn Du bei Deinem 5-Zargen-Beispiel auch die Honigzarge entfernen, bzw. austauschen wolltest, welche sich direkt über dem Brutnest befindet? Würdest Du in diesem Fallbeispiel lieber ganz ohne Leerzarge arbeiten (also nur mit der Bienenflucht), oder wäre hier, trotz zwischengeschobener Leerzarge, genügend Nähe vorhanden, so dass die Honigzarge ohne Zögern und Irritation verlassen wird?


    Freundliche Grüße, Airmax.

  • Hallo,


    ich kann Dir aus der Dadantbetriebsweise berichten bzw. sagen, dass die Freimachung von zwei oder auch drei HR mittels Bienenflucht klappt, auch mit noch einer HR-Zarge darunter zwischen Flucht und Brutraum.
    In dem Falle beeile ich mich, zu schleudern und direkt wieder aufzusetzen, damit Platz ist für die Bienenmasse und neue Tracht.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Moin,


    ich mache es wie Marion und hatte noch nicht Henrys Problem, dass die Bienen über der Flucht bleiben, weil ein leerer HR unter selbiger war. Voraussetzung war aber unbebrütete Waben im HR zu haben.


    Es kann natürlich Ausnahmen geben, je nachdem wie der Imker arbeitet. Z.B. wenn die Kö im HR ist aus Schusseligkeit oder Brut durch Hochhängen oder stark bebrütete Waben in einem HR überm ASG,so dass das Volk dort Flächen freigehalten und vorbereitet hat zur Eiablage. Henrys Drohnen sind ja vermutlich auch durch Hochhängen von Waben da gelandet....?


    Gruß

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Ach, echt ?


    Bezog mich auf das:


    Setzt man direkt unter die Flucht fremde leere HR oder gar MW dann bleiben die Bienen oft dauerhaft oben und verlassen den Honig nicht.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“