Beutenkäfer in Italien ?

  • Hallo !


    Beim 17 Befund des kl. Beutenkäfer steht unter note:


    di cui 17 trovati in trappole


    Bedeutet das diese in Fallen (?) gefunden wurden ?


    Oder ?


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Suchen die eigentlich erst jetzt oder fängt in Italien das Jahr im September an? Unglaublich!! Die jetzt gefundenen Käfer müssen sich doch im Sommer schon vermehrt haben. Die saßen ja nicht von Ende 2014 bis jetzt rum und haben nichts getan!?! Bei der "Entschädigungspraxis" muss die Dunkelziffer doch mindestens x100 der gefundenen sein. Sprich, da werden ein paar 10.000 noch herumfliegen in Süditalien oder auch schon weiter nördlich.


    Nachtrag: Der einzige Fall bei dem die Zahlen der Realität entsprechen würden wäre eine Ausrotting im letzten Jahr und eine Neuinvasion jetzt, dann hätte man aber einzelne Käfer gefunden und nicht 100!

  • Laut Dr. Martinelli heut bei seinem Vortrg hier in D-Eschingen hat man durchaus das ganze Jahr über gesucht. Und nicht nur in Bienenvölkern, sondern auch in vergammeltem Obst, das dort in Kalabrien in größerer Menge anfällt.
    Weshalb der Käfer erst jetzt wieder auftaucht, konnte er auch nicht erklären. (Wir hatten ja durchaus genau diese Frage ebenfalls gestellt!)
    Die in 2015 gefundenen Käfer und Larven waren alle im 20-KM Sperrbereich gefunden worden, in dem auch in 2014 der Ausbruch stattgefunden hatte. Zum Teil in den gleichen Bienenständen, die letztes Jahr noch negativ befundet waren. In diesem Kreis hat man insgesamt 3600 Völker vernichtet. Die gesunden Völker wurden mit Fallen ausgestattet, welche jetzt in 2015 die Käfer erbrachten. Die Imker wurden mit 360 Euro pro abgetötetem Volk abgefunden. Allerdings beginnt die Auszahlung der Gelder erst jetzt.
    In der 100Km Beobachtungszone hat man in 2015 ca 50% der bekannten Völker untersucht, bislang negativ.
    Wie es scheint, ist der Käfer in Kalabrien wider Erwarten auf eine eng beschriebene Region begrenzt.
    Eine einzige Ausnahme bildet der Herd auf Sizilien, welcher auf ein Volk, das in Kalabrien stand, begrenzt ist, und das trotz 2-maliger Beprobung doch noch positiv war. Allerdings ist auch auf Sizilien 2015 noch kein weitere Vorkommen entdeckt worden.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck


  • Nachtrag: Der einzige Fall bei dem die Zahlen der Realität entsprechen würden wäre eine Ausrotting im letzten Jahr und eine Neuinvasion jetzt, dann hätte man aber einzelne Käfer gefunden und nicht 100!


    Nö Clemens,


    es ist auch möglich, dass im letzten Jahr jemand 1.000 Käfer ausgesetzt hat und diese allesamt eliminiert wurden. Und jetzt hat halt wieder jemand welche ausgesetzt. Sind die Imker/Behörden eigentlich auf der Höhe und lassen die Käfer entsprechend ihrer genetischen Herkunft untersuchen? Dann weiß man wenigstens, ob sie aus Afrika kommen oder vom faulenden Big Apple.


    Grüße Sven

  • Genetische Tests sind längst überfällig. Der Käfer erreichte Kanada zB. nicht aus den USA, sondern aus Australien.


    Auf manchen Seiten steht dass einer der letzten Funde gerade in Italien auf einem Stand war, dem man illegalen Import nachweisen kann ... ob es stimmt, weiß ich nicht. Aber wem man jetzt noch illegalen Völkerimport nachweisen kann, dem gehört ein lebenslanges Halteverbot von und Beschäftigungsverbot mit Bienen umgehängt.

  • Aber damit hätte man auch eine Erklärung warum man das ganze Jahr über nichts gefunden hatte und nun wieder was auftaucht, die kommen ja nicht aus dem nichts bzw. vielleicht doch wenn man aus heiterem Himmel so interpretiert, dass sie per Flugzeug im Kunstschwarm daher kamen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Wir hier heroben können nur raten woher der Käfer letztes Jahr kam und woher dieser heuer kam ... es gibt ja mehrere Erklärungsversuche: illegaler Import, tatsächlich erst vor kurzem wieder entdeckt, erst nach der eingefahrenen Ernte entdecken wollen ...

  • Salsero und ich haben die arme Frau Mustafa (eine sehr nette übrigens!) im Gang erwischt und sie meinte, es könne auch gut sein, das es einige wenige bereits verpuppte Exemplare geschafft hätten, der Vernichtung zu entgehen. Dann dauere es eben eine Weile, bis die Nachweisgrenze wieder erreicht würde.


    Meine Schlußfolgerung: Der Käfer kann sich ja erst richtig vermehren, wenn das Volk zusammenbricht, bis dahin wird er von den Bienen in Schach gehalten und gelegte Eier von den Bienen wieder ausgeräumt. Kommt es bei entsprechendem Befallsdruck zum Erreichen einer bestimmten Schwelle, können die Eier schlüpfen, die Maden das Wabenwerk zerstören und es kommt zum Zusammenbrechen des Volkes, wobei die Wandermaden die Kisten verlassen, sich extern verpuppen und im Anschluß die adulten Käfer neue Völker besiedeln (so hab ich den Vortrag verstanden). Wenn nur wenige Exemplare überlebt haben und in Völker eingewandert sind, welche nicht beobachtet wurden (irgendwo in einer Felsspalte oder einem Hinterhof) und diese Völker erst spät zusammengebrochen sind, würde das diese Lücke schon erklären können (sag ich, nicht Frau Dr. Mustafa!).


    Oder die italienische Mafia. Die KS-Industrie dort ist schließlich ein echter Wirtschaftsfaktor. Was mich aber viel mehr interessieren würde, wo stehen denn die vielen deutschen Völker jetzt, die angeblich kurz vor der Einrichtung des Sperrgebietes die Region verlassen haben? Dann könnte man jetzt Wetten abschließen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • ...es könne auch gut sein, das es einige wenige bereits verpuppte Exemplare geschafft hätten, der Vernichtung zu entgehen.


    Meine Schlußfolgerung: Der Käfer kann sich ja erst richtig vermehren, wenn das Volk zusammenbricht, bis dahin wird er von den Bienen in Schach gehalten und gelegte Eier von den Bienen wieder ausgeräumt. Kommt es bei entsprechendem Befallsdruck zum Erreichen einer bestimmten Schwelle, können die Eier schlüpfen,
    ...


    *Hüstel*
    War es nicht so, dass der Käfer auch im Boden überlebt? In manchen Böden besser, in anderen schlechter bis kaum. Wenn ausgeräumte Puppen im Boden überlebt haben, wäre das eine einfache Erklärung.


    Dann kann man noch so viele nachweislich befallene Völker vernichten, ohne erfolgreich zu sein. Es sei denn, man fackelt den Boden großräumig im Beobachtungsbezirk mechanisch oder mit der chemischen Keule ab... Aber auch das wäre keine Garantie.
    Ich denke, was Noldi geschrieben hat, wäre wohl der bessere Ansatz. Die genaue Herkunft klären, um feststellen zu können, auf welchem Weg sie ins Land gefunden haben.


    Gruß Andreas

  • Der Boden wird nicht "abgefackelt" , sondern großflächig abgetragen, bis zu 50cm tief. Da lebt und überwintert der Käfer. Nur Frost übersteht er im Boden nicht.
    Ralf hat es kurz angedeutet: die Mafia spielt bei dem ganzen Geschäft eine nicht unerhebliche Rolle. Da geht es aber um Honigproduktion, nicht um KS.
    Wer auf dem Weissacher Imkertag war, der hat es mitbekommen.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Na immerhin mechanisch, so wird es dann ja wohl korrekt sein. Ob es tatsächlich auch gemacht wird? Wenn man die Methode weiter denkt, reicht es aber auch nicht, dann muss u.U. auch gefackelt werden, wenn auch mit kontrolliertem Feuer...
    Weil sonst wird die belastete Erde einfach mitsamt Fleischeinlage unkontrolliert an einen anderen Ort wieder abgeladen. Oder sogar als ganz spezielle Blumenerde eingetütet und quer durch Europa verkauft...
    Dass die ehrenwerte Gesellschaft da mitspielt, wurde doch schon letztes Jahr mehr als nur angedeutet... :-(


    Gruß Andreas