Beutenkäfer in Italien ?

  • Hallo Nolde!


    Ich habe dich total falsch verstanden.

    Zitat

    Meine Kritik war eigentlich differenzierter, sie betraf nicht den Uni Forschungsteil ...


    Zitat


    Eines muss ich schon ankreiden: der Öst. und der D. Imkerbund und die Institute bekommen Subventionen aus Steuergeldern. Wie viele von denen waren denn bisher in der Roten Zone?


    Forschungen im Ausland kosten Geld und da kann man nicht einmal so kurz hinreisen. Universitäten und Institute schwimmen nicht im Geld. Sie sind/werden gezwungen Geld ein zu werben.


    Man sollte nicht einfach so um sich schlagen.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • ...Eines muss ich schon ankreiden: der Öst. und der D. Imkerbund und die Institute bekommen Subventionen aus Steuergeldern. Wie viele von denen waren denn bisher in der Roten Zone? ...


    Sehr lustiger Querschläger!


    Wie hast du dich denn vor dieser Aussage zum Thema informiert?


    Das Institut in Hohen Neuendorf veranstaltet m.E. schon seit mindestens 3 Jahren Lehrgänge zum Thema Beutenkäfer. Und wenn du dir das angesehen hättest, dann hättest du die Institutsmitarbeiter in verschiedenen käferverseuchten Imkereien bewundern können.


    Gruß Jörg

  • Wieso das? Der Käfer ist 3 ... 4,5mm breit und dürfte deshalb nicht durch die Maschen handelsüblicher Gitterböden passen (2,1 bis 2,3mm). Zum Flugloch - selbst wenn nur eine Bienenbreite schmal - paßt er freilich allemal hinein. Meinst Du, der lichtscheue Geselle könnte seine Eier außen am Gitterboden ablegen und die Larven kriechen dann in den Bienenstock hinein?
    https://www.ages.at/fileadmin/…Merkmale_Lebenszyklus.pdf


    Der Käfer hat Tags kaum eine Chance in ein Volk einzudringen, da passen die Bienen zu gut auf -sofern das Volk auch stark ist und hier ist es dann auch wichtig den Brutraum und das Flugloch anzupassen.
    Also was macht der Käfer? er geht dem Geruch nach und hockt dann halt unter der Kiste und riecht sich schonmal am Gitterboden warm. Sobald es dann dunkel wird und das Flugloch kaum noch bewacht wird, geht es dann schwupps in die Kist.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Richtig, deswegen gibts in Befallszonen eigentlich nur geschlossene Böden oder Böden mit eingebauter Käferfalle, aber im Prinzip auch geschlossen.


    So zum Thema Ru nochmal. Der Käfer wurde beim Bienenimport gefunden, anscheinend direkt am Hafen.

  • Ein Bienezuchtberater aus Italien vertrat die Auffassung bei einem Vortrag zum Thema, dass es auch in Italien um diese Zeit noch nicht so starke Völker gebe, dass man so viele Kunstschwärme erstellen kann. Wo kommen dann die Bienen her?


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • ...wichtig den Brutraum und das Flugloch anzupassen.
    Also was macht der Käfer? er geht dem Geruch nach und hockt dann halt unter der Kiste und riecht sich schonmal am Gitterboden warm. Sobald es dann dunkel wird und das Flugloch kaum noch bewacht wird, geht es dann schwupps in die Kist.


    Ist der Käfer dämmerungs-/nachtaktiv?
    Der angepaßte Brutraum böte mit seinen abgeschiedeten, relativ bienenstillen Bereichen doch erst recht Rückzugs- bzw. ungestörte Eiablagebereiche für den Käfer? Wäre es da nicht besser, die Bienen in der gesamten Zarge ungehindert herumlaufen zu lassen und evtl. ein kleineres Rä.maß zu wählen?


    Und zum Thema Verbreitung des Beutenkäfers. Auch wenn manche es nicht wahrhaben wollen: Die Ausbreitung basiert seit seiner Entdeckung im 19. Jahrhundert hauptsächlich auf Bienentransporten durch den Menschen, insbesondere Bienenim-/exporten incl. Königinnenversand, wie das Beispiel von 2004 in Portugal zeigte. An dieser Tatsache kommen auch der sorgfältigste Bienentransporteur und der ihn letztlich bezahlende Besteller von Fremdbienen nicht vorbei. So gesehen, ist die Käferinvasion in D eben keine Schicksalsfrage, sondern eine Folge bewußter Entscheidungen bestimmter Anbieter und der dazugehörigen Nachfrager. Das ist der springende Punkt, nicht die Frage von Engagement, Fähigkeiten und Ausstattung unserer Bieneninstitute oder gar mangelnde Koordination von Imkerei"funktionären". Die "Funktionäre", die ich kenne, tun bereits jetzt ehrenamtlich schon sehr viel, um uns für den Fall der Fälle vorzubereiten.

  • Ich glaube das Gegenteil ist der Fall und zwar dass ein wirklich gut angepasster Brutraum Vorteile bringt. Warum? Nehmen wir eine Beute die für ein Volk - noch - zu groß ist. Dann laufen die Bienen zwar immer mal wieder überall herum, aber wirklich belagern tun sie eben nicht alles. Beim angepassten Brutraum belagern sie die Brutwaben deutlich stärker. Sie beherrschen diesen Raum. Das Schied ist rundherum offen, ist es ja nur in der Größe eines Rähmchens. Relativ früh im Jahr hängen hinter dem Schied Flugbienen herum. Dieser Raum ist somit nicht Bienenleer, vielmehr ist der Raum so dass der Käfer dort nicht wirklich einen Platz zum verstecken hat.


    Die Idee und Sichtweise dass ein kleineres Rähmchenmaß besser wäre, vertritt Herr Peter Frühwirth von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Der hat einen Artikel dazu veröffentlicht unter dem Titel: "Der kleine Beutenkäfer. Anlass zum Überdenken von Betriebsweisen und Arbeitsprozessen." https://www.lko.at/media.php?filename=download%3D%2F2016.01.11%2F1452518586388.pdf&rn=Der%20Kleine%20Beutenk%E4fer%20-%20Anlass%20zum%20%DCberdenken%20von%20Betriebsweisen%20und%20Arbeitsprozessen.pdf
    Der argumentiert für die Flachzarge.


    So, für meine Aussage zu Funktionären etc. allen denen ich hier Unrecht tat ... ein kurzes Wort: Sorry!

  • Hallo Bienenfreunde ,


    wenn der Beutenkäfer zu uns kommt , wird die Frage aufkommen wie viele Imkerkolegen das Handtuch werfen weden !!!
    Es wird auch die Frage aufkommen das richtige Betriebssysten gegen den Beutenkäfer zu haben ( ich glaube nicht das meine
    Einraumbeuten die richtige Beute gegen den Käfer sind ) .
    Wir müssen unsere Wabentürme immer im Blick haben , sofortiges schleudern nach der Honigraumabnahme wird zur Pflicht.
    Vielleicht wieder eine Säurebehandlung gegen den Käfer , oder müssen wir Fallen aufstellen ?
    Wie wird von behödlicher Seite gehandelt ?
    Wie kann man Imkerneueinsteigen zur Bienenhaltung motivieren , wenn sie nur noch mit der Abwehr von Schädlingen
    an Ihren Bienenvölkern zu tun haben !!!!



    Grüße aus Bayern ,


    Bertram

  • ich werde nix ändern, solange es nicht notwendig ist. Und ich hoffe , das es noch ein paar Jahre ohne den Beutenkäfer geht, da es ja noch genug Imker gibt, die mehr als 10% Verluste durch Varroa und andere Ursachen haben. Das ist für mich die Grenze, die ich langfristig halten bzw erreichen will.
    Wir werden sicherlich irgendwann zum Nachweis Fallen in die Beuten stellen, Säuren helfen nicht, nur Feuer oder starke Kälte.


    Die Einraumbeuten sind auch jetzt nicht das richtige Betriebssystem für mich ;)


    Schönen Advent
    Fred

  • In der Provinz Consenza gab es im Juli vier Fälle, im September noch einen und seitdem hat man nix mehr festgestellt.


    In der Provinz Reggio Calabria gab es im September 30 Fälle, im Oktober 4, im November einen und auch im Dezember einen einzigen.


    Das ist Stand 31.12.2016, in 2016 insgesamt also 41 dokumentierte Fälle.
    2015 waren es 33
    2014 waren es 61
    Jeweils OHNE "nuclei sentinella positivi" 2016 (10) 2015 (4) 2014 (-)


    Das Sperrgebiet in Sizilien wurde aufgehoben, da es dort seit über zwei Jahren keinen Fund mehr gab.


    Viele Grüße aus Oberbayern


    Philipp

  • Das hier habe ich gerade bei den Amerikanern aufgeschnappt. Sehr euch mal an, wie Jeff Willard die Käfer aus der Beute hält.




    Der Käfer fliegt innerhalb der Beute nicht und die Randbleche – mit einem hydrophoben Stoff beschichtet – kann der Käfer nicht überlaufen. So kommt er nicht mehr in die Beute.