Beutenkäfer in Italien ?

  • Moin zusammenn,
    Aktueller Stand sind 51 positive Nachweise in der mittlerweise 3mal erweiterten Sperrbezirkszone( Auf einer Fläche von ca 30x45 km).
    Der letzte Fall anscheinend weiter östlich in Richtung Gebirge.
    Es wurden in den letzten 16 Tagen nur 5 neue Fälle endeckt und insgesamt wohl nicht so viele Stände kontrolliert, da das Wetter nicht so dolle war, wie Herr Bodner ( er hat selbst Völker außerhalb der 100 km Überwachungszone in Kalabrien stehen) bei "Biene aktuell" ( Imkerforum in Österreich) geschrieben hat.
    Habe letzte Woche mit Dr Marc Schäfer vom FLI telefoniert und er sagte mir wörtlich
    Zitat" Ich hege nur ein Fünkchen Hoffnung, das der Ausbruch eingedämmt werden kann"
    sarner80 : könntest du, den Inhalt des Links kurz zusammenfassen( mein Schullatein reicht leider nicht aus)
    Gruß Michael

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  • Die Einschläge kommen immer näher:


    http://www.izsvenezie.it/image…0141110-Zoom100km-ITA.pdf


    Mich beschleicht das Gefühl, dass der Käfer schon sehr viel verbreiteter ist, als wir uns z.Z. vorstellen können......


    Langsam glaube ich, dass der Käfer schon mit Kunstschwärmen/Ablegern dieses Jahr im Frühjahr die Reise über den Alpenhauptkamm angetreten haben könnte ...

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Augenblicklich wurden in Italien rund 2.500 Bienenvölker nach Entdecken des Kl. Beutenkäfers (KB) abgetötet und der Boden an diesen Ständen behandelt. Eine rührige Maßnahme in Italien, allerdings kann die Situation dort getrost als "out of control" eingestuft werden.
    Kalabrien gilt als eines der besten Trachtgebiete Italiens mit Edelkastanie, Erikaheide, Eukalyptus. Hier werden jedes Jahr an die 10.000 Bienenvölker aus ganz Italien hingewandert - anzunehmen, dass der Herd nur in dieser Region anzufinden ist, wirkt auf mich persönlich blauäugig. Vor dem Hintergrund, dass bis zum heutigen Tage k e i n e Entschädigungszahlungen an die betroffenen Imker für ihre abgetöteten Bienenvölker ausbezahlt wird (momentan laufen nur Solidaritätsbekundungen, begleitet von Spendenaufrufen), versuchen viele dieser Kollegen in der o. g. Region staatlichen Kontrollen zu entgehen. Böse Zungen in Italien behaupten, dass dies mit durchschnittlich 5 Gläsern Edelkastanienhonig (entspricht 5 kg) zu erzielen ist. ;-(


    Der Weg nach Deutschland für diesen Parasiten ist durch deutsche Imker, die ihre Bienenvölker in Italien überwintern und zur Robinienblüte nach Brandenburg, etc., nur ein Katzensprung. Kunstschwarmimporteure, die alljährlich im Frühjahr sich etwas ... Taschengeld dazu verdienen wollen, entspannen diese Situation leider in keinster Weise. Annahmen von irgendwelchen Bienenpäpsten in Deutschland, "es würde durch den KB nicht so schlimm werden", entbehren jeder praktischen Grundlage.


    Meine Frau Jovita und ich haben alle uns bekannten Imker (32 an der Zahl) und eine Imkerschule (!) per email darum gebeten, im kommenden Jahr besonders sensibel mit ihren überwinterten Bienenvölkern in Italien umzugehen, respektive keine Kunstschwärme aus Italien nach Deutschland zu importieren. Und ... Es hat tatsächlich niemand geantwortet, keinerlei Konversation...


    Wir unsererseits bitten alle hier mitlesenden Imker, keine Kunstschwärme oder Ableger in 2014 aus Italien zu importieren - besonders leicht sind diese daran zu erkennen, wenn sie früh (im März oder April) angeboten werden.
    Solidarisieren wir uns Imker, denn von der Politik ist hier augenblicklich ebenfalls nichts zu erwarten.


    Von unserer Seite sind wir gerne bereit, nächsten Frühjahr 10 Bienenvölker an die Imker abzugeben (Abholung bei uns in NRW), die hohe Winterverluste hatten. Kostenlos. Dies ist ein Versuch, Worten Taten folgen zu lassen. Nachahmer sind gerne dazu eingeladen, es uns gleich zu tun.


    Nach über 30 Jahren Forschung und praktischer Arteit bereitet uns die Milbe auch heute noch Probleme - stellt euch bitte nur vor, wie es sein wird, wenn auch noch der Beutenkäfer dazu kommt.


    Es grüßt herzlichst,


    Ramunas Lange
    imkereilange@aol.com

  • Ja, ganz gewiss :p_flower01:
    Leider sind Kunstschwärme per Versand allerdings nun mal so wunderbar anonym.
    Keinem braucht man was zu sagen, Verluste hatte man keine oder verstärkt einfach zur Frühtracht damit. Bedenkenlos. Früher als auch jetzt und nächstes Frühjahr wieder.
    Viele haben vom kleinen Beutenkäfer noch gar nichts mitbekommen oder aber sie nehmen es absolut nicht ernst.
    Und es wo Nachfrage ist, gibt es ein Angebot. Mit oder ohne Käfer.


    Bleibt die Hoffnung, das alle vernünftig sind und das Richtige tun.
    Das hoffen wir aber doch sowieso ständig oder? :-?

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • In der aktuellen Schweizerischen Bienenzeitung wird die Situation in Italien auch als außer Kontrolle beschrieben. Erschreckend ist, dass (auch ohne TTIP) von Nachbarstaaten keine Importverbote ausgesprochen werden dürfen, da Italien bereits "Maßnahmen" beschlossen hat. Reicht aus. Gute Nacht!

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Die Italiener haben in der Tat Maßnahmen beschlossen... 2.500 Bienenvölker zu vernichten, ist ein Wort - aber m. E. auch nur noch Aktionismus. Schade um die Tiere, denn der Käfer ist in Italien so nicht mehr in den Griff zu bekommen. Jeder Schwarm (und davon gibt es in der Region Kalabrien sehr viele - Hobbyimkereien mit 30-50 Bienenvölkern sind an der Tagesordnung, nicht zu sprechen von den Großimkern mit 1.000 und mehr BV) hilft bei der Verbreitung des Käfers, und niemand kann sagen, wo der Herd eigentlich zu suchen ist. Vielleicht wurde der KB sogar über den Landwege aus Norditalien nach Kalabrien importiert - wer kann das schon so genau sagen?


    Über natürlichem Wege kann der Käfer nicht nach Deutschland gelangen (natürliche Grenzen), doch sehr wohl über uns Imker. Und es liegt momentan nur an uns: Informieren wir in unseren Vereinen (habe ich gestern z. B. getan, incl. Appell, auf Bienenimporte in 2014 zu verzichten), in unserem Imkerbekanntenkreis (dto.). Und ihr, was ist mit euch ...? ;-)

  • Danke für das tolle Engagement.
    Ohne dass ich einen persönlichen Bezug zur italienischen Mentalität habe, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Imker sich Kontrollen entziehen, so lange es keine Entschädigung gibt; auch bei manchem deutschen Imker!
    Bei einem Vortrag vergangene Woche meinte Pia Aumeier übrigens, das Gefährdungspotential durch den Kleinen Beutekäfer sehe sie ähnlich wie das durch die Wachsmotte. Bin gespannt, wie sie das sieht, fals der kBK nach D kommt und ihre eigenen Völker befallen werden.

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • meinte Pia Aumeier übrigens, das Gefährdungspotential durch den Kleinen Beutekäfer sehe sie ähnlich wie das durch die Wachsmotte. Bin gespannt, wie sie das sieht, fals der kBK nach D kommt und ihre eigenen Völker befallen werden.


    Hat die überhaupt eigene Völker? Und schon erstaunlich, was die trotz ihrer Neunmalklugheit anscheinend für Probleme mit Wachsmotten haben kann.
    Das kann man dann wohl schon mal als Rücktrittsgesuch ansehen.

    Viele Grüße
    Marcus


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    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter