Beutenkäfer in Italien ?

  • Moin Knecht,


    Klima orientiert sich ja nicht nur an Breitengraden, können wir ja in Deutschland beim Honig dieses Jahr sehen.
    Ozeane und grosse Kontinentalmassen haben, wie du ja weisst, beeindruckenden Einfluss in Nordamerika sowie auch Europa.


    Der Beutenkäfer wurde in den kanadischen Provinzen Alberta, Manitoba, Ontario und Quebec gesichtet. Halten konnte er sich wohl bis jetzt nur im Süden von Quebec und Ontario. Dort ist das Klima ähnlich dem unseren. Also ankommen kann er schon, doch vermutlich sinkt auch seine Schädlichkeit je näher er an seine Überlebensgrenze, wahrscheinlich bei Temperaturzone 5, kommt.


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Das erschreckende an den ganzen Mist ist einfach nur, das unsere Biene dem nicht viel entgegen zu setzen hat und das er wenns gut läuft auch n starkes u. gesundes Volk innerhalb kürzester Zeit platt macht. Also wenn da nix gescheites dagegen gefunden wird und der sich hier wirklich etablieren sollte kann man das Imkern mit Varroa, PSM, Beutenkäfer, irgendwelchen GTI- 16V-Turbo Hornissen und wat weiß ich noch alles, langsam an den Nagel hängen. Gott sei dank is das starke Propolisieren bei vielen Linien weg gezüchtet is ja nich so das man es hier (Käfer) brauchen könnte. Irgendwann holt uns der Zuchtwahn ein und verpasst uns ne Schelle.

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5

  • Gegen den Beutenkäfer gibt es doch genügend Mittel. Vom Kalken des Bodens rund um die Beuten, von Doppelstegplatten in kleinen Stücken zur Kontrolle des Befalls bis hin zu diversen Ölfallen oder verschiedenen mechanischen Fallen. Wir haben den Vorteil, daß andere Länder hier schon genügend Erfahrung gesammelt haben, wir müßten also im Fall der Fälle nichts Neues erfinden.

  • In http://www.lwg.bayern.de/biene…krankheiten/linkurl_1.pdf steht unter anderem:


    Zitat

    Studien aus den USA belegen, dass der ausgewach*sene Käfer im Winter in der Bie*nentraube überleben kann. Bis zu 300 Käfer wurden in Wintertrau*ben gefunden.


    Zitat

    Es gibt keine Region Europas, in der der Beutenkäfer nicht überleben könnte.


    Somit dürfte der Winter kein Problem für den Käfer werden... Die Varroa schafft es doch auch und ist nicht mehr so alleine im Winter in der Bienentraube.


    Aber ist doch alles kein Problem, ich verstehe die Aufregung gar nicht. Bayer hat doch bereits ein wirksames Behandlungsmittel gegen den Beutenkäfer: Checkmite Plus.
    Und das Beste: Es benötigt nur sehr wenig Platz und kann somit direkt neben das Schwammtuch, die ALV-Plättchen, Bayvarol oder was sonst noch so alles auf oder zwischen den Rähmchen liegt oder hängt gegeben werden.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Geht halt doch nichts über Wabenzwischenraum und Beespace oben :-).
    Das neue MQKTVSQ-Mittel erinnert mich sowieso an die amerikanische Mandelblütenbestäubung. Egal, wie der Honig schmeckt, Hauptsache, die Völker haben eine 50/50-Chanse die Bestäubung in der Bienenhölle zu überleben. Dann sind sie nächstes Jahr wieder da.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der gerne mehr über die Bekämpfungsmethoden der Südländer erfahren würde und nein Bernhard, nicht in der Original-Doktorarbeit von Giovanni di Riposte in Italienisch mit polnischen Randbemerkungen :-)

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Unser LW-Ministerium hat heute eine Warnung rausgegeben, dass die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten am 15.09.2014 über das erstmalige Auftreten des „Kleinen Beutenkäfers“ (Small hive beetle (SHB), Aethina tumida) in Italien in der Provinz Calabrien unterrichtet hätte.

    "Der Befund wurde am 11.09.2014 bei einem Sentinel-Bienenstock in der Nähe eines internationalen Hafens in der Provinz Calabrien erhoben. Entsprechende seuchenhygienische Maßnahmen wurden durch die italienischen Behörden ergriffen. Nach bisheriger Erkenntnis der Europäischen Kommission wurden aus der betroffenen Provinz keine Bienen oder Teile des Bienenstockes in andere Mitgliedstaaten verbracht."


    Na dann..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Außerdem gilt:
    "Die Vorschriften für den innergemeinschaftlichen Handel mit lebenden Bienen und Hummeln besagen, dass „Bienen/Hummeln aus Gebieten stammen müssen, in denen in einem Umkreis von mindestens 100 km Radius keine Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Verdacht oder dem bestätigten Vorkommen des Kleinen Bienenstockkäfers in Kraft sind“ (Teil 2 von Annex E zu Direktive 92/65/EEC)."
    http://www.ages.at/ages/presse…-in-italien-nachgewiesen/

  • Kalabrien


    Na prima. Ein benachbarter Imker (aktiver Genmaisgegner) überwintert einen Teil seines Volksbestandes in Kalabrien.
    Muss der eigentlich vor einer evtl.en Rückwanderung eine Beutenkäferfreiheit nachweisen?


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Ja klar, wenn Du den Sachstand dem Amtsveterinär bei Dir steckst. :daumen: Kannst ja vorher mit dem Nachbarn sprechen. Der hat bestimmt auch kein Interesse daran, die Beulenpest in Käferform als Erster nach Deutschland einzuschleppen.

  • Im heutigen Rundbrief von Celle ruft Dr. Böcking ausdrücklich dazu auf, dass Imker, die sonst in Italien ihre Bienen überwintern, davon dieses Jahr absehen, bis geklärt ist, dass der "Erstnachweis in Italien erfolgreich getilgt werden konnte". Vielleicht kannst du deinen Nachbarn ja noch rechtzeitig stoppen?


    Gruß
    Ludger

  • Werner, kannst Du hier übersetzen?


    In dem Schreiben wird festgestellt, dass es eine zweite Entdeckung des kl. Beutenkäfers in Kalabrien gibt, was von einer anderen Behörde ausdrücklich bestätigt wird. Der Käfer wurde in Rosarno ca. 1 km entfernt vom ersten Entdeckungsort gefunden. Wie beim 1. Mal wurde er zuerst in einer Falle entdeckt und in einem Bienenstock.
    Als Maßnahme wird eine verstärkte Kontrolle, auch im Hinterland angeordnet.


    Molti saluti
    Werner