Erstes Bienenjahr (Dadant): Natürlicher Milbenfall oder Nachwirkung ALV?

  • Hallo zusammen,


    bin mal wieder unsicher, deshalb hier meine aktuellen Probleme:


    Ich habe meine beiden Ableger/Völker vom 28.07. bis 25.08. mit Api Live Var behandelt. Vorher war der natürlich Milbenfall etwa 1-2 pro Tag.
    Während der Behandlung immer unter 10 / Tag.


    Ab dem 25.08. habe ich dann aufgefüttert und dabei die Varroa-Einschübe entfernt. Nachdem ich die Einfütterung jetzt abgeschlossen habe (45,5 und 44,5 kg) habe ich die Einschübe wieder drunter.
    Auf einem habe ich innerhalb eines Tages 23 Milben gezählt, auf dem anderen 5 (allerdings war hier wohl zu wenig Melkfett, hier waren Ameisen zugange)


    Ich frage mich nun, ob die Nachwirkungen von ALV noch immer diesen erhöhten Milbenfall verursachen? Oder ist das schon wieder "natürlicher Milbenfall"?


    Hatte bei der Durchsicht auch schon zwei Bienen mit aufsitzenden Milben und drei mit verkrüppelten Flügeln gesehen.


    Ich möchte nur wissen, ob ich noch besser ein Schwammtuch auflegen sollte? AS 60% ist vorhanden und jetzt soll es diese Woche ja nochmal über 20 °C geben tagsüber....





    Danke für eure Hilfe!


    Gruß,
    Marcel

  • Das wirkt immer noch nach, aber um sicherzugehen, kannst Du eine Puderzucker-Schüttelbecherprobe nehmen. Dann bekommst Du eine Ahnung davon, wie viele noch drin sind.


    Gruß


    Bernhard

  • Habe heute eine Puderzuckerprobe gemacht...


    Oder... versucht!


    Beim ersten Volk musste ich vier Waben nach innen gehen, bis einigermaßen genug Bienen drauf waren. Die flogen beim Abkehren und abschlagen aber sofort auf. Ich konnte mit Müh und Not etwa 15 g Bienen in den Becher bekommen und bepudern. Nach ein bisschen Warten und Schütteln: Keine Milbe im Becher gefunden.


    Beim zweiten Volk ging es viel einfacher. Das Volk an sich ist aber auch viel stärker. Gleich von der Randwabe abgekehrt, 50 g waren schnell zusammen.
    Die hatten dann 4 Milben.



    Ich gehe davon aus, dass die Milbenanzahl hier nicht bedenklich ist und warte auf die Restentmilbung im Dezember mit Oxalsäure!



    Gruß,
    Marcel

  • Nachdem ich heute in der Imkerschule in Heidelberg bei einem Kurs war, wurde nochmal auf den hohen Varroa-Druck dieses Jahr hingewiesen.
    Der Dozent meinte, wer jetzt einen natürlichen Milbenfall von über 10 Stück am Tag hat, sollte sich schonmal nach neuen Völkern für nächstes Jahr umsehen.



    Nun bin ich doch extrem verunsichert. Der natürliche Milbenfall bei mir beträgt 20-25 Stück. Am Tag!


    Die Puderzuckerprobe sagt da ja was ganz anderes, oder ich habe sie einfach massiv falsch gemacht. Habe sie aber genau nach Anleitung aus der ADIZ 2011 gemacht. Und besonders bei dem zweiten Volk, bei dem ich 50 g Bienen hatte (und auch vier Milben gefunden habe), war ich besonders gründlich.




    Kann ich mit meiner Puderzuckermethode so stark daneben liegen? Wieso gibt es so einen unnatürlich hohen natürlichen Milbenfall?


    Schadet es, einfach nochmal ein Schwammtuch mit Ameisensäure aufzulegen?
    Wieviel AS sollte da für eine Beute mit 12 besetzten Dadant-Waben genutzt werden?




    Danke!



    P.s.: Werde meinen Paten mal alarmieren mit der Bitte, mir evtl. bei der Puderzucker-Methode zu helfen. Ob er damit aber mehr Erfahrung hat, wage ich zu bezweifeln...

  • Hallo Marcel,
    wenn etwas geht jetzt noch, dann Schwammtuch. Die momentanen Tagestemperatuern sollten es noch möglich machen.
    Bei DNM bzw. Zander (Einzargig) sind es 20 ml, beim Datant würde ich, der kein Dadant sein Eigen nennt, 25 ml nehmen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo ,
    Von natürlichen Milbenfall kann aus meiner Sicht keine Rede sein.

    Zitat

    Der Dozent meinte, wer jetzt einen natürlichen Milbenfall von über 10 Stück am Tag hat, sollte sich schon mal nach neuen Völkern für nächstes Jahr umsehen.


    wer jetzt schläft, und glaubt das Schöne Wetter wird s schon Richten,
    der wird im Frühjahr nicht über Ausfälle berichten, sondern über ,was ist da noch übrig geblieben
    ob bei Dadant oder Deutsch- Normal ,wo kommen nur noch diese Mengen an Milben her.
    auch ich habe meine Schulaufgaben gemacht, komme aber trotz allem ,nicht aus dem Staunen heraus.
    Aber Bitte ich möchte da kein Recht haben.

    Zitat

    Bei DNM bzw. Zander (Einzargig) sind es 20 ml, beim Datant würde ich, der kein Dadant sein Eigen nennt, 25 ml nehmen.


    nur wiederholt Machen hilft da noch.


    Gruß Jürgen

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von jürgie () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Hallo,


    ja, ich dachte auch an Schwammtuch Behandlung. Alles andere ist ja längerfristig und daher zu spät.
    Werde mich über die Schwammtuchmethode einlesen (habe dieses Jahr vier Wochen mit Api-Life-Var behandelt), alles vorbereiten und dann einen Tag in der Woche abwarten, bei dem es schönes Wetter und über 20 °C hat. Dann werd ich in der Mittagspause mal heimfahren und das auflegen.


    jürgie : Hab deinen Beitrag leider nicht vollständig verstanden. Sorry!



    Edit: In der Methode nach Henry habe ich gelesen, dass das Tuch Abends aufgelegt werden sollte. Das ist ja bei den momentanen Nachttermperaturen evtl. doch nicht so empfehlenswert?
    Bzw. wenn ich das Abends auflege NACH einem schönen Tag oder VOR einen schönen Tag. Aktuell glaube ich nicht, dass noch mehrere schöne Tage in Folge kommen....

  • Hallo,
    zwei ausgewaschene Schwammtücher pro Volk nehmen, auf jedes 20ml 60%, nach dem Tränken (Nicht auf den Rähmchen machen sondern auf dem Schieber!) am Morgen so verschränkt auflegen das alle Gassen bedampft werden, folie darüber, Deckel drauf, am nächsten Tag Schwammtücher raus, 5 Tage warten und nochmal das Gleiche.
    Wenn es zu kalt ist also unter 15c MAQS auflegen, die gehen noch bei tiefen Temp laut Bochum, sind also eh in diesem Fall angesagt. Bei MAQS Flugloch KOMPLETT ÖFFNEN, Schieber kannst du drinn lassen je nach Boden. da ich deinen Boden nicht kenne also auch raus damit.
    Hatte eben den Eindruck das ein Volk nicht ok oder gar Weisellos ist, Brut ist vorhanden?
    Viel Erfolg!


    db

  • Hi db,


    unter 15°C nachts? tagsüber? dauerhaft?


    Normalerweise würde ich behandeln, wenn die Temperaturen wederr nachts noch tagsüber die 20°C unterschreiten, aber das geht halt jetzt nicht mehr.


    Meine Völker sind okay. Weissel vorhanden. In der Wabenmitte noch verdeckelte Brut, aber viel kommt nicht mehr nach.


    MAQ kenne ich bisher nicht. Wenn Schwammtuch nicht ausreicht, muss ich mir die/das noch irgendwo her besorgen.



    Werde es wohl schnellstmöglich mit Schwammtuch versuchen. Weiß nur noch nicht, ob frühs/mittags/Abends. Zu warm sollte es wohl eher nicht mehr werden...

  • In der Wabenmitte noch verdeckelte Brut, aber viel kommt nicht mehr nach.


    MAQ kenne ich bisher nicht. Wenn Schwammtuch nicht ausreicht, muss ich mir die/das noch irgendwo her besorgen.


    Werde es wohl schnellstmöglich mit Schwammtuch versuchen.


    Denke mal nach, was Du da gerade geschrieben hast.


    Die Milbe ist ein Brutparasit.
    Viel Brut kommt bei Dir aber nicht mehr.
    Wo soll da noch eine nennenswerte Schädigung stattfinden?
    Der Drops ist gelutscht.
    Deine Schwammtuch-Bombe würde jetzt viel mehr Schaden anrichten als die Achtbeiner.

    Die Wahrheit gleicht Raum und Zeit - ihre Ausbreitung setzt von selbst ungeheure Energie frei.

  • Das denke ich auch!


    Eine Ferndiagnose ist wie immer schwierig, aber das klingt alles entweder nach bereits halbtoten Völkern oder Panikmache.


    Die Winterbienen sind entweder vorhanden und fit oder nicht. Und daran ändern auch solche hektischen Aktivitäten nichts mehr!


    Mein Tipp: Ruhe bewahren bis zur Winterbehandlung, irgendwann in der Weihnachtzeit und sich dann überraschen lasen.


    Gruß Jörg, der auch 2...3 Wackelkandidaten hat

  • Ich habe mal meinen Imkerpaten angerufen, evtl. kommt er nochmal vorbei...


    Halbtote Völker möchte ich fast nicht meinen... wobei das in meinem ersten Jahr natürlich schwer zu beurteilen ist. Die Völker haben sehr viel Bienenmasse und sehr viel Nektar eingetragen. Fast schon zu viel, möchte ich meinen, da die nach dem Ende der Auffütterung am 15.09. noch einiges eingetragen hatten.



    Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass die Völker langsam aus der Brut gehen, sollte dann vor der Winter-Oxalsäurebehandlung evtl. noch eine vorgezogene Milchsäurebehandlung durchgeführt werden als Vorsorge?