Völkerkollaps

  • Ich hatte dieses Jahr 10 Wirtschaftsvölker in der Waldtracht.
    Als ich sie nach Hause holte, habe ich sie mit AS65 behandelt und eingefüttert - bis dahin war alles wunderbar.
    Außerdem habe ich bei 2 Völkern die alte Königin aus dem Jahr 2012 gegen eine junge von 2014 ausgetauscht.
    Die anderen 8 Völker haben Königinnen von 2013.


    2 Wochen später zeigt sich folgendes Bild:


    Die beiden Völker mit den 2014-Königinnen stehen wunderbar da, Futter voll, 2 Zargen quellen über vor Bienen und jede Menge Brut - das freut das Imkerherz!


    Die anderen 8 Völker machen mir Sorgen.


    3 Völker waren weisellos, wenig Bienen, noch etwas auslaufende Brut.


    5 Völker haben zwar ihre Königin noch, habe sie auch alle gesehen (rot markiert), aber es gibt nur auslaufende Brut, keine Stifte oder Maden.
    Diese 5 Königinnen haben "keinen Bock" Eier zu legen.
    Die Volkstärke ist dementsprechend gering, die Bienen sitzen auf 4-5 DN-Waben
    Einige Völker hatten Nachschaffungszellen angelegt - die habe ich vernichtet.


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    Meine 10 Völker waren über den Sommer hinweg alle ungefähr gleich stark und leistungsfähig.
    Ich habe alle 10 Völker völlig gleich behandelt, gleich eingefüttert, zur gleichen Zeit aus der Waldtracht geholt etc...


    Der einzige Unterschied ist das Alter der jeweiligen Königin. Dabei ist eine Königin aus 2013 ja nicht wirklich "alt".


    Auch meine Vorgehensweise ist/war dieselbe wie in den Jahren zuvor - und da war alles ok.
    Wenn das nur 1 Volk betreffen würde... aber ALLE ?


    Meine Fragen:
    Kennt Ihr das Phänomen?
    Ideen, wie man die Königinnen wieder motivieren kann?
    Wie beurteilt Ihr diese Situation, seht Ihr noch Rettung für die Völker?

  • Wenn du Walddtracht machst, dann kauf dir das Buch vom Pfefferle. Er hat die richtige Betriebsweise entwickelt für Waldtracht.


    Jetzt kanns du folgendes machen: kauf dir 3 gute Königinnen und mach aus den schlechten Völkern und den noch verbliebenen guten (Futter)Waben Kunstschwärme.

  • Wenn die AS richtig wirkt dann gehen die Völker völlig aus der Brut, das ist normal.
    Andererseits gehen Sie auch nachdem Abklingen der AS sofort wieder gut im Brut.
    Fichten oder Tannentracht erfordert eine andere Betriebsweise. Zu meinen, die Völker Mitte oder Ende August heim zu schleppen und dann mit einer AS Keule zu beginnen ist für die Bienen tödlich.

  • danke für Eure bisherigen Meinungen / Tipps.


    Brutpause nach AS-Behandlung - wissen das die 2014er Königinnen (noch) nicht? Die haben ja munter weiter Eier gelegt. Dann müßte das Brutgeschäft ja bald wieder anlaufen (hoffen wir´s mal)


    Pollenmangel - auf keinen Fall, es ist wirklich genug Pollen in jedem Kasten.


    Waldtracht und AS vertragen sich nicht - es lagen ca. 7 Tage zwischen Heimkehr und Behandlung. Außerdem war die "Waldtracht" eher eine "Waldblütentracht"
    Im übrigen habe ich in den letzten Jahren IMMER kurz nach der Heimkehr eine AS-Behandlung gemacht - ohne tödlichen Ausgang.
    Wie lange sollte man den warten, Franz?

  • Brutpause nach AS-Behandlung - wissen das die 2014er Königinnen (noch) nicht? Die haben ja munter weiter Eier gelegt. Dann müßte das Brutgeschäft ja bald wieder anlaufen (hoffen wir´s mal)


    Pollenmangel - auf keinen Fall, es ist wirklich genug Pollen in jedem ?


    Es kann schon sein, dass die neuen Königinnen hier nicht so reagieren wie die Alten, aber trotzdem etwas ungewöhnlich. Obendrein kann die AS Konzentration bei diesen Völkern ganz anders gewesen sein, es gäbe hier viele Gründe. Normalerweise gehen sie aber aus der Brut.


    Im übrigen habe ich in den letzten Jahren IMMER kurz nach der Heimkehr eine AS-Behandlung gemacht - ohne tödlichen Ausgang.
    Wie lange sollte man den warten, Franz?


    Eben, jeder versteht das anders aber meines Erachtens hast du zu lange gewartet.


    Eine späte Tannentracht oder das lange Warten mit der ersten Behandlung, bedeutet auch oftmals den Tod der Völker. Imker die ihre Bienen schonen wollen sind sogar öfters deswegen aus einer späten Tannentracht abgewandert. Man weiß, dass sich die Varroen im Monat um den Faktor 2,5 vermehren. Hier kann man sich sehr gut vorstellen, wenn man im Juni oder Juli schon viele Varroen im Volk hat, was dann im September passiert. frühzeitig viele Ableger stellen und die alten Völker eventuell in Gefahr zu bringen, wäre auch eine Möglichkeit um späten Tannenhonig ernten zu können.


    Ich bin kein Spezialist in der Heide, aber ich kann mir vorstellen da die sehr ähnliche Probleme haben.


    Äußerst zufrieden und mit einem guten Gefühl Bin ich immer, wenn ich Mitte bis Ende Juli die AS Behandlung beginnen oder sogar abschließen konnte.


    Vielleicht kommst du auch zu dieser bei mir sehr gut funktionierenden Erkenntnis, dass eine frühe Sommerbehandlung ein entscheidender Faktor im Punkto Völkererhalt ist.

  • Ist es denn der Tannenhonig wert dafür die Vöker zu riskieren ?


    Ich habe da meien eigene Meinung.

  • Hallo Elbino,
    na, wieder da?
    Tannenhonig ist toll, auch wenn bei dir keine Tannen stehen. Ich würde mir da eher die Frage stellen, on Heidehonig das Risiko wert ist. Für viele Profis keine Frage.
    Aber auch das könnte Geschmackssache sein.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo ,

    Zitat

    Also ich tippe auf Brutpause durch AS-Behandlung. Könnte das bitte jemand mit mehr AS-Erfahrung bestätigen?


    Gerne Wolfgang, auch wurde so belehrt in diesem Jahr,
    Frage ? gibt es da einen Zusammenhang bei der ASS und der Außentemperatur, diese lag ja bei uns so um die 27 -30 Grad +
    in den Jahren zu vor ist mir das noch nie so aufgefallen, wie 2014,
    es ist aber alles wieder im grünen Bereich.


    Gruß Jürgen

  • Hallo Jürgen,
    ich vermute mal, dass es im Zusammenhang mit einer Verdunstung sehr wohl Zusammenhänge gibt zwischen Verdunstungsrate bzw. Sättigung in der Luft und Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Zug oder Luftbewegungen. Dieses Glücksspiel, wie lange es dauert bis der Inhalt eines Fläschchens verdunstet ist, und die damit einhergehende Unzuverlässigkeit der Sättigung ist einer der Gründe für meine Abneigung gegen die Säuren. Wird die Sättigung zu hoch sterben mit die Königin und die Bienen direkt oder indirekt, ist sie zu niedrig, lachen die Varroen nur. Ich seh kaum welche fallen und freue mich um dann zwei Monate später hinter einer leeren Beute zu stehen.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich habe nochmal in meinen Unterlagen nachgeschaut:


    Ich habe die neuen Königinnen erst NACH der AS-Behandlung eingesetzt!!
    Also die 2014er Königinnen wußten tatsächlich nichts von der AS - und haben munter Eier gelegt.
    DAS ist wohl des Rätsels Lösung.


    OK, damit wäre klar, warum 2 Völker wunderbar da stehen.
    Daß 3 Völker - vielleicht wegen der AS-Behandlung - ihre Weisel verloren/gekillt haben, ist zwar traurig, aber auch nicht ungewöhnlich.


    Aber was ist mit den anderen 5 Völkern, die zwar eine Königin haben, aber keine Stifte bzw. offenen Brut.
    Ob das nochmal was wird?


    Weiß jemand, wie lange so ein "Lege-Streik" dauern kann?


    Danke für Eure Ideen!!!

  • Ich hatte dieses Jahr 10 Wirtschaftsvölker in der Waldtracht.
    Als ich sie nach Hause holte, habe ich sie mit AS65 behandelt und eingefüttert - bis dahin war alles wunderbar.


    Hallo,
    was hast Du zwischen dem "nach Hause holen" und "der AS-Behandlung" getan?


    Geschleudert und eine erste Futtergabe (5 kg ?) gegeben oder gleich mit AS behandelt.


    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk