Biohonig um jeden Preis ?

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen guten Morgen :)


    Das habe ich heute Morgen im Werbeprospekt der Norma gefunden.
    Sind unsere Bioimkereien am Ende?
    Es ist zwar EU-Honig, aber wenn Bio schon unter konvenzionelen Preis angeboten wird :roll:

  • Sind unsere Bioimkereien am Ende?


    Discounter ist Discounter. Das hat mit den Preisen außerhalb der Billigmärkte wenig zu tun. Und zumindest hier in der Gegend, bei meinen Bekannten, liegen die Preise für Biohonig über den konventionellen Preisen.


    Diese ganze Discountermentalität macht doch generell die Landwirtschaft kaputt. Billig-billig. Hauptsache billig. Mit der Butter läuft es zur Zeit ähnlich. http://www.faz.net/aktuell/fin…butterpreis-13129805.html


    Würde mich mal interessieren, ob es auch einen Exportverbot für Honig gibt und wo die ganzen Länder wie Ukraine, Ungarn und so - wo viel Biohonig herkommt - wohin die dann verkaufen und zu welchen Preisen.


    Gruß
    Bernhard

  • Morgen und einen wunderschönen guten Morgen :)


    Das weiß ich auch Bernhard, wir sind hier aber auf dem Land und da ist es halt so, das es billig,billiger am billigsten sein sollte.
    Außerdem ist doch die Meinung Honig ist gleich Honig und Bio ist auch nicht besser :evil: Ich bin nicht bio, sehe aber diesen Trend das der Bio-honig billiger ist wie der normale oder der vom Imker.
    Sologan wie: Nur einheimische Bienen erhalten die Natur und Esst deutschen Honig und erhaltet die Imkerei, ist doch bei solchen Angeboten lächerlich.
    Wer vermarkten diesen Biohonig?
    Denke das werden die gleichen Firmen sein, die den Deutschen Bio-honig und Honig vermarkten.


    Außerdem, bei uns ,selbst in der Norma, kostet das 250g. Pack Butter mitlerweile bis zu 1.20 € von vormals 0.69 € auch die Milch ist teuerer geworden.
    Nicht weltbewegend, aber trotzdem.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Guten Morgen Heike,


    wie Bernhard schon schreibt, Discounter bleibt Discounter.


    Der Handel reagiert auf die sog. hybriden Kunden. Es fing an dass auch der gut Verdiener mit seinem Porsche oder Oberklassen Auto zum Discounter zum einkaufen fuhr (Geiz ist geil).
    Früher kauften Vegitarier oder "Okös" im Bioladen ein. Dadurch das mittlerweile Vegan und Öko voll im Trend liegt, reagieren die Discounter auch auf diese Kunden, denn Geiz ist auch bei den neuen Ökos geil ( Die aber eine Nespressomaschine zuhause haben)
    Die Discounter / Grossmolkereien haben ja einen erheblichen Anteil daran dass der Milchpreis so verfällt.
    Bleibt zu hoffen dass es bei Honig nicht der Fall sein wird.
    Mich würde interessieren wie diese Bienen gehalten werden um Bio Honig zu diesem Preis anzubieten...


    Grüße,


    Max

  • Das wird wie mit dem Supermarkt-Wein sein: In anderen, fernen Ländern massenhaft* und billig zusammengekauft (zertifizieren natürlich auch dort!), zusammengerührt und billig verkauft. Der Massen-Kunde nimmt es, weil der Preis für angeblich "Bio" so verlockend ist.


    Wirklich Bio ist etwas anderes, darüber gab es hier schon aufklärende Diskussion.


    *massenhaft heißt eben, kaum einzelne Qualitätskontrolle - in der Masse muss die Qualität reichen.

  • Zertifiziert nach EU-Bio heisst nicht, dass der Honig aus der EU ist, kann also von überall herkommen.
    Niedrigeres Lohnniveau trägt seinen Teil zum Honigpreisunterschied zwischen Ländern ebenso bei, wie das altbekannte Angebot-Nachfrage-Spiel. Bienen werden genauso gehalten wie in Grossimkereien überall, nur müssen die Regeln der Zertifizierung eingehalten werden.
    Ja, Abfüller die deutschen Biohonig abfüllen, füllen auch deutschen Honig und Biohonige anderer Herkunft ab.



    Nur einheimische Bienen erhalten die Natur und Esst deutschen Honig und erhaltet die Imkerei, ist doch bei solchen Angeboten lächerlich.

    Sehe ich genau andersherum Heike.:) Diese Slogans wurde ja gerade aufgrund dieser Angebote entwickelt. Auch nimmt der Kundenkreis mit regionaler Orientierung immer mehr zu. Meiner Meinung nach ist Regionalität dabei Bio zu überholen in der Bedeutung und Glaubwürdigkeit. Setzt natürlich auch einen korrekten und offenen Umgang mit dem Kunden vor Ort voraus.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Vielleicht irr ich mich, aber vom Gefühl her würde ich Demeter als einzig wirklich vertrauenswürdiges Siegel sehen.
    Die Richtlinien im Bereich Imkerei sind sehr streng, allerdings weiß ich auch bei Demeter nicht wie streng die Kontrollen sind.

  • Man muss auch Bedenken, dass es bei es bei der Bioimkerei nach EU-Verordnung keine Ertragseinbußen gegenüber der "konventionellen" Imkerei gibt. Nur Mehrkosten durch Biowinterfutter und Zertifizierung. Diese schlagen pro Glas Honig aber nur wenig zu Buche. Wenn also "konventioneller" Honig für drei Euro das Glas angeboten wird, ist Biohonig für 4 Euro nicht so abwegig.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Bio ist Augenwischerei -- wenn dann regional ohne Fremdkontrolle.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry, ich stimme dir bei Honig zu. Bio bei Honig ist den Kunden nur schwer zu erklären. Und wie "Bio" ist denn der ausländische Honig, der durchaus auch Pollen von zugelassenen GVO enthalten darf. DAS muss man den Kunden erklären und dann ist der eigene Honig nicht mehr zu teuer, sondern die Qualität nicht zu vergleichen.
    Gerade auf dem Land wissen die Leute doch Regionalität zu schätzen.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi


  • Bio bei Honig ist den Kunden nur schwer zu erklären. Und wie "Bio" ist denn der ausländische Honig...

    Bio ist dem Kunden nicht schwer zu erklären Holmi, es ist an einem weniger belasteten Produkt orientiert. Wie sind deine Erfahrungen beim Verkauf von Biohonig ?
    Der böse "Ausländer" ist übrigens meist der bessere Biohonig, da dort Honig oftmals in Regionen ohne intensive Landwirtschaft gewonnen wird. Das wäre in Mitteleuropa gar nicht möglich in diesen Dimensionen.




    Gerade auf dem Land wissen die Leute doch Regionalität zu schätzen.

    In Süddeutschland vielleicht. Im Nordosten sind eher die Städter bereit einen angemessenen Preis zu zahlen.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“